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Die Kreatur · 1929-01-01 · Heft 1 · page 93

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
3 (1929-1930)
Issue
Heft 1
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 93)
Language
German
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Beute gegeben, ohne Schonung auch nur der Frauen und Kinder, die Jugend dieser Länder der Verkrüppelung geweiht. Was blieb noch von Eigenrechten der Menschen auf sich? Aber längst vor dem Kriege hatte diese Verdinglichung der Mensehen eingesetzt. Die ungeheuren Bevölkerungszunahmen so vieler Gebiete - welchen Menschen gaben sie das Dasein? Solchen, die nur Mittel zum Zweck waren, zum Zweck der Arbeit an Dingen, die ihnen nicht gehörten, mit Werkzeugen, die ihnen nicht gehörten, und ohne Seelenverhältnis zu ihrer Arbeit - Menschen, die nichts als Arbeiter" waren, geboren und eingestellt zum Sachgüterbetrieb. Nicht die Übervölkerung als solche (die in Indien und China ohne diese Entseelung besteht), sondern ihre verdinglichende Art, die Vermehrung nicht um (reist-, nur um Sach menschen, nicht der Seelenkräfte, sondern der Güterbewirtschaftungshände ist der Krebsschade, der alsbald auch die Nicht-Handarbeiter ergriff: auch sie wurden „Arbeiter**. Lud es entstand jener niedrige Menschentyp des „Geschäftsmannes", dessen ganzer Geist sich eingestellt statt auf reicheres Leben auf Beschaffung von Dingen zur Bereicherung des Lebens, und darum wahrscheinlich in nicht langer Frist mit seiner ganzen bürgerlich - demokratischen Zeit herunternivelliert sein wird ebenfalls zum Arbeiter-Proletarier, zum Kuli. Nicht minder versachlichten sich die Leitenden selbst, die „geistigen Arbeiter". Wissenschaft ward immer mehr Fachwissenschaft, Hilfsmittel im Dienste einer Industrie, eines Staates, irgendeines ihrem reinen Forschungsdrang fremden Willens. Naturwissenschaft, Staats-, Rechts-, Gesellschaftslehre entphilosophierten sich. Philosophie, die der eigentliche wissenschaftliche Geist, die Erkenntnis vom Wesen gegenüber dem Schein, die also auch die Richtung zum Wesentlichen zeigt und den Sinn 7 c? r* aller Arbeit hätte vorweisen sollen, verdorrte zu Erkenntnislehre und Seelenäußerungspsychologie. Die wenigen, die noch die Fackel dem Zug der Menschheit vorantrugen auf dem Weg von der Nacht in das Licht, wurden, wenn sie nicht, wie die meisten von ihnen, die Fackel so niedrig hielten, daß das Seelenantlitz der Zeit von ihr nicht beleuchtet wurde und die Augen der Menschen ihren Strahl nicht empfingen, von der Schulweisheit herausgestoßen aus der methodischen Philosophie und den „Dichtern" zugerechnet. Denn Dichtung und aller Seelentlug freilich ist in dieser Zeit der Verdinglichung der Menschen verbunden in gleicher 93

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