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KC-Mitteilungen · 1926-05-20 · Heft 5 (20.5.1926) · p. Seite 32

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1926
Issue
Heft 5 (20.5.1926)
Date
1926-05-20
Page
Seite 32 (sequence 2)
Language
German
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32 Das Institut für Hochschulkunde in Gött^ngen*). Von Prof. Dr. Paul 6ft;tnauf (Güttingens Schon seit meiner Studentenzeit — ,yim erstenmal int Jahre 1S90 — begann ich, das Schrifttum über .Hochschulwesen und Studententum zu beachten, zu sammeln und iu seinen Reuerscheiuu»gen attch zu besprechen. Die sreisludentische Bewegung, in deren Dienst ich jabrelang als Bulkämpser und als Herausgeber einer damals führeudeit Monatsschrift wirkte, brachte mich allmählich in engsten Zusammenhang mit dem ganze» mächtig stutendeu studentischen und akademischen Leben der?<euzeit. Ich bin dessen unermüdlicher Beobachter bis zur Gegenwart geblieben und babe mich bestrebt, seine grossen geschichtlichen Etttwicllttngslinien in dem von Museumsdirektor Dr. Friedrich Schulze und ntir verfasstett Werke über das deutsche Stttdentenlebeit'), dessen Widmung die Universität Berlin zur 5)uudertjahrseier entgegengenommen, mit möglichster Unparteilichkeit auf. zuzeigen. teilte tiefgehende innere Förderung verdanke ich Friedrich "2llthoff, mit dem ich i. I. li>05 bekannt tvttrde, tmd der meine Beröffentlichungen mit höchster "Anerkennung verfolgte. Bon ganz besonderer Bedeutung für die Richtung meines wissenschastlicheit "Arbeitens war auch das Erscheinen der dreibäitdigett „ Bibliographie der deutschen Universitäten" voit Wilhelut Ermann und Etvald Poru, tvelche beide ztttn erstenmal auf das reiche Kulturgut binwiesen, das wir in dem hochschul- und studentengeschichtlichem Schrifteutum der alten und der netten Zeit besässeu, ohne es voll auszttwerten. Bon da begann eilte allmählich immer stärkereBewegung, die sich bemühte, die bisher als Dilettantismus verschriene Wissenschaft von Xwctischulwesen tmd Studententttnt ztt einer wirklichen und allgemein an er kannten Fachwissenschaft ztt machen. Diese Bestrebtingett erzieltett ettdlich einen Erfolg. Die Universität Göttingen erkannte als erste deutsche Hochschule die Zuktinftsbedetttttug der jttngen Wissettscltast oder der „Kschscbulkttnde", wie man sie nach meinem Borschlag seit 1918 nannte, erwirkte im Jahre 1920 den e r sten Leltrauftrag für dieselbe und gliederte sie damit organisch in den Kreis der Universitälswissen. schäften ein. Zei deit Borarbeilen ztttn Schulze-Ssnutank nun hatte ich die Beobachtung gentacht, dass die deutschen Bibliotheken auf dem Gebiete von Kochschulgeschichle und Sludeutettium der neuzeitlichen Ansprüchen noch nicht geniigteit tmd so begründete ich i. I. 19l>9 eine ochsä'uIge scb i ch t l iche Bücherei" (seit 1920 „>5ochscimlkttudliche Bücherei" genannt), in der ich vorttehinlich das Schrifttum der netteren und neuesten Zeit zu satntneln suchte. "An diese schloss sich später eilte „"Ausländsabteilung", und daneben entstand im vorigen Jahr eine „Sammelstelle studentischer mtd akademischer Zeitschriften", die sich sehr günstig entwickelte. Seil detn 19. Sepl. 1925 sind diese drei "Abteilungen zum „Institut fiir >5 ochschulkundc" vereinigt, das iu cttioiii besottderen, vor* läufig genügenden Outtttit untergebracht ist. Es trägt zwar zuuächst ttoch privaten Charakter, hat aber schon jetzt infolge der zahlreichen Bücherstiftmtgen dttrch akademische und stttdenrische Körperschaften des In. und Auslandes eine halböffentliche Bedeutung und soll mtter hestimmten Boraussetzungen wissenschaftlich Arbeitenden zur Benutzung zugänglich sein, sobald die Neuaufstellung beendet ist. *) Aus Berl. Äochschul-Rachrichten März 1926. „Das deutsche Etudententum von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart,, (Verlag von Robert Voigtländer, Leipzig 1910; 3. Aufl. 