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KC-Mitteilungen · 1926-04-15 · Heft 4 (15.4.1926) · p. Seite 22

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1926
Issue
Heft 4 (15.4.1926)
Date
1926-04-15
Page
Seite 22 (sequence 2)
Language
German
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e^q) | Bfegdeffliicfig und öligem. flacfaridilen 1 ^==^3 Liga zur Bekämpfung des Numerus clausus. Vor kurzem fand '»'m Budapest unter Vorsitz des Sohnes des 'Abgeordneten Wilhelm Vazfon»-i, die K'ousl»luier»»ng des jüdische» Zllgendb»l>»deS zur Vekä»ups»»ug des Numerus clausus statt. Die Aga stellt sich die 'Anigabe, im p'ande den Kampf gegen das Gesetz aufziiiiel>inc!i und bis zu dessen verschwinden zu führen. Dieser Kamps mtiffc offe » und mulig geführt werden. Die VAlglieder der p'iga sind verpslichte», zum Zeichen des Protestes ein s i ch t b a r e s 'Abzeichen zu tragen. Ss ist ein in den ungarischen?lationalsarben gehaltener Schild, der die Zuschrift:.,Sontra mmierum claii-smii“ trägt. Der ivauipf um den Numerus clausus in Ungarn ist damit in ein neues Stadium getreten. Die lingarischen Juden batten, als versucht wurde die 'Angelegenheit als eirte Trage der Unterdrückung einer nationalen Minderbeit vor den Völkerbund zu ziehen hiergegen protestiert, weil sie den Numerus clausus als eine rein ungarische Trage betrachteten. Dieser Standpunkt trug ihnen nicht viel Dank ein. Die nationaljüdischen österreichischen Zionisten lebnten mit 'Protest die 'Teilnahme an dem Jubiläum der Vudapester Gemeinde wegen dieses nach ihrer Ansicht würdelosen Standpunktes ab, aber auch die ungarische Regler»»»» batte nicbt deit Mut den ungarischen Znden für diesen Protest zu danken, der eS ihr ersparte mittelalterliche Ziistilntionen vor der Welt zu verteidigen. Der frühere ungarische Minister von i' u kacS erklärte zwar jüdischen Vertretern gegenüber.dasi man den Numerus elauais angesichts der G e g e » b e w e g l» n g im Zil- und Auslände nickt mehr lange wird baltenkönnen. SpätesteitS itn ö> e r b st I i>2ti würde der Numerus clausus abgesch afft werden. 'Aber reibtmgsloS wird dieses Ziel nicht erreicht tverden. Das beweist die bisherige Stellungnahme des ungarischen 'Parlaments. Zit der Btidapester?!ationalversaminlu»g spräche»» die oppositionelle»» 'Abgeordnete»» Paul Sandor »n»d Will»el»» Vassonvi über de» Numerus clausus. Sie kritisierten scbarf die Slell»»»gna )»ne des Unterrichtsntinisters. Grasen U' l e b e l s b e r g . Der 'Abgeordnete Tibor Eckhardt erklärte, tvem» de»'Numerus clausus anfgeboben wiirde.gebe es einenB »i r g e r k r i e g. Z.Aiuisterpräsident Graf Z e l b l e n erklärte demgegenüber. daS Gesetz über den Numerus clausus deklariere die Jude»» als Nationalität. Dies entspreche aber nicht der 'Aussasiung der jetzigen Regierung, die zugebe, dasi die Zliden immer, in guter» »»ud bösen Zeiten, treu z u r -?i atio n gestanden hatten. (öS gäbe aber a»»ch Zndcn in Ungarn, die sich als e i g e»»e s Volk betrachten und sieb nie mit der ungarische»» stcation ideirtisizieren und es a»»cb heute »licht 1»u». Der Milristerpräsidenr erklärte, er sei bestrebt, alle Wunden, die die Vergarrgenheit geschlagen habe, zu heilen. Wenn seine V e r s o h n u n g s p o l i t i k bisher nickt gelungen sei, so liege daS nickt an ibin. Ueber die Vergangenheit müffe der .,Schleier der Vergessenheit" gebreitet werden. Die Rede des Vciiristerpräüdenten erregte allgemein 'Alisseben, da sie einer Desavouierung deü U n t e r r i ck t s »n i»»i st e r s gleichkolnint, der sich in letzter Zeit ganz offen an die Spitze derRechtsradikalen gestellt bar. Zn derVerhandlung des Vudgetprvvisorilims, die eigentlich zu einer Debatte über den Numerus clausus geworden war, beschränkte sich der Rassenschützler Uehner-Ueirdvat auf die