KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 3-4 (30.3.1927)
- Date
- 1927-03-30
- Page
- Seite 17 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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17 spruch, der Zusammenschluß der nationalen Akademiker zu fern, verloren. Wenn die deutsche Akademikerschaft ihre Stellung im Staat und im Volk behalten will, muß es zu einer Sammlung der Kräfte unter den Jungarademikern und Altakademikern kommen, die gesonnen sind, zwischen den Flügeln kämpfend, dafür zu werben und zu wirken, daß die wahre nationale Politik, die wir auch erblicken in dem Ausgleich zwischen allen Gruppen mit ehrlichem Willen zum Aufbau des Staates, betrieben werden kann. Die Deutsche Volkspartei und ihre hochsHulgruppen werden alles tun, um den Boden zu emer solchen Sammlung zu bereiten und im Sinne ihres Grundsatzes: ,Dem Vaterland, nicht der Partei', die Zusammenarbeit der Akademiker aller Richtungen, die solche Grundedanken bejahen, zu ermöglichen. Im Jubeljahr er nationalliberalen Partei, als Erbin des Deutschen Nationalvereins rufen wir in seinem Geist in einer Zeit von ähnlicher Zerrissenheit dem Volk und im besonderen der Akademikerschaft zu: Deutschlands Freiheit und Macht kann nur durch die Einigung aller derer errungen werden, die auf dem Boden einer Recht und Freiheit verbürgenden Verfassung im Dienst an Staat und Volk ihre vornehmste Aufgabe sehen." Das Uertraridlirngsergebriis in der Derfassanysfrage. In den Mitteilungen Nr. 1/2 berichteten wir bereits über die Verhandlungen im preußischen Kultusministerium am 15. Februar und .die Bemühungen einiger Hochschulen, die Verhandlungsführer zu desavouieren. Nach Abschluß der Besprechung im Ministerium haben die preußischen Einzelstudentenschaften ihren Standpunkt auf Wunsch des Kultusministers, der sich mit den grundsätzlichen darin enthaltenen Aeußerungen bereits einverstanden erklärt^ hatte, i>^ einem Schreiben an den Minister nieder»" gelegt, das folgenden Wortlaut hat: „Die Unterzeichneten preußischen Einzelstudentenschaften gestatten sich, in Beantwortung des Schreibens des preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung vom 24. Dezember 1026 folgendes mitzuteilen: Die preußischen Studentenschaften sind der Meinung, daß sie in ihrer Organisation und Praxis weder vom Geist noch vom Wortlaut der preußischen Ministerialverordnung vom 18. September 1920 abgewichen sind. Die preußischen Studentenschaften sehen sich infolge der durch den Erlaß des Herrn Ministers geschaffenen Lage zu folgender Stellungnahme genötigt: In der Koalitionsfraqe stellen die preußischen Einzclstudentenschastcn fest, daß einer Abänderung des Aufbaus der Studentenschaften an anslanddeutschen Hochschulen außerordentlich große Schwierigkeiten entgegenstehen. Die preußischen Studentenschaften verpflichten sich, in Verhandlungen mit den österreichischen Studentenschaften einzutreten. Sie werden dabei versuchen, Wege zu finden. die zur Schaffung behördlich anerkannter Studentenschaften als Gesamtvcrtretung aller deutschen Studierenden führen können, so daß die Koalition der preußischen Studentenschaften mit ihnen erhalten bleibe. Sollten diese Versuche zu keinem Ergebnis führen, so müssen die preußischen Studentenschaften aus ihrer großdeutschen Einstellung heraus es ablehnen, von sich aus der Zugehörigkeit den auslanddeutschen Studentenschaften zur deutschen Studentenschaft Hindernisse in den Weg zu legen. Da keine andere Möglichkeit besteht, werden in diesem Falle die preußischen Studentenschaften zu ihrem Bedauern zur Aufrechterhaltung ihrer staatlich anerkannten Selbstverwaltung die sich für sie ergebenden Folgerungen ziehen müssen. Der „Amtliche Preußische Pressedienst" teilt zu den Berhaudlungen in der Frage des Studentenrechts mit: In der Frage der Zugehörigkeit der Auslanddeutschcn zur Einzelstudentenschaft sind die preußischen Studentenschaften bereit, einer Mitwirkung des Rektors als Berufungsinstanz zuzustimmeu. Die preußischen Studentenschaften bitten den Herrn Minister,, ihnen zur Durchführung dieser Maßnahmen bis zum 1. Oktober 1927 Frist zu geben." „In den weiteren Verhandlungen wurde aus die in der Antwort der Studentenschaften angedeutete Rechtsfrage nicht eingeqangen. Die Frage der Zugehörigkeit' des auslandsoeutschen Studenten zu den Eiuzelstudentenschafteu wird vom Ministerium als geklart angesehen. In Zukunft wird die Aufnahme der auslandsdeutschen Studenten in die Einzelstudentenschaften durch die Studentenschaften in Verbindung mit den Rektoren erfolgen. Die preußischen Studentenschaften haben sich bereit erklärt, mit den auslandsdeutschen, und zwar in erster Linie mit den österreichischen Studentenschaften darüber zu verhandeln, daß mit Unterstützung der dortigen Hochschulbehörden anerkannte, alle deutschen Stüdentengruppen umfassende Studentenschaften gebildet werden. Diese Verhandlungen sollen bis zum 1. Oktober 1927 abgeschlossen sein. Die mit den österreichischen Studentenschaften zu führenden Verhandlungen sollen durch Besprechungen preußischer Rektoren und des Vorsitzenden des hochschnlverbandes mit den österreichischen Hochschulbehörden unterstützt werden. Falls die Verhandlungen scheitern, wird die bis- ^berig^ Form der Koalition der preußischen Studentenschaften gemäß ihrer Erklärung ein Ende finden." Trotz des klaren Inhalts dieses Briefes weröcu die Versuche fortgesetzt, die Verhandlungen bzw. ihre Ergebnisse ungeschehen zu machen. Nach den Erklärungen, die der Kultusminister aber bei den Etatsberatungen abgegeben hat. werden alle „Interpretationen" wohl erfolglos bleiben. Ein Vermittlungsvorschlag zur Versaffungsfrage. In der Kammer der Freiburger Studentenschaft wurde folgender Antrag der Fraktion des Hochschulrings einstimmig angenommen: „Der deutsche Studententag wolle beschließen, über Stück 2 der Verfassung der' „Deutschen Studentenschaft" (das in der gegenwärtigen Fassung den auslandsdcutschen Studentenschaften den „völkischen" Aufbau ermöglicht. Red.) eine Aussprache einzuleiten, mit dem Ziele, eine alle Seite» zufriedeustelleude Lösung im Sinne der einstimmig angenommenen national-kulturellen Freiburger Verfassung herbeizuführen." Einen Zusatz, der den auslandsdeutschen Studentenschaften Rescrvatrechte zubilligen wollte, lehnte die Kammer ab. __