Mannheim
Compact Memory

Jüdische Schulzeitung · 1928-02-15 · 2 (15.2.1928) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
4 (1928)
Issue
2 (15.2.1928)
Date
1928-02-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2825247-2825311-2825313--0213-2825801
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 8 _ ___Jüdische Schulzeitung. Nummer 2 nur tu die Hand 'jedes gebildeten badischen Juden, sondern hat seinen hohen Wert auch für jeden jüdisch Interessierten außerhalb der rot-gelben Grenzpfähle. Detn Lehrer und Erzieher aber kann es als Queltenbuch dienen namentlich über jene Zeiten und Zeitfragen, deren Darstellung in den meisten jüdischen Geschichtsbüchern zu kurz gekommen ist. Erhöht wird der Wert des auch äußerlich trefflich ausgcstatteten Werkes durch Einfügung von 10 Lichtbildern, durch Beigabe eines dem hebräischen Original genau nachgebildeten sog. Rabbonnsbriefes. der Anstellungsurkunde des Oberlandesrabbiners Tie Weil in Karlsruhe (1770) und einer Gcschichtskarte von Baden. Dem Weiterstrebenden bietet der jedem einzelnen Mschnitt beigefügte Nachweis der Quellen reichliche Anregung. Ein Anhang enthält die ausführliche Darstellung einer Ritnalmordbeschnldignng der Inden in Pforzheim, die Geschichte einer Urfehde. einen badischen Jndenschntzbricf von 1774. ausführliche Materialien zur Gesetzgebung von 1862, durch welche die vollständige Emanzipation der Inden in Baden durchgeführt wurde, und die Verfassung der Israelitischen Religionsgemcinschast Badens vom 14. Mai 1923. Ein alphabetisches Namen-. Orts- und Sachregister erleichtert den Gebrauch des Werkes zum Zwecke des Nachschlagens. Es erscheint als selbstverständlich, daß der Verfasser in seinem trefflichen Werke auch an der Geschichte der jüdischen Lehrerschaft Badens nicht achtlos vorübe'rgegangen ist. Er schildert uns den Leidensweg, den auch der jüdische Religionslehrer Badens zu gehen hatte, und zeigt an den .Berhandlnngsberichten der Synode, wie schwer es hielt, diesen schwarzen Fleck zu beseitigen. Er scheut sich 'nicht, noch lebenden einflußreichen Persönlichkeiten manch bittere Wahrheit zu sagen, stellt aber auch fest, wie stete, zielbewußte Werbearbeit zu erfreulichen Fortschritten geführt. wie auch in diesem Kampfe die Wahrheit sich stärker als die Menschen erwiesen hat. Mögen recht viele Leser innerhalb und außerhalb desbadischen Ländchens sich in das inhalts.".iche Werk Rosenthals vertiefen und daraus Verständnis für das Werden unserer Gemeinschaft gewinnen und Hoffnung für ihren Bestand in der Zukunft schöpfen; ganz besonders aber ist es eine Ehrenpflicht der badischen Lehrerschaft, sich die Verbreitung des trefflichen Buches angelegen sein zu lassen. 8t. — M. Dr. Alfred Wiener. Kritische /Reise durch Palästina. Berlin 1927. Philo-Verlag. Vor etwas mehr als 10 Jahren wurde die Balfourdeklaration erlassen, jenes Dokument, das dem jüdischen Volk die Errichtung eines nationalen Heims in Palästina zusichert. Uebermcnschliche Attstrengnngen sind in dieser Zeit gemacht worden, um jenes Versprechen zu verwirklichen. Ein Werk der Kolonisation wurde begonnen, das beispiellos dastcht in der Weltgeschichte. Politiker. Wirtschaftler ersten Ranges, Inden und Nichtjnden. Angehörige der verschiedensten Staaten, haben das werdende jüdische Land besucht und uns berichtet von der Hingabe der Chalnzim. von den Schwierigkeiten, von den Erfolgen . und von den Fehlschlägen und Mißgriffen, llub diese müssen sich bei einem solchen Werke einfinden, denn ein Land soll der Kultur zurückgewonnen werden, das fast zwei Jahrtausende vernachlässigt wurde, von einem Volke, das zerstreut ist über die ganze Erde und das ebensolange solcher Arbeit entwöhnt ist. Und nun ist ein neues Palästinabuch erschienen: Dr. Wieners Kritische Reise durch . Palästina. Sein Buch hat nicht den Zweck, „das zionistische Palästinawerk etwa in Grund und Boden zu verdammen. sondern es soll Klarheit schaffen über alle ausbauenden Kräfte im Heiligen Lande . . . insbesondere aber ausznklären über den rein nationalen Charakter des zionistischen Aufbauwerkes und.über die in Palästina Aufbauenden." Und wahrlich, um darüber Gewißheit zu erlangen, ist eine Reise nach Palästina nicht nötig. Selbstverständlich ist das Werk national in des Wortes bestem und reinstem Sinne, denn die Aufbauenden sehen in diesem Werke die Erfüllung ihrer nationalen Hoffnung und Sehnsucht. Der Verfasser ringt mit sich selbst, aber immer ist seine Gegnerschaft gegen den Zionismus der Sieger. Er legt Kritik an Einzelheiten und erkennt nie das Ganze. Das Palästina-Aufbauwerk bedarf der Kritik, und die Zionisten sind die letzten. die die Kritik scheuen. Die Expertenkommission, zusammengesetzt ans den ersten Fachmännern der alten und neuen Welt, sie ist auf Anregung der Zionisten für die zu erweiternde Jewish Agettcy ins Land gekommen. Es ist leicht, jemanden zu veranlassen, für eine große Sache nichts zn geben, und diese Absicht, sie ist erkennbar auf allen Seiten des Buches, und nur aus diesem Grunde scheint das ganze Buch geschrieben zu sein. Soll sich der deutsche Jude beim Aufbauwerk in Palästina ausschalten? Nein, das empfiehlt auch nicht Herr Dr. Wiener. Aber er soll die von Zionisten geleiteten Institutionen nicht unterstützen. Was soll er aber ja tun? Auf diese Frage ist Herr Dr. Wiener die Antwort schuldig geblieben. Abr. Reinhardt. Köln. Bei Zer MistlciliW elvgegmgciie Bücher. Professor Dr. E. S t e r n : Jahrbuch der Erziehungswissenschaft und Jugrndl unde. III. Band. Union Deutsche Verlagsgesellichaft. Berlin SW 19. Preis 9,80 d(. Mitteilungen aus dem Lehrerverbande. Sozialer Ausschuß des Reichsverbandes der jüdischen Lehrervereine. Der aaf der Münchener Tagung begründete ..Soziale Ausschuß" hat am 1. Februar seine Tätigkeit in der Geschäftsstelle der Zentralwohlfährtsstelle der deutschen Juden. Berlin N 24. Oranienburger Straße 69, ausgenommen. Zur Mitarbeit haben sich bisher bereit erklärt: Fallenberg-, Reschke-Berlin. Rüts-Detmold. TranSlatenr-Rastatt. Damit der Soziale Ausschuß sich konstituieren kann, ist es erforderlich, daß sich noch weitere Mitglieder für die Arbeit des engeren Vorstandes melden. Erwünscht sind besonders solche Kollegen und Kolleginnen, die in Großstädten und 'Landbezirken amtieren. Jeder jüdische Lehrer soll zur geistigen und körperlichen Wiederersiarkung unserer jüdischen Jugend beitragen. Alle Zuschriften sind zu richten an den Vorsitzenden des Ausschusses. Lehrer Georg Sawady, Berlin N 24. Oranienburger Straße 69II. Berichtigung. In dem Aussatz „Hebräisch aXi Konzentrationzsross" in Nr. 1 muß es heißen: Seite 7, Spalte 1, Zeile 14 von unten: „Lehnwörtern" statt Lesewörtern. Seite 7. Spalte 1# Zeile 19 von unten: „hier" statt mir.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.