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Jüdische Schulzeitung · 1925-10-15 · 1 (15.10.1925) · page 8

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
1 (1925)
Issue
1 (15.10.1925)
Date
1925-10-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Jüdische Schnlzeitnng. . Nummer ) „Kinder, laßt euch sagen, was ich von Rabbi Jehnda gehört habe.'.'als ^König Salomo einen Tempel bauen wollte, lag er eines Nachts unruhig in seinem Bett, denn er wußte nicht, wohin er den Tempelbauen sollte.. Da rief eine Stimme: „Steh auf und geh auf den Berg Zion. Dort haben zwei Brüder zwei Aecker. Sieh einmal zu, was sie tun." Salomo stand auf, ifand die Brüder und hörte, wie der eine sagte: „Ich-Lin zwar arm, und mein Bruder ist reich. Aber ich-'habe keine Kinder, und mein Bruder hat viele. So will ich ihm von meinen Garben schenken." Der andere jedoch sagte: „Ich habe zwar viele Kindermund mein Bruder hat keine. Aber ich bin reich, uub er ist arm. So will ich ihm von meinen Garben abgeben." Und so trugen die beiden Brüder ihre Garben heimlich hin und her. Da sprach Gott: „Hier, Salomo, sollst du den Tempel bauen." „Merkt euch, liebe Kinder," fuhr die Mutter fort, „auf dem Boden der Geschwisterliebe ist der Tempel. Gottes errichtet worden." Merkt aber auch ihr euch, liebe Kinder, was die Erzählung besagen will: sogar Gott hat Wohlgefallen daran, wenn ihr verträglich seid und wenn ihr. das Wort des Abraham beachtet: „Laß doch keinen Streit sein zwischen mir und wir, denn wir sind Verwandte." Amen. Vereinsberichl. Verein israelitischer Lehrer in Württemberg. Die diesjährige Mitgliederversammlung fand in Heil-' üronn am 29. Juni statt. In Verbindung damit wurde am Tage zuvor die seit einem Jahr mit Unterstützung des Israel. Oberrats alle 2 Monate stattfindende Fortbildungskottferenz abgehalten, an der eine größere Anzahl württbg. Rabbiner und als Gäste vom Israel. Oberrat . dessen Präsident, Rcgiernngsrat Dr. Nördlinger und Oberratsmitglied Flegenheimer, sowie das Israel. Vorsteheramt Heilbronn und verschiedene Kollegen aus Baden teilnahmen. Nach einleitenden Begrüßungsworten durch unseren Vereinsvorsitzenden, Koll. Rothschild (Eßlingen) wies Regierungsrat Dr. Nürdlinger daraufhin, daß es dem Israel. ^Obcrrat am Herzen gelegen und nunmehr nach Heber- Windung der Inflation auch gelungen sei, die wirtschaftliche Lage der Lehrer sorgenfrei zu gestalten. Große Sorge bereite dem Oberrat selbst aber der Mangel an geeignetem Lehrernachwuchs. Koll. Krämer (Heilbronn) hielt nun- . mehr, eine Lehrprobe über Moses Berufung unter Anlehnung an das Prinzip des Gedankens der Arbeitsschule, die Anlaß zu einer längeren Aussprache' ergab. Stadtrabbiner Dr. Rieger (Stuttgart) hielt einen' eingehenden Vortrag über den „Gottesbeweis im Religionsunterricht n der Hand des Zehnwortes". In der Mitgliederversammlung des folgenden Tages referierte Koll. Adelsheimer (Stuttgart) über die Satzungsänderung. Die den heutigen Zeitverhältnissen angepaßte Satzung fand einstimmige Annahme. Darnach erstattete der Vereinsvorsitzende Rothschild, nachdem er zuvor den Vertreter des Israel. Oberrats, Herrn Leopold Levi, begrüßt hatte, den Tätigkeitsbericht. Mit Genugtuung konnte er darauf Hinweisen, daß seit Einführung der neuen Verfassung das Verhältnis der Lehrer zum Israel. Oberrat eine persönliche