KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 5 (20.5.1928)
- Date
- 1928-05-20
- Page
- Seite 39 (sequence 7)
- Language
- German
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39 Indische Vastlinitat. Der K. C. will lant K. C.-Statut seine Mitglieder zu „selbstbewußten Juden" erziehen. Er hat dazu und auch zu anderen Zwecken die „Tendenzfuchsenstunden" eingerichtet. Zn diesen Tendenzfuchsenstunden versuchen die Tendenzfuchsmajore, auch für diejenigen Bundesbrüdcr, die religiöse Bindungen ablehnen, eine Erklärung und Rechtfertigung des „Zudeseins" dieser Bundesbrüder zu finden. Aber es fällt doch häufig schwer, diese Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft allein durch Tradition, Schicksalsverbundenheit und gefühlsmäßige Zuneigung zu rechtfertigen. Gewiß, cs sind Gründe, aber doch mehr oder weniger recht negative Gründe. Eine wirklich positive Begründung für das „Zudesein" eines areligiösen Zuden gibt es nicht. Woher kommt es nun, daß so viele unserer Bundes* brllder «religiös sind? Mit wenigen Ausnahmen ist dem Religionsunterricht schuld an diesem Zustande zu geben. Der Religionsunterricht ist in der großen Mehrzahl der Fälle so schlecht und wird von scheinbar so bornierten Grundsätzen geleitet, daß einem einigermaßen intelligenten Menschen die Lust dazu vergeht. Ist es denn schließlich Sinn und Ziel des Religionsunterrichtes, daß man seine zehn Gebote lesen und übersetzen kann? And doch würde man diese althergebrachten Formen vielleicht gern übernehmen, wenn einem der Geist, aus dem heraus diese Formen geboren wurden, verständlich und liebenswert gemacht würde. Der moderne Religionsunterricht muß eine „jüdischphilosophische Arbeitsgemeinschaft" sein. In dieser Arbeitsgemeinschaft ist es Aufgabe des Leiters, den jungen Leuten den tiefphilosophischen Unterbau der jüdischen Lehre zu erklären und sie diesen liebeck zu lehren. Aber wie oft sehen wir, daß trotz aller guten Vorsätze und Bestimmungen die gute Absicht nicht gelingt. An der Anfnahmefähigkeit der jungen jüdischen Menschen liegt es meistenteils nicht. Diese jungen Zuden sind begeistert, eigentlich für alles begeistert. Rur der Strom der Begeisterung wird so oft vom Judentums durch die zum mindesten eigenartige Art der Unterweisung abgelenkt. Entweder sind die Lehrer zu wenig jüdischwissenschaftlich gebildet, um die letzten Phasen philosophischer Denkarbeit erklären zu können, oder sie sind zwar jüdisch-wissenschaftlich sehr gut unterrichtet, haben aber nicht das geringste pädagogische Verständnis, hauptsächlich an diesen beiden Grundübeln krankt der jüdische Religionsunterricht. Die Respektlosigkeit, die viele Zuden ihrem Religionslehrer gegenüber zeigen, ist wohl sekundär und hat wohl ihre Ursache in der mangelnden Unterrichtsfähigkeit des Lehrers. Ich meine, es müßte Aufgabe des K. C. als akademischer Führer des C. V., der die überwältigende Mehrzahl der deutschen Zuden umfaßt, sein, dafür zu sorgen, daß in dieser Beziehung Wandel geschaffen wird Der K. C. als akademischer Führer des C. V. hat nach Meinung des Unterzeichneten die unbedingte Pflicht, den Wert des Religionsunterrichtes zu heben. Dies kann geschehen: durch soziale Hebung des Lehrerstandcs, durch Erleichterung und Verbilligung des Seminars, durch längeres Studium an einer der Hochschulen für das Judentum und an der Universität und durch eine sehr gründliche pädagogische Durchbildung. Wenn diese Forderungen erfüllt sind, ist zu erwartsn, daß das Menschenmaterial, das dem K. C. zufließt, wenn auch nicht religiös ist, so doch wenigsten sein Zudesein durch, sagen wir mild, keine Scheingründe motiviert, sondern daß diese jungen Leute die Großartigkeit und den Ideenreichtum des Judentums verehren und lieben und auf diesem Wege zu jüdischer Positivität gelangen. Ernst PH. Mannheim (Bav., Sprev.) Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, e. V. hält im Nahmen der von der „Pressa" veranstalteten Kulturwochen ihre diesjährige Hauptversammlung am Montag, dem 4. Juni, IS1/* Uhr, im Kongreßsaal der Ausstellungshallen in Köln-Deutz ab. An den geschäftlichen Teil schließt sich um 19 Uhr ein allgemeiner Teil. Herr Professor vr. E l b 0 g e n - Berlin wird über die Aufgaben und Arbeiten der Gesellschaft sprechen. Darauf wird Herr Dr. Fritz Bamberge r-Berlin einen Vortrag über das Thema: „Die geistige Gestalt Moses Mendelssohns" halten. Die auch für einen weiteren Kreis sehr interessante Tagesordnung wird sicher eine große Zahl von Zuhörer herbeiziehen. Gäste können eingeführt werden. ] Verbandsnachricfiten [ (Die „Verbandsnachrichten" für die nächste Nummer sind einseitig beschrieben bis spätestens 10. Juni an die Schriftleitung einzureichen.) Bavaria, Heidelberg. Wir eröffneten unser Sommersemester am 23. April mit 8 a. B.» a. B. Eine l. K. V. „Rheno-Silesia" beurlaubte zu uns ihren a. B. Kamp, eine l. K. V. „Sprevia" ihren a. B. Bensinger und überwies uns ihre a. F., a. F. Braun und Zelt. Wir beurlaubten zu einer l. K.V. „Licaria" unsere a. V., a. B. Jonas und Lauchheimer, Generaldispens für das Sommersemester 1928 gewährten wir unseren a. B., a. B. Franken, Katz, Rothschild, Schottland und Seligmann. Ailßerdem beurlaubten wir zu einer l. K.V. „Rheno-Silesia" unseren a. B. Pincus. Allen wünschen wir auch an dieser Stelle ein fröhliches Semester. Die interimistischen Chargenwahlen hatten folgendes Ergebnis: X a. i. a. B. Martin Wolf XX a. i. a. B. Jak Spier XXX a. i. a. B. Hans Werner Horwitz F. M. f. C. a. V. Emil Bensinger F.M. f. T. a. B. Wilhelm Mainzer K.W. X S. W. 1. a. B. Fritz (sagan, 2. a. B. Kurt Kamp , F. W. XX. F.W. n. a. X Sp.W. XXX Asta-Dertr. F.M.f.C. E. R. E. R. X, A. H. A. H. K. Spiegel, Braun, i. a. B. Krakauer, F. M. f. C. Schon zu unserem Eröffnungskonvent hatten wir drei Aktivmeldungen. Nach kurzer Zeit meldeten sich sieben weitere Herren aktiv, und zwar: 1. Hartwig, Leop., stud. iur., Hamburg, 2. Erich Seligmann, stud. med., Hamborn, 3. Gerhard Steinietz, stud. med., Gleiwitz, 4. Erich Katzenstein, stud. iur., Wesermünde-L.,