Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 3 (15.3.1928)
- Date
- 1928-03-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Jüdische Schulzeitung. 'ji'uituitei 3 Lettertz Lesc^ten für die Hand des Schülers. Lesekasten- Verlag Ernst Vetter, Kieritzsch, Bezirk Leipzig. Wer heute den Unterricht der Kleinsten zu leiten hat, der wird wohl nicht mehr ohne den Kinderfreund „Lesekasten" auskommen. Moderner Unterricht lägt sich schwer ohne ihn denken, zum mindesten ist sein Wegfall eine Vernachlässigung des Arbeitsprinzips, das bei den Kleinen doch immer noch als erstes die manuelle Betätigung aufweist. Es mag ohne den Lesekasten gehen, aber wieviel Freude verschafft er, wieviel Erleichterung bringt er, welch gute Vorbereitung für die Fibel, mehr als das, für Rechtschreibung. Diktat ist er. Vor mir liegt der seit langen Jahren bewährte Vettersche Lesekasten, Ausgabe A, der in seiner handlichen Form (Vuchformat), am meisten gebraucht werden dürfte. Er enthält ausreichend Grog- und Kleinbuchstaben und kann auch noch erweitert werden. Auster diesem Kasten zu 1 JL gibt es noch Kästen mit Lese- und Rechenmaterial und ganz groste, besonders dauerhafte und reichhaltige Kästen. In der Kürze lassen sich hier nicht alle Möglichkeiten auszählen, die der Lesekasten bietet, der geschickte Lehrer aber wird ihm immer neue Seiten abgewinnen für Lese-, Diktat- und Sprachunterricht, den Kleinen ist er wie ein Spiel, bei dem man etwas gewinnt. — Einen Satz aus der Erfahrung: Vor Jahren machte ich einmal einen Versuch: Rur Lesekasten nicht Fibel — nach % Jahren las die Klasse im zweiten Lesebuch. Der Versuch braucht nicht wiederholt zu werden, denn heute haben wir eine schöne Fibel, aber der Lesekasten bleibt uns guter Freund und Helfer. Cilli Marx. Köln. Festgabe für Martin B u b e r: Aus. unbekannten Schriften. Für Martin Vuber zum 50. Geburtstag. Berlin. Lambert Schneider 1028. 245 Seiten. Die Vesten haben sich vereinigt, um Martin Vuber eine Festgabe zu überreichen, die des grasten Menschen würdig ist. Vom llnbekannten! Seien es vergessene Totengesänge, sei es ein Ausspruch Laotses, fei es Meister Eckhart. Paracelsus. Goethe, sei cs ein Wort aus den Psalmen oder aus dem Talmud, jedes Geschenk ist ein Meisterwerk, dem Akeister zur Freude gegeben. Und wer sind die, welche.uns vor dem Unbekannten Ehrfurcht fühlen lassen? Ich nenne einige Namen: Hugo Bergmann, Leo Vaeck, Albrecht Schaeffer, Arnold Zweig, Max Brod. — Ein Buch, das uns im rasenden Leben der Gegenwart zur Besinnlichkeit führt. Bibliotheksobersekretärin E. M. D r. Julius Höxter: Quellenbuch zur jüdischen Geschichte und Literatur, tl. Teil. Spanien. Frankfurt a. M. 1928. I. Kauffmann. Dr. Höxter hat nunmehr den zweiten Teil seines viel genannten Quellenbuches erscheinen lassen, der die spanische Periode behandelt. In Nr. 6, Jahrgang 1027. dieser Zeitschrift hat Rabbiner Dr. Salzberger den zuerst erschienenen Band UI, der von den Juden in Deutschland handelt, eingehend gewürdigt, und alles, was Salzberger über die Notwendigkeit und Nützlichkeit eines solchen Quellenbuches beim Unterricht, sowie über die Vortrefflichkeit der Höxter,chen Bearbeitung sagt, trifft auch auf den vorliegenden Band II im ganzen Umfange zu. Ich appelliere an die Kollegen, das Buch selbst bei der Vorbereitung für den Unterricht recht fleißig zu benutzen und es auch, namentlich im Unterricht an den höheren Schulen und auch den gehobenen Religionsschulen zur Einführung zu bringen. M. Steinhardt. . Dirksen, Alfons: Individualität als Kategorie. Ein logisch-erkenntnistheoretischer Versuch in Form einer Kritik der ausführlich dargestellten Jndividualitätslehre Rickerts. Berlin. Union. 