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KC-Mitteilungen · 1927-07-16 · Heft 7 (16.7.1927) · p. Seite 54

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1927
Issue
Heft 7 (16.7.1927)
Date
1927-07-16
Page
Seite 54 (sequence 8)
Language
German
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54 vorgekommen sei. Fink ' Hatte bei der Trennung der beiden Bücherämler eine Anzahl wissenschaftlicher Werke für sein Amt übernommen. Für diese ließ er sich von einem kleinen Buchhändler eine fingierte Rechnung im Betrage von insgesamt 1360 Mark schreiben unter dem Vorwand, er habe die Bücher unberechtigter Weise mit Verlegerrabatt von einem anderen Buchhändler bezogen, und auf Beschwerde des Buchhändlervereins schwebt deswegen eine Untersuchung. Der kleine Geschäftsmann will im Interesse der Studentenschaft diese bedenkliche Gefälligkeit geleistet haben, von deren wahren Zweck er keine Ahnung gehabt habe, zumal da auch der Vorsitzende des Asta, Kaul, sich damit einverstanden erklärt habe. Eben die in der Rechnung ausgewicsenen 1360 Mark fehlen in der Asta-Kasse und Fink konnte ihren Verbleib nicht Nachweisen. Leider wurden diese Vorgänge nicht völlig geklärt, da die Bücher aus der Zeit vor dem 1. Mai 1924 vierschwundeu sind. Geh.-Rat Prinz meinte, das entspreche nur dem Rat, den er selbst den jungen Leuten gegeben habe, durch die ganze Inflationszeit einen dicken Strich zu machen. Im übrigen war Prinz dafür, den Verfehlungen des Angeklagten die Inflationszeit zugute zu halten und ein zweiter Hochschullehrer, der Geheimrat Graf Dumoulin-Eckart glaubt heute noch, daß Fink bona f i d e gehandelt habe. Er hat sich durchs die ''Affäre nicht abhalten lassen, dem Fink durch eine Empfehlung eine Stelle in Berlin zu verschaffen, die er allerdings wieder verloren har. Das Gericht war weniger nachsichtig als die Professoren und erteilte Fink wegen fortgesetzter Antreue und Unterschlagung in beiden Anklagefällen die genannte Strafe. Der Staatsanwalt hatte sechs Monate Gefängnis beantragt. Der frühere Vorsitzende des Asta der Technischen Hochschule, Kaul, der in die Anklage mit verwickelt worden war, wurde mangels jeden Beweises freigesprochen, nachdem bereits der Staatsanwalt Freispruch beantragt hatte. (Meldung der „Franks. Ztg.".) Tagung der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft. Entschließungen. I. Zur A e b e r f ü l l u n g der Hochschulen. Die Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft hat sich auf ihrer Tagung in Kiel eingehend mit den Fragen der Ueberfüllung der akademischen Studien und Berufe befaßt. Sie hat festgestellt, daß der Lleberblick über dieses Gebiet durch das Fehlen objektiven und einheitlichen Zahlenmaterials sehr erschwert ist. Zweifellos besteht in einzelnen Studienfächern und Berufen eine starke Aeberfüllung, die in den nächsten Jahren noch steigen wird, während in anderen Fächern sogar der dringeuste Bedarf noch nicht gedeckt ist. Angesichts dieser Sachlage weist sie mit neuem Nachdruck daraufhin, daß das Lochschulstudium nur den wirklich Befähigten und Tüchtigen die Möglichkeit befriedigender Berufsarbeit eröffnet; sie warnt in allen anderen Fällen dringend vor dem Studium, selbst wenn auf Grund der Vermögenslage der Eltern die schweren finanziellen Lasten des Studiums ohne fremde Lilfe aufgebracht werden können. Wirtschaftliche Unterstützungen sind nur in beschränktem Maße für besonders begabte und tüchtige, sorgfältig ausgewählten Studierende zu erwarten. Es sollte sich deshalb .niemand in leichtfertiger Loffnung wirtschaftlicher Lilfe von dritter Seite zum Hochschulstudium entschließen. Die Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft bittet den Verband der Deutschen Hochschulen, den AeberfilllungS- und Berufs fragen ganfr besondere