Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 4 (15.4.1928)
- Date
- 1928-04-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 __Jüdische Schulzeitung. Nummer 4 fasser zu dem Ergebnis. ..nur die Bibel ist es. die ästhetisch oft schöne uiid ethisch wohlbegründete Tierbilder darbietet. die. als Ganzes betrachtet, einen so klaren Stil und eine so unangreifbare Logik bezeugen, das; man mit vollem Recht das Verständnis des jüdischen Volkes für die Pflichten des Menjrf>cn gegen die Tiere als Richtlinie für den modernen Tterllhlih nennerten kann." . .... Rteekmürdig ist die Polemik gegen ein Werk von Schecknn über Tierseelentunde, das — 1840 erschienen — natürlich längst überholt ist. Dem Buche ist weiteste Verbreitung und grober Erfolg zu wünschen. Rabbiner Dr. A. Pos. ner, Kiel. Notizen. In Warschau hat sich eine Vereinigung „Agunoth" gebildet, die sich die Wahriiehmung der Interessen jüdischer Kriegerwittven zur Ausgabe gesetzt hat. Es handelt sich darum, über den Verbleib der im Kriege vermißten Ehegatten dieser Witwen. die riach dem jüdischen Religionsgesctz nicht wieder heiraten dürfen. Nachforschungen anzustellen. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden. Berlin N 24. Oranienburger Str. 29, errichtet daher eine Sammelstelle. die alle Mitteilungen über die im Deutschen Reiche verstorbenen jüdischen Kriegsgefangenen der alten russischen Armee zusammenstellt und der „Agunoth" zuleitet. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden bittet, ihin möglichst eingehende Mitteilungen über die auf den Friedhöfen der Gefangenenlager oder der Gemeinden bestatteten russischeir Kriegsgefangenen zukommen zil lassen. Es wird in jedem Falle gebeten, soweit möglich, ilicht nur die bürgerlichen, sondern auch die hebräischen Namen und Daten oder sonstigen Kennzeichen der Verstorbenen anzugeben. . Herr Lehrer N u ß b a u in - Dortmund ersucht uni Wiedergabe folgenden Schreibens: Fulda, den 24. Februar 1928. Sehr geehrter Herr Lehrer! Unter Bezugnahme auf eine Bemerkung in Jlsrem Aufsatz in der Schulzeitung habe ich die Agudos Israel angefragt, ob sie den Brief, den Sie mir seinerzeit zur Weiterbeförderung einsandten, nicht erhalten habe. Ich habe den Brief damals abgesandt. Wie Sie aus der beigesügten Antwort ersehen, ist der Brief dort niemals eingegangen. Es trifft also weder mich, der ich den Brief weitersandte, noch die Organisation, ein Verschulden. Durch Ihre Darstellung wird der Eindruck erweckt, als ob man Ihnen aus Absicht oder Lässigkeit nicht dienlich gewesen wäre. Ich lege Wert darauf, festzustellen, daß dies Beides nicht der Fall war. Hochachtungsvoll Dr. L. Cahn. Kilfskasse -es Jüdischen Lehrerverbandes in Preutzen. Auf dem Verbandstage in München wurde endgiltig 'die Schaffung einer Hilfskasse für die jüdischen Lehrer Preußens als Pflichtkasse beschlossen. Jedes Verbandsmitglied in Preußen hat fortan außer seinem Vereinsbeitrag noch M k. 6.— jährlich für diese Hilfskasse an seinen Vercinsvorstand zu zahlen. der diesen Betrag dann mit dem allgemeinen Verbandsbeitrag an den Verbandsvorstand abführt. Die Beitragszahlung kann auch in i/ijährlichen oder ^jährlichen Raten, erfolgen. Damit die neue Hilfskasse bald Mittel erlangt, um ihre Wirksamkeit ehestens beginnen zu können, ist es notwendig, daß der erste (VV oder '/^.jährliche) Beitrag sofort von jedem eingesandt wird. Unsere Hilsskasse hat die Aufgabe, bei außerordentlichen Notlagen (laug andauernden Krankheiten.