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KC-Mitteilungen · 1929-12-01 · Heft 12 (1.12.1929) · p. [Seite]

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1929
Issue
Heft 12 (1.12.1929)
Date
1929-12-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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K.C.-Mitteilungen Mitteilungsblatt der im Kartell - Convent der Verbindungen deutlcker Studenten I Bezog nur gemeinsam »nr den X. <£.« I Blättern. Bezugspreis halbjährlich I 2,50 Mark zuzSgl. 0,50 M. Postgebühr. I Abonnementsbestellungen durch den ver» I_Ina und das X L. - SLro. | jüdischen Glaubens vereinigten Korporationen. Anzeigen-Annahme durch den Verlag und das X. L «Büro Preis I,— M. für die einfach gelpal'ene Zeile nach Rudolf > Masse Zeilenmelsrr Nr iS. »Die Verbindungen i>n X. L. stehen auf dem Boden deutschoaierländischer Gesinnung Sie haben zu>n Zweck den Xnmpf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und di« Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, di« int Bewußtsein, dav die deutschen Juden «inen durch Geschichte. AulMr« und Aechtsgemtinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politisch« und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreren. — Der H. L. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Judenfrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentum; nehmen die Verbindungen im X. L. keine Stellung, soweit dies nicht durch Abs. 1 und 2 bedingt ist.- 1929. BERbffl, den 1. Dezember nr. 12. Inhalt: Fünfunddreißig Jahre Sprevia S. 97. — Für deutsche Volksgemeinschaft S. 98. — Akademische und - allgemeine Nachrichten S. 104. — Aus anderen Verbänden S. 108. — Verbandsnachrichten S. 108. — Bücher- und Blätterschau S. 113. — Wohnungsänderungen S. 113. — K. C.-Veranstaltungen S. 113. — Inserate S. 115. — K. C.-Aemter, Arbeitsnachweis, Verbindungen, A. L-- und Landesverbände S. 116. Fimfund-relßig Jahre Spreoka. Am 22. Oktober 1929 jährte sich der Lag, an dein die Sprevia ins Leben trat, zum 35. Male. Derartige äußere Anlässe bilden noch keinen Grund, viel von sich reden zu machen, und wenn man solche Iubiläumsdaten festlich begeht, so rechtfertigt sich das allenfalls aus dem Gesichtspunkte, daß man die Feste eben feiern soll, wie sie fallen. Von einer höheren Warte her gesehen, stellen sich die Dinge so dar, als ob mit der Erreichung eines äußeren Zeitabschnittes sich zuleich eine Etappe der geistigen Bewegung vollendet abe. Man darf also vielleicht nicht einfach darum, weil dreieinhalb Jahrzehnte seit Erschaffung des Bundes ins Land gegangen sind, den Schritt verhalten und rückschauend betrachten, was man im Laufe dieser Zeiten war und wurde, denn mit der inneren Entwicklung hat die äußere Progression nichts gemein. And dennoch! Wenn es auch verfehlt wäre, eine äußere Vollendung zu feiern, als ob sie eine innere wäre, so ist es doch wiederum begründet, auch zu solchen Gelegenheiten kritisch den Blick auf das eigene Leben zu kehren und sich zu fragen: Wie weit ist noch der Weg bis zur Erfüllung? Wenn es sich darum handelt, Rechenschaft über sich selbst zu geben, dann ist jedweder Anlaß dazu geeignet und willkommen. Die Sprevia hat diese Erwägungen bei der Aufstellung ihres Festprogramms zugrundegelegt. Sie sorgte für die Festesfreude derer, die — mit Recht — die Feierstunden des Lebens genießen wollen, wo immer ste sich erschließen. Sie sah aber zugleich, daß heute, am 35. Geburtstage des Bundes, die politischen Aufgaben gewaltiger denn je vor uns emporwachsen, und hat ihre Verbundenheit mit dem politischen Kampfe dadurch verdeutlicht, daß sie die Oeffentlichkeit zu einer großartigen und repräsentativen Kundgebung aufrief. Die Festveranstaltungen begannen mit Rücksicht auf die jüdischen Feiertage erst am 1. November, und zwar mit dem traditionellen.Begrüßungsabend. Am Sonnabend, 2. November, fanden sich die K. C.-- Alten Herren mit ihren Damen im Esplanade-Hotel zusammen, wo man sich die kulinarischen Genüsse würzen ließ durch erlesene Tafelmusik, durch allgemeine Sangesfreude und vor allem durch Tischreden mannigfacher Art, die sowohl gereimtes wie unereimtes Zeug enthielten. Nord und Süd waren iesmal im Mittelpunkt zusammengetroffen; es waren Hugo Ehrlich und Arnsdorfs aus Königsberg, Mikosch Rothschild aus Konstanz nach Berlin gekommen. Am Sonntag vormittag stieg der Frühschoppen, der ja zu den wesentlichen Bestandteilen jedes Stiftungsfestes gehört. Dem Tanzbedürfnis der Jugend diente ein vom Nachmittag bis in den tiefen Abend verlängerter Tanztee. Beide Veranstaltungen fanden in unseren schönen Klubräumen am Kurfürstendamm statt, deren geschmackvolle Eleganz uns Berlinern fast allzu gleißend in die Augen sticht, weil uns noch die robuste Schmucklosigkeit des alten Tiergartenheims im Gedächtnis liegt. Am Abend des 4. November begann dann im „Rheingold" die große bedeutungsvolle Veranstaltung, der fieberhafteste Vorarbeit gegolten hatte, deren vorzügliches Gelingen uns darum mit besonderem Stolze erhob und die dem diesmaligen Stiftungsfeste die eigentliche Prägung und Weihe gab. In dem Bewußtfern, daß wir K. C.er das Bekenntnis unbedingter Verfassungstreue bewahren, daß unsere verbandspolitischen Ziele weit über die Bedürfnisse kleinlicher Interessenpolitik hinaüswächsen und sich läutern an der Ethik wahrhafter Demokratie und Humanität, traten wir diesmal vor die Oeffentlichkeit mit dem Motto: „Für deutsche Volksgemeinschaft: Gegen staatsfeindliche, kulturfeindliche, judenfeindliche Bestrebungen an den deutschen Hochschulen!" Anser Ruf drang in alle Laaer der Staatsaesinnung. Unter den 600 Menschen, die den Saal füllten, befand sich eine erhebliche Anzahl prominenter Gäste aus Politik, Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft usw. Der Leiter der Veranstaltung, Werner Rosenberg, handhabte sein schwieriges Amt mit Geschick und Würde. Er erteilte das Wort zunächst dem Vorsitzenden des A. H. B. Sprevia, Rechtsanwalt Georg Cohn, der in einer kurzen Ansprache alle Erschienenen willkommen hieß. So konnte er u. a. begrüßen die Parlamentarier Ludwig Haas, Kopsch, Grzimek, Petzold, Perl, den Präsidenten des Bundesamts für heimatwesen, Ministerialdirektor Falk, die Rabbiner Baeck, Blumenthal, Weyl, den Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Friedrich, Vertreter des Reichsbanners, des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten und vieler anderer Organisationen.

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