KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 1-2 (22.2.1929)
- Date
- 1929-02-22
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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17 unter den Berliner Alten Herren des K. C. die Kartellbrüderlichkeit gefordert werden kann. Heber die hierbei gefaßten Beschlüsse und ihre Ausführung wird in einem besonderen Artikel berichtet werden. Nachtrag. Das neue K. C.-Leim wurde am 13. Februar d.I. durch ein Lerrenessen offiziell eingeweiht,an dem gegen 100 Berliner. Alte Sperren aus allen K. C.-Verbindungen, aus allen Berufen und aus allen Altersklassen tcilnahmen. Außerdem waren die Verbindungen Sprevia und Bineta durch ihre Chargierten vertreten. Kbr. Josef Lirsch eröffnete mit begrüßenden Worten den Abend und gab der Loffnung Ausdruck, daß das neue Leim zu einem Mittelpunkt des Berliner K. C.-Lebens werde. Namens des Provinzialverbandes sprach Kbr. Stern über praktische Maßnahmen zur Belebung der Kartellbrüderlichkeit, erinnerte an die vielen Schwierigkeiten, die bei Schaffung des neuen Leims zu überwinden waren, und bat alle Kartellbrüver, sich in den neuen Räumen als Gaste und Gastgeber zugleich zu fühlen. Auch nach dem Essen blieben die meisten Teilnehmer noch bis tief in die Nacht gemütlich beisammen. Es war charakteristisch, daß dieser Abend nicht nur alte Freundschaften unter Kartellbrüdern erneuerte, sondern auch solche Alte Lerren zusammenführte, die einander schon vorher beruflich gekannt hatten, ohne voneinander zu wissen, daß sie K. C. er waren. Hanseatischer Landesverband. Der Sylvester-Ball ist vorüber. Schade. Allzuschade! Es war ein gesellschaftlicher Erfolg, welcher nicht unterschätzt werden darf. Ein gesellschaftlicher Erfolg nach innen, indem er die Anziehungskraft des Landesverbandes auf seine einzelnen Mitglieder bedeutend gestärkt hat; ein gesellschaftlicher Erfolg nach außen, da sein Eindruck durch die zahlreichen Gäste der Hamburger jüdischen Oesfentlichkeit übermittelt wird. Wie rm letzten Jahre die Teilnehmerzahl unserer gesellschaftlichen Veranstaltungen die Erwartungen weit überschritten hatte, so war es auch diesmal. Wir hatten geglaubt, besonders in Hinsicht darauf, daß zahlreiche Kartellbrüder verreist waren, nur auf eine Teilnehmerzahl von 60—80 Personen rechnen zu sollen. Hierauf hatten wir uns zunächst eingestellt. Aber es kam wieder einmal anders. Der für das einleitende Essen vorgesehene Saal reichte nicht aus; wir mußten hierfür noch einen Raum hinzunehmen. Ungefähr doppelt soviel Teilnehmer als ursprünglich erwartet nahmen bei Kerzenlicht an den festlich geschmückten Tafeln Platz. Kbr. Jacobson gab in seinen Begrüßungsworten seiner ffreude darüber Ausdruck, in der großen Beteiligung er Gäste zugleich einen Beweis ihrer Sympathie für den K. C. und seine Ideen erblicken zu können. K.C. und Sylvester waren die beiden Stimmungskomponenten des Abends. An den Wänden Tannengirlanden und Fahnen mit den Farben und Zirkeln sämtlicher K. C.