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KC-Mitteilungen · 1928-04-30 · Heft 3-4 (30.4.1928) · p. Seite 23

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1928
Issue
Heft 3-4 (30.4.1928)
Date
1928-04-30
Page
Seite 23 (sequence 7)
Language
German
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23 Ulrich Lewinsky X- Wir genehmigten ferner die Philistrierungsaesuche unserer l. i. a. B. i. a. B. Martin Batschinsky, Willy Eisner, Lans Fellereisen, Siegfried Iakobowitz und Max Schlesinger. Die Aussichten für das S.S. sind gut, da verschiedene Bbr. Bbr. wiederkommen und die Keilaussichten gleichfalls gut sind. Wir eröffnen das S. 1928 S. am 19. 4. 8 h. c. t. im Lotel „Kopf", und hoffen, recht viele Kbr. Kbr. in unserem schönen Freiburg begrüßen zu können. Ferienkommission bezw. Ferienadresse ist: l)r. Siegfried Lein, Freiburg i. Br., Friedrichstraße 45. „Liearia." Nach den Weihnachtsferien gaben, wie jedes Jahr, Faschings- und offizielle Bälle dem Gesellschaftsleben der Vundesbrüder und der Verbindung ihr Gepräge. Die Damenveranstaltungen begannen mit einem Damenkränzchen auf der Kneipe und einer Einladung einer Frauenschule nach Wolfratshausen im Isartal. Neben dem jährlich stattfilldenden offiziellen Ball, der im Cherubin stattfand, wurde in diesem Jahr auch ein Maskenball abgehalten. Beide Veranstaltungen können als gelungen bezeichnet werden. Außerdem führten Einladungen der Gesellschaft Concordia und viele private Lausbälle die Bundesbrüder mit der Münchener Gesellschaft zusammen. Den Bundesbrüdern war in ausgiebiger Weise Gelegenheit gegeben, die allgemein-wissenschaftlichen Vorträge zu besuchen, die von der Gesellschaft Concordia und den Logen veranstaltet wurden. Besonders beachtenswert war ein Vortrag unseres A. L. vr. Eugen Schmidt über Arnold Zweigs „Caliban oder Politik und Leidenschaft". Ein eigener Pauktag kam tu diesem Semester nicht zustande, doch beteiligten sich an einem Pauktag in Leidelberg zwei unserer Bbr. Bbr Am Ende des Semesters wurden die Bbr. Bbr. Kosak, Stern, Weiler und Weil inaktiviert. Bbr. Rudi Wertheimer legte sein Referendarexamen ab und wurde philistriert. Bbr. Bbr. Lerbert Leinemann und Moritz Lewin bestanden das Referendarexamen. Das Semester war für die Verbindnng durchaus befriedigend und wird den Bbr. Bbr., die von uns scheiden, eine schöne Erinnerung an ihre Münchener Studentenzeit bleiben. Am 28. Februar fand die Schlußkneipe statt. Nach Schluß des Semesters fahren mehrere Bbr. Bbr. ins Tote Gebirge im steirischen Salzkammergut, um größere Skitouren zu unternehmen. Wir hoffen im nächsten Sommer-Semester viele Kbr. Kbr. in München begrüßen zu können. Das Sommer-Semester beginnt am 25. April mit einem offiziellen Kaffee in der Neuen Börse. Aus Keilgründen ist es wünschenswert, daß die Aktivitas des Sommer-Semesters schon früher eintrifft und sich zeitig in unserm neuen Leim, Lerzog-Rudolf-Straße 1, Gartenhaus, anmeldet. „Rheno-Silesia." Es ist besonders erfreulich, wenn wir am Schluß dieses Verbindungssemesters feststellen können, indem wir dieses letzte mit den vorausgegangenen vergleichen, daß wir seit langer Zeit nicht mehr ein so, verbindungstechnisch gesagt, „gutes" Semester gehabt haben. Verantwortlich hierfür zeichnet die verständige, energische Verbindungsleitung, in erster Linie unser lieber Erstchargierter Julius Gummersheimer, dem wir an dieser Stelle unseren herzlichen Dank für seine aufopferungsvolle Führung unserer Verbindung durch die Gefahren eines Semesters aussprechen. II. Es ist nicht einfach, in den Zeiten der Krise, die, wie