Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- Heft 3 (15.3.1929)
- Date
- 1929-03-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Jüdische Schulzeitung. Nummer den er als einen Beauftragten im gesellschaftlichen Leben bezeichnet. Man mutz schon einigermaßen mit der Sprache der neuzeitlichen pädagogischen Literaten vertraut sein, um ihnen in ihren Begrisssspaltungen folgen zu können. Eine Reihe weiterer Beiträge, wie etwa derjenige von Braten über ,,Kind und Umwelt", in den ersten Lebensjahren, wo das „Glück der Jugend" kritisch beschaut wird, sind durchaus wertvoll und von Nefem ethischen ©ei>rtlt. Die Monatsschrift der „Ausbau" verrät schon in den ersten Heften ein sittliches Ziel. Hoffentlich bleiben dem Wollen die Früchte nicht versagt. S a m u e l L i e b e r m e n s ch. Mannheim. Skizzen aus dem Naturgeschichtsunterricht von Willi Türk. Union Deutsche Verlagsgesellschaft. Berlin. Das Buch ist in der Sammlung „zur Fortbildung des Lehrers" erschienen. Es will zeigen, wie gerade im Naturgeschichtsunterricht die Forderung „vom Kinde aus" erfüllt werden kann. Das höchste Ziel dieses Unterrichts ist für Türk: „Liebe zur Natur, Achtung vor allen Geschöpfen und Freude am Schönen." Die stofflichen Grundlagen sollen die Kinder, wenn es irgend anaeht. auf Ausflügen gewinnen. Da dies aber nicht immer möglich ist, legt der Verfasser größten Wert auf die Selbstbeobachtung ohne direkte Leitung des Lehrers. Dem Beobachtungsheft seiner Klasse widmet er ein ganzes Kapitel und zeigt dabei an Beispielen, wie die Schüler nicht nur rein fachlich beobachten, sondern auch das ethische und ästhetische Moment berücksichtigen. Die Auswertung der Beobachtungen erfolgt im Unterricht. Die Erfahrungen, die der Verfasser dabei gemacht hat. beziehen sich hauptsächlich auf die mittleren Klassen. Für die Oberstufe ist diese Methode natürlich erst recht geeignet. Schade, daß der Verfasser gerade dasiir keine Beispiele bringt, da er, wie er selbst sagt, auf diesem Gebiete keine unmittelbaren Erfahrungen besitzt. Er hat wohl in der Hauptsache and) nur Schüler aus kleinen Orten im Auge, die ja förmlich m der belebten Natur drin stecken, denen es also verhältnismäßig leicht gemacht wird, Beobachtungen an Pflanzen und Tieren anzustellen. Wieviel fchwerer sich derartige Beobachtungen in der Großstadt ermöglichen lasten, weiß jeder, der dort den naturkundlichen Unterricht erteilt. Neben den selbständigen, allgemeinen Beobachtungen durch die Schüler werden Liesen aber auch besondere Ausgaben durch den Lehrer gestellt. Die Schüler haben einige Wochen bestimmte Pflanzen und Tiere zu beobachten, die Ergebniste zu notieren, die dann mit dem Lehrer in einer Aussprache verarbeitet werden. An einigen Unterrichtsskizzen wie Katze. Hund u. a. wird gezeigt, wie sich in gemeinsamer Arbeit bestimmte Ergebnisse formen. Schließlich zeigen Anschlußstoffe, wie das Behandelte durch Aufsatz, Zeichnen, Bildbetrachtung, Lesen guter Prosastücke erweitert und oertieft'werden kann. Wenn mir auch scheint, daß Türk auf das ethische und ästhetische Moment, das gewiß nicht vernachlässigt werden darf, wohl etwas zu großes Gewicht legt, so werden die Skizzen besonders den inngen Lehrern doch viel Anregung und wertvolle Fingerzeige für die fruchtbringende Ausgestaltung des naturkundlichen Unterrichts bieten. Zum Schluffe möchte ich noch auf einen kleinen Irrtum Hinweisen, der dem Verfaster unterlaufen ist. Er läßt die Kinder Grasfamen mit Wiesenblumenpollen vermischt aussäen, um ein möglichst natürliches Abbild der Wiese zu erhalten. Aus „Pollen", also Blutenstaub, dürsten keine Wiesenblumen aufgehen. G. Feige. Bei Ser Wiktleitung eingkgmgene MSer. Das werdende Zeitalter. Eine Monatsschrift für Erneuerung der Erziehung. VIII. Jahrgang. Februar 1929. Verlag: Das werdende Zeitalter. Kohlgraben bei Vacha, Erstrebtes und Erreichtes. Eine Iubiläumsfchrift. Herausgegeben vom Verein ehemaliger Ahlemer zu seinem 25. Stiftungsfest. Hannover-Linden. 