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KC-Mitteilungen · 1929-08-31 · Heft 7-8 (31.8.1929) · p. Seite 70

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1929
Issue
Heft 7-8 (31.8.1929)
Date
1929-08-31
Page
Seite 70 (sequence 14)
Language
German
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70 Saxo-Bavaria, Leipzig. Semesterberichte sind laut Feststellung des Königsberger K. C.-Tags langweilig. Drum frisch an die Arbeit! Es gilt die Reihe der langweiligen Semesterberichte um einen zu vermehren. Beweisen wir, daß wir Sachsen und Helle sind! Zuerst das Liebliche: Wir eröffneten am 22. April und wählten interimistisch a. B. Totschek als X, a. B. a. B. Weinberg und Silberschmidt als XX und XXX* Wir keilten zwei Krasse, Herbert Leiser aus Coswig und Franz Feuerstein aus Dresden, was etwa ein Drittel der zur Verfügung stehenden Keilfüxe bedeutet. Wir hielten eine sehr feuchte Semesterantrittskneipe ab und schritten zu den Definitiven. Sie brachten als Chargierte Weinberg, Totschek und Silberschmidt. Das ist alles nichts Besonderes. — Aber jetzt hört: Wir bekamen einen F. M f. T., wie wir ihn seit langem nicht gehabt hatten. Er ist schon fast grau geworden in diesem Amte, hat unendlich viele, fast inflationszahlenhafte F. M.'s hinter seinen Namen geklammert, und hatte nur einmal ein paar Semester wegen technischer Schwierig, keiten ausgesetzt. Eingeweihte haben schon längst den Namen Fritz Luft auf der Zunge. Sie haben sich nicht geirrt. So auf die Tendenzarbeit! Aktive hatten Vorträge. Unser l. a. H Felix Goldmann spricht über jüdische Bevölkerungspolitik. Wir sind an allem sehr interessiert und wollen im nächsten Semester uns weiter nach der Tendenzseite hin betätigen. Noch haben wir nicht alle Prominenten genannt. Der F. M. f. C. fehlt noch. Manes heißt er. Er hat die nötige Praxis und lehrt tie Füxe vorbildlich, wie man es mit dem Comment zu halten hat. Alles kann natürlich nicht glatt gehen. Auf einem hitzigen Convent dechargieren wir a. B. Weinberg und wählen a. B. Silberschmidt zum X. Weinberg bekommt im Anschluß daran seinen Austritt bewilligt. Und nun geht's fröhlich dem Ende zu. Mit der Litze nehmen die Fechtoffizien ab und die Badeoffizien zu. Letzteres braucht fast nicht mehr offiziell gemacht zu werden; man könnte jederzeit einen vollbesetzten a. o. A. C. im Poseidonbad abhalten. Wir sind eine saubere Verbindung. Unsere Damen führen wir nach Waldhof Leutzsch. Und kurz darauf halten wir die Semesterschlußkneipe ab. Zn der Fidulität leitet u. l. a. L. Felix Goldmann eine „Kneipe des Geistes". Kulturtaten werden dabei geleistet. A. L. Lesser, Kbr. Lueas (Rhen.-Pal) und unsere anderen Gäste lassen Gedanken sprühen, bis Feuersgefahr entsteht. Mit Bier und Erfolg wird gelöscht. Zm ganzen: Es war ein schönes Semester. Rheno - Palatin, Würzburg. Nachdem das Stiftungsfest, von dem wir bereits berichtet haben, vorüber war, lief das Verbindungsleben wieder in den gewohnten Bahnen. Durch Fecht-, Sport- und Schwimmoffizien suchten wir nach wie vor die Körper unserer Aktiven zu kräftigen, sowie durch häufiges Zusammensein auf Exbummeln in die herrliche Umgebung Würzburgs und auf gemütlichen Unterhaltungsabenden und Kneipen, Gemeinsinn und Bundesbrüderlichkeit zu pflegen, um dadurch einen festen Zusammenhang innerhalb der Aktivitas zu erzielen. Bei dem diesjährigen Sportfest der Universität Würzburgs konnten wir den zweiten Preis bei der Viermalhundertmeterstaffel erringen. Ebenso gelang es uns, beim Sportfest des „Jüdischen Iugendbundes" in Bamberg den ersten Preis bei der Viermalhundertmeterstaffel zu erkämpfen und einige Einzelpreise zu erhalten. Diese Sporterfolge sind um so erfreulicher, als sie den Beifall der älteren männlichen jüdischen Schuljugend fanden. 