Note erhalten habe. Anerkennung verdiene das Bestreben des Oberrats nach Hebung des Religionsunterrichts und dessen dahin zielende Veranstaltungen. Kollege Preßburger (Creglingen) berichtete über die Tagung der israel. Landesversammlung, die insbesondere auch an dem altbewährten Grundsatz festhalte, daß in Württemberg der israel. Lehrer auch künftighin dieselbe Ausbildung wie die Lehrer an Volksschulen haben müsse. Den Kassenbericht erstattete Koll. Adler (Cannstatt), der sich die Hebung des Vereinsvermögens sehr angelegen sein läßt. Den Witwen der Vercinsmitglieder wurden. für das laufende Jahr je zirka 100 Mark Beitrag bewilligt; der Jahresbeitrag der Vereinsmitglieder wurde auf 10 Mark festgesetzt. Ueber den neuen Lehrplan berichteten Koll. Spatz (Rexingen) und Adler (Eaunstatt). Es wurde eine Kom Mission für Lehrplanfragen gewählt. Rothschild (Eßlingen) gab Mitteilungen über den Verbandstag in Köln, insbesondere über die Frage de: künftigen Lehrerbildung, die dort verhandelt wurde. Mil großer Schärfe wendet sich entsprechend einem Antra.' Preßburger die Mitgliederversammlung gegen alle Br strebungen, die darauf abzielen, dem jüdischen Lehrer eine andere Ausbildung zuteil werden zu lassen, als dem christlichen Kollegen. Nach Erledigung der verschiedenen Anträge fände i die Wahlen statt. Der seitherige bewährte Schriftführer Spatz (Rexingen) konnte eine Neuwahl nicht mehr ar> nehmen, er verbleibt jedoch im Ausschuß. An seiner Stelle wurde zum Schriftführer Adelsheimer (Stuttgart) gewählt; für den ansscheidenden Kollegen Kahn (Heilbronn) trat Koll. Jassü (Stuttgart) dem Ausschuß bei. Sonst blieb die Zusammensetzung des Ausschusses unverändert. Besondere Anerkennung verdient die Gastfreundschaft der Mitglieder der israel. Gemeinde Heilbronn und des dortigen Vorsteheramtes, das die erschienenen Lehrer am 28. Juni zu einein gemütlichen Abend eingeladen nud beivirtet hatte und nach Schluß der Tagung einen Aus' slug in die schöne Umgebung Heilbronns veranlasse, wobei eine Anzahl Gemeindemitglieder ihr Auto zur Verfügung stellte. Desgleichen fand am Nachmittag des 28. Juni eine gemeinsame Besichtigung des Landesasyls in dem benachbarten Sonntheim .statt, wobei die Besucher gleichsälts gastlich ausgelloininen und bewirtet wurden. -VUl denen, die ans diese Weise die israel. Lehrer Württembergs ehrten, gebührt unser herzlicher Dank. Der Schriftführer: A. Adelsheimer Stuttgart. Bei -er Schrislleilung eingegangene Bücher. (Besprechung folgt in einer der nächsten Nummern.) 1. Geschichte der Philosophie in Einzelbildern. Baud, 18. Spinoza (mit Bildnis) von Bernhard Alexander,? herausg. von Gustav Kafka, München. Ernst Reinhardts 2. Dr. Max Grunewald, Jahrbuch für jüdisches Volkskunde. Berlin-Wien 1923. Benjamin Hars. , j 3. I. Elbogen, Die Wissenschaft des Judentums; Festrede. Berlin 1925. Philo-Verlag. j 4. Rabbiner Dr. Kaatz, Talmudisch-rabbinische Satzi über Rechtsbeziehnngen zu Nichtjnden. Berlin. Philo Verl- 5. Irma Singer, Das verschlossene Buch. Jü^ dische Märchen. Mit Nachwort von Max Brod und fi farbigen Lithographien. Wien und Leipzig, R. .LöiviH L. S a m m tu n g p r eis g e k r ö n t e r S a g e n i: »,j| M ärche n. Von der Jugendschriften-Kommission dD U. O. B. B. 3. Auflage. .Wien und Leipzig, R. LöwiMl

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