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KC-Mitteilungen · 1926-12-15 · Heft 11-12 (15.12.1926) · p. Seite 96

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1926
Issue
Heft 11-12 (15.12.1926)
Date
1926-12-15
Page
Seite 96 (sequence 10)
Language
German
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96 Mttvn, um ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern. Seit Jahren liegen die Statuten einer rein wirtschaftlichen Bereinigung jüdischer Studierender unerledigt im Ministerium. Diese Feststellungen in dem Memorandum taten not. Nickt nur, weil immer wieder — erst neuerdings in der Deutschen Akademiker-Zeitung behauptet wird, die ungarischen Juden batten sich au den Völkerbund gewandt. sondern namentlich, weil wiederbolt die Lenierung ibre Versprechungen auf Erleichterung und Aushebung des Xuworus clausus nickt gebalten bat. Darum sei auch eine Wahlrede des Ministerpräsidenten Betblen sestgebalten, in der er u. a. ausführte: Der jüdischen Konfession bat das Gesetz die Gleichberechtigung zngestanden und dieses gesetzlich erworbene liecht darf nickt geschmälert werden. Die Negierung fühlt die Pflicht, jede Aufreizung, die geeignet scheint, Antipathien gegen das Judentum zu wecken, unbedingt zu unterdrücken und mit allen entsprechenden Mitteln zu verfolgen. hieran lohnt sich nunmebr auch das Problem des Numerus clausus an, worüber ick ganz osten und aufrichtig sprechen will. Zum Ausgleich der Gegensätze, zu einer versöhnlichen Stimmung führt ia allein das aufrichtige Wort. Der Herr Kultusminister bat vor einem Jahre in Gens dargelegt, dass der Numerus clausus bloss eine!leberaangsinstitution sei. die lediglich eine momentan bestehende N'irtsckastliche und soziale Lage notivendig (?) gemacht batte, die aber nickt ständig bleiben könne. Cr fügte noch hinzu, dass diese Einrichtung, die infolge einer momentanen Gestaltung der Lage entstanden ist, mit der Aenderung dieser Lage ihre Geltung verlieren werde. Damals sagt man, der Minister spreche in Gens so, in Budapest aber anders. Ich lebe mich nunmehr veranlasst, hier die erwähnte Erklärung des herrn Kultusministers mir zu eigen zu machen rrnd ick übernehme auch die Verpflichtung, in diesem Sinne vorzugehen. Jawohl, der Numerus clausus ist nur eine Llebergangsinstitution . . . Inzwischen aber verstlckt man in anderen Ländern weiter zu schikanieren. Aus N u ut änie u werden Etudenteuunruben gemeldet. Der rrrrnänische Sttldentenkongress in Iassv verstcigt sich zur Forderung des X ü ntcriis null« s, des Ausschlusses der Juden von den .Hochschulen, in Bukarest hindert rnan mit Gewalt die jüdischen Sttldenten am Eintritt in die Kliniken und in Oesterreich? — Beseitigung jüdischer Dozenten in Oesterreich. In Oesterreich versucht man wenigstens die hockschnllebrer z»t .znüngen, nicht nur keine jüdischen Dozenten zu benifen, sondern auch vorzuschreiben, welche Aemter der einzelne Dozent bekleiden darf. Die Kämpfe an der Hochschule für Welthandel in Wien um die Wabl eines jüdischel, Nektars haben wir seiner Zeit erwähnt. Jetzt gebt es um die Wabl eines jüdischen Dekans in Wien. Sie sei unzulässig, «'eil die Wahl eines fremdrassigen Dozenten l. dem Iriedensvertrag von St. Germain widerspreche, 2. die österreichischen Hochschullehrer auf den Boden der Elberselder Beschlüsse getreten sind rrnd es einem deutschen Studenten nicht zugemukct werden könne, von einem jeden die Doktorwürde zu empfangen. Die Antwort der Universität war für österreichische Gepflogenheiten ausserordentlich scharf. Die arische Studentenschaft, die sich langsam daran aelvöbut batte, obwohl sie ein rein privater Verein ist. nach freiem Belieben schalteil mld walten zu können, batte wobt angenommen, dass der Nektor. auch wenn er ihre Forderung ans Annnlierung der Wahl nicht erfüllte, doch wenigstens Entgegenkommen zeigen würde. Aber nichts von dem. In der letzten Sitzung des Professorenkolleginnis der jnrisiiichen fakllltät beantragte der Natio>lalökoilom Professor Dr. 5gans Mever eine Vertrauenskundaebung für den Dekan, da Professor hapka sowohl als Gelehrter wie als Lehrer und Mensch völlig einwandfrei sei. Die von der protestierenden Parteigruppe der Studentenschaft vorgcbrackten Argumente seien in keiner Weise geeignet, bei der Beurteilung eines akademischen Funktionärs das Urteil zu beeinflussen. Das Prosessorcnkollegilim stimmte diesen Ausführungen bei und sprach dem Dekan Professor hupka eiustünmig sein Bertrallen aus. Der Kundgebung schlugen sich auch jene Professoren an. die politisch den delltschradikalen Studenteil nabesteben, da Professor §)npka bei allen Angehörigen der fakultät die gleich grosse Wertschätzung geniesst. Ob die österreichischen Dozenten schon die Aussübrung des sozialdenlokratischen Antrags im Lkationalrat kommen seben, ob ibnen vor den Konseguenzen dieser nelren Aussassung von Lebr- und Lcrnsrribeit, von Würde und Freiheit der Wissenschaft graut? - hoffen wir, dass es bessere Erkenntnis ist, die sie bei ihren Beschlüssen geleitet hat. ) \7erbandsnachricfiten [ (Die „Verbandsuachrichten" für die nächste Nummer sind einseitig beschrieben bis spätestens 15. Januar an die Schriftleitung einzureichen.) Einweihung des K. C.-Heims in Frankfurt a. Main. Seit Jahren litt die Nassopia unter der Tatsache, daß ihr ein geeignetes heim nicht 3ur Verfügung stand. Den Anstrengllugen ihres Ä. A. V. ist cs nun endlich gelungen, diesen Ilebelstand zu beheben: Der A. h. V. Nassovia hat seiner Verbindung ein kleines Haus gemietet, dessen Erdgeschoss einen hübschen Kneipsaal, und dessen erster Stock zwei Zimmer mit Küche enthält. Der Mietvertrag ist vorläufig aus fünf Jahre abgeschlossen. Es bedurfte grosser Anstrengungen, um der jungen Verbindung diese Heimstätte zu bereiten. Namentlich waren pekuniäre Aufwendnilgen erforderlich, und ausser den Nundesbrüderu hat es sich eine aanw Reihe von frankfurter K. C. ern nicht nehmen lassen, ihr Teil zu diesen Aufwendungen beiznlrag.'n. Auch di .' Vereinigung frankfurter K. C. er hat sich VERBANDSBERICHTE einseitig be#chrj19i>en einsenden!

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