1927. 95 Seiten. Die Schrift, die eine erstaunliche fleistige Dissertation ist, kommt nur für diejenigen in Frage, die sich eingehend mit der Jndividualitätstheorie Rickerts beschäftigt haben. Als Dissertation hat sie das Schicksal, widerlegen zu müssen. Der Leser kann nur dann einer Widerlegung folgen, wenn er mit der eigentlichen Materie vertraut ist. Wir finden am Beginn der Schrift eine gedrängte, klare Darstellung der Philosophie Rickerts, so dast wir dem Verfasser bis zum Schluß folgen können. E. M. Deut ches Judentum und Rechtskrisis. Jacques Stern : Völkische Rechts- und Staatsphilosophie. — Erich E v ct : Die Stellung der Rechtspflege zu Juden und Judentum. — B r u n c W e i l: Der politische Prozcst. Berlin. Philo-Verlag. 1927. 92 Seiten. _ Alle drei Referate sind auf der vom Cenrralverein einberufenen Tagung deutscher Juristen jüdischen Glaubens m 18. und 19. Juni 1927 gehalten worden. Man wollte damit nichts wie es im Vorwort heißt, eine besondere jüdische Juristenaktion in die Wege leiten, sondern sich der gemeinsamen Arbeit aller beteiligten Kreise an der Beseitigung der herrschenden Rechtsnot __ einfügen. Wenn wir die drei aus* gezeichneten Referate lesen, so wissen wir, dast sich die Rechtsnot nichr zuletzt auf unsere jüdische Gemeinschaft erstreckt. Sei es Theorie, Rechtsphilosophie, sei es Praxis, Rechtspflege, politischer Prozeß, tut nichts, „der Jude wird verbrannt". Es wäre dringend zu wünschen, dast die Broschüre an die Kreise gelange, die es angeht. E. M. Bel der öchriklleitmg ciimnnsene Bücher. Studiendirektor D r. Joseph Gut mann: Geschichte der Jüdischen Lehrerbildungsanstalt in Berlin. Teil M. (1909—1925.) Lehrer Hugo Friedmann: Festschrift zur Feier de» 75jährigen Bestehens der Synagoge in Berncaftel-Cues. William Walde m arPeterfen: Das Tier km Alten Testament. Ein Beitrag zur modernen Tierfchutzfrage. Frankfurt a. M. 1928. I. Kaufmann. Katalog der Bücherei der Israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden. Tuberkulose-Lesebuch, herausgegeben von Kreiskommunalarzt Dr. Flatzek, Ratibor. Notiz. Die Dresdener Gemeinde übersendet uns den Katalog ihrer Bücherei, welche nicht weniger als etwa 8000 Nummern umfaßt. Den größten Teil derselben bildet die von der Dresdener Gemeinde übernommene Bibliothek des berühmten Orientalisten Prof. Wünsche. Tie Gc< meinde teilt uns mit, daß die Bücherei auch sehr gern Bücher nach auswärts verleiht; selbstverständlich steht zu diesem Zwecke auch der Katalog allen Jnteresseniett gern zur Verfügung. Wir legen den auf ihre Fortbildung bedachten Kollegen nahe, von dem liebenswürdigen An', erbieten der Dresdener Gemeinde, für das wir ihr an dieser Stelle wärmste Anerkennung und herzlichsten Dank aussprechen, recht ergiebig Gebrauch zu machen. M. St. Für einige unserer Anlchlußaemeinden suchen wir «inen Lehm, Kantor «Wchttt mit seminaristischer Vorbildung. Wohnsitz an eine»« '1‘lati mit höheren Schulen. Einkommen l'-jrnvve l Vt, der neuen oreu« tziscken Aesoldnng4>Ordn»na. Meldungen niitsteugn. dis In. März 1928 BreStan, Wattstrabe 9. im Februar 1928 Der Verband der Synag.-Gemeinden der Provinz Niederschlesien. Rollegen, werbt für die Verbreitung der „Jüdischen Zchulzeitung"! probenummern in beschränkter Zahl stehen bei der Lchristleitung;ur Verfügung. '