KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 1-2 (22.2.1929)
- Date
- 1929-02-22
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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18 hingewiesen, daß solche Erleichterungen in der Anfangszeit des Hochschulstudiums im allgemeinen überhaupt nicht gewährt werden und später nur solchen, die besonders starke Befähigung und Leistungen Nachweisen können. Die Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft und die ihr angeschlossenen Studentenhilfen an den deutschen Universitäten befolgen diese Grundsätze aufs strengste; denn sie wissen, daß in allen akademischen Berufen ein übergroßes Anebot an mittelmäßigen und untüchtigen Kräften voranden ist. Sie wissen aber auch, daß wirklich hervorragende Kräfte auch heute noch in den verschiedensten akademischen Berufszweiqen dringend gesucht werden. Deshalb soll den ^richtigsten und Besten unter den Studierenden der Mut gestärkt und, soweit die eigenen wirtschaftlichen Kräfte nicht ausreichen, der Studienweg durch die Einrichtungen der studentischen Selbsthilfe erleichtert werden. - Der Borstand der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft e.D. Ivjalfvtges Kesteheu des Ueichsbundes jüdischer Frontsoldaten (R. f. F.) Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten beging am 9. und 10.Febr.dI. die Feier seines 10 jährigen Bestehens. In Berlin fand am 9. Februar, abends eine Kundgebung im ehemaligen Herrenhaus statt, bei der u. a. die Reichs- und Landesbehörden, hohe militärische Stellen, städtische Behörden, die jüdischen amtlichen Stellen, Organisationen und Verbände vertreten waren Am Sonntag. 10. Februar folgte ein Festgottesdienst. Der Bund zählt ungefähr 35' 00 Mitglieder und ist heute mit seinen 16 Landesverbänden und über 400 Ortsgruppen und Untergruppen die zweitgrößte jüdische Organisation in Deutschland. Eine besondere Quelle der Krart ist für den R. j. F. seine strikte Neutralität in parteipolitischer Hinsicht und gegenüber den verschiedenen jüdischen Richtungen. Diese Neutralität hat sich stark und segensreich ausgewirkt in der vom R. j. F. getragenen Siedlungsbewegung, in der die amtlichen jüdischen Stellen im Reiche, die anderen jüdischen Oraanisationen und die führenden Persönlichkeiten des öffentlichen jüdischen Lebens unterschiedslos mit anerkennender Zustimmung und tatkräftiger Förderung dem R. j. F. zur Seite getreten sind. So hält nicht nur der leider immer noch notwendige Abwehrgedanke die Kameraden des R. j. F. zusammen, sondern über den Rahmen des Bundes hinaus dient der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten in seiner wichtigen und begrüßenswerten Neutralität, in seiner Förderung des Sportgedankens zur körperlichen Ertüchtigung der Zugend, in der Siedlungsbewegung, um nur dies zu nennen, der Gesamtheit des deutschen Judentums; er tritt ein für Ansehen und Ebre des jüdischen Namens und zum Schutze und zur Wahrung der Ehre und des Andenkens seiner im Weltkriege gefallenen jüdischen Kameraden. K. aU dev „Vereinigung Fvankrfirvler K. C.ev". Der Ball vom 19. Zanuar (Organisator Kbr. Ettinghausen) wurde, was er sein sollte, ein großes gesellschaftliches Ereignis. Er bewies die Anziehungskraft der Frankfurter K. E. - Familien untereinander und auf Freunde, Verehrer und Verehrerinnen. Die Anfahrt vor dem koketten Palais am Mozartplatz verriet schon hohen Glanz. Prachtvolle Autos, denen Eleganz und Schönheit