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Jüdische Schulzeitung · 1929-05-15 · Heft 5 (15.5.1929) · page 8

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
5 (1929)
Issue
Heft 5 (15.5.1929)
Date
1929-05-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 6 jüdische Schulzeitung. Nummer 5 Arbeit. Ausfällig blieb mir hierbei, warum nicht bei der wichtigen und richtungbestimmenden Grundlage, der Fibel, eine Einigung der Grundanschauungen versucht worden ist. Ber der Bedeutung der Lehrbuchfrage bin ich genötigt, mein Befremden bierüber nicht zu unterdrücken. In den beiden Fibeln treten nicht unwesentliche Berschiedenbeiten über den Unterrichtsweg in Erscheinung. Man vergleiche daraufhin die ersten fünf Lektionen der beiden Fibeln. Nun zu unserer Neuerscheinung. Die Aufeinanderfolge der Hebungen besticht geradezu durch ihr rein grammatisch bestiuuntes Fortschreiten. Dieser Vorzug mutz aber letzten Endes zur > Benachteiligung für etwas anderes werden, für die Frische und Lebendigkeit. Nicht als ob die Verfasser hierin es an Willen und können batten fehlen lassen. Ansprechend für die Fügend wollen sie immer sein. Und es bedarf keiner Erwähnung, daß ihnen vieles im Tone gelungen ist. Aber ihre ängstliche Rücksicht. jede grammatisch noch unerklärte Form zu vermeiden, macht den Stil teilweise gezwungen, das Stück wie für die zu behandelnde Regel konstruiert. Autzerdem scheint mir ein anderer Gesichtspunkt erwähnenswert. Die allzu grobe Anspruchslosigkeit mancher Stucke scheint mir für die in Frage kommende Altersstufe nicht mehr angemessen. In dem methodischen Geleitwort, das dem 1. Teil beigegeben ist. erfahren wir. dab dieser 2. Teil fürs 4. Schuljahr gedacht ist. Dann liehe sich allerdings^ ein Vorwurf der Aneignung für diese Stufe nicht aufrecht erhalten. Wo aber ungünstige Verhältnisse die Venutrung dieses Buches erst auf einer höheren Stufe gestatten (leider trifft dies noch häufig zu), da wird das Mitzverhültuis von Niveau der Darstellung und Interesse der Altersstufe stören. (Die Herren Verfasser sind hierfür keinesfalls verantwortlich zu machen). Würden sich übrigens die Verfasser dazu entschlretzen. einzelne ihrer Geschichten illustrieren zu lassen? Ich verweise zum Beispiel auf die Hebung 6, die in ähnlicher Darstellung illustriert im Aleph Bet von Schargurudska sich vorsindet. Solche Bilder sind für die Schüler ein Schlüssel zum Verständnis. Uneingeschränkte Anerkenmlng verdienen die mit oft bewährtem Geschick ausgewählten Uebungssätze. Grösste Sorgfalt ist auf die Durcharbeitung einer jeden Lektion gelegt. Gewissenhafteste Kleinarbeit, eine gute pädagogische Leistung ist wiederum vollbracht worden. Was aber sollte von den Verfassern doch in Zukunft anders gemacht werden? Zunächst aus Ersparnisgründen zwischen Fibel und Thora-Tesilla nur ein Hilssbilch. Die Linder eine Allswahl von Erzählungen geniesten lassen, die nicht so von starren grammatischen Erwägungen bestimmt sind. Die Abraham und Levy entgegengesetzte Richtung trägt doch dem jeweiligen Stande der Linder auch Rechnung, und ich rede nicht einer vollständigen Unbekümmertheit das Wort. Man begnüge sich mit der Freude der Schüler an der Lektüre. Sie lesen sich m den Sprachgeist ein. Die Grammatik wlrd trostdem auch erarbeitet. Es ist „die sichere systematische Grundlegung", die ich ablehne, systematische Grammatik soll erst vom 5. Schuljahr getrieben werden. Ich habe die Hoffnung, dast unsere erprobten Altmeister, die elastisch genug sind, uni sich immer wieder auf das Zeitgemäste einzustellen. uns in Zukunft mit einer Neubearbeitung aufwarten werden, in der bei geringerer Nücksicht auf systematische Grammatik ihre schöpferische Lrast . sich ursprünglicher entfalten wird. Zum Wohle der heiligen Sache, deren Diener wir sind. Liebermensch, Mannheim. S. R o s e n f e l d e r. Ladenburg a. N. Hebräisches Lehrbuch für die Grundschule. 