KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 11-12 (15.12.1926)
- Date
- 1926-12-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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K.C.-Mitteilungen Mitteilungsblatt der im Kartell - Lonvent der Verbindungen deutlcker Studenten |v,jug nur grineniiuni mtk 5w «.£.■ i indiiiben Slaubens iJlihittrti. Bezugspreis halbjährlich I - nereiragten Korporationen. laa und das Ä, L. -Büro._j -- Knzkigen-Knnohmi durch den Verlag und dar K. L .Büro. Perl, 1,— M. für di» einfach gespulten» Zeile nach Rudolf Masse Zeilenniesier Nr. IS. .Die Verbindungen i°n K. L. stehen auf dem Baden deuifchvaterländlfcher Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Äntisemltirmur ln der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu sribstbeniusttki, Juden, di, im Sewußlsein, duß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur« und Rechtsgemeinschaft mit dem deutsche» Vaterland unlöslich verbundenen volkrteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und geseUschafiliche Gleichberechtigung der Juden einzuireien. — Der K. <£. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Iudenfrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen - innerhalb der ^udentuin» nehmen dl» Verbindungen im K. £. keine Stellung, soweit die, nicht durch Abs. l und 2 bedingt ist." 1926. BERUH, den 15. Dezember j nr. 11/12. DnhaH: 24. 0. K. C.-Tag S. 87. — Akademische und allgem. Nachrichtelk S. 90. — Verbandsnachrichten S. 96.— K. C.-Veranstaltungen S. 102. — Verbindungen, A. L.- und Landesverbände im K. C. S. 104. Der 24. ordentliche K. E.-Tag Das; Breslau noch immer der Zentralpunkt des K.C. ist, bewies auch der diesjährige K.C.-Tag. Cin Kreis in einer Größe, wie ihn der K.C. noch niemals um sich versammelt hatte, war zusammengekommen, und das Stimmungsbild von Kbr. Goldmann in den heutigen K.C.-Blättern sagt mehr als jeder sachliche Bericht, was eine solche Zusammenkunft für den Gesamtverband bedeutet. Aber auch in anderer Beziehung verdient der K.C.-Tag eine Würdigung. Wir konnten als unsere Gäste den Negierungspräsidenten Dr. Iaenicke, den Rektor der Universität Geb. Rat Kornemann und neben den befreundeten Korporationen Herrn Rechtsanwalt Tarnowski für den Centralverein, Herrn Dr. Lefkowitz für das Seminar und den Zweckverband der Breslauer Logen, Zustizrat H i r s ch b e r g als Vertreter der Jüdischen Gemeinde Breslau, und viele andere begrüßen. Der von cand. jur. Weißenberg schneidig und würdig geleitete Kommers begann nach alter Tradition mit einem donnernden Salamander auf das deutsche Vaterland, der von dem Vorsitzenden des A.H.V. Thuringia, Landgerichtsrat Rosenthal, Breslau, kommandiert wurde. Der Redner betonte unter lautem Beifall der Versammlung mit Nachdruck, daß die traurigen Crfabrrmgen der letzten Iabre den deutschen Juden nicht ihre Liebe zum deutschen Vaterland aus dem Herzen reißen können. Cr gedachte der gefallenen Bundes- und Kartell- Brüder und widmete ihnen warme Worte der Erinnerung. Der Gesang des Deutschlandliedes schloß sich an. Dann nahm Dr. Walter Kochmann das Wort zu der eigentlichen Tendenzrede. Cr ging von der Entstehung des Verbandes aus, bezeichnete es als ein Hauptverdienst seiner ersten Verbindung, das Trägheitsmoment der Massen überwunden und die deutschen Juden zu energischer Abwehr des Antisemitismus mobilisiert zu haben. Bis zum Kriege verlief die Entwicklung der K.C.-Verbindungen recht altssichtsreich, der Kampf führt immer mehr und mehr zu praktischen Erfolgen, insbesondere besserte sich das ursprünglich so schlechte Verhältnis zu den anderen Korporationen und ihren Mitgliedern mehr und mehr, es bildeten sich fast überall durchaus korrekte, teilweise auch freundschaftliche Verhältnisse zu den Parteien heraus. Alle Ansätze in dieser Richtung wurden durch den Krieg zerstört, an einen Neuaufbau dieser Beziehungen mußte nach der Beendigung des Krieges herangegangen werden. Durch den Einzug der völkischen Weltanschamlng auf den Hochschulen wurde dem K.E. die so erfolgreich geführte Waffe auS der Hand geschlagen, das Mittel des studentischen Ehrenschutzes, die Satisfaktioll wurde seinen Angehörigen verweigert. An die Stelle der bisherigen Waffen mußten deshalb andere treten, politische Schulung und sportliche Erziehung traten neben der Ausbildung der auch weiterhin geführten Säbel in den Vordergrllnd der K.E.-Arbeit. Trotzdem dürften die Verhältnisse im akademischen Leben nicht zu skeptisch beurteilt werden, man müffe auf beffere Zeiten hoffen und mit Einsatz aller Kräfte an der Herbeiführung Mitarbeiten. Selbstverständlich sei für die K.C.er die Treue zur jüdischen Religion und die sich nicht beirrende Liebe zum Vaterland.