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Die Kreatur · 1929-01-01 · Heft 2 · page 82

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
3 (1929-1930)
Issue
Heft 2
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 82)
Language
German
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teil hat, elementar befindet. Das ist, trotz alles Hindeutens auf die Konkretheit, der Vorkriegsindividualismus in verbesserter Neuausgabe." Und ich. aus tiefem Bewußtsein, wie fast unmöglich es ist, gemeinsam, sei's auch nur gegeneinander, zu denken, wo man nicht gemeinsam erfährt, antworte: Vor allen Dingen, lieber Gegner: wenn wir uns miteinander und nicht aneinander vorbei unterhalten sollen, bitte ich Sie zu beachten, daß ich nicht fordere. Dazu habe ich keine Berufung und nicht einmal eine Befugnis. Ich versuche nur zu sagen, daß es etwas gibt, und anzudeuten, wie das beschaffen ist; ich berichte. Und wie vermöchte man überhaupt das Dialogische zu fordern! Zwiesprache gibt man keinem auf. Antworten wird nicht gesollt; aber es wird gekonnt. Es wird wirklich gekonnt. Das Dialogische ist kein Vorrecht der Geistigkeit wie das Dialektische. Es fängt nicht im oberen Stockwerk der Menschheit an. es fängt nicht höher an als wo sie anfängt. Begabte und Unbegabte gibt es hier nicht, nur Sichhergebende und Sichvorenthaltende. Und wer sich morgen hergibt, dem ist's heute nicht anzumerken, auch er selber weiß noch nicht, daß er's in sich hat, daß wir's in uns haben, er wird's eben finden, ..und wenn er findet, wird er staunen". Sie halten mir den in Pflicht und Betrieb Genommenen vor. Ja, den gerade meine ich. den. den in der Fabrik, den im Laden, den im Bureau, den unter Tag, den am Dampfpflug, den in der Zeitung, den Menschen. Ich suche nicht nach Menschen, suche mir die Menschen nicht aus, ich nehme an die da sind, sie habe ich im Sinn, ihn, den Eingespannten, den Radtretenden, den Bedingten. Zwiesprache ist keine Angelegenheit des geistigen Luxus und der geistigen luxure, sie ist eine Sache der Schöpfung, des Geschöpfs, und das ist er, der Mensch, von dem ich rede, der Mensch, von dem wir reden, Geschöpf, triviale Unersetzlichkeit. In meinen Hinweisen auf das Dialogische habe ich die Beispiele so „rein", so paradigmatisch wählen müssen, als die Erinnerung sie mir irgend darbot : um mich über so unvertraut Gewordenes, so schier Verschollenes deutlich zu machen. Darum erzähle ich scheinbar aus dem Bezirk, den Sie den geistigen nennen, in Wirklichkeit nur aus dem Bezirk des Glükkenden. des sich Rundenden, eben des Exemplarischen. Aber es geht mir nicht um das Reine. Im das Trübe geht es mir, um das Gehemmte, um den Trott, um die Mühsal, um die dumpfe Widersinnigkeit — und um den 218

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