'Am U. Juni rezipierten wir unsere Brander Norbert Brückmann, Ernst Dombrower, Max Lippmann und Lothar Wiesner. Zwischen einer l. K. V „Viadrina-D." und einer verehrlichen freien scklagenden Verbindung „Salia" fand am 17. Juni in Würzburg ein Pauktag statt, zu dem auch wir zwei Partien stellen konnten, die beide auspaukten. Am 6. Juli veranstalteten wir anläßlich des Kilianifestes einen Damenexbummel, der harmonisch verlief. Wir chargierten zum dreißigsten Stiftungsfest einer l. K. V. „Rheno-Silesia", Bonn; ebenso konnten wir zum 39. Stiftungsfest einer l. K. V. „Bavaria", Leidetderg, zwei Vertreter entsenden. Dienstag, den 22. Juli fand am Nachmittag der Semesterschlußconvent statt. Wir verliehen unseren Chargierten und Fuxmajoren die Klammern und philistrierten unfern i. a. B. L a n s L e l d t, der mit guten Prädikaten sein medizinisches Staatsexamen und seinen Doktor bestand. Wir inattivierten unsere a.B.a.B. Wolfgang Buky, Larry Leinz Pollak und Lerbert Swarjensky, die ebenso wie unsere a.B.a.B. Karl und Paul Schnitzler trotz ihrer besonders anzuerkennenden Aktivität ihr Physikum mit guten Prädikaten bestanden. Wir gratulieren an dieser Stelle nochmals in herzlichster Weise unseren genannten Bundesbrüdern zu ihren bestandenen Examina. Zu einer l. K. V. „Thuringia", Breslau, beurlaubten wir unseren a.B. Max Lippmann, und .zu einer l. K. V. „Sprevia", Berlin, unsere a. B. a. B. Leinz Albert Caro, Ernst Dombrower, Gerhard Jacobsohn, Karl und Paul Schnitzler und Lothar Wiesner, und überwiesen ihr unseren a. F. Ernst R e i ch m a n n. Unsere F. C. setzt sich zusammen, wie folgt: F.C. X Lothar Wiesner, F.C. XX Ernst Dombrower, F. C. XXX Lerbert L o e b. Da sich während der Ferien kein Bundesbruder in Würzburg aufhält, so bitten wir, während dieser Zeit sämtliche Schriftsachen an unseren F. C. X Lothar Wiesner, stud. im-., Berlin-Pankow, Berliner Straße 101 a, zu richten und sich in Kassenangelegenheiten an unseren F.C. XXX Lerbert L o e b, cand. med. Grünstadt lRheinpfalz). Lauptstratze 89, zu wenden. Am Abend des 22 Juli beendete, anschließend an den Semesterschlußeonvent, eine sehr gemütliche interne Semesterschlußkneipe ein ereignisreiches Sommersemester, an das sich wohl alle Bundesbrüder, die es zusammen verlebt haben, gern und oft erinnern werden. Schon um die Mittagszeit des folgenden Tages verließ der größte Teil unserer Bundesbrüder unser schönes Würzburg, und bei der Abfahrt des Zuges klangen aufrichtigen Lerzens die letzten Verse unseres Würzburgliedes: „Schönste Stunden wir dir danken, froh begeisternd uns zur Tat. Dank dir, Perle du von Franken! Dank dir, alte Kiliansstadt!" K. C.-Stammtisch an der Harnburgischerr Llniverfität. Der Stammtisch führte bis zum Semesterschluß unter Beteiligung des Landesverbandes seine regelmäßigen Veranstaltungen durch. Während der Ferien fallen diese regelmäßigen Veranstaltungen aus. Es finden in dieser Zeit nur einige kleinere Keilveranstaltungen statt. Im übrigen werden wir uns an den Veranstaltungen des Landesverbandes beteiligen.

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