1929. Dr. Erich Fischer: Erstes Wahlheft der deutschen Volksliederspende. Berlin W 6, Ed. Bote & Bock. Don demselben Verfasser Zweites Wahlheft nsw., 'min irn-nX' der hebr. Fibel nnnsn niix zweiter Teil, ein Üebergangsbuch für das zweite Schuljahr, von CH. Mandelbaum. E. Mayer und K. Rothschild. Leipzig. M. W. Kaufmann 1929. . Nolizen. Die in Nr. 2 besprochene Hebr. Lesefibel dler lisroel, von I. B. Levy. ist nicht im Verlage von I. Kauffmann, sondem bei M. Lehrberger erschienen. Die Gesellschaft zur Förderung der Wisse n s ch a f t d e s Judentums e. V.. hält ihre diesjährige Hauptversammlung am Mittwoch, den 20. M ä r z. 20 Uhr. im Log e n gebä u de, Verl i n W., Kleiststraße 10, ab. Es ist gelungen. Herrn Professor. Dr. G o t t h o l d Weil, Berlin, als Redner zu gewinnen. Er wird über seine „Reiseeindrücke aus dem vorderen Orient" sprechen. Der auch für einen weiteren Kreis sehr interessante Gegenstand des Vortrages wird sicher zahlreiche Mitglieder veranlassen, der Hauptversammlung beizuwohnen. Gäste können eingeführt werden. Die Monatsschrift für Geschichte und WissenschaftdesJudentums eröffnet ihren neuen Jahrgang mit einem höchst anziehenden kurzen Aufsah von A. Lewkowitz über „Lessiugs Religion", der den Dichter als den Vertreter eines religiösen Individualismus davstellt und die dauernde Bedeutung wße die zeitliche Ger bnndenheit seines Standpunktes betont. Von großem all gemeinen Interesse find ferner die Untersuchungen von Julius Rotholz über die Zunahme der jüdischen Einwolmer in den Vorortgemeinden Groß-Berlins; überraschend wirkt hier die Feststellung, daß das zahlenmäßige Verhältnis der Geschlechter zueinander in den verschiedenen Konfessionen Unterschiede aufweist, die Rotholz in durchaus einleuchtender Weise zu erklären sucht, wie überhaupt das trockene Material geistvoll verwertet wird und insbesondere aus Feststellungen über die Wohnungsnot sozialethische Forderungen abgeleitet werden. Der scharfsinnige Bericht CH. Ahlbecks über neuere Mischnaliteratur ist namentlich deswegen von Bedeutung, weil er an einem nichtjüdischen Kommentar zu den Sprüchen' der Väter sachkundig veranschaulicht. wie sehr die Befangenheit selbst die schönsten Perlen unseres Schrifttums herabzusetzen sucht. Außer diesen Aufsätzen finden sich wertvolle sachwissenschaftliche Untersuchungen, wie ein Beitrag zur Erdkunde Palästinas und eine Studie über das Leben eines jüdischen Arztes ini 18. Jahrhundert. Zahlreiche Besprechungen sind dem Hefte beigegebcn. Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von 10 RM. an diese Gesellschaft (Postscheckkonto Paul Veit Simpn, Berlin 7020) oder an. einen der Vertrauensmänner sendet. welche in jedem Heft der Monatssthrist aufgezählt sind. Im Interesse der regelmäßigen Zustellung der jüd. Schulzeitung, sowie einer geordneten Geschäftsführung im Lehrerverbande nrüsseu wir die Kollegen dringend ersuchen, von jedem Stellen-- und Wohnungswechsel dem Geschäfts führer des Verbandes. Koll. Abraham. Berlin W. 50, Achenbachstrnße 3, sofort Mitteilung zugehen zu lassen. Kollegen! Werbt für die Verbreitung der „Jüdischen Schulzeitung“! Probenummern in beschränkter Anzahl sind bei der Schriflleitung zu haben. Zur Beachtung! Verlag Bibiion, Berlin DerTalmud I'ebertraKunf: von Lazarus Goldscbmldt Vollständig umgearbeltete und berichtigte Atugue Der Ladenpreis de» Werke» tut mit RM.15.- pro Hand feHtgeaetzt. Wirhaben den gelaunten Buchhandel angewiesen, dienen Liulenprei» strikte einzahalten. Die erteilten Re»tellnngen werden r»u»* zuin Ladenpreis aunge/ührt. Zawlderlautende Unterangebote sind voo un» hierdurch annulliert. Lediglich d'-c übliche Rabatt von 10% tUr alle Kultushearnten Idftibt in Kraft. Ausllelerungsttelle B.Grüneöam Buchhandlung, Kaflel.Bahndomrj