KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 1 (10.1.1930)
- Date
- 1930-01-10
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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daß auch der folgende Arbeitstag um die Stunden des Kollegbesuches vermindert wurde. Das ist dasWesentlichste über den Verbindungsbetrieb. Zum Schluß noch einige Personalien: Ende des Sommersemesters bestand unser lieber i.a.B. Erich Adler sein chemisches Diplom - Lauptexamen. Zu unserem großen Bedauern sah sich unter lieber i. a. B. Walter Goldmann gezwungen, sein Inaktivierungsgesuch einzureichen. Wir wissen aber, daß er nach wie vor trotz, dem der Verbindung seine Teilnahme und sein Interesse erhalten wird. Unserem l. a. L. Fritz Schindler sprechen wir auch an dieser Stelle zum bestandenen Assessorexamen und zur Eheschließung die herzlichsten Glückwünsche aus! Am Dienstag, den 17. Dezember schloß die Licaria das erste Lalbsemester ab, um nach den Weihnachtsferien mit frischen Kräften die Arbeit im Jahre 1930 wieder aufzunehmcn. Reo-Frib«rgia, Freibarg i. Br. Unsere Ski. Hütte, die zunächst für 6 Jahre gemietet wurde, ist die frühere St. Wilhelmhütte (ein Gasthaus) auf der Süd. feite des Fcldberges unterhalb des Feldbcrgturms und in der Nähe des Gasthauses Todtnauerhütte. Dort befindet sich das beste Skigelände der ganzen Feldberg, gegend, gleich schön für „Skibabys"' wie für die „Skikanonen'. Für die letzteren hat die Lütte eine geradezu ideale Lage, denn sie ist der Mittelpunkt, von dem nach allen Seiten die größten und schönsten Fahrten unter, nommen werden können. Die Lütte selbst ist ein zweistöckiges Gebäude aus Lolz. Ueber eine großartige Freitreppe gehr es durch einen kleinen Vorraum, der als Windfang gedacht ist, in die Wohnstube, einen weiten und langen Raum. der ganz im Schwarzwaldgeschmack eingerichtet ist. Das Wichtigste, der riesige Kachelofen, wird von der Klicke aus geheizt und speist alle untenliegenden Räume gleich, zeitig mit Wärme. Auf beiden Seiten des Wohnraumes liegen Küche und Schlafraum. Der Schlafraum faßt 16 — 18 Personen, d. h. also ungefähr die jetzige Aktivitas. Natürlich schlafen wir nicht in SternerS ParadieSbetten, sondern begnügen uns voll Freude mit einfachen Strohlagern und warmen Decken. Im 2. Stockwerk befinden sich noch :t Räume, die für Uebernachten von Kartell, brübern hergerichtet werden. Durch Konventsbeschluß wird für Kartelldrüder eine UedernachtungSgebtthr von 0.50 RM. pro Nacht erhoben. Inzwischen haben die Bundesdrüder mit großer Mühe die notwendigen Einrichkungsgegenstände. wie Geschirr, Tücher usw., auf die Lütte gebracht, und so warten wir nur noch auf Schnee, der dis jetzt erst spärlich gefallen ist. - Am 29.Oktober 1929 ertzffneten wir mit lsiAkriven den Betrieb desWintersemesters und nahmen uns svgleichvor, neben unserem Fachstudium auch die K E -Arbeit und den Frohsinn zu pflegen. Drei krasse Füchse vergrößerten unseren Kreis, dies waren die Herren stud. jur. Erich Rath (Essen), stud. med. Hans Falk (OSna« brück) und stud. med. Hans Maier (Ofkenburg). Eine t. K. D. Rheno-Sttesia überwies uns als Brandsüibse Heinz Golddium und Heinz Rosenthal und beurlaubte;u uns a. B. A. Reinstein und a. B. E. Baer. Die definitiven Lhargenwahlen ergaben. a.B. Alfon» Silbermann \ a.B. Kurl Achlenstein w (Hochschulvertreler) a. B. Ernst Baer xxx (Schristwart) a. B. Adolf