KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 11 (20.11.1925)
- Date
- 1925-11-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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K.C.-Mitteilungen Mitteilungsblatt der im Kartell - Convent der Verbindungen deutlcker Studenten _j_ I Bezug nur gemeinsam mit den K.<£.» | I Blättern. Bezugspreis ^all jährlich I 2,50 Mark zuzügl. 0,50 M. Postgebühr. I Abonnenientsdrstellungen durch den Ver- I '' laq und Las R. L. - Büro. ] jüdilcfien Glaubens vereinigten Korporationen. Anzeigen-Annahnie durch den Verlag und das A. L -Büro. Preis I,— M. für die einfach gespaltene Zeile nach Rudolf > Mosse Zeilenniesfer Nr. IS. „Die Verbindungen ini A. L. flehen auf dem Boden deutschoaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Aampf gegen den Antisemitisnlus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Aultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen vol »steil bilden, jederzeit bereit und iinstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigunz der Juden einzutreten. — Der K. L. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Iu«nfrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im A. L. keine Stellung, soweit dies nicht durch Abs. 1 und 2 bedingt ist.- 1925. BERhin, den 20, Ilouember | nr. 11. OnbQÜ: R. j. F. und K. C. S. 83. — Wer. die Wahrheit kennet und saget sie nicht! S. 84. — Verbandsnachrichten S. 86. — Wohnungsänderungen S. .88. — Personalnachrichten S. 89. — Inserate S. 89. — K. C.-Veranstaltungen S. 90. „R.j. F. und K.C." Von Fritz Nathan (Rhen.-Sil.) Die Rheinlandtagung des R. j. F. gab Veranlassung, mir folgende Fragen vorzulegen und anschließende Betrachtungen anzustellen. Wo war die jüdische Jugend? Wo war die studentische Jugend? Wo war der K. C.? Der Gedanke, daß unsere Jugend einmal der Erbe des Frontbundgeistes und der Frontbundtendenz sein soll, müßte eigentlich so selbstverständlich sein, daß eine Erwähnung hier überflüssig wäre; er müßte in allen Bünden und Korporationen so gepflegt' worden sein und gepflegt werden, daß ihre Mitglieder sich hätten freuen müssen, in der Rheinlandtagung die Gelegenheit zu begrüßen, einmal für diese ihre Gesinnung ein öffentliches starkes Bekenntnis ablegen zu können. Man mußte aber leider feststellen, daß die Jugend aller Richtungen es zu einem Mehr als den diesbezüglichen Phrasen bei ihren internen Versammlungen nicht gebracht hatte. Dieses Bewußtsein ist für den Frontsoldaten betrübend und beschämend zugleich; betrübend in der Erkenntnis, daß seine Bundesarbeit anscheinend mit ihm stirbt, — beschämend in der Lleberzeugung, daß er sich so bei der Zugend von heute getäuscht hat. — Sogar die jüdisch-studentische Jugend scheint trotz der Fuchsenstunden und des berühmten Konnexes mit ihrer Philisterschaft nicht das nötige Verständnis für den R.j.F. und seine Tagung gehabt zu haben. Der eine Teil wahrscheinlich, weil er sich über die Auswirkungen des Wiener Kongresses noch nicht einig war — und der andere vermutlich, weil er das Problem des Chargierens im kommenden Semester, mit all seinen Möglichkeiten und Folgen, während der Ferien durchzuwälzen hatte. (Die älteren Gesinnungsgenossen in den jüdisch-politischen Organisationen wußten das Gebot der Stunde erfreulicher Weise besser zu erkennen und demgemäß zu handeln.) Daß es auch eine jüdische Oeffentlichkeit gibt, zu der man bei gegebener Gelegenheit in eine — manchmal nur äußere — Beziehung zu treten hat, hatte sogar — und das kommt hier für uns in Betracht — der K. C. oder besser die K. C.°Verbindungen anscheinend vergessen. Es wird mir wohl jeder beipflichten, wenn ich meine, daß bei einer ähnlichen Kundgebung eines christlichen Reichsverbandes dieser Art die in Frage kommenden Korporationen sich nicht ausgeschlossen hätten, im Gegenteil: sie würden Wert darauf gelegt haben, irgendwie ihre Sympathie auszudrücken. Za, man hat sogar in K. C.-Verbindungen anläßlich der letzten großen Reichsbannertagung in Magdeburg die mögliche Teilnahme ernstlich erwogen und nur aus gewissen Rücksichten davon Abstand genommen. Aeber das Wie der Teilnahme an der R. j. F.-Kundgebung kann man allerdings verschiedener Ansicht sein. Da wir uns aber bei anderen Gelegenheiten auch gerne nach der studentischen Sitte richten, so denke ich in erster Linie an das Chargieren in der Erwägung, daß diese Form der Beteiligung ja nicht nur bei rein studentischen Anlässen von den Korporationen eingehalten und bevorzugt wird. In Worms, bei Anwesenheit des Lessischen Staatspräsidenten, war eine hochoffizielle Gelegenheit geboten, an dem äußeren Bilde des festlichen Rahmens mitzuwirken, ebenso wie in Köln das Erscheinen des Festredners — Kbr. Dr. Laas — schon mitbestimmend hätte sein müssen. Für diese wenig erfreulichen Vorkommnisse möchte ich durchaus nicht den G. A. verantwortlich machen, der sicherlich von der Bundesleitung des R. j. F. keine Einladung erhalten hat (M. E. auch eine Kurzsichtigkeit). Aber die Ortsgruppen des R. j. F. hatten Anweisung, alle Behörden, Korporationen etc. einzuladen, und in dieser sitzen an führender Stelle K.C.er, die dem Gedanken der Teilnahme des K. C. hätten näher treten müssen. Es genügt nicht, nur im eigenen Lause sich als K. C.er zu fühlen. Gewiß! Zn Worms war die Sache schwieriger. Aber z. B. Frankfurt und Leidelberg dürften doch für einen solchen Anlaß — die Verbundenheit der deutschen Juden mit.Deutschlands Geschick zu bekunden — in nicht allzugroßer Entfernung liegen. Bei der Veranstaltung in Köln gab es für das Erscheinen des K. C. überhaupt kein Lindernis, selbst die Ferien nicht. Lier hätten die Kbr. Kbr. und Bbr. Bbr. — trotz ihrer eventuellen großen Arbeit für den Festabend — dafür sorgen können und müssen, daß mindestens ihre Korporation in irgend einer Form offiziell vertreten gewesen wäre. Das war auch die Meinung vieler auswärtiger K. C. er, die ich in Köln gesprochen habe und die ihrer Verwunderung lebhaften Ausdruck gaben.