-Verbindungen. Bon den Decken zogen sich Luftschlangen in krausem und buntem Durcheinander durch die Räume. Kbr. Carl Levy hatte die Dekoration mit vieler Liebe und Mühe hergestellt. Bald entsprach ein farbenfrohes Bild der vorgeschrittenen Stimmung. Jede Dame trug keck ein papierenes Cerevis, jeder Herr eine papierene Studentenmütze. Wein und Tanz nahmen sich ihre Rechte. Bald flogen Papierkugeln und Luftschlangen, welche der Verband ausgiebig bereitgestellt hatte. Die verschiedensten „Musik"-2nstrumente verursachten genügend Lärm. Ausgelassene Jugend in den Grenzen der Tugend. So war es bis zum Schluß. So soll es auch nächstes Mal wieder sein. Prosit Neujahr 1929, Hanseatischer Landesverband des K.C.! Landesverband Niederfächsischer K. C.er. Am 2. März 1929, abends 8 Ahr. veranstalten wir in Verbindung mit dem zehnjährigen Stiftungsfest einer l. K. B. Suevia unseren diesjährigen Ball in den Räumen des Hannoverschen Rennvereins, Hannover, Eichstraße 1. Am Tage darauf findet der Generalkonvent des A. H. V. Suevia und die Generalversammlung des Landesverbandes statt. Genaue Zeit und Ort wird noch bekanntgegeben. Wir würden uns freuen, auch eine große Zahl auswärtiger Verbandsbrüder begrüßen zu können und bitten, Anmeldungen bis zum 20. Februar an Rechtsanwalt Dr. Hans Wolfes II in Hannover, Andreasstraße 10 zu richten. Berliner Bavaren treffen sich jeden ersten Dienstag im Monat 91/2 c. t. im K. C.-Leim. clcicie □ 8 lieber- und Bläuerfcbau □ Politik und Humanität. Paul Nathan. Ein Lebensbild von Ernst Feder Deutsche Berlagsgesellschast für Politik und Geschichte m. b L. Berlin Der bekannte Redakteur des „Berliner Tageblatt", Dr. Ernst Feder, hat in einem kurzen, nur 10 Bogen umfassenden Werk ein Lebensbild Paul Nathans gezeichnet. Allen unseren Freunden kann ich nur empf?hlen, dieses vor allen Dingen stilistisch meisterhafte, in jeder Zeile wertvolle Werk sich zu eigen zu machen. Dr. Feder hat hier die Kunst, klar, kurz und schön zu schreiben, gemeistert. Unsere jungen Freunde, die mich sooft nach guter, anregender und wirklich wesentlicher Lektüre fragen, sollten schon zu ihrer stilistischen Weiterbildung nach diesem Werk greifen. Darüber hinaus handelt es sich wirklich um einen großen Gegenstand. Gewiß gehört Paul Nathan, dessen Mitarbeiter im C.-V. ich eine Reihe von Fahren gewesen bin einem vergangenen Zeitalter an. Er ist aber ein Klassiker dieses Zeitalters; er ist auch eine Persönlichkeit, von der wir als Deutsche und als Juden heute und auf lange Zeit hinaus nicht genug lernen können. Ein feiner Kopf, ein homo humanus im besten Sinne des Wortes, hat er, gewissermaßen ein Vorgänger des K. C., Jahrzehnte in unserem Sinne gelebt und gedacht. Er ist der Typus eines deutschen Akademikers jüdischen Glaubens, wie die Begründer unserer Beweaung ihn sich vorgestellt haben. Sein Leben ist äußerlich so schicksalsrcich gewesen und hat ihm soviel Wesentliches gegeben, daß wir uns nicht tief genug zu unserer eigenen Weiterbildung in seinen Entwicklungsgang hineinversetzen können. Feder, der dies Buch aus der Land legt, wird sich mit Dank Paul Nathans und mit Anerkennung seines Biographen Feder erinnern. L. L. Schröders Allgemeiner Deutscher Hochschulführer. Wirtschaftshalbjahr 1928/29. Der bekannte deutsche Hochschulkalender gleicht im wesentlichen seinen hier regelmäßig besprochenen Vorgängern. Fortgefallen ist die genaue Wiedergabe der Organisation, dagegen ist ohne jeden auf die Veränderung der Verhältnisse hinweisenden Zusatz die Kreiseinteilung der D. St. wiedergegeben. Diese vielleicht sonst als Anachtsamkeit zu wertende mangelnde Aktualität erhält allerdings dadurch ein mehr politisches Gesicht, daß — obgleich die Erwähnung der „Wirtschaftshilfe" wohl aus Raumgründen fortgefallen ist — der Hochschulring immer