Mannheim
Compact Memory

KC-Mitteilungen · 1928-05-20 · Heft 5 (20.5.1928) · p. Seite 34

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1928
Issue
Heft 5 (20.5.1928)
Date
1928-05-20
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2822870-2822914-2822917--467-2823506
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

34 ünholf* Stiftungsfest und Fahnenweihe, Rheinisches K. C.-Fest S. 33. — Der dritte deutsche Akademikertag -- S. 34. — Beirut und Jerusalem S. 35. — Deutschstämmigkeit — ein juristischer Begriff? S. 37. — Jüdische Positivität S. 39. — Verbandsnachrichten S. 39. — Medizinischer Stellennachweis S. 42. — K. C.- Hilfsfonds S. 42. — K. C.-Vcranstaltungen S. 42. — Wohnungsänderungen S. 44. — Personalnachrichten S. 44. — Verbindungen, A. H.- und Landesverbände im K. C. S. 45. — Inserate S. 46. Dev dritte Deutsche Akademikertag. Zum ersten Male, seit die Arbeitsgemeinschaft der völkischen Akademikerverbände ihren deutlichen Namen in den weniger deutlichen „Verband Deutscher Akademiker" umgeändcrt hat, ohne aber den gleichen Wandel auf ihre Prinzipien auszudehnen, ist dieser Verband zu einer Tagung zusammengetreten. Aber ebenso wie der Name mit seiner Aenderung reichlich dürftig geworden ist, scheint es auch mit dem Leben in diesen. Verbände bestellt zu sein. Der Bericht, den die Korrespondenz der D. St. über diese Tagung gibt, besagt jedenfalls reichlich wenig, so wenig, daß es keine übertriebene Anforderung an den uns zur Verfügung stehenden Raum ist, wenn wir ihn vollständig wieder- Dritter Deutscher Akademikertag vom 1l. bis 16. April in Elberfeld. D. St. — Der Verband Deutscher Akademiker — die Vereinigung der völkischen Akademikerverbände des deutschen Sprachgebietes — veranstaltete vom 11. bis 16. April in Elberfeld den „Dritten Deutschen Akadcrnikertag", der neben allen Vertretern der Ortsgruppen des Verbandes und den Beauftragten der eintreter der Orts- und studentischen Korporationsverbände mit ihren Altherrenschaften. Die in der letzten Zeit ausgetauchten Schwierigkeiten, die besonders die innere Organisation des Verbandes betreffen, suchten die Vertreter der studentischen Verbände durch grundlegende Steuerungen zu beheben; leider vermochten sie sich gegenüber den - allein stimmberechtigten — Vertretern der Ortsverbände nicht durchzusetzen, so daß das Ergebnis der Tagung in dieser Einsicht nicht zu befriedigen vermag. Zu den Fragen der praktischen Arbeit wurde nach sorgfältiger Vorbereitung in den Arbeitsausschüßen im Plenum eingehend Stellung genommen und Richtlinien für die' Wetterführung der Arbeit festgelegt. Besonders wichtig war die Entschließung des Dritten Deutschen Akädemikertages, in der das Verhalten der Deutschen Studentenschaft im Verfassungskampfe gegen den preußischen Kultusminister Becker ausdrücklich gebilligt und versprochen wurde, die Deutsche Studentenschaft in ihren Bestrebungen auch für die Zukunft auf das weitgehendste zu unterstützen. Am Sonnabend fand ein gemeinsamer Fackelzug durch die Stadt und ein feierlicher Kommers statt, der fast 4000 Teilnehmer vereinte. Am Sonntag beschloß Das diesjährige K. C.-Sportfest findet voraussichtlich in den letzten Tagen des Juli in Frankfurt a. M. statt. Näheres wird durch Rundschreiben den K. O.-Verbindungen bekanntgegeben werden. Der K. C.-Sportwart. zelnen studentischen Korporationsverbände eine große Zahl von Altakademikern aus allen Teilen Reichsdeutschland sowie der auslanddeutschen Gebiete vereinigte. Die Tagung, die durch einen Begrüßungsabend, bei der die Stadt Elberfeld die Akademikerschaft zu Gast hatte, eröffnet wurde, stand unter dem Leitwort „Wille zur Freiheit, Wille zum Volk, daher Wille zum Opfer". In einer Reihe von äußerst interessanten Vorträgen hervorragender Wissenschaftler, Sozial- und Wirtschaftspolitiker nahm man zu den schwerwiegenden und unser ganzes Volkstum, besonders aber die Akademikerschaft angehenden Problemen über Staat und Volkstum, über die soziale Erneuerung und die Erhaltung der geistigen und sittlichen Werte unseres Volkes Stellung. Aus der Zahl der Vorträge seien als besonders bedeutsam hervorgehoben die Ausführungen des Oberingenieurs Ärnhold-Gelsenkirchen über das Thema „Das Ringen um die Arbeitsfreude" und von Oberpräsidenten a. D. August Winnig über „Volkstum und Arbeiter". In beiden Vorträgen wurde besonders darauf hingewiesen, daß es auch gerade Aufgabe des Akademikers sein müßte, die Kluft, die zwischen den Intellektuellen und der Arbeiterschaft bestünde, zu überbrücken, da ein soziales Wiedergesunde,i unseres Volkes nur durch ein harmonisches Zusammenfassen aller Kräfte und nicht durch bewußte Herausbildung von Klassengegensätzen stattfinden könne. Den bedeutsamsten und praktisch wertvollsten Teil der Tagung bildeten die Sitzungen der amtlichen Vereine Gefallenengedenkfeier sowie eine Kundgebung gegen die Kriegsschuldlüge die Tagung. Cs fragt sich, ob es nach duffem Bericht iiberhaupt noch nottut, sich mit dieser Bewegung abzugeben, einer Bewegung, die an ihren inneren Schwierigkeiten zugrunde zu gehen droht. Wenn dies nicht der Fall ist, so einnial darum, weil immer noch dieser Verb-nd für sich in Anspruch nimmt, die Organisation der Akadcmikcrschaft zu sein und weil inuner noch bis in unsere eigenen Reihen hinein es alte und junge Akadeiniker gibt, die wirklich glauben, daß hier eine unparteiische Zusammenfassung aller Akademiker vorhanden ist. Darum ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, daß dieser Verband trotzdem nicht scheut, schmachvollste Statistiken zu veröffentlichen, die von Wissenschaftlichkeit recht wenig verspüren lassen. Vor einiger Zeit jedenfalls versandte dieser nach seinem Namen so gar nicht völkische Verband ein Flugblatt unter der bezeichnenden Acberschrift „Antisemitismus oder Antigermanismus?". Cs folgt eine Reihe von Auszählungen, aus denen sich ergibt, daß in Münster i. W. 1,7 Prozent sämtlicher Aerzte Juden sind, während es in Bodenbach 46, in Elberfeld 11 und in Dürkheim und in Nürnberg je 50 Prozent sind, nicht zu vergessen, daß auch in Petershagen a. d. W. die Hälfte aller Aerzte Juden sind. Das alte Scherzwort von den drei Graden der Lüge fällt einem unwillkürlich ein, aber es wäre sicherlich unrecht, wenn man dem Verfasser des Flugblatts vorwerfen wollte, daß sie die Statistiken zu einer

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.