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Jüdische Schulzeitung · 1927-05-15 · 5 (15.5.1927) · page 8

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
3 (1927)
Issue
5 (15.5.1927)
Date
1927-05-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Jüdische Schulzeitung. Nummer n Denn wenn' stich! 'durch die Lehrer, dann erfolge dieser Hinweis wohl von keiner Seite. Darum sollten wir nicht ermüden. das Sprachrohr für das gute jüdische Jugendbuch zu sein. Wir müßten unser Altgenmerk aber auch darauf -richten, daß gute und zugleich billige Iugcndschriften -geschaffen würden: denn daß die Höhe des Preises die Käufer abschrecke, sei eine Tatsache. Deshalb sei es ein dringendes Erfordernis, die Herausgabe geeigneter jüdischer Iugcndschriften durch Bereitstellung finanzieller Mittel zu ermöglichen und die . Verfasser ausreichend zu honorieren. Zu diesem Behufe müsse von der Lehrerschaft eine Zentralstelle ins Leben gerufen werden, die. neben pädagogischen Werken, die Herausgabe jüdischer Jugendlektüre fördern helfe. Koll. Rosenwald hält nicht alles, was vom Referenten besprochen worden, für gute Lektüre. Das Kind müsse an einem Buche reine Freude haben: das gelte auch von der äußeren Ausstattung. Was dem jüdischen Kinde not tut, sei eine auf künstlerischer Höhe Istehende jüdische Zeitschrift, wie sie „Bar Kochba", abgesehen von ihrer lischt zionistischen Einstellung, gewesen. Der Inhalt von Jugendbuch und Zeitschrift aber sei frei von jeder Tendenz, nicht aufdringlich, uidvt trocken, von fesselndem Interesse. Studienrat Dr. G a l I i n e r bemerkt, an der unbefriedigenden Verbreitung der jüdischen Jugendlektüre trage nicht nur das geringe Interesse unserer Glaubensgenossen die Schuld, sondern auch der Umstand, daß die eine Iugendschrift l'beral gehalten sei. die andere orthodor. die dritte zionistisch. Als geeignete Jugendschriften-Zentrale erachte er. gleich dem Referenten, die Großloge. Unter Mitwirkung ihrer Jugendshriftenkommission erfolge demnächst die Herausgabe zweier Reihen von Jugendschristen. Die Verfasser hätten ihm tRcdner) oder Studienassessor Dr. Klibansky in Breslau ihre Arbeiten cinzureichen. die. wenn gegen den Inhalt nichts zu erinnern fei. an die Jugendschriften-Kvmmission der Großloge weitergegeben wurden. sJiad) deren Zustimmung erfolge die Drucklegung. In Vorbereitung seien vorerst 8 bis 10 Bändchen. Weitere sollten folgen. Die besonders geeigneten empfehle er. als Schullektüre zu verwenden, woraus den Schülern die Pflick)t erwack)se, die betreffenden Bändchen anzuschaffen. Der Vorsitzende bemängelt zum Schluß, daß die Großloge sich nick)t an die gesamte Lehrerschaft gewandt und uns vor vollzogene Tatsachen gestellt hat. In der Lehrerschaft seien berufene Kräfte vorhanden, die von Anfang an auf dem Gebiete der jüdischen Jugendlektüre gern und gewiß auch erfolgreich mitgearbeitet hätten. Er halte es auch jetzt noch für geboten, daß die IugendschrifteN-Kommission der Großloge. bezw. diese selbst, durch die Lehrevorgane alle Kräfte zur Mitarbeit auffordern und vor allem berufene Jugendschriftsteller zu eigenem Neuschaffen ansporne. Dr. Hartmann. Aus dem Lehrerverbanve. Ter Vorsitzende, Kvll. Stern, ist bis Ende Juli verhindert, die Verbandsgeschäfte zu führen, der zweite Vorsitzende, Koll. Steinhardt, wird ihn bis ans weiteres vertreten. Bei Her Wislleitnng eingegangene UM. nxnpn xwxnV nnacn mix nso (H ebr. Lesefibel) von Eh. Mandelbaum. Zu beziehen durch die Talmud-Tora-Realfd)ule, Hamburg. Grindelhof 30. Preis: geb. 1.00 .K. Dr. Erwin Kalischer. Das Wensch ow-R el i ef im Unterricht nebst Erläuterungen der Berliner Typenreliefs. Berlin 1027. Bildwart-Verlags-Genossensd)aft G. m. b. H. Rothschild. Bau st e i n e. Zur Unterhaltung und Belehrung aus jüdisck)er Geschichte und jüdischem Leben. (Neue Folge.) Frantfurt a. M. 1927. I. Kausfmann. Felix Halpern. Geschichte der jüdischen Gemeinde zu Guttstadt. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Ermland. Im Selbstverlag des Verfasser- (Prediger der jüdischen Ge- . mcinde zu Guttstadt. Ostpr.) Paul Rathan-Eedenlnummer der E.-V.-Zeitung, Berlin. Literarisches. Paul Nathan-Gedmknummer der C. V.-Zeitung (Or gan des Centralvereir s deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens). Zum bevorstehenden 70. Geburtstage Paul Nathans, des bekannten Führers der Judenheit, dem man in vergangenen Tagen den Ehrennamen eines „S t a d l o n" gegeben hätte, hatte die C. V.-Zeitung eine Festnummer vorbereitet, die nunmehr leider als Gedenknummer erscheinen mußte. Sie enthält eine eingehende Würdigung des großen Toten mit wertvollen Beiträgen von Leo Baeck, Eduard Bernstein, Ephraim Cohn-Reiß, Justizrat Brodnitz, Ludwig Haas, Professor Quidde, James Simon, Lucien Wolfs (London), Chef redakteur Theodor Wolfs u. v. a. Viele Leser dieser Zeitung werden als Mitglieder des C. V. die Gedenknummer wohl erhallen haben; den übrigen empfehlen wir sie zur Beschaffung. M. St. Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums, 7. Jahrgang 1927. Wie stets enthält auch dieses Heft der „Akademie" tiefschürfende Abhandlungen. Tie erste von Leo Strauß „zur Bibclwissenschast des Spinoza und feiner Vorläufer" ist sozusagen zeitgemäß. Tie Arbeit gewinnt durch die Einreihung des Spinoza in die Linie der kritischen Bibelforscher, die sehr alt ist. Ueber Maimuni und Calvin wird ausführlich gesprochen, aber am wertvollsten sind die Ausführungen über Uriel da Costa, der ebenfalls Jude und ebenfalls marannischer Abkunft ist (Spinoza ist gedanklich und sachlich von da Costa nicht zu trennen, das erkannte schon Berthold Auerbach, der seine Lebensbeschreibung Spinozas an den Tod da Costas knüpft). Ta Costa, erst Kritiker des katholischen Glaubens, in dem er geboren ist, wird nach Eintritt in die Sephardische Gemeinde zu Amsterdam, Kritiker des Judentums, er kämpft nun gegen die Tradition und gegen das Unsterblich keitsdogma. Er läßt die Vernunft über die Wahrheit des in der Schrift Gelehrten den Sieg davontragen und benutzt hierbei die Gedankengänge des Physiologen Michael Servet (diese von Professor Julius Guttmann veranlaßt Prüfung wird hier zum ersten Male durchgeführt). Der zweite Beitrag dieses Heftes ist dem Leben von Joseph Süß Oppenheimer gewidmet, über den die Forschung gerade in der letzten Zeit viel Neues gebracht hat. Der Aussatz stammt aus der Feder von Selma Stern und macht den Eindruck der Gründlichkeit und Objektivität. Wertvolle Mitteilungen enthalten auch die zwei Berichte, die das Heft beschließen. Ter Bericht des wissenschaftlichen Vorstandes zeigt, wieviel noch zu erwarten ist, während der Bericht des Verwaltungs- Vorstandes zeigt, wieviel schon geleistet worden ist. Das Heft wird viel Anregung bictcu und verdient Verbreitung in der Dessen tlichkeit. Rabbiner Dr. A. Pvsner, Kiel. III uw Pcnnon Herzleiü, Uilla Carola IwM Schönbornfitr. 9 - Telephon 167 Für Kultusheamte weit ermäßigte Preise ~= Kollegen, werbt für die Verbreitung der „Jüdischen Zchulzeitung"! probenummern in beschränkter Zahl stehen bei der Schriftleitung zur Verfügung.

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