Aufmerksamkeitzuzuwenden und Maßnahmen zu treffen, um diese Probleme so weit wie irgend möglich der Klärung zuzuführen und die Gefahren zu mildern. Insbesondere bittet sie den Lochschulverband dafür einzutreten, daß die Lochschuldozenten den Wirtschaftskörpern durch Ausstellung von Befähigunqszeugnissen auf Grund sorgfältigster lind schärfster Beobachtung der Studierenden die Möglichkeit indiv-dueller Auswahl und Unterstützung geben. Eine genaue Prüfung der Sachlage wird zweifellos ergeben, daß die Aeberfüllung im letzten Grunde kein besonderes Problem des akademischen Berufsweges ist, sondern lediglich eine Teilerscheinung der Folgen der Deutschland auferlegten unerträglichen Belastungen und Einengungen, die den Lebensraum Deutschlands so verkürzen, daß alle Berufüwege gerade für tüchtige, aufwärtsstrebende junge Menschen aller Schichten gefahrdrohend überfüllt sind. Die Wirtschaftshilfe weist die ReickSregierung, von der die ganzen studentischen Wirtschaftsfragen so nachdrücklich und verständnisvoll gefördert werden, mit größtem Ernst auf diesen Notstand hin und bittet, auch bei allen außenpolitischen Verhandlungen, die die Schaffung des für daS deutsche Volk notwendigen Lebensraumes und die die Erleichterung der Deutschland auferlegten Lasten zum Ziel haben, diese unerträgliche und wachsende Einengung der jungen aufstrebenden Generation Deutschlands nachdriicklich ins Feld zu führen. II. © c r Bau von E tud e n te n h ä u « e r n. Die auf der Tagung der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft in Kiel versammelten 200 Vertreter von 5l Wirtschastskörpern an den deutschen Lochschulen, unter denen sich annähernd -10 Nettoren und Professoren der deutschen Lochschulen befinden, Habei, sich erneut eingehend mit der Frage deS Baues von Etudentenhäuser» beschäftigt. Die Versammlung war einstimmig der Ansicht, daß die Fortführung und die Inangriffnahme des Baues von Studentenhäusern an einer Reihe von Lochschulen dringend erforderlich ist. Die Versammlung hat mit Dank davon Kenntnis genommen, daß sämtliche Parteien des Reichstages den Willen zum Ausdruck gebracht haben, für die Bewilligung von Mitteln für den Bau von Studenten» Häusern' durch daS Reich nachdrttcklichft einzutreten. Ebei,so haben die Städte und Länder, an deren Lochschulen der Bau eines Studentenhauses besonders dringend ist, ihrerseits durch Bereitstellung von kostenlosen Bauplätzen und Mitteln alles getan, um die vorhandenen Pläne nach Kräften zu fördern. Die endgültige Verwirklichung dieser Pläne hängt jedoch davon ab, daß die Reichsregierung sobald wie möglich die noch erforderlichen Mittel bereitsteUt. Die Versammlung richtet deshalb einstimmig an die Parteien des Reichstages und die Reichsregierung die dringende Bitte, so schnell wie möglich im Wege eines NachtragSetatS die von der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft beim Reichsministeriun, des Innern beantragten Mittel für den Bau von Studentenhäusern einzustellen, und zu bewilligen. Sie ist der festen Ueberzeugung, daß damit eine der brennendsten Lebensfragen unseres akademischen Nachwuchses eine Lösung findet, die in ihren Auswirkungen für die Volksgesamtheit von größter Bedeutung sein wird. UI. Entschli c ß u n g b e t r. K r a „ k e n f ü r s o r g e. Die WirtschaftSkörper der deutschen Lochschulen weisen erneut auf die große Dringlichkeit der Frage der Tuberkulosenheilung uno der Leranzrehung der Krankenkassen zu diesem Zwecke hin. Sie ersuchen den Vorstand der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschcrft, über die beschleunigte Klärung dieser Fragen und über die Durchführung der nötig erscheinenden Maßnahmen, sich auch mit dem Verbände der Deutschen Lochschulen in Verbindung zu setzen.

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