der K. C., auch die anderen Verbände, so die ganze deutsche Jugend durchmacht, einen ansprechenden *— um das Wort zu gebrauchen — „Verbindungsbetrieb" aufrechtzuerhalten. In oft scharfer Weise prallen die Gegensätze aufeinander. Lie Reform — hie Tradition, die Extremen! Kompromiß, die Gemäßigten! Gar nichts, die Anjugendlichen! Die Frage der Reform, der Umstellung, wurde bei uns besonders akut durch die leidige Fechtangelegenheit. Es wird hier interessieren, daß auf Anforderung von 5 Partien der Salia, Würzburg, mit der wir unter anderen Verhältnissen vor 26 Jahren einen Paukvertrag abgeschlossen haben, sich ein einziger Aktiver freiwillig zu einer Schlägerpartie meldete. Andererseits entschloß sich vielmehr der B. C., von seinem Recht, Aktive herauszustellen, keinen Gebrauch zu machen, mußte allerdings doch Bundesbrüder Herausstellen, da Salia auf Abhaltung des Pauttages bestand. Es wurden also auch 5 Schlägerpartien von uns in Würzburg gefochten. (Die Zeiten, in denen Nadelergebnisse größeres Interesse erweckten, dürsten wohl vorbei sein, trotzdem, um jeder Einstellung Rechmmg zu tragen, sei gesagt, daß das Gesamtergebnis des Pauktages ein „Unentschieden" war.) Der Convent hätte sich den Vorwurf grober Inkonsequenz machen müssen, wenn er bei seiner und der vorhergehenden Convente Stellung gegenüber dem Scklägerfechten alles beim alten gelassen hätte. Er berief daher, um endlich zu Klarheit zu gelangen, einen Generaleonvent, der, von fortschrittlichem Geist getragen, fast einstimmig den Beschluß faßte, den Paukvertrag mit der Salia zu kündigen. Somit wird in Bälde von dieser Seite einer fortschrittlichen Umstellung und einer aufrichtigen Keilarbeit nichts mehr im Wege stehen. HI. Der Generaleonvent sah sich vor die Frage gestellt: „Was schaffen wir neu, nachdem wir dem Verfall Anheimgegebenes zerstört haben?" — Es wurde die Ausarbeitung eines stramm durchzuführenden Sportprogramms beschlossen und eine Kommission sä doe gewählt. Die Zukunft wird zeigen, ob der Weg, den die Verbindung mit diesem Schritt beginnt, und der bestimmt nicht weniger steinig ist als der verlassene, zur Löhe, zur Umstellung überhaupt führt, ob er für unsere Verbindung und den Verband nützlich ist. IV. Man mache uns nicht den Vorwurf idealistischer Schwärmerei! Die materielle Seite haben wir nicht außer acht gelassen. Als Beweis diene: Die Kassenverhältniffe, die zu Beginn des Semesters in trostlosem Zustand waren — die Verbindung war hoch verschuldet — sind durch vernünftige Wirtschaft und allerdings auch große finanzielle Opfer der Bbr. Bbr. derart gebessert worden, daß wir am Schluß dieses Semesters keinen Pfennig Schulden mehr haben. Auch das ist ein Beweis für die erfolgreiche Arbeit dieses Semesters. V. In diesem Semesterbericht ist nicht die Rede gewesen vom Chargieren, von Antritts- und Schlußkneipen, Damenoffizren, Exbummeln usw. usw. »Damit soll nicht gesagt sein, daß es derartige Institutionen bei uns nicht gäbe, wir halten es aber für wenig interessant, hierüber lang und breit zu berichten. Beim Chargieren ergeben sich immer gewisse Differenzen, Kneipen sind immer feucht-fröhlich, Damenoffizien und Exbummel sind immer voller Differenzen,feucht-fröhlich und dazu noch gemütlich! Der Form halber noch einige Personalia! Aktiv meldete sich Lerr stuä. meä. Lans Schürmann. Wir rezipierten die Brander: Abraham, Baruch, Falkenstein, Goldblum, Kamp, Schwarz, Steinhauer. Inaktiviert wurden die a. B.: Gummersheimer, Lerz, Leffmann, Matthias, Meyer, Nathan,Philipps,Wallach II.

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