KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 6-7 (5.7.1928)
- Date
- 1928-07-05
- Page
- Seite 54 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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5-1 Studierenden möglich sein oder Bestand haben wird, wenn die zu bildende allgemeine Studentenschaft sich peinlichster Zurückhaltung und Neutralität in parteipolitischen und weltanschaulichen Dingen befleißigt und im Gegensatz zur bisherigen Haltung der D. St. damit auch allen deutschen Studierenden die Mitarbeit ermöglicht. Dies wird eine erhebliche Beschränkung in den von einer solchen allgemeinen Studentenschaft in Angriff zu nehmenden Aufgaben erforderlich machen. Nur solche Aufgaben sind wesensgemäß Aufgaben einer allgemeinen Studentenschaft, die nicht die unmittelbare Gefahr der Heraufbeschwörung politischer oder weltanschaulicher Gegensätze in sich bergen; vor allem kann man von jungen Studenten, die, wie alle Jugend, irgendwelchen Extremen und dem Radikalismus, gleich welcher Tönung, allzu leicht zuneigen, nicht die Abgeklärtheit und den Abstand von den Dingen verlangen, der zur Verbreitung politischer Bildung auf überparteilicher Grundlage erforderlich ist. Die Schwierigkeiten solcher Bildungsarbeit wird der am besten erkennen. der etwa in der Reichszentrale für Heimatdienst sich solcher Arbeit schon einmal gewidmet hat. Die Würzburger Verfassung, die in ihrem Stück 2 neben der deutschen Muttersprache die deutsche Abstammung zur Voraussetzung der Aufnahme von Nicht-Reichsdeutschen in die deutschen Einzelstudentenschaften macht und damit die Möglichkeit der Anwendung des arischen Prinzips gibt, scheint uns dem Gedanken einer allgemeinen deutschen, ausschließlich nach kulturellen Gesichtspunkten sich orientierenden Studentenschaft zu widersprechen, ganz abgesehen davon, daß die Anwendung des arischen Prinzips gewissen Nicht-Reichsdeutschen, die in bestimmten sich auch auf Oesterreich erstreckenden Verbänden aktiv sind, dir Möglichkeit nimmt, falls sie deutsche Hochschulen beziehen, dort gleich ihren Bundesbrüdern Mitglied der Studentenschaft zu werden. Wir fordern daher eine Aenderung des Stücks 2 der Würzburger Verfassung dahingehend, daß die Zugehörigkeit zur deutschen Kulturgemeinschaft für die Aufnahme in die Einzelstudentenschaft erforderlich und genügend ist. Auch verlangen wir von einer allgemeinen deutschen Studentenschaft, daß sie allen denjenigen Studentenschaften und Gruppen innerhalb und außerhalb Deutschlands die Möglichkeit des Beitritts eröffnet, deren Mitglieder sich zur großdeutschen Kulturgemeinschast bekennen. Es scheint, wenigstens für die nächste Zeit, unmöglich zu sein, alle deutschen Studenten an einer deutschen Hochschule in einer einheitlichen Einzelstudentenschaft zusammenzufassen. Aufgabe einer allgemeinen deutschen Studentenschaft aber muß es sein, alle diese Einzelstudentenschaften in einer großen allgemeinen Studentenschaft als einem Dachverband zu umschließen. So wie wir — wollen wir zu der von K. V. und« A. V. erstrebten allgemeinen deutschen Studentenschaft kommen — auch mehrere Einzelstudentenschaften einer Hochschule die Möglichkeit des Anschlusses an diesen Dachverband werden geben müssen, ebenso muß auch allen die sonstigen Voraussetzungen erfüllenden studentischen Gruppen an einLr Hochschule in Deutschösterreich oder in Prag die Möglichkeit des Beitritts zur allgemeinen deutschen Studentenschaft gegeben werden. Unerträglich, weil stets neuen Konfliktstoff in dir Studentenschaft tragend, und weil reichsdeutsche und österreichische Korporationen desselben studentischen Verbandes verschieden wertend, ist die innere Unlogik der D. St., die heute für Deutschland das Staatsbürgerprinzip für ihre Koalition mit nichtreichsdeutschen Gruppen aber das völkische Prinzip gelten läßt." Im weiteren Verlauf der Aussprache gaben die Vertreter des U. V. und K. V. folgende Erklärung ab: ,.Der K. V. und der U. V. sind zur Mitarbeit an der studentischen Selbstverwaltung bereit unter der Voraussetzung, daß die Organisation, in deren Rahmen die Arbeit erfolgen soll, die allgemeine Studentenschaft im Sinne der abgegebenen Erklärung ist. Die Garantie für dir Erfüllung dieser Voraussetzung erblicken wir darin, daß der derzeitige Vorstand der D. St. uns verspricht, für eine derartige Ausgestattung der Verf. einzutreten." Seitens des Vorstandes der D. St. wurde daraufhin erklärt, daß er zur Abgabe einer solchen Zusage allßerstande sei; der Vorstand begründete dabei seine Stellungnahme mit formeller Unzuständigkeit. doch mußte der ganzen Aussprache entnommen werden daß weder die Mehrheit der anwesenden Gruppen, noch der Vorstand der D. St. geneigt sind, den Forderungen des K. V. und U. V. Rechnung zu tragen. 3 \7erband5nadmcf)ten (Die „Verbandsnachrichten" für die nächste Nummer sind einseitig beschrieben bis spätestens 10. August an die Schriftleitung einzureichen.» Bavaria, Heidelberg. Das Semester nahm auch weiterhin einen schönen Verlauf. Die definitiven Chargenwahlen bestätigten die interimistischen. X Martin Wolf XX 2ak Spier XXX Hans Werner Horwitz Nach den Pfingstserien, die die meisten Bbr. Bbr. im Schwarzwald verbrachten, vereinte uns wieder das 25. Stiftungsfest unserer l. K. V. „Viadrina", an dem wir geschlossen teilnahmen. Auf vielen und schönen Offizien dieses Festes hatten wir Gelegenheit, mit alten und jungen Bbr. Bbr. und Kbr. Kbr. frohe Stunden zu verleben. Im Laufe des Semesters hoffen wir noch recht oft A.h. A. h. und Kbr. Kbr. auf ihrer Sommer¬ oder Hochzeitsreise bei uns zu sehen, wie es schon der Fall war. Für die Anfang Juli stattfindenden Astawahlen stehen wir in Verhandlungen mit der hiesigen Freien Hochschulgruppe, auf deren Liste wir wahrscheinlich an aussichtsreicher Stelle einen Vertreter bekommen. Neo-Friburgia. Wir eröffneten das S. S. 1928 am 19. April. Wir beurlaubten zu einer l. K. V. „Liearia" unsere a. B. a. B. Müller und Neufeld, zu einer l. K. V. „Thuringia" unseren a. B. Schrenk. Unserem a. B. Silbermann gaben wir Generalurlaub. Bei Semesterbeginn fanden sich 13 Burschen und 2 Brander ein. Davon sind beurlaubt von einer l. K. V. „Rheno-Silesia": a.B. Walter Goldblum l.K. V. „Thuringia": a.B. Kurt Fraenkel a.B. Eugen Poppelauer a.B. Heinz Loewenthal