Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 3 (15.12.1925)
- Date
- 1925-12-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 8 Jüdische Schulzeitung. Nummer 3 Gelder der Pensionskasse überwiesen seien mit der Be stinnnnng, sie sür Nnterstütznngszwecke zu' verwenden, wurde mit Herzlscheni Danke von der Versanunlung entgegen genommen. . W. Buch heim, Schriftführer. Literarisches. S. Rosenfelder, Merkbuch für den Religionsunterricht. Selbstverlag des Herausgebers. Ladenburg a. N. 1925. ' ' ' In diesem Büchlein — (53 Seiten Oltavformat —- ist eine ganz große Menge nützlichen, belehrenden und erhebenden Materials gegeben, wie es so knapp und doch so klar und anheimelnd kanm gedacht werden kann, man sieht, die Erfahrung eines Pädagogen und die Liebe zur Sache eine gar große Tugend des Religionslehrers — steht hinter ihm. Indische Weltanschauung und jüdische .Gebote im weiteswn Sinne werden hier behandelt, keineswegs erschöpfend, aber doch in ihren wichtigsten und er* hebendsten Zügen. Die eigene Arbeit des Lehrers, der dieses Büchlein init seinen Schülern durchgeht, ist nicht gelähmt, und wer als reifer und williger Schüler sich an diese Schrift macht, wird durch sie rasch und sicher einen Gesamtüberblick über das Judentum gewinne». Ich möchte empfehlen, jeder Rabbiner oder Lehrer sollte einen Kuben, der Barmizwoh werden will, nach diesen» Merkbuch prüfen; wer dieses Büchlein beherrscht, kann „gebotepflichtig" werden. -Einige Unebenheiten will ich nicht unerwähnt lassen, da ich hoffe, die große Verbreitung des Merkbuches wird auch einen Neudruck nötig machen. Die Citierweise ist oft ungenau und unregelmäßig, die Sprüche der Väter werden bald als Pirke Owos, bald als Omans, bald als „Sprüche der Väter" zitiert. Feiertag heißt hier auch Jomtos, die vierte Mischna-Ordnung heißt „Nisikim". Bei historischen Stellen wäre eine Jahreszahl erwünscht, so ' bei der Ahasver Geschichte. Der Abkürznngsauhang - sehr nützlich --- ist nicht ganz frei von Fehlern; die zehn Gebote sollten vollkommen ausgenommen werden. Möge das Merkbuch viel gekauft und auch viel benutzt werden. Das Buch verdient eine reiche Anhängerschaft, dem Verfasser gebührt warmer Dank. Rabbiner A. Posner, K.'el. Atlas übrr Palästina. Von Georg Landauer. Mit ausführlich beschreibendem Text. Einleitung von Sven. Hedin. 300 Bilder. München. 1925. Meyer & Jessen. Preis 20 Mark. „Es dürfte," schreibt Sven Hedin in der Einleitung, -„schwierig sein, auf der ganzen weiten Erde ein Gebiet zu finden, das im Altertum eine solche Rolle gespielt hat, in der Gegenwart spielt und für alle Zukunft ohne Zweifel in der Geschichte der Menschheit spielen wird, tvie Syrien und Palästina, das Land, das in den Psalmen und im Hohen Lied besungen worden ist." Dieses Land, das Land unserer Väter, ist bislang im jüdischen Religionsunterricht zu wenig berücksichtigt worden. Unsere Atlanten, von denen einige, soweit es sich um das Gesamtbild' Palästinas handelt, recht gut sind, können natürlich die heutige Entwicklung Palästinas so wenig berücksich tigen, wie sie alle die Denkwürdigkeiten und die den Be kennern der drei monotheistischen Religionen geheiligten Stätten vorznsühren vermögen. . Hier haben wir nun ein treffliches Werk in vor nehmster Ausstattung vor uns. Ich hatte es für die Belebung des Unterrichts iu der biblischen Geschichte, so wie auch, um unseren Kindern ein Gesamtbild jüdischen Kulturlebens aus dem uns so heiligen Boden zu geben, für unentbehrlich. Jeder jüdische Lehrer sollte Sorge dafür tragen, daß dieser' Atlas für seine Schule ange schafft, nicht minder aber auch, das; er bei Bar Mizwöh Geschenken und ähnlichen Veranlassungen nach Möglichkeit berücksichtigt wird. Er sollte in. keinem jüdischen Hailse fehlen. > M. St. M. Lazarus, Was heißt national? Ein Vortrag, mit einem Vorwort zur neuen Auflage von Tr. jur. I. Lcvy. Philo Verlag, Berlin 1925. Die Persönlichkeit von Moritz Lazarus, der durch den inl vorigen Jahre ani 15. 9. begangenen 100. Geburtstag des großen Gelehrten erneut vielen Juden in Er innerung gebracht wurde, spricht in einer schönen, ein dringlichen und vornehmen Sprache in diesem Neudruck zu uns, nachdenl der neue Herausgeber ein straffes, scharf zeichnendes Bild von Lazarus in seinem Vorwort ent worfen hat. Der Vortrag, der zum ersten Male am am 2. 12. 1879 in der Generalversammlung der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums gehalten wurde, und danach auch im Druck erschien, ist leider noch heu.'c aktuell. Er behandelt in einem kürzeren Abschnitt - Seite 19 - die Frage der Nationalität überhaupt. Hier kommt Lazarus zu dem Schluß, daß der Begriff des Volkes nicht durch rein objektive Merkmale fest umgrenzt ist, sondern er erfordert auch die subjektive Empfindung. Mein Volk sind diejenigen, die ich als Volk ansehe, die ich die Meinen nenne, mit denen ich mich verbunden weiß durch unlösbare Bande. Ob eine solche vom Subjekt, d. h. vom Gefühl diktierte Definition als gültig anerkannt werden darf oder kann, soll hier nicht untersucht werden. Der zweite Teil des Vortrages behandelt die Inden, iirv besondere die deutschen Juden. Hier nimmt Lazarus tu.s Resultat voraus, wenn er im Beginn dieser Ausführungen (S. 29 f.) sagt: Deutsche, wir sind's, wollen, können auch nichts anderes sein. Und nicht die Sprache allein macht uns zic Deutschen. Das Land, das wir bewohnen, der Staat, dein wir dienen, das Gesetz, dem wir gehorchen, die Wissenschaft, die uns belehrt, die Bildung, die uns" erleuchtet, die Kunst, die uns erhebt, sie sind alle deutsch." Von diesem Gesichtspunkte aus - ich führte die Stellen an, um einen Einblick in die Gedankengänge des Vortrages zu geben, --- baut sich der Bortrag zu einer Widerlegung der Meinungen aus, die den Juden die deutsche Nationalität absprechcn, unter Heranziehung großer nichtjüdischer Gelehrter und Vernichtung falscher Beschuldigungen, wie sie z. B. durch Rohlings Talmudjuden in die Oefsentlichkeit gesetzt wurden. Die Lektüre der kleineren Schrrft ist sehr zu empfehlen. (Auf S. 36 muß es Mar Sa muel, nicht Max Samuel heißen.) Rabbiner Dr. A. Posner, Kiel. Bei der Schristteilung eingegangene Bücher. Dr. Hugo Bieber. Heinrich Heine. Gespräche. Berlin 1926. Wcltverlag. S. M ü Her. Ein Buch für unsere Mütter. (Sabbat und Feste im Garten der Kindheit.) Mit 11 Abbildungen. Berlin 1925. Philo-Berlag. Kollegen, werbt für die Verbreitung der „Jüdischen Zchulzeitung"!