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Die Kreatur · 1927-01-01 · Heft 2 · page 102

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
2 (1927-1928)
Issue
Heft 2
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 102)
Language
German
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„Der Sinn des Wortes Tora", sagte der Rabbi, „ist: Es lehrt. Aber du meinst, du könntest selber lernen, - da hat's dich also noch nichts gelehrt." Das Wichtigste Bald nach dem Tod Rabbi Mosches von Kobryn wurde einer seiner Schüler von dem Kozker Rabbi gefragt: - Was war für Euren Lehrer das Wichtigste? - Womit er sich gerade abgab. Mit den Leuten Rabbi Jechiel von Alexander fragte einen seiner Anhänger, warum er sich nicht in die Gesellschaft der andern Chassidim begebe, sondern immer allein einherziehe. Der Mann antwortete: „Die Welt sagt: Wer meidet die Leut, hat noch niemals bereut." „Das ist wahr", sprach der Rabbi. „Wer die Leute meidet, erlernt die Reue und das Neuwerden nicht." Die Eigenschaft Gottes Zu Rabbi Nachum von Tschernobil kam ein Mann aus Litauen und klagte, ihm fehle das Geld, um seine Tochter zu verheiraten. Der Zaddik hatte gerade einen Betrag zu anderm Zweck bereitgelegt, er gab ihn dem Armen und seinen Seidenrock dazu, damit er auf der Hochzeit würdig auftreten könne. Jener nahm's, ging stracks in die Branntweinschänke und begann zu trinken. Nach Stunden kamen Chassidim herein und fanden ihn schwer berauscht auf der Bank liegen. Sie nahmen ihm den Rest des Geldes und den Seidenrock ab, brachten's Rabbi Nachum und erzählten ihm, wie schmählich sein Vertrauen mißbraucht worden sei. Zürnend rief er: „Ich fasse Gottes Eigenschaft beim Zipfel, ,des Guten der gut tut den Bösen und den Guten4, und ihr wollt sie mir aus den Händen reißen! Tragt sogleich alles zurück!" Nach dem Tod Es wird erzählt: Als Rabbi Mosche Leib von Sassow gestorben war, sprach er zu sich: „Nun bin ich aller Gebote ledig geworden, womit kann ich jetzt noch Gottes Willen tun?" Er bedachte sich: „Sicherlich ist Gottes Wille, daß ich für meine unzähligen Sünden Strafe empfange!" Sogleich lief er mit der 224

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