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KC-Mitteilungen · 1925-10-15 · Heft 10 (15.10.1925) · p. Seite 72

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1925
Issue
Heft 10 (15.10.1925)
Date
1925-10-15
Page
Seite 72 (sequence 2)
Language
German
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72 Wege und Ziele des Fuchsenunterrichts. Auszug aus einem Vortrag, gehalten beim 3. Schulungskursus für Fuchslnajore am 2*3. Juli 1925 in Bonn a. Rh. Von Rechtsanwalt vr. Erich Ster n. (Rhen.-Sil., Frib.-Ghib., Alb.). Die Methode des Fuchsenunterrichts ist bereits bei den beiden bisherigen Schulungskursen zum Gegenstand besonderer Referate gemacht worden. Bei dem ersten Kursus im Juni des vorigen Jahres hatKbr. Holländer „die Ausbildung der jungen K.C.er" systematisch behandelt und dabei die in Betracht kommende Literatur mit solcher Vollständigkeit und Ausführlichkeit angegeben, daß derjenige, der diesen Vortrag gehört und mit Verständnis durchgcarbeitet hat, tun Material für den Unterricht der Füchse nicht leicht in Verlegenheit geraten kamt. Dann hat bei dem zweiten -Kursus im März dieses Jahres Kbr. Braun tu seinem Referat über „Systematik und Technik des Tendenzunterrichts" aus seinen Erfahrungen als Fuchsmajor heraus eine Reihe von praktischen Winken und Anregtntgen für die Gestaltung der Tcndenzfuchsenstunden gegeben. Etwas Aehnliches beabsichtigen auch die folgenden Ausführungen; sie wollen nicht etwa den schon oft gemachten Versuchen, einen systematischen Plan des Fuchsenunterrichts aufzustellen, einen neuen derartigen Versuch hinzufügen, sondern sich im wesentlichen auf einige Anregungen „aus der Praxis für die Praxis" beschränken. In einer Hinsicht ist allerdings der Nahmen dieses Vortrages weiter gesteckt als der des Referats von Braun: während seine Ausführungen sich auf den T e n d e n z unterricht beschränkten, soll im folgenden der F u ch s e n unterricht als einheitliches Ganzes behandelt werden. Denn die Teilung des Fuchsmajorats, die allerdings in den meisten Verbindungen üblich ist, ist innerlich nicht begründet; sie kann nur mit der Tatsache gerechtfertigt werden, daß uns nicht genug Bundesbrüder zur Verfügung stehen, die beide Gebiete in gleicher Weise hinreichend beherrschen. So lange dieser Mangel fortbesteht, ist allerdings die Teilung des Fucksmajorats als das kleinere Aebel einem Zustande vorzuziehen, bei dem ein Teil des Gebietes überhaupt nicht vorgetragen wird. Am so mehr ist dann aber darauf zu achten, daß nicht etwa der eine Fuchsmajor sein Gebiet gegen das des anderen ausspielt, daß nicht in den Köpfen der Füchse das Gefühl eines Gegensatzes zwischen Komment und Tendenz gezüchtet wird. Diese Gefahr besteht allerdings, denn die Motive, aus denen die jungen Leute im K. C. aktiv werden, sind verschieden. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die in erster Linie sich vom bunten Korporalionsleben und seiner Romantik angezogen fühlen, ohne dabei sich über die Tendenz viel Gedanken zu machen; auf der andern Seite haben wir es mit Füchsen zu tun, die zwar die Erkenntnis der geistigen Grundlagen unseres Kampfes und das Interesse für jüdische Dinge mitbringen, aber den Dingen des Komments innerlich ablehnend oder ztun mindesten gleichgültig gegenüberstehen, wenn sie sich atlch der taktischen Notwendigkeit der korporationsstudentischen Formen nicht verschließen. Hier setzt die Aufgabe des Fuchsmajors ein. Er muß bestrebt sein, bei den einen das Verständnis der geistigen Grundlagen unseres Verbandes, die . Liebe zum Judentum, die Pflege der jüdischen Werte , zu fördern, und bei den andern das Gefühl zu erwecken, daß die Dinge des Komments für mts doch etwas mehr sind als rein taktische Mittel, daß auch sie — richtig betrieben — ihren inneren Wert besitzen. Er wird diese Aufgabe allerdings nur dann erfüllen können, wenn ,'er dabei von der Gesamtheit der andern Burschen, insbesondere von den Leibburschen der einzelnen Fttckse, unterstützt wird. Sind zwei Fuchsmajore vorhanden, so müssen sie .Hand in Hand arbeiten und stets das Ziel vor Attgen haben, daß jeder einzelne Fuchs, mag er attch zum .Komment oder zur Tendenz in erster Linie neigen, auf beiden Gebieten ein gewipes Minimttm leistet. Schon oft ist der Wunsch ausgesprochen worden, dem Ftlchsmajor, der ja selbst meistens ein Aktiver oder Inaktiver ist, eine gedruckte Anleitung für seine Tätigkeit zu geben. Wenn diese Anleitung bisher nicht erschienen ist, so liegt das lediglich daran, daß der mangelhafte Eingang der K.C.-Beiträge dem G.A. die Herausgabe dieses Fuchsenleitsadens, zu dem das Material bereits vollständig gesammelt ist, bisher unmöglich gemacht hat. Es ist dies ein Beispiel dafür, wie sehr die Pflichtvergepenheit einzelner Mitglieder das Interesse des gesamten Verbandes schädigen kann. Am so mehr mttß der Fuchsmajor sich der Aufgabe bewußt sein, nicht nur die Pflichten gegen die eigene Verbindttng zu lehren, sondern auch die Pflichten gegen den Verband, ztt denen — so kleinlich es klingen mag — atlch die finanziellelt Pflichten gehören. Aber auch schon jetzt gibt es eine Fülle von Material, das der Fuchsmajor als Anleitung für sein Amt mit Erfolg benutzen kann, deitn es sind in den früheren Jahrgängen des K.C.-Jahrbuchs und der K.C.-Blätter eine Reihe von Aufsätzen erschienen, die die Methodik des Fuchsenunterrichtes systematisch behandelt habeit. Es wird wohl bei jeder Verbindung wenigstens ein Exemplar dieser alten Jahrgänge vorhanden sein, und es seien deshalb diese Abhandlungen im Folgenden zusammengestellt: 1. Holländer: „Systematik und Technik des Fuchsenunterrichts in den K.C.-Verbindungen" — K.C.-Iahrbuch 1906 Seite 104 2. Jacobs wicz : „Der Fuchsenunterricht" — K.C. -Blätter Nr. 9 vom 1. Juni 1911 Seite 136 3. Jacobs wicz: „Der Ftlchsettunterricht im K.C. — Vorschläge ztt seiner Organisation" — K.C.-Blätter Nr. 9 vom 1. Juni 1912 und Nr. 10/11 vom 1. Juli 1912 Seite 175 und 201 4. Alexander: „Noch ein Vorschlag zur Aufstellung eines Lehrplans für den Fuchsenmtterricht im K.C. — Interne