1918.) Da für absehbare Zeit infolge der ungünstigeit Finanz, läge des Staates von diesem eine Unterstützung zum "Ausbau des Iustitttts kautn erwartet werden darf, so kann die "Arbeit nicht in dem Ausmass erfolgen, das wünschenswert wäre. Immerhin ermntigen mich die bisherigen Erfolge und die allgemeine Unterstützung, die ich bei 2öod>td>tilcit mtd Körperschaften des In- und Auslandes gefunden habe-), zu weiterer Fortsetzung meiner Sammeltätigkeit, und ich hoffe, so vielleicht etwas ztt schassen, was in einer spateren glücklicheren Zeit, als wertvoller Gruttdstock sür ein grösseres Unternehmen zu dieueit verntag. Das Institut fiir Kwchschulsmide tvird bei seiner Arbeit die ältere Zeit bis 1/50 im grossen ttttd ganzen den staatliche» Bibliotheken überlassen und nur die Aeuerscheinuttgen in Form von Büchern, und Zeitschristenartikeln berücksichtigen. Für die neuere Zeit von 1750 au dürfte es dagegen alles beachten müssen, tvas im Buchhandel ttttd als Privatdruck bis zum inhaltsreichen Einblatt et schienen ist '). Vielleicht gelingt es ihm dann, zusamnten mit den staatlicheit und privaten Stellen, die hetite schon >->ochschulktmdliches santmeln, wenigstens den den grössten Teil des akademischen ttnd studentischen Schrifttums aus netterer Zeit zu retten, das sich erfahrungsgemäß bibliographisch noch gar nicht im vollsten Umfang erfaßen lässt. Ich'glaube daher, dass die von mir versuchte Grün, dttng eitt dttrchaus zeilgeutässe« Uttterttehmen darstellt. Ich weiss attclt, dass seine Durchsühttug nur mit schtvere» persönlichen Opfern möglich ist, und nur dantt Aussicht auf Erfolg hat, wenn ich tvie bisher d.'.s Vertrauen der Hochschulen, der Studentenschaft und der privaten Kreise genieste und bereittvillig mit Material unterstützt werde. Und ztvar richte ich uteiitc Bitte ganz besonders au die einzelnen Studenten und Alten Zerren die in ihrer -) Besonders gedieh die neubegrüitdete „Sammelstelle studentischer mtd akademischer Zeitungen", bei der seit ihrer Gründung etwa 2000 ältere Einzeltiutntnern ver. schiedenster "Art einliefeit. Abgesehen von zahlreichen Privatpersonen, die — zum Teil unaufgefordert — Rlaterial eiitsaitdteu, beteiligtett sich u. a. folgende Büitde akademische Vereinigitngeit und Zeitschriften an der Er- Weiterung der Zticherei: A.D.B./A. 5.B.,0»iv,-f^>t^ ok St./Xn<Ir,-^«(Schottland', Aitolandsaml der Deutschen Studentenschaft. Ausschuß fiir zwischenvölkische Ztisamntenarbeit des Völkerbundes (Soi»ntis«ir»n «I>- r;itir>n internationale de InSociete den Nation«) in Genf, Kgl. Universität Budapest, 6.V., Wandelshorhschttle Eoethen, Technische Hochschule Danzig, Deutsche Christliche Studenten-Vereinigung (Berlin), Deutsche Etttdettteuschaft (Prag), Kurooean Student Relief (Genf), Universität Freiburg i. Br., Universität ö'/amburg, Universität Heidelberg, Deutsche Pochschulwarte (Prag), K. E., K'. V., CJniverstty of Queensland (Brisban), Redemit) Lesehalle der Deutschen Studenten «Prag), Ring wissenschaftlicher Katholischer Deutscher Stttdenten- Verbindungen, Rudolstädter S. E., Schtvarzburgbund, Studentenhilfe (Tübingen), Dung -Ehi-Mediziitische.nochschule (Schanghai), Unitasverbänd, Detitsche Wehrschaft, Wirtschaftsamt der Technischen Hochschule (Charlotten, bürg), Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft (Dresden), Wiitgolfsbttnd und Zentralverband auslanddeutscher Studierender (Leipzig). 3) Es (otntncti in Betracht: röochschulgeschichten, 5>ochschulsatzungett, ^abilitations- und Promotionsordnuitgen. Studienpläne,Disziplinär-, K'rankettkassenmtd Stttdenten. ausschuss.Satzungen, Äochschulkalender, Verbindttngsgeschichten, Satzungen mtd Eomments, Jahresberichte, Festschriften, Denkschriften, Liedersammlungen, Musenalmanache, Flugblätter, Kunstblätter, Zeitschristenaufsäye, Studentische Zeitungen, Roten, Verbindungspostkarten u.a.

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