wie zu einer Premiere entstieg. Von ^10 Ahr ab waren die gemütlichen Räume angefüllt von einem festfrohen, sich bewundernden Publikum. Es war alles da, nur Krankheit oder Abwesenheit von Frankfurt entschuldigte einiae K. E. - Prominenzen. Nachdem sofort fleißig getanzt, mancher Flasche der Lals gebrochen oder an der Bar (Mixer: Kirschbaum) geflirtet war. verdunkelte sich nach 11 Ahr der Saal zur Entgegennahme des ganz großen Ereignisses des Abends, der Revue; „Ich weiß, das ist nicht so." Dichter, Regisseur, Beleuchtungsinspektor usw. war Erwin Seligmann, dem wiederum ein geistreiches Werk gelungen war, der Werdegang eines K.E.-Anwaltes von seiner Erzeugung (erstes diskretes Bild: ein Bett!) bis zur Verlobung im großen Scklußbild. Dazwiscven die aufregende Geburt, die Knabenzeit mit der ersten ,.Zigarette", Abitur, Keilkneipe, Animiersalon, große Sprechstundenszene im Anwaltsbüro mit Auftreten der verschiedenen Brautkandidatinnen. Mitgearbeitet an der Revue hatte Bernh. Baruch durch Mitteilung der Proben und Zusammendichtung eines genialen Fuxen- Vortrags- und Gesangscouplets. Die Revue war verschwenderisch mit Tanz- und Gesangseinlagen ausgeschmückt. Es ist unmöglich, von den 30 Personen des Programms alle aufzuzählen. Äervorheben will ich nur den köstlichen Lulu Berliner als Vater und später als Conferencier und Heiratsvermittler, den kleinen Carl Baruch als 8jähriger Sohn, vr. Alexander Schwarz als Keilfux und Rechtsanwalt, Frl. Erni Feitler als „Liebe" und Frequenzdame des Animiersalon, die mit ihrem Lied von den „Perlen des Asphalts" rauschenden Beifall hatte. Frau Aenne Grünwald wurde als geschmeidige Solo-Tänzerin und Eintänzerin der 6 entzückenden „Tiller-Girls" auch stürmisch gefeiert. Eine besondere Aeberraschung (Idee: Baruch) waren die in das Stück eingefüqten Filmaufnahmen (Photographie vr. Paul Wolff), die ganz besonders prominente Frankfurter K. C.er in lustiger Weise in ihrer Art darstellten und endlos bis zu Zwergfell, schmerzen belacht wurden. Z. B. Schlesinger als Sprinter. Baruch als entfesselter Verteidiger, vr. Mainzer als Knocheneinrenker usw. Mit sprühendem Temperament dirigierte Kapellmeister Ernst Wolff von der Oper den musikalischen Teil der Revue. Die Opernmilglieder E r l und Frau Schwarz-Neumeier hatten auch mit ihren Einlagen einen kolossalen Beifall. Kurz, es war eine fabelhafte Angelegenheit, der ganze Saal schwamm in Entzücken und die gehobene gelöste Stimmung, die die Revue Erwin Seligmanns erzeugte, hielt noch stundenlang bei den Tanzenden an, bis bei einbrechendem Morgen die Letzten den Ballsaal verließen, um mit ihren Skiern in den Taunus zu ziehen. E. &. Erfolge von KovleUlrvndevn im Ausland. Wie wir Horen, wurde Kbr. Dr. med. Karl Rothschild (Bav.), New Brunswick. NI., U.S.A., gelegentlich der letzten Sitzung des „American College of Physicians", einer der größten wissenschaftlichen Körperschaften, in New Orleans, Louisiana, zum „Associate member" des College gewählt. Diese Ernennung wurde auch in einer der letzten Nummern des „American Hebrew", einer großen liberalen Wochenschrift, unter „Who's who among American Iews — 1928" erwähnt. In der Fachschrift des Deutschen Fechter-Bundes (Nr. 1, Januar 1929' finden wir folgende Mitteilung über Kbr. Ernst D. Guggenheim (Viadr.-D.): Ernst D Guggenheim, früher dem Fechtklub Offenbach v. 1863, zurzeit dem Washington Square Fencers Clubangehörig, siegte imLämmond Junior Foils Turnier.