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KC-Mitteilungen · 1929-06-25 · Heft 6 (25.6.1929) · p. [Seite]

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1929
Issue
Heft 6 (25.6.1929)
Date
1929-06-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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K.C.-Mit teil ungen Mitteilungsblatt der im Kartell - Loiwent der Verbindungen deutscher Studenten Bezug nur genietniam mtt de» K £.« I lÜdlicheN SlUUbeNS Bldttem. Bezugspreis Hai jährlich I . » , »» ,. verewigten Korporationen. _Iqp und bas K C-»8ftro_| -- Anzeigen«Annahme durch den Verlag und das K. L - Büro Preis!,— M. für die einfach gespaltene Zeile nach Rudolf Masse Aeilenmeiser Nr IS. .Die Verbindungen im K.C. stehen aus dem Boden deutschoaterlündischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus ln der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder za selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte. Kultur» und Rechtsgemeinschaft mir dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für di« politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. — Der K. C. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Judenfrage außerhalb Veutschlinds ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im K. C. keine Stellung, soweit dies nicht durch Abs. 1 und 2 bedingt ist.- 1929. BERbin, den 25. Duni, | Nr. 6. Dubais Auf Oesterreichs höheren Schulen S. 45. — Was heißt »Politisch neutral"? S. 46. — Republikanisches -- Wartburgfest S. 46. — Bayrische Behörden und jüdische Studentenschaft S. 46. — Ein Anthropologe, der sich auf Ludendorff und die „Weisen von Zion" stützt S. 47. — Verbandsnachrichten S. 47. — Juristischer Stellennachweis S. 53. — Medizinischer Stellennachweis S. 53. — Wohnungsänderungen S. 53. — Personal- Nachrichten S. 53. — Inserate S. 53. — K. C.-Veranstaltungen S. 55. Auf Oesterreichs hoben Schulen. Der Anschluß Oesterreichs an das Reich ist jedem guten Deutschen eine bewegende Herzensfrage» für uns folglich nicht minder. Darin berrrt uns auch nicht die Tatsache, daß zuweilen vom Bruderlande Nachrichten herüberklingen, die nicht geeignet sind, alles von drüben Kommende begehrenswert erscheinen zu lassem In einem Punkte nämlich hat Oesterreich seine Individualität in besonderem Maße zu behaupten verstanden — das ist die radaulustige Mentalität seiner Universitäten. Hierin ist man dem Reiche sogar noch überlegen, und von dort aus gesehen, müssen unsere Völkischen den Anschluß, den sie sonst aus kleindeutscher Einstellung heraus nicht propagieren, sicherlich willkommen heißen. Bestimmt schauen unsere Hakenkreuzler neidvoll auf das Treiben ihrer österreichischen Gestnnungsbrüder, das sich dort drüben scheinbar ungestörter als bei uns entfalten kann. In regelmäßiger Wiederkehr berichten die Tageszeitungen von wüsten Ausschreitungen gegen jüdische Studenten, als deren Schauplatz besonders die Rampe der Wiener Universität eine traurige Berühmtheit erlangt hat. Erst in den jüngsten Tagen hat die Presse abermals Aehnliches gemeldet. Wir brauchen hier Einzelheiten nicht zu bringen, weil sie eben durch die Tagespresse bekannt geworden sind, grundsätzlich aber wollen wir doch einmal die Frage stellen: Wie ist es möglich, daß jahrelang, länger als ein Jahrzehnt, immer und immer wieder Rüpeleien und Anpöbelungen schlimmster Sorte gegen friedliche Bürger der Universitäten geschehen können? Haben die hakenkreuzlerischen Studenten in Oesterreich soviel Macht und Ansehen, daß keine Behörde ihrem Terror Vorbeugen kann? Was helfen nachherige Untersuchungen und Ermittlungen, selbst wenn sie energischer angepackt werden, als es vielleicht der Fall ist — wenn nicht endlich einmal in durchgreifender Weise das ganze Nest ausgeräuchert wird! Wir entnehmen aus den Zeitungen, daß auf Grund der letzten Vorkommnisse der Rektor die eintägige Schließung der Wiener Universität verfügt hat. Das ist das Ausholen zu einem energischen Schlager — hoffentlich trifft der Schlag nicht ins Leere. Sehr bedenklich stimmt es, zu erfahren, daß die hakenkreuzlerischen Studenten sich rundweg geweigert haben, irgendwie für die Folgezeit Lohalitätserklarungen abzugeben. Abgesehen davon, daß die traurigen Helden dadurch beweisen, wie sehr sie ihren Beruf verfehlt haben, der ja doch geistig erfühlt und erfüllt sein soll — leider beweist dies auch, daß die Herren sich schon reichlich sicher fühlen müssen, und möglicherweise, nach dem bisherigen Verhalten der Behörden, allen Grund dazu haben. Es scheint angebracht, die weitere Entwicklung der Verhältnisse mit Aufmerksamkeit zu betrachten. Wenn dereinst Oesterreich heim ins Reich findet, dann wird sich hoffentlich auch in Oesterreich der wünschenswerte Umschwung vollzogen haben, der sich (wie wir an anderer Stelle berichten) im angrenzenden Bahernlande bereits anbahnen will. Es fehlen K. C.-Verbindungen in Oesterreich. Ihre Schaffung wäre eine Frage von gesteigerter politischer Bedeutung; sie wäre eine moralische Ehrung des großdeutschen Empfindens und eine Tat praktrscher Gegenwehr. R. H. Mas heißt „politisch neutral"? Die Bayerische Hochschulzeitung ist das amtliche Verkündungsorgan des bayerischenKultusministeriums. Diese Tatsache sollte sie eigentlich zu einer gewissen Neutralität verpflichten, hindert sie aber nicht, von Zeit zu Zeit solchen Organisationen gern etwas am Zeuge zu flicken, die nicht ins reaktionäre Horn stoßen. Bezeichnend dafür ist die Art, wie sie den „Deutschen Studentenverband" bekämpft. Sie entdeckt nämlich, daß dieser Verband politisch sei» und begleitet diese Entdeckung mit einem insgeheimen Schauer über diese Verruchtheit. Gravierend erscheint der Bayerischen Hochschulzeitung dabei, daß ausgerechnet Angehörige der republikanischen Parteien hervorragende Mitglieder des Verbandes sind. 2n ihrer Nummer vom 30. Mai 1929 stellt sie empört fest, daß nicht nur Zentrumsstudenten ein wesentliches Kontingent des Deutschen Studentenverbandes

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