kurzgefasite Erkläning, dasi er, da ihn der Verlauf der Debatte darüber beruhigt hatte, dasi die Aufrechtcrhallung des Numerus clausus g e s i ch e r t sei, auf seine geplanten Ausführungen verzichte. — Die Vertreter der antisemitischen Ävchschuljngeird sind bei den» Kultusminister Grafen K l e b e l s - b e r g erschienen, um ihren Dank für den Schutz zmn Ausdruck z»» bringe»», den der Minister dem Gesetz über den Numerus clausus in Genf und in der Rational, versamnilltirg angedeihen liesi. Die ungarische Zndenheit ist daher n»»r im Recht, »nenn sie durch die neue Aga ihren innerpolitischen Kamps sortsetzt, den» ein baldiger vrfolg beschieven sein »nöge. Katholiken und Hochschulring deutscher Art. Wir hatten uns slboi» »viederhvlt mit der 2tellu»»g der katholischen Verbi>»dungen zuin ö'ö.D A. z»r befassen, weil dieser iinrner wieder durch antikatholische Entfchliesiuirge»» Widerspruch bei der» ihn» zugehörigen Kreisen des b. V. hervorgerufen hat. Immer »vieder fordern Kreise des .hochschnlrings den Kampf gegen „Die drei Znteriiakionalen", urid erst im vergangenen Sommer »st bei der .Trage der Schaffung eines offiziellen Organs des öst. D. A. über die Srtlärnngei» des Verlages, tiber seine künslige Politik zum Katholizismus volle Klarheit nicht z,» erreichen gewesen. vii» Vericht iiber die Altherrentagung des ö. V. vom Sonuner NS5, de»» »vir leider übersahen, rechtzeitig zu veröffentlichen, ist darum auch heute noch von allgemeiner Vedeutuug. Die ,,'Academia" vom August 1 '.)2S berichtete hierzu: D e n t s ch c r öd o ch s ch»»l r »»» g. Die Versammlung halte einen Bericht e»»tgege»,z»»»eh»»en über de» Wioerhall unseres vorjährigen Beschl»»ffes beim aktiven Verbände auf der tö. V. Wie erinnerlich, »vurde ans der S. V. von» V. O. 'A. ein A»»trag gestellt mrd angelivmmen, dar'» nur in den ödochsthulsräoten, in denen der ödochschnl» ing sich stets parteipolitisch mrd tonfessionell neutral verhalten habe, ein Weiterarbeiten mit den» öst D A. noch »nöglich sei. Der unserer vorjährigen Resolution entsprechende 'Antrag des A.öd.B.- Verueters a»»s'Austritt des l5. V. a»»s allen örtliche» ödocl'sthnlriirgen »vurde mit II gegen 5!» Stimm ,, abgeleimt. Der Berichterstatter wies vor alle» Dingen ans folgendes ans der Tätigkeit des ödoclndlnilrings im letzte»» Jahr hin: Die Ablehtumg der Keteiligrurg des ödochschrllrings an der von der Regierrnrg in» Augirst vergangenen Jahres veranstalteten Gedenkfeier für die Gefallenen mit der Begründung, „der deutsche ödvchschulriug kam» in dieser Veranstaltung, bei der ein öderr Tritz lrbert zu Worte kom'nt, nickt eine Gesallenenehrrmg, sondern höchstens eine Pietätlcssigkeit erblicken": auf die Mituuterzeichnuug eines Wahlaufrnfes für den Reichspräfidentscbastskairdidaten Zarres von dein Vorstand der Altherrenschaft des ödochfchnlrings, auf die Bernerkung eines prominenten Führers des ödochschulrlirgö, Professor Spahn: „Die protestantischen Akadeiniker seien den 'Torderungen der katholische»» schon viel z»» weit entgegengekoinme»»", auf eine bisher uinvidersprochei» gebliebene Äußerung des ireuen ^.Vocsitzei»de»»:„Die löristenz von katholischen K'orporatio»»ei» »virke immer störend auf die nationale Gc'meinschasl". Die UnterzeichiMlig des Wahlaufrufes für Zarres fei besoiiders deslvegei» zu verurteilen, weil das konfessionelle Moment in stärksten» Maße in den Wahlkampf hi»»ei>,getragen »vorden fei. Rtan denke nur an den Aufruf des Evangelischen Bu»»des. Alle diese Tatsachen erbrächten trotz de»n guten Willen »nancher Stelle den Beweis, dasi die Parteipolitik, und zwar nach ganz bestirnmter Richtung hin, also im wahrsten Sinne richtungspolitisch, in» ödochschulring eine ööeilnstätte habe. Der Äochschulring sei von seinen

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