Reinslein F. M. s. E. Das Fuchsmajorat für Tendenz übernahm a. B. Malter Gerber (Spk. i.a.B.). der sich in Ankenswerter Weise aktiv meldete. Das bundesbrüderliche Verhältnis unter den Aktiven gab die beste Gewähr für einen erfreulichen Verlauf des Semesters. Ber unserer Antrittskneipe» die Mitte November stallfand, konnten wir wiederum die Vertreter der verehr!. Freiburger F. W. V. sowie Repräsentanten der Freiburger Philisterschafl begrüßen. Dies war das erste größere Officium, das seit Bestehen der Verbindung ohne unseren leider verstorbenen, treuen Verbindungsdiener.Friß" (Wacker) stattfand. 33 Jahre hatte Frrtz sein Amt inne, bis er uns durch einen plötzlichen Tod genommen wurde. Anser neuer Verbindungsdiener, Herr Otto Leicht, hat nunmehr sein Amt übernommen. Einen ausgezeichneten Verlauf nahm auch unser Damcnfcst, das wir in den Räumen des Hotel „Kopf" veranstalteten. Außer den heiteren Darbietungen sorgte auch die gute Bowle für die richtige Stimmung. Die wohlaelungene Ehannukkahfeier, die unsere begabten Füchse veranstalteten, bewies, daß sich bei uns studentische Fidelitas mit religiösem Empfinden aufs beste vereinigen läßt. Die Pflege der gemütvollen Geselligkeit und Fröhlichkeit beeinträchtigte in keiner Werse unsere Beschäftigung mit den Fragen der Tendenz und anderen Gegenwartsproblemen. In dem Rahmen der regelmäßig veranstalteten Vortragsabende hielt Bbr. Goldblum ein Referat über Spinoza und verstand cs hierbei, das Leben und die philosophische Weltanschauung Spinozas verständnisvoll darzulegen. — Bbr. Stlbermann sprach über Expressionismus und vermittelte mit Erfolg den Zuhörern Verständnis für diese Geistes- und Kulturrichtung. Besonders anregend war cur journalistisches Experiment. Es wurde den Bundesbrüdern die Ausgabe gestellt, über einen fingierten Nationalsozialist!» scheu Antrag, der den numerus clausus betraf, je einen Bericht für eine bestimmte politisch tendenziöse Zeitung zu verfassen. Die Ergebnisse waren recht ermutigend. Auch die Rezeptionsvortrüge waren inhaltlich recht aut und bewiesen, daß unsere junge Generation sich mit hohem Ernst ihrer Aufgaben bewußt ist. Auch die körperliche Ausbildung kam nicht zu kurz. Das neu einaeführte Boxoffiemm erfreut sich des regsten Interesses: hierfür kann die Aktivitas den Beweis ..schlagkräftig" antreten. Turnen» Schwimmen und Fechten wurden in hergebrachter Weise regelmäßig gepflegt. Ansere prächtige Skihütte, die wir unseren l. AH. A. H. verdanken, kam nach dem ersehnten SchneefaU zur Geltung: vorher hatte uns die Einrichtung die nötige Vorfreude bereitet. Weniger erfreulich war die stubentenpoiitische Entwicklung in Freibura. Ein Antrag der Rationalsoziaiisteu aus Ausschluß der jüdischen Korporationen von der Langemark-Ferer gelangt« zwar nicht zur Annahme. doch bedarf es' größter Aufmerksamkeit und Anstrenaung. um für die Zukunft ein Triumphieren ber Rechtsparteien im Asta zu verhüten. Aber diese Kämpfe werben uns nicht entmutigen. Sie zeigen die Notwendigkeit unserer Arbeit, die wir nach den Weibnachtsserien mit frischen Kräften aus» nehmen wollen. Nhenia-Ättrsta» Bo««. In diesem Semester sind 16 aktive Bunbesdrüder in Bonn: 8 Brandfüre und 8 Burschen: die Chargierten sind Erich Frank. Werner Lvwenstetn. Ernst Treidel und die Fuxmajore Max Meyer und LanS DzialoSzynSki. Ein ausführlicher Bericht wird am Semesterende erstarret werden.