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KC-Mitteilungen · 1929-08-31 · Heft 7-8 (31.8.1929) · p. [Seite]

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1929
Issue
Heft 7-8 (31.8.1929)
Date
1929-08-31
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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K.C.-Mitteilungen Mitteilungsblatt der im Kartell - Convent der Verbindungen deutscher Studenten I Bezug nur gemeinsam mir den K. £.* I jUdlScfiefl GlOllIißllS Blättern. Bezugspreis halbjährlich I ... »» Bereinigten Korporationen. .Die Verbindungen im X. £. stehen auf dem Boden deutschoaterländlscher Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, di« im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlSslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. — Der K. £. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Judenfrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiSsen Sonderbestrrbongen innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im K. £. keine Stellung, soweit dies nicht durch Abs. 1 und 2 bedingt ist." Anzeigen-Annahme durch den Verlag und das K. £ -Büro. Preis M. für die einfach gespaltene Zeile nach Rudolf Moste Zeilenmester Nr. 15. 1929. BEREU], den 31. August, | Nr. 7/8. San.-Rat Dr. Max Ehrenfried zum Gedächtnis. (Vi.-Br., Thur.) Am 15. August starb nach kurzer schwerer Krankheit unser l. Bdbr. Dr. Max Ehrenfried in Kattowitz. Sein Tod hinterläßt eine überaus schmerzliche Lücke in der Alt-Lerrenschaft der Viadrina, in unserem oberschlesischen Landesverband und im ganzen K. C. Vor 42 Jahren trat er in unsere alte Viadrina ein. Wir ältesten im K. C. sehen ihn noch vor uns als den blonden strahlenden Studenten mit den „allezeit lachenden Augen"; er war ein hervorragender Sänger und verstand es wie kaum ein anderer, mit den Fröhlichen fröhlich zu lein. Aber er war, wenn die Stunde es verlangte, ernst und zielbewußt. Für unsere Tendenz trat er auch im bürgerlichen Leben jederzeit mit Wort und Tat ein, er war wohl derjenige von uns Alten, der am häufigsten auf leichte und schwere Waffen — meistens mit sehr gutem Erfolge — angetreten ist. An den Formen des Verbindungslebens hielt er mit Freuden bis an sein Lebensende fest. Er benutzte sehr gern jede Gelegenheit, wieder einmal Mütze und Band zu tragen, sich stolz als alten Lerrn der Viadrina zu bezeichnen oder lachend mich, der ich nur wenig jünger bin, als seinen Leibenkel vorzustellen. Nach seinem Staatsexamen und der fachärztlichen Ausbildung ließ Dr. Ehrenfried sich in Kattowitz nieder; er bekam bald eine sehr gute Praxis und wurde nach wenigen. Jahren Chefarzt der Knappschafts-Ohrenklinik, die wohl eine der größten Deutschlands ist. Seine und seiner feinsinnigen, liebenswürdigen Gattin musikalische und gesellschaftliche Fähigkeiten schufen dem Ehepaare eine hervorragende, beneidenswerte Stellung. In dem Ehrenfriedschen Lause traf sich alles ohne Unterschied der Konfession, der Nationalität oder der politischen Partei, was sich im ganzen Industriegebiet Oberschlesiens für Kunst, Literatur und schöngeistiges Wissen interessierte. Bei ihnen wurde weit über den Rahmen des Dilettantenhaften hinaus Musik und Gesang getrieben. Llnd mit all den vielen Personen, die oft und gern zu ihm kamen, war Ehrenfried auch wirklich befreundet. Er war so recht der Mittler zwischen den verschiedensten Anschauungen, und sein schönes, geselliges Laus wurde die Brücke oder der neutrale Boden, auf dem sich alle treffen konnten und trafen. Trotz dieser vielen gesellschaftlichen Verpflichtungen kam er häufig zum regelmäßigen Stammtisch nach Beuthen oder zu den Veranstaltungen des K. C. in Oberschlesien und in Breslau. Jederzeit, wenn wir seinen Rat und Lilfe brauchten, war er für uns zu haben. Seine Beerdigung fand unter überaus großer Beteiligung der deutschen und polnischen Bevölkerung statt, auch der deutsche Generalkonsul von Kattowitz nahm daran teil. Eine Fülle von Kränzen zeugte von der Teilnahme. An seinem Sarge widmete der Unterzeichnete im Namen der Viadrina ihm Worte des Dankes für seine oft bewiesene Bundes brüderlichkeit und Treue. Mütze und Band wurden ihm ins Grab gelegt. Er ruhe sanft. Sein Name wird nicht vergessen werden.

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