Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- Heft 4 (15.4.1929)
- Date
- 1929-04-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6_Jüdische Schulzeltung. ___ Nummer 4 Dr. Filip Friedmann. Die galizischen Juden im Kampfe um ihre Gleichberechtigung (1848—1866). Veröffentlichungen der Dr. A. S. Bettelheim Memorial Foundation. Band III. Kaufs,nann. Frankfurt a. Äi. 1929. Die Tppik der Kümpfe, die die Inden in fast allen Ländern Europas im vorigen Jahrhundert um ihre Gleichberechtigung führen muhten, läßt die Reize der Darstellung dieser Emanzipationsbestrebungen leicht vermissen. Und dennoch entbehren sie nicht so reichen speziellen Materials, daß sie mit Aufmerksamkeit verfolgt werden müssen. Diese Erfahrung bestätigt das fleißige, in großem Maße auf neuem Quellenstudium beruhende vorliegende Buch, das mit um so gröberem Interesse heutzutage gelesen wird, als durch die jüdischen Wanderungen der Nachkriegszeit diese Länder und ihre Juden mehr in unseren Gesichtskreis gerückt find. Der Verfasser versteht es vorzüglich, in die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse der Zeit einzuführen — man wird gern und nicht ohne Sorge lesen, wie erfolglos die Bemühungen um die Landwirtschaft waren —, er gibt ein gutes Bild des Unterrichts- und Eemeindewesens, er macht den Leser mit der Politik der Regierung und der Juden schön bekannt — zeigt, wie so oft, das Zusammengehen der Negierung mit der Orthodoxie gegen die Reform (s. S. 118 eine ministerielle Erklärung), legt auch von dem Einfluß oder der Stellung der nichtjüdischen Umwelt zu der Judenfrage Zeugnis ab und gewährt in seinen Schluß-- betrachtungen eine kurze nutz klare Darstellung, die das Verschulden der Negierung ' an den Zuständen in der galizischen Judenheit ausdeckt. Ein sehr nützliches Namenregister wird die Benutzung des Buches erleichtern. Die äußere Ausmachung des Buches. Papier und Druckweise der Aninerkungen. kann man nicht gerade mit Lob erwähnen. Aber die Arbeit des Verfassers verdient vollste Anerkennung und wird dazu beitragen, ein gerechteres Urteil über die nun zu Polen zählenden Juden zu verbreiten. Es würde sich sicher auch verlohnen, die spätere Geschichte in diesen Landen zu behandeln. Dürfen wir dies vom Verfasser noch erwarten? Rabbiner Dr. A. Posner, Kiel. Geschäftsjahr der Berliner Jüdischen Gemeinde behandelt. Es folgt aus berufener Feder eine ausgezeichnete inforniatorische Darstellung über den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden: a) Gründungsgeschichte. b) Verfassung, c) bisherige Tätigkeit. Ein Aufsah über „Die jüdische Frau in der Wohlfahrtspflege" bietet wertvolles Material. In einer erschöpfenden Abhandlung über „Die Mischehe" beleuchtet Univ.-Pros. Dr. Hanauer - Frankfurt a. M. in 8 Teilen dieses für die Gegenwart und Zukunft der jüdischen Gemeinschaft so wichtige Problem. Diese Abhandlung erhält besonderen Wert durch bisher unveröffentlichte Tabellen sowie durch ein außerordentlich umfangreiches Quellenmaterial. Des 200. Geburtstages Moses Mendelssohns (6. Septeniber 1929) ist durch Wort und Bild gedacht worden. Der!. (literarische) Teil des Jüdischen Jahrbuches 1929 schlicht mit einer Würdigung des zu früh verstorbenen Sanitätsrat Dr. Gustav Bradt, des Mitbegründers und Vorkämpfers der Akademie für die Wissenschaft des Judentums. Die folgenden Teile (II—IV) behandeln in übersichtlichster Weise „Eesamtorganisationen und deren Berliner Ortsgruppen". ..Organe und Einrichtungen der Berliner Gemeinde" und schließlich „Die wichtigsten jüdischen Gemeinden in Deutschland". Man gewinnt eine treffliche Orientierung über das gesamte jüdische Leben in Berlm und aus zahlreichen Anfragen über wichtige jüdische Organisationen und deren Adressen, die ich im Laufe des Iabres vielen Kollegen beantworten muh. habe ich die Ueberzeugung gewonnen, dah ein solches Buch für die jüdische Lehrerbibliothek fast als Notwendigkeit bezeichnet werden nluh. Das Buch, das wieder, wie sein Vorgänger, trefflich ausgestattct ist und auch schöne Abbildungen enthält, sei darunr zur Anschaffung bestens empfohlen. M. Steinhardt. f Bei der Wistlellung einßegangene