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KC-Mitteilungen · 1927-12-27 · Heft 12 (27.12.1927) · p. Seite 98

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1927
Issue
Heft 12 (27.12.1927)
Date
1927-12-27
Page
Seite 98 (sequence 2)
Language
German
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98 Dnholt' Heidelberg unb Goslar S. 98. — An die freiheitliche Studentenschaft S. 100. — Betätigung der -- K. C. - Gesinnung L. 101. — Kundgebung des N. I. F. im Lerrenhaus. S. 101. — Verbandsnachricbten S. 101 — Bücherschau S. 103. — K.C.-Veranstaltungen S. 104. — Wohnungsänderungen S. 105. Personalnachrichten S. 105. — Stellungs-Nackweis S. 105. — Inserate S. 106^ Heidelberg und Goslar. zwei Dezembertagungen deutscher Studenten. (Lin merkwürdiger Zufall wollte es, daß am gleichen 11. Dezember 1927 die beiden studentischen Gruppen, die die wesentlichsten Kämpfer im Abstimmuugskriege für und gegen die Beckersche Selbstverwaltung gestellt hatten, zu beu Ergebnissen des Referendums Stellung nahmen utld ihre neu einzuschlagende Politik berieten. In Heidelberg tagte das Kartell republikanischer Studenten Deutschlands und Oesterreichs, ein Verband, der bekanntlich seit 1922 besteht und den mail in übelwollenden Kreisen schon oft tot gesagt hatte. Vorher hatten die ihm angeschlossenen politischen Gruppen ihre Reichstagungen abgehalten: Sozialisten, Demokraten, Zentrumsstudertten und freie Republikaner — welch letzte sich dabei zu einem Deutschen, republikanischen Studentenbunde unter der schon oft bewährten Führung K'olbs zusammenschlossen. Das; das Kartell noch lebt, kräftiger vielleicht als je. sah man schon bei dem Begrüßungsabend, den die Stadt Heidelberg den Erschienenen gegeben hat. Nicht nur. das; der Saal der Stadthalle bis auf den letzten Platz gefüllt war, nicht nur, das; Vertreter des Staatspräsidenten und Oberbürgermeisters ein herzliches Willkommen, und beste Wünsche für erfolgreiche Arbeit überbrachten, sah man, wenn man die Namen der erschienenen Professoren und ihre Bedeutung sich vor klugen führte. In einer Stadt wie Heidelberg, deren Hochschule wirklich die erlesensten Köpfe umfaszt, in der sich, wie heute kaum sonst in Deutschland, wirklich ein blühendes Geistesleben zeigt, ist es von besonderer Bedeutung, wenn Männer wie Anschütz. Thoma, Radbruch, hellpach, Alfred Weber, Schulze- Gävernitz und andere mehr zu beu Studenten setzen und wenn sie darüber hinaus teilnehmen nicht nur an der Geselligkeit, sondern auch an der Arbeit. Ls mag sein, daß gerade die Männer, die auf dem Katheder Leuchten der Wissenschaft sind, nicht immer die richtigen Redner für politische Veranstaltungen sind, — mit allem guten Willen für die Sache, mit aller Begeisterung sind sie oft mehr „Professores" im eigentlichen Wortsinne als Bekenner ihrer Ansicht, sagen sie vieles mit einer Deutlichkeit, was unter dem Gesichtspunkt praktischer Verhandlungsarbeit aus einem doch politischen Gebiet besser nicht oder anders gesagt worden wäre. Man mußte wissen, daß Zentrum und Sozialisten. Sozialisten und Demokraten, Demokraten und Zentrum nicht nur vieles gemeinsam haben,' sondern vielleicht noch mehr, was sie trennt, und man niußte sich sagen, das; in Deutschland und in deutscher Jugend gerade das Trennende leichter in Erscheinung treten und mächtiger zur Wirkung kommen könne, als das Einigende. And daß, — trotzdem solche Rücksichten häufig außer Acht gelassen wurden. - gleichwohl Einigkeit im wesentlichen das Ergebnis der sachlichen Arbeit des 11. Dezember war. - das kann nur als ein Sieg des Gedankens angesehen werden, den die Minderheiten seit 1919 auf den deutschen Hochschulen vertreten. And das; auch bei der Arbeitstagung der Badische Staatspräsident wieder vertreten war, — durch ein Mitglied der Regierung, den. Staatsrat M a r u m . - und daß er. wie ausdrücklich betont wurde, nicht als 'Abgeordneter, sondern als verantwortlicher Regierungschef Vertretern war, das zeugt von der weitreichenden Bedeutung, die man der Tagung der repnblikanischen Studenten zumißt. Ollendorf-Berlin, ein Führer der Demokratischen Studenten, der Leiter der hochschnlpolitik der F.W.D.. hielt das Referat, das die Lage beleuchtete und das endete im Aufruf zur Einigkeit im weiteren Wirkern. Immer wieder kam auf der Tagung zum Ausdruck, daß den sogenannten „Freien Studentenschaften", die die Rechte ins Leben zu rufen trachtet, andere Studentenschaften, gegenübergestellt werden müßten, — Studentensämften, denen in der Tagespresse schon ein treffender, ein Programm verkörpernder Name gegeben worden ist: Großdeutsche. freiheitliche Studentenschaft. Es mag verständlich sein, wenn die Zentrumsstudenten wünschen, daß diese neuzugründenden Organisationen nicht zu reinen hochschulpolitischen Kampfverbänden werden, und es ist beachtlich, daß nirgendwo in Heidelberg der Kampf als die wesentlichste Aufgabe dieser Abonnenten! Wir bitten den Bezugspreis für das Jahr 1928 in Löhe von,5,-p 0,75 RM. Porto — 5,75 auf das Postscheckkonto unserer Kassenverwaltung: Dr. &u?t Levy für die K. E.-Kaffe, Postscheckkonto Berlin 12066 zu überweisen. Der Verlag.

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