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KC-Mitteilungen · 1929-11-01 · Heft 11 (1.11.1929) · p. [Seite]

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1929
Issue
Heft 11 (1.11.1929)
Date
1929-11-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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K.C.-Mitteilungen fllilfeilungsblaff der im Kartell - Convent der Verbindungen deuilcher Studenten I Bezog nur gemeinsam mit den X.L.- I Blättern. Bezugspreis halbjährlich 2,50 Mark zozügl- 0,60 M. Postgebühr. Abonnemrntsbrstellongen durch den ver» I_lag und das Ä. L.-Büro. jüdiichen Glaubens vereinigten Korporationen. AnzeigemAnnahm« durch den Verlag und das X. C -Büro. Preis M. für di, einfach gespaltene Zeile nach Rudolf | Masse Zeilenweise, Nr. 15. »Die Verbindungen im X. L. flehen auf dem Boden deutschoaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Xampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewutzten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Xultur» und Rechtsgemrinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen Volkstetl bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. — Der X. <£. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Judenfrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebongen innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im X.<£. keine Stellung, soweit dies nicht durch Abs. 1 und 2 bedingt ist* 1929. | BERhlD, den 1. November nr. 11. Dnhalt* Praktische Kartellbrüderlichkeit. S. 85. — Akademische Nachrichten: Der Kampf um den Numerus -- clausus. S. 86. — Der K. C.er in der Gemeindepolitik. S. 87. — Kein Beitritt von Wehrfchaften zum B. C. S. 89. — Regierungspräsident Friedensburg über den deutschen Studenten. S. 89. — Der Zweikampf vor dem Strafrechtsausschuß. S.90. — Verbandsnachrichten. S.90. — K. C.-Lilfsfonds, Medizinischer Stellennachweis, Juristischer Stellennachweis, Wohnungsänderungen. S. 92. — K. C.-Veranstaltungen. S. 93. — Anzeigen. S. 95. Praktische KarteUbrriderlichkeit. Von Rechtsanwalt Dr. Erich Stern (Rh.-Sil., Frib.-Ghib., Alb.), 2. Vorsitzender des Provinzialverbandes Brandenburgischer K. C.er. Je größer der K. C. wird, um so schwieriger ist es, deir Zusammenhang unter den einzelnen Mitgliedern so aufrecht 31t erhalten, wie es der Eigenart einer auf korporationsstudentischer Grundlage entstandenen Kampfgemeinschaft entspricht und früher, als der Verband noch kleiner war, auch in der Regel der Fall war. Allein in Berlin leben über 500 Alte Herren des K. C.» und jede Nummer unserer Verbandsnachrichten kündigt etwa ein Dutzend Veranstaltungeir der verschiedenen innerhalb des Berliner K. C. bestehenden Verbände und Gruppen anaber trotzdem müssen wir leider feststellen, daß viele Kartellbrüder einander noch nicht einmal persönlich kennen, daß sogar Angehörige desselben Berufs in manchen Fällen täglich miteinander Zusammenkommen, ohne voneinander zu wissen, daß sie Kartellbrüder sind. Dieser Zustand lähmt das Leben unseres Verbandes. Wenn der K. C. sich die Möglichkeit erhalten will, auch im bürgerlichen Leben zu wirken, und wenn der Gedanke der Kartellbrüderlichkeit nicht zur leeren Phrase werden soll, müssen wir dafür sorgen, daß auch in der Großstadt der eine den andern kennt, daß derjenige, der in irgendeiner Lebenslage freundschaftlichen Rates oder kartellbrüderlicher Hilfe bedarf, weiß, an welchen seiner Kartellbrüder er sich zu wenden hat, und daß auch über die Grenzen der Verbindungszugehörigkeit hinweg unter Kartellbrüdern gemeinsame Interessen gemeinsam gepflegt werden, mögen diese Interessen auf allgemeinem, auf beruflichem, auf wirtschaftlichem oder auf persönlichem Gebiete liegen. Mit einem Wort: Wir müssen dem Gedanken der Kartellbrüderlichkeit einen praktischen Inhalt geben. In kleineren und mittleren Universitätsstädten bildet die ortsansässige aktive Verbindung den natürlichen Schwerpunkt des K. C.-Lebens auch für die Alten Herren. Das ist in einer Großstadt wie Berlin nicht in gleicher Weise möglich, und es wäre auch für die aktiven Verbindungen gar nicht einmal wünschenswert, wenn regelmäßig zu den Offizien Alte Herren in größerer Zahl als die Aktiven erscheinen würden. Andererseits genügt es nicht, daß sich in Berlin lose Vereinigungen gebildet haben, die die ortsansässigen Angehörigen je eines Alt-Herren-Verbandes umfassen. So erfreulich es ist, daß diese Vereinigungen durch regelmäßige Zusammenkünfte den bundesbrüderlichen Zusammenhang pflegen und stärken, so können sie doch nicht die Aufgabe erfüllen, ihre Mitglieder mit Kartellbrüdern aus andern Alt-Herren-Verbänden zusammenzuführen. Diese Aufgabe fällt dem Landesverband zu, aber auch er litt bis vor kurzer Zeit darunter, daß er keine eigenen Räume hätte und infolgedessen seinen Mitgliedern nicht genug bieten konnte. So ist schon vor langer Zeit der Gedanke entstanden, der Berliner Alt-Herrenschaft des K. C. ein eigenes Heim zu schaffen, aber erst vor einem Jahre war es möglich, diesen Gedanken in dem neuen K. C.-Klubheim zu verwirklichen. Zwar müssen wir auch heute noch oft genug die Stimmen derer hören, die uns vorrechnen und beweisen, daß ein solches Heim nicht lebensfähig, nicht wünschenswert und nicht möglich sei; dennoch ist es gelungen, die Anfangsschwierigkeiten zu überwinden, behagliche Räume zu schaffen, sie wohnlich zu gestalten und in ihnen eine ständig wachsende Anzahl von Kartellbrüdern zusammenzuführen. Wenn damit zunächst auch nur der erste Anfang gemacht ist, so dürfen wir doch hoffen, daß es uns auf diesem Wege gelingt, den Zusammenhang und das Zusammenehörigkeitsgefühl unter den Berliner Alten Herren es K.C. aufs neue zu beleben und so dieses Heim zum Mittelpunkt des Berliner K. C.-Lebens zu gestalten. Allerdings werden wir diese Aufgabe nicht von einem Tag zum andern lösen können, und es wäre verfehlt, nun in dem K. C.-Heim das Allheilmittel zu erblicken, durch das bei 500 Alten Herren des K.C., die den verschiedensten Berufen und Altersklassen angehören, mit einem Schlage K. C.-2nteresse und Kartellbrüderlichkeit belebt werden könnten. Mehr als jemals zuvor lasten auf den meisten wirtschaftliche Sorgen, und der Gedanke der praktischen Kartellbrüderlichkeit gebietet, an diesen Sorgen des einzelnen nicht achtlos vorüberzugehen, sondern vom Interesse des K. C. die Brücke zu schlagen zu den wirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder. Aus

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