- notwendigen Bade- oder Erholungslureu n sw ) helfend einzutreten. Sie soll bemüht sein, in den von ihr anerkannten Notfällen wirksam zu helfen. Alle Hilss betrüge werden im Prinzip als zinslose Darlehen geboten, so daß sich jeder moralisch verpflichtet fühlen soll, den. erhaltenen Betrag, sofern es seine Verhältnisse später gestatten, an die Kasse im ganzen oder in Raten zurückzuzahlen. Wir meinen, daß diese Form der Beihilfen jedem Kollegen genehmer sein wird, als eine Unterstützung. Wenn die Hilfskasse dadurch einen Teil der ausgegebenen Gelder zurückerhält, so erhöht sich natürlich auch ihre Leistungsfähigkeit. Die Entscheidung über die Bewilligungen aus der Kasse erfolgen durch den Hilfsausschuß nach Lage und Dringlichkeit des Falles. Wer glaubt, nie eine Hilfe aus unserer Hilsskasse nötig zu haben, soll sich erst recht veranlaßt fühlen, freudig sein Scherflein zu unserm .Hilfswerk beizutragen. da er doch Gott zu danken hat. daß er ihn in seinem Schicksal soviel günstiger gestellt hat. als andere Berufsgenossen, Indem wir so durch Selbsthilfe der Not in unseren Reihen zu steuern suchen, ist kein Kollege mehr genötigt, bei Außenstehenden (Privaten oder Vereinen) um Hilfe zu bitten. Dadurch fördert unsere Hilsskassc das Ansehen unseres Standes und nützt so jedem einzelnen von uns. Unsere Hilfskasse wurde vorläufig nur für Preußen geschaffen, weil die Verhältnisse bezüglich des Lehrerhilfswesens in den nichtpreußischen Vereinen vielfach anders liegen als bei uns und erst noch in Einklang gebracht werden müssen mit unserer zunächst preußischen Hilsskasse, aus der sich aber hoffentlich recht bald eine Zentralhilfs lasse für die gesamte jüdische Lehrerschaft im Reiche entwickeln wird. Wie kann es auch eine Reichslehrerschaft geben, ohne eine Hilss einrichtung. die sich um notleidende Kollegen in Nord- oder Süddeutschland handelt! Dem allgemeinen Wunsch nach solcher R e i ch s h i l fs k a s s e. durch die die be - stehenden bezirklichen Hilsskassen nicht berührt werden sollen, wurde auch auf der Vertretertagung des Reichs Verbandes unserer jüdischen Lehrerschaft in München durch eine einmütig gefaßte Resolution Ausdruck gegeben. Der künftigen Reichshilfskasse soll dann auch das bedeutende Vermögen der „Achawa" Frankfurt a. M. zufließen, da diese Hilfskasse willens ist, sich zur Förderung des Gedankens einer Reichshilsskasse in entsprechender Weise umzugestalten. Auf dieses große Ziel der Schaffung einqr Zentral Hilfskasse für alle jüdischen Lehrer im Reiche wollen wir eifrig hinarbeiten, und dazu helfe uns ein Jeder, der über die Verbundenheit mit seiner engeren Kollegen schaft sich doch erst im großen Verbände' der jüdischen Lehrerschaft des ganzen Reiches voll befriedigt fühlt und zu dessen Förderung auch in unserm Hilfswesen gern beitragen mochte. Peritz. Vorsitzender. Falken st ein -Landeshut, Gut-Frankfurt am Main. Reinhardt -Köln. Steinhardt-Magdeburg. Berichtigung. In dem Bericht über die 162. Sitzung der Vereinigung israelitischer Lehrer Frankfurt a. M. muß es statt ..beschreibt" „be sch reit et" und statt „daß der Lehrer als vorstehender Kamerad" „verstehender Kamerad" heißen.