KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 11 (15.11.1928)
- Date
- 1928-11-15
- Page
- Seite 108 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2822870-2822914-2822922--546-2823590- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
108 Inhalt; Aufruf an die K. E.er S. 108. — Für Ehre und Recht S.109. — Tagung der Wirtschaftshilfe der -- Deutschen Studentenschaft S. 111. - Die Berliner Tagung des Wellverbandes für religiös-liberales Judentum S. 111. — Gegen eine Erweiterung der Krankenversicherungspflicht S.lll. — Verbandsnachrichten S. 112. — Bücher 6.115. — Steckbrief S.116. — Med. Stellennachweis u. Wohnungsänderungen S. 117.— Veranstaltung. S. 118. Aufruf au die K. O.er zum Besuch der K. C.-Taguug in Königsberg-Pr. am 11. bis 14. Januar 1929. Die seit dem 25. Januar 1912 an der Albertina bestehende Friburgia wird die große Freude und Ehre haben, die Vertreter des K. C. am 11. bis 14. Januar 1929 zur Tagung in den Mauern Königsbergs zu begrüßen. Während ihres Bestehens hat sie allezeit das Bestreben an den Tag gelegt, die Grundsätze des K. C. hier im Nordosten des deutschen Vaterlandes zu pflegen in den Tagen des Glückes und des Unglückes hat sie in unentwegter deutsch-vaterländischer Gesinnung selbstbewußtes Judentum in ihren Reihen gepflegt und nach außen zu verbreiten gesucht, auch im Kampfe gegen andersgeartete Anschauungen innerhalb der Glaubensgemeinschaft. Sie glaubt zu der Erwartung berechtigt zu sein, daß ihrer Aufforderung zum Besuche des K. C.-Tages von zahlreichen K. C.ern entsprochen werden wird, trotz der großen Entfernung der Pregelstadt von den meisten deutschen Universitätsstädten und trotz der heutigen wirtschaftlichen Notlage. Unser G. A. hat eine Reihe wichtiger, die Grundlagen unseres Reichsverbandes betreffender Fragen auf die Tagesordnung gesetzt. Wer das Bewußtsein eigener Selbständigkeit in der Beurteilung dieser Fragen in sich trägt, sollte nicht zögern, persönlich bei der Beratung sein Wort in die Wagschale zu legen. Für die Aufnahme aller ihrer Gäste hat die Friburgia mit ihrem großen Freundeskreis im voraus nach jeder Richtung hin aufs beste gesorgt, so daß alle K. C.er samt ihren Angehörigen des liebevollsten Empfanges gewiß sein können. Die Mühen der weiten Reise werden reichlich belohnt werden durch die große Zahl von neuartigen und fesselnden Eindrücken für denjenigen, der Ostpreußen zum ersten Male sieht, von der Landschaft, dem Stadtbilde Königsbergs, der alten Ordenshauptstadt, dem Sitze der Albertina, der Wirkungsstätte des Philosophen Kant. Die Herreise führt vorbei an der silbernen Fläche des Frischen Haffs an den Pregel, der Königsberg durchströmt, von dem aus man nach halbstündiger Fahrt an die Fluten der Ostsee mit ihrer herrlichen Steilküste gelangt. In der Stadt grüßt trutzig das alte Ordensschloß, bietet der Schloßteich mit seinen gepflegten Uferanlagen landschaftlich reizvolle Bilder, wie sie nur wenige Städte aufzuweisen haben. In der sehr schönen Synagoge wird unser redegewaltiger Oberrabbiner einen weihevollen Gottesdienst für den K. C. abhalten. Aus dem Paradeplatze erhebt sich der kunstvoll schöne Bau' der Universität, und vor ihm steht das weltbekannte Standbild Kants. Am Dome liegt seine Grabstätte, die Stadt birgt zahlreiche Erinnerungen an ihn, viele davon die größte Sortimentbuchhandlung Deutschlands, Gräfe und Unzer, an den Philosophen, der das Wort vom kategorischen Imperativ geprägt hat. Auf mächtiger Bronzetafel an der Schloßmauer liest man seine Worte; die jedem geistig Strebendem Weg und Richtung weisen „der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir". Ein Gedanke aber ist es, der jeden echten K. C.er alle Schwierigkeiten vergessen lassen müßte, die ihn von Königsberg fernzuhalten drohen: Königsberg ist die Hauptstadt der deutschen Nordostmark. Durch eine Gewaltverhandlung, die in der Geschichte der Kulturvölker nicht ihresgleichen hat an Uebermut, Unwissenheit und widernatürlicher Grausamkeit, ist Ostpreußen vom Körper des deutschen Vaterlandes durch den Danziger Riegel getrennt, blutet sein wirtschaftliches und geistiges Leben unheilbar aus den Wunden, welche diese Untat ihm geschlagen hat. Unablässig wühlen die slawischen Nachbarn, gefährden sie das Deutschtum in Ostpreußen und suchen es in ihren Bannkreis und Besitz zu bringen. Da wollen wir im K. C. vereinigten deutschen Studenten jüdischen Glaubens aus der Königsberger Tagung in festen und markigen Worten zum Ausdruck bringen, daß wir das dem deutschen Vaterlande begangene Unrecht nie und nimmer anerkennen, daß wir Ostpreußen für alle Zeiten als deutsches Land betrachten und uns jedem Versuche widersetzen werden, dieses durch Geschichte und Kultur, durch Sitte und Sprache mit dem deutschen Vaterlande eng verbundene Gebiet einem Nachbarn zu überlassen. K. C.er! Selten oder nie wird eine derartig günstige Gelegenheit sich wiederfinden, wo unser Verband in öffentlichem Auftreten bekunden kann, daß er fest und treu aus deutsch-vaterländischem Boden steht. K. C.er! erscheint vollzählig zu dieser ersten reichsstudentischen Kundgebung für die deutsche Ostmark bei uns in Königsberg! Im Aufträge der Friburgia-Königsberg: Theodor Cohn, A. H. h. c.