Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 4 (15.4.1927)
- Date
- 1927-04-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Jüdische Schulzeitung. yfimuner i Erstlingswerk, mi'bic Oeffeutlichkeit getreten. Was der große deutsche Dichter über einen bekannten Helden der Weltgeschichte gesprochen „Non der Parteien Haß und Gunst verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte", könnte man mit einer gewissen Einschränkung auch von Sabbatai Zewi sagen: Unklar ist uns seine Persönlichkeit, vor allem unklar, ob er ein Schwärmer, der an sich geglaubt, oder ob er, wie die jüdischen Geschichtswerke es zumeist darstellen, ein Betrüger gewesen. Poljakoss stellt ihn in seinem Romane als einen Schwärmer hin, der ein Opfer seiner Zeit geworden, die angesichts der schweren Leiden, die die Kosakenversolgung über die Judenheit gebracht hatte, förmlich nach dem Messias lechzte, die Sabbatai, der von der Vorsehung mit seltenen Geistesgaben und körperlichen Vorzügen ausgestattet worden war, auf ihren Schild erhoben hatte und felsenfest an sein Messiastum glaubte. Stark verklärt tritit er uns in diesem Romane entgegen. Lange Zeit schwankt er, ob er der Berufene sei oder nicht; äußere Umstände und Zufälligkeiten veranlassen ihn schließlich zu dem Glauben an sich selbst, und nur im entscheidenden Moment bemächtigt sich wiederum seiner Seele eine Unsicherheit, und diese stürzt ihn ins Verderben. Ein überaus fesselnd geschriebener Roman; nein, nicht ein Roman, ein schicksalsschwerer Abschnitt aus der an schicksalsschweren Ereignissen so überreichen jüdischen Geschichte. Das Erstlingswerk, mit dem der Heine-Bund an die Oeffeutlichkeit getreten ist, läßt Gutes für die Zukunft erhoffen. M. Steinhardt. „Kunstgabm für Schule und Haus". Herausgegeben von W. Günther, Hamburg. 60 Hefte. Preis pro Heft 20 Pfg. (Jedes Heft ist einzeln käuflich.) Verlag von Georg Wigand in Leipzig C 1. Da fliegt auf meinen Tisch ein Heftchen der „Kunst-, gaben für Schule und Haus". So bescheiden und schlicht diese Heftchen in ihrem grünen Kleidchen wirken, so wertvoll und hübsch ist die Auswahl nach ihrem Inhalt getrossen. Die Kunst dem Volke! Da gibt es gute Namen: Albrecht Dürer, der Altmeister, Moritz von Schwind, der Romantiker, Holbein, Steinle, Konewka, Hcndschel, der stets die Komik der Situation festzuhalten weiß, Ludwig Richter mit all seinem zierlichen Schnörkclwerk, seinen fröhlichen Familienszenen, seiner Märchenseele und seinem innigen Empfinden. Da sind noch viele andere, die genannt zu werden verdienten. Den Geschmack zu bilden, in die Kunst einzuführen, ist der Sinn der Sammlung. Sie sollte durch die Schuljugend ins Haus gelangen so gut wie wertvolle Literatur. Die treffliche Reproduktion der Bilder, dazu der volkstümliche Preis, das mögen die Fürsprecher sein. C. Marx. Friedrich Fröbel als Führer zur Eegemoartspiidagogik. Ein Auszug aus seinen Schriften. Mit einer Einführung herausgegeben von Prof. Dr. Alfred Schober. Union, Deutsche Verlagsgesellsrhast, Berlin SW. 280 Seiten. Die Einleitung gibt knapp und klar eine Eharal teristik Fröbcls, zeigt die sortwirkende Kraft seiner Ideen, die wesentlichen Elemente seiner philosophischen Anschan ung, die psychologischen Grundlagen und das praknschc Ziel feiner pädagogischen Bestrebungen. Tie Auswadl ist so klug und überlegt getroffen, wie man sie nur von einem gründlichen Kenner des nicht jedem sehr Zugang lichen Schrifttums des großen Pädagogen erwarten durs:e. Sie enthält aus der Keilhauer-Zeit, also ans der ersten Epoche seines Wirkens, n. a. die heute noch sehr lesen? und beachtenswerte Schrift über „Tie Bedeutsamkeit des allerersten Kindestums" und das Wichtigste aus der „Menschenerziehung", seinem grundlegenden Werke. Von den Schriften der späteren Zeit sind diejenigen bevorzugt, die in ihrer Tendenz am meisten hinleiten zu modernen Erziehungs- und Unterrichtsbestrebungen. Sie handeln von der Pflege des schassenden Tätigkeitstriebes, von der Zeichenlnst des Kindes, vom Schreiben- und Lesen lernen, — in der Art, wie es jetzt Wetekamp und andere üben und verwandten Themen. Fröbel ist noch keineswegs überwunden, und jeder strebende Lehrer und manche in tclligente Mutter, die es mit ihrem Berufe genau nimmt, wird eine Fülle von Anregungen in diesem Buche finden, das ganz vorzüglich geeignet ist, in die Gedankenwelt Fröbels einzuführen. Sp. B. Jüdischer Lehrerverband in Preutzen. Unserer neugegründeten Organisation fehlen die Mittel, um in dringlichen Fällen augenblicklicher Notlage den bedrängten Kollegen Hilfe gewähren zu können. Tie füö deutschen Vereine haben schon seit langer Zeit Hilfskassen, denr preußischen Verbände aber fehlt eine solche. Bis zum Inkrafttreten der geplanten Zentralhilsskasse dürste auch bei günstigstem Verlauf der Dinge noch geraume Zeit verstreichen; es gilt nun für die Zwischenzeit Rat zu schaffen. Im Aufträge des Vorstandes richte ich daher an die preußischen Kollegen das dringende Ersuchen an den Geschäftsführer des Verbandes, Herrn Lehrer Abraham. Berlin, Achenbachstraße 3, Postscheckkonto 83 930, sofort einen einmaligen Mindestbetrag von 5 Mark einznsenden. Es liegen uns dringliche Fälle von Unterstützungsbedürftig feit vor, und nur, wenn alle Kollegen sofort ihre Pflicht erfüllen, können wir helfend eingreisen. M. Steinhardt. Briefkasten. Die Fortsetzung des exegetischen Studie über das „Achtzehn- Gebet" von I. B. Leoy erscheint in Nr. 5. Kollegen, werbt für die Verbreitung der „Mischen Zchulzeilung"! probenummern in beschränkter Zahl stehen bei der Schristleltung zur Verfügung.