Bücher. S. Nosenfelder. Hebräisches Lehrbuch für die Grundschule, II. Teil. Selbstverlag. La.denburg a. N. Der hebräische Unterricht hat in den letzten Jahren eine auhcrordentliche Förderung erfahren. Die Lehrbücher von Abrahain und von Levi) bedeuten einen Wendepunkt, und die Methode des geistlosen Vor- und Rachübcrsetzens ist wohl aus allen Schulen verbannt. Hebräischer Unterricht ist, seinem Inhalte nach Religionsunterricht, aber wenn man von der äuheren Forin reden kann, so kann diese nur dem modernen fremdsprachiichen Unterricht entlehnt werden. Das Kind muh die Elemente der hebräischen Sprachbildung begreifen lernen, und die Arbeitsmethode erfordert, dah dies nicht durch einen abstrakten Grammatikunterricht geschieht. soridern an geeigneten Sprachstücken. Zu diesen erwähnten Lehrbüchern ist ein neues hiuzugekommen. S. Nosenfelder. Ladenbnrg a. N.. hat ein hebr. Lehrbuch herausgegebcn. von dessen erstem Teile bereits eine zweite Auflage nötig wurde, dessen zweiter Teil jetzt erschienen ist. Das Lehrbuch ist für die Grundschule bestimmt. Der Unterricht auf dieser Stufe soll das Kind mit den Elementen der hebr. Sprache vertraut machen, er soll es mit einem Vokabeln» schätz ausrüsten. soll es befähigen, auf den höheren Stufen die eigentlichen Terte des Gebetbuches und des Pentateuchs ohne beoudere Schmierigkeiten mit vollem Verständnis zu lesen, so weit ihn, die Vokabeln bekannt sind. Diesen Forderungen entspricht das vorliegende Lehrbuch. An sehr guten und inhaltsvollen Sprachstücken, deren Inhalt den ersten Kapiteln des Pentateuchs entnommen ist. in denen das Kind mit dem religiösen Jahre mit allen seinen Fest-, Gedenk- und Fasttagen bekannt wird, werden die wichtigsten Formen und Bildungssilbeii gelehrt, die außerdem in einem besonderen Teile des Buches, der Sprachleb". übersichtlich in Reihen zusammeiigestellt sind (selbstverst" ch ohne Regeln und Merksätze). Die Orientierung der Sprachstücke na galten und -nicht nach den zu erlernenden Sprachformen wird sicherlich die Behandlung dieser Formen erschweren, aber trotzdem kann das Buch empfohlen werden, und wir find überzeugt, daß es Lehrern und Kindern Erfolg bringen wird. Abr. Reinhardt, Köln. Indisches Jahrbuch 1929. (Scherbel L Co., Verlag. Berlin-Lharlottenburg 4.) Der l. (literarische) Teil des Jüdischen Jahrbuches wird wieder durch einen Aufsatz eingeleitet, der das verflossene bib rnVsrv Gebetbuch für das ganze Jahr (bearbeitet im Auftrag des Liberalen Kultus-Ausschusses des Preußischen Landesverbanes jüd. Gemeinden).!I. Teil: Neujahr und Versöhnungstag. Frankfurt a. M. 1929, M. Lehrberger L Co. Schaare Zedek von M. Abraham und 2. B. Levy. Eine methodische Einführung in die Sprache der Bibel und des Gebetbuches. Frankfurt a. M. 1929, M. Lehrberger & Co. Hebräisches Lehrbuch für die Grundschule. I. Teil, von Lehrer Nosenfelder, Ladenburg a. N. Illustriert von Klara Unna in Mannheim, ll. Auflage. Selbstverlag des Verfassers. . Dr. A. Posner, Rabbiner in Kiel: Die Freitagabendgebete. (Uebersetzt. sowie sachlich und sprachlich erläutert.) 1929. Selbstverlag. Preis für die Leser der Jüd. „Schulzeitung" 1.45 3tM. Moses Mendelssohn. Eine Auswahl aus seinen Schriften und Briefen. II. Auflage. Frankfurt a. M. 1929. I. Kauffmann. Preis: drosch. 1.90 1/UL Kollegen! Werbt für die Verbreitung der „Jüdischen Schalzeitang11! Probenummern in beschränkter Anzahl sind bei der Schriftleitung zu haben. AK« Ich habe den alleinigen Reise* und Veraaiulvertrieb aus dem Verlag Lambert Schneider, Neri In, für Die Schrift« zu verdeutschen unternommen von Martin Huber und Franz Rosenzwelg, übernommen uml Ich bitte die jüdischen Lehrer, mir angesichts der hervorragenden Itedentung des Werkes bei der Verbreitung desselben zu helfen (angemessene Vergütung), oder mir Xnmen hierfür in Betracht kommender, intelligenter Personen mitzuteilen. 1 H.liancl Buchhandlung und Verlag Wiesbaden« (ieisberitslraßfi 14. Zar Beatmung! Zinn Inserat vom 15. III. bemerken wir, daß wir nirgends u. niemals eine besondere Ausliererungsstelle für den TALMUD eingerichtet haben, sondern daß dieses Werk durch sämtliche Buchhandlungen zu beziehen Ist. Verlag „Biblion“, Berlin