1. Teil. In überraschend kurzer Zeit hat sich das Lehrbuch Freunde geworben, sooast es bereits in zweiter Auflage erscheinen konnte. Verbesserungen grundlegender Art hat der Verfasser nicht oorzunehmen brauchen. Nein äusterlich sind ein dauerhafterer Einband und eine schärfere Herausarbeitung der Schrifttypen hervorzuheben. Vier geheftete Lefeblättchen, R. nennt sie. „Lesetafel", sind gesondert beigelecft. Diese Lonzession hat denjenigen Wünschen aus Lehrerkreisen Rechnung getragen. die besondere Leseübungen nicht missen wollen. (Die Anregung ging übrigens aus unserem Mannheimer Lreise hervor). Fräulein Unna hat manches Bild neu gezeichnet. Dankbar dürsten von Lehrern und Schülern die im Anfang hinzugefügten „Bibelbilder" begrüht werden. Sie entstammen derselben Künstlerin. Die Schüler werden den gleichen Zeichnungen, die ein Stückchen Weg Biblischer „Geschichte" in herzgewinnender Lindertümlichkeit illustrieren, lm 2. Teil des Lehrbuches wieder begegnen. An dieser Stelle aber bedeuten sie freundliche Einladungen zu gelegentlichen Be» trachtungen und Unterhaltungen. Die Vorzüge des R.'schen Lehrbuches sind bereits bet der Besprechung der ersten Auslage anerkannt worden. Der alte Weg war unlustbetonter, irr. fernen Ergebnissesn unsicherer und blasser. Der nunmehr be» schrittene trägt unserem Wissen vom Anekgnungsprozest einer.' Sprache mehr Rechnung. Die Verbreitung dieses und ähnlicher Lehrbücher wird von dem guten Willen der Lollegen abhängen, sich umzustellen. Der Badische Oberrat ist im Begriff, das Lehrbuch von Rojenfelder amttick zuzulassen. L i e b e r m e n s ch, Mannheim. Bei der Wistleltung einmMgeiie Bücher. Die Schrift zu verdeutschen unternommen von Martin Bub er gemeinsam mit Franz R ofenzweig. Bd. 9. Das Buch der Könige. Berlin. Lambert Schneider. Pappband 5 RM. Simon Unna. Vorschriften, betr. die Fehler, die eine Thorarolle unbrauchbar machen. Frankfurt a. M. 1929. I. Lauffmann. 0.60 RM. Notizen. Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Raumbildes als Unterrichtsmittel. Nachdem seit einiger Zeit auch das Stereobild normnrt worden ist. besteht die Möglichkeit, es infolge seines jitzt kleineren Formats (6:13 cm) erheblich billiger herzustellen und in den Handel zu bringen, als das. frühere, Herste veraltete Format 9:18 cm. Dies hat zur Folge, datz vieler, wärts das Interesse für das Stereobild wieder wackgerufen und neu belebt wurde, zumal man demselben allgemein einen hohen Wert als Lehr- und Lernmittel beimitzt. Die Deutsche Gesellschaft' für Steroskopie E. V. m Berlin, welche sich die Förderung und Verwertung des Raumbildes im Dienste von Unterricht. Wissenschaft rnd Technik als Ziel gesetzt hat. folgt daher mehrfachen Anregungen. um eine „Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Raumbildes im Dienste des Unterrichts" zu bilden, deceu Bestreben in erster Linie dahin gehen soll, die Schönheileu und Sehenswürdigkeiten deutscher Städte und Stätten in stereoskopischen Aufnahmen zusammenzutragen, um sie plcmmätzig in Reihen zusammengestellt, nach Möglichkeit dem gegebenen Unterrichtsthema der Schulen anzupassen. Später sollen auch Reihen-Raumbilder der Sehenswürdigkeiten des Auslandes, aus dem Gebiete der Erd- und Völkerkunde, der Botanik, Zoologie üfw. gebracht werden. Um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, ist beabsichtigt, unter Mitwirkung von Iugendbttdnecn und Pädagogen eine Denkschrift zu verfassen, die allen am Unterrichtswesen beteiligten Stellen und Behörden zugestellt werden, soll. Um Mitarbeit wird die gesamte, an der Förderung dieses Gedankens interessierte Lehrerschaft gebeten. Die Richtlinien der Arbeitsgemeinschaft smd zusammengefotzt und werden jedem Interessenten von der Geschäftsstelle der deutschen Gesellschaft für Stereoskopie E. V.. Berlin W 35. Am Larlsbad 10. auf Verlangen kostenlos zugesar.ht. In dem „Sanatorium Emser Heilquelle", einem Herrn mit streng koscherer Verpflegung, werden Lurgäste. welche eine Lurveryünstigung von der staatlichen Badedirektton erhalten, zu emem täglichen Pensionspreis von 5 UtM ausgenommen. Anmeldungen an den Vorsitzenden San.-Rat.Dr. Nehab, Bad Ems. Kollegen! Werbt fiirdie Verbreitung der „Jüdischen Schulzeitung“! Probenummern In beschränkter Anzahl sind bei der Schrlftleitung zu haben. Ich habe den alleinigen lttd.se- und Versandvcrtrleb aus dem Verlag Lambert Schneider, beriin, für Die Schrift, zu verdeutschen unternommen von Martin Huber »ml Kranz Ilosenzweig, übernommen und Ich bitte die Jüdischen Lehrer, mir angesichts der hervorragenden bedeuten? de» Werke» bei der Verbreitung desselben zu helfen (angemessene Vergütung), oder mir Namen hierfür in betracht kommender, intelligenter Personen mltzutelleu. H. Buchhandlung und Verlag Wiesbaden, Gefsbertstraße 14. m

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