KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 9 (13.9.1928)
- Date
- 1928-09-13
- Page
- Seite 87 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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87 Lerr cand. phil et theol. Swarsensky hielt einen sehr interessanten Vortrag über das Thema „Warum sind wir Juden", an den sich eine längere Debatte anschloß. Den Abschluß des Semesters bildete eine Semesterschlußkneipe, auf der wir die Vertreter unserer l. K. V. l. K. V. „Bavaria" und „Nassovia" sowie zahlreiche Philister begrüßen durften. Wir philistrieten unseren i. a. B. Adolf Weißenklee und rezipierten unsere Brander Ephraim, Meyer, Neumann, Rund und Swarsensky. Die Chargen wurden dechargiert und ihnen die Klammern verliehen. Gleichzeitig wurde folgende F. C. gewählt: X a. B. Gerhard Neumann, XX a. B. Karl Meyer, XXX a. B. Leonhard Sachs. Es wird gebeten, bis zum 25. Oktober alle Briefe zu richten an: stud. med. Gerhard Neumann, Berlin- Steglitz, Belfortstr. 34. „Nassovia", Frankfurt a. M. Das Semester nahm nach den Pfingstferien weiterhin einen befriedigenden Verlauf. Am Ende der Ferien trafen sich alle Aktiven und Inaktiven wieder bei dem Stiftungsfeste einer l. K. V. „Viadrina". Dank der Gastfreundlichkeit einer l. K. V. durften wir in Darmstadt einige nette und schöne Tage verleben, an die wir uns immer wieder gern erinnern werden. In gewohnter Weise setzte dann wieder der Verbindungsbetrieb ein. Außer Convent und täglichem Paukboden und neben gemütlichen Exbummeln besuchten wir einige Male gemeinsam das Theater und versammelten uns öfters zu literarischen Mittagen oder Abenden auf unserem Verbindungshause; auch den Sport vernachlässigten wir nicht, sondern trainierten wöchentlich zweimal auf dem Universitätssportplatze. Schwimmen war für alle Aktiven wöchentlich zweimal offiziell. Ganz besonderes Interesse fand ein Vortrag unseres l. A. L. Dr. Eduard Strauß über das Thema: „Tendenz der Zeit und Tendenz des K. C."> Gerade durch diesen Vortrag bekamen die Bbr. Bbr. allerlei neue Anregungen. Am Ende des Semesters fand dann vom 26.-29. Juli das VIH. K. C.-Sportfest auf der ausgezeichneten Sportanlage des Sportklub 1880 statt. Donnerstag, den 26. versammelten sich alle Kbr. Kbr. und Bbr. Bbr. auf der idyllisch gelegenen Maininsel zu einem gemütlichen Begrüßungsabend. Freitag früh begannen die Vorkämpfe und dauerten bis spät in den Nachmittag. Samstag zeigten wir dann unseren Kbr. Kbr. die grandiose Anlage des Stadions; daran schloß sich ein gemeinsames Zusammensein auf der Rennbahnterrasse. Sonntag nahmen dann die Kämpfe ihreu Fortgang und fanden mittags ihren Abschluß. Bei dem sich daran anschließenden Festessen wurde von dem K. C.-Sportwart die Preisverteilung vorgenommen. Abends waren wir mit einem Teil der noch anwesenden Kbr Kbr. und einigen Damen in Bad Lomburg zusammen und unterhielten uns im Kurgarten bei Feuerwerk und Tanz. Wir hoffen, daß es allen Kbr. Kbr. bei uns gefallen hat, und vielleicht dürfen wir daher im kommenden Wintersemester einige Kbr. Kbr. bei uns hier in Frankfurt begrüßen. Wir selbst konnten auf dem Sportfeste drei erste Preise erringen. Unser a. F. Marx gewann den Weit- und Lochsprung, und außerdem konnten wir nach hartem Kampfe das Faustballendspiel gewinnen. Kurz nach Pfingsten meldete sich noch Lerr Fritz Caspari aus Rummelsburg bei uns aktiv, so daß wir insgesamt eine Aktivitas von 12 Mann in diesem Semester hatten. Wir konnten gegen eine verehrt. „Salia" und auf dem Kartellpauktag in Freiburg nur je eine Partie stellen. Auf dem Schlußconvent inaktivierten wir a. B. a. B. Seiferheld, Singer und Goldenberg. Am 31. Juli stieg dann unsere Semesterschlußkneipe, die uns das schöne Semester in feuchtfröhlicher Stimmung beenden ließ. Unsere Ferienvertreter sind: F. C. X i. a. B. Robert Singer, Nass. Sprev. F. C. XX a. B. Erich Schwarzschild. Nass. (XX) F. C- XXX-i. a. B. Erich Rosendahl, Nass. Bineta, Charlottenburg. Der Verlauf des S.-S. erfüllte unsere Erwartungen. Unter den definitiven Chargen, X a. B. Rudolf Samuel, X X a. B. Martin Radt, XXX a. B. Waldemar Schermann, verlebten wir ein an Arbeit, aber auch an fröhlichen Stunden reiches Semester. Wie zu erwarten war„ hatten wir bei den im S.-S. an der T. L. immatrikulierten 5 reichsdeutschen Juden keinen Keilersolg. Jedoch haben wir für das W.-S., das ja für uns Techniker das Semester des Studienbeginns ist, gute Aussichten. Gleich zu Anfang des Semesters erlitt unser l. Bbr. Leinz Tuerk einen Beinbruch, der ihn bis zum Schluß an das Bett fesselte. Später erkrankte leider auch noch unser l. Bbr. Kurt Dannenberg, der ebenfalls lange Zeit von uns serngehalten wurde. Wir mußten also bei unserer, in diesem Semester an und für sich nicht zahlreichen Attivitas noch zwei Bbr. Bbr. entbehren. Aber jetzt am Semesterende können wir sagen: jeder nahm etwas mehr Pflichten auf sich und so ging alles gut. Im Juni nahmen wir mit 5 Aktiven, einigen i. a. B. i. a. B., sowie A. L. A. L. an dem 25. Stiftungsfest unserer l. K. V. „Viadrina" teil. Das Zusammentreffen so vieler K.C.er gab besonders unseren jüngeren Bbr. Bbr., die eine solche Festlichkeit noch nie miterlebt hatten, ein machtvolles Bild des K. C. und der Kartellbrüderlichkeit. Für die freundliche Aufnahme in Darmstadt sagen wir unserer l. K. V. „Viadrina" auch an dieser Stelle nochmals unseren herzlichsten Dank. Bald nach unserer Rückkehr feierten wir unser 9. Stiftungsfest. Es sollte eigentlich mit Rücksicht auf das 10. nur klein ausgestaltet werden; jedoch war es in allen Veranstaltungen so zahlreich besucht, daß wir es als vollen Erfolg buchen können. U. l. K. V. „Sprevia" danken wir nochmals für die freundliche Unterstützung aller Veranstaltungen. Im kleineren Kreise setzten wir die im vorigen Semester mit gutem Erfolge begonnenen Diskussionsabende fort. Es sprachen Bbr. Radt über „Toller", Bbr. Jakob über den „Islam" und Bbr. W. Cohn über „Ausdrucksformen des modernen Lebens". Die Diskussionen im Anschluß an die Vorträge waren lebhaft und lehrreich. Unsere i. a. B. i. a. B. Lerbert Katz und Walter Rosenthal bestanden ihr Diplomexamen. Eine Reihe anderer Bbr. Bbr. machten ihr Vorexamen. Lochschulpolitisch arbeiteten wir, gemäß unserer Stellung in der Freiheitlichen Studentenschaft, in allen einseitig