Mannheim
Compact Memory

KC-Mitteilungen · 1928-07-05 · Heft 6-7 (5.7.1928) · p. Seite 51

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1928
Issue
Heft 6-7 (5.7.1928)
Date
1928-07-05
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2822870-2822914-2822918--485-2823525
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

61 Snhdlt: Dem Andenken von Dr. med. Adolf Nosenberg 6. 51. — Der 3. Deutsche Akademikertag in Elber- - feld S. 51. — Abschaffung des Trinkzwanges in den Corps S. 52. — Katholiker und Deutsche Studentenschaft S. 53. — Verbandsnachrichten S. 54. — Bücherschau S. 58. — Medizinischer Stellennachweis S. 59. — Reise zu den Olympischen Spielen in Amsterdam S. 59. — Der Bund, Vereinigung freiheitlicher Akademiker E. V. S. 59. — K. C.-Lilfsfonds S. 59. — Wohnungsänderungen S. 59. — Personalnachrichten S. 60. — K. C.-Veranstaltungen S. 60. Dem Andenken non Dr. med. Adolf Rosenkerg. Am 4. April 1928 verstarb im 51. Lebensjahre unser lieber Bundesbruder Dr. med. Adolf Rosenberg (Ghib., Rhenobav.), prakt. Arzt in Münster in Wests, an einem Herzschlage. Der Tod dieses prächtigen, lebensfrohen Mannes ist für seine Verbindungen, besonders aber für seine näheren Freunde, ein schwerer unersetzlicher Verlust. Stets zeigte er für Verbindungs- und Verbandsangelegenheiten ein reges Interesse, war bei freudigen und ernsten Anlässen immer helfend und ratend zur Stelle, und wußte durch kluges Wort, verfahrene Angelegenheiten wieder ins rechte Geleise zu bringen. In seiner beruflichen Tätigkeit war er hoch geschätzt und allgemein beliebt. Sein Ruf ging weit über die Kreise von Münster hinaus. In einer Zeit des allgemeinen Materialismus verdient es besonders hervorgehoben zu werden, daß er manchen mittellosen Patienten im Stillen, ohne großes Aufsehen zu machen, auch wirtschaftlich unterstützt hat. Trotz seiner großen Praxis fand er noch Zeit, sich besonders der ärztlichen Standes- und Berufsfragen anzunehmen; durch das Vertrauen seiner Kollegen wurde ihm manches ehren- und mühevolle Amt übertragen. Außerordentlich groß war die Zahl der Teilnehmer aus den verffchiedenstön Bevölkerungskreisen, die ihm die letzte Ehre erwiesen. Für den Verstorbenen galt im besonderen Maße die Devise „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut". Sein gastfreies Haus stand seinen Freunden, vor allem den zahlreichen K. C.ern, die in den 25 Jahren seiner Niederlassung in Münster bei ihm einkehren durften, offen. Mancher wird sich gern der frohen Stunden erinnern, die er bei ihm und seiner liebenswürdigen Gattin verleben durfte, Stunden, in denen er durch feinsinnigen Humor und geistessprühenden Witz seine Gäste, vor allem durch Erzählungen aus seiner Studentenzeit, erfreute. Die Lücke, die sein allzusrühes, unerwartetes Hinscheiden in unseren Reihen gerissen hat, kann nur schwer gefüllt werden. Wir werden ihm ein dankbares, unvergeßliches Andenken bewahren. Dr. Walther O st w a l d (Rhen.-Sil., Rhen.Bav.) Dev 3. Herrische Alradernitrertag in Elberfeld. In den K. C.-Mitteilungen Nr. 5 S. 34 f. berichteten wir über den 3. Deutschen Akademikertag, wobei wir die amtliche Verlautbarung über diese Tagung zum Abdruck brachten und die sachliche Jnhaltlosigkeit dieses Berichts feststellten und gleichzeitig den Widerspruch zwischen dem neutralen Namen und seiner rein politischen Betätigung festlegten. Es ist nun außerordentlich merkwürdig, daß, soweit wir übersehen können, nur zwei studentische Blätter überhaupt außer diesem amtlichen Bericht und allgemeinen Erörterungen über die Tagung auch Entschließungen wiedergeben, die von dem neutralen Namen und einer entsprechenden neutralen Betätigung der Akademikerschaft nichts wissen. So veröffentlicht z. B. die Monatsschrift des Naumburger D. C. (Landwirtschaftliche Korporation an deutschen Hochschulen) folgende Resolution zur Iudenfrage: Zur Judenfrage. 1. Es ist notwendig, statistisches Material für den Kampf gegen die geistige Ueberfremdung zu sammeln, in dem die deutsche Akademikerschaft Schulter an Schulter mit der deutschen Arbeiterschaft steht. Deshalb werden die Kommilitonen aufgefordert: a) In ihren Heimatorten eine Statistik über die Verjudung der akademischen Lehrkörper und der akademischen freien Berufe baldigst anzufertigen und dem Vorort zu übersenden. b) Dem Vorort baldigst eine Liste derjenigen örtlichen Zeitungen und Zeitschriften zur Verfügung zu stellen, die die Juden- und Rassenfrage öffentlich zu besprechen wagen. c) Aus ihrem Wohnort diejenigen Akademiker mit Anschrift namhaft zu machen, die mit breiteren Volksschichten beruflich zu tun haben und bereit sind, in ihren Wartezimmern Flugschriften ausklärenden Inhalts über völkische Kulturfragen aufzulegen und zu verbreiten. 2. Die Kommilitonen werden aufgefordert, auch persönlich den schärfsten Kampf gegen Schmutz und Schund in Schrifttum, Theater, Film, Musik und Tanz aufzunehmen, um die asiatisch-afrikanische Afterkultur abzuwehren. 3. Der 3. Deutsche Akademikertag fordert Einführung des Verhältnisrechtes für Zulassung von Lehrern und Hörern an deutschen Hochschulen entsprechend der Verhältniszahl zwischen deutschen Staatsbürgern, arischen und deutschen Staatsbürgern jüdischer Abstammung (dlumerus clausus.) Es scheint uns nicht ganz zufällig zu sein, daß man nicht den Mut gehabt hat, m den Pressenachrichten, die seitens der Leitung des Verbandes Deutscher Akademiker herausgegeben wurden, eine solche Resolution zu veröffentlichen. Man hat sich scheinbar doch davor gefürchtet, daß eine derartig offene Stellungnahme bei einer Reihe von Altherren-Verbänden^ die man zu gewinnen trachtet, den Eindruck erwecken könnte, als wenn es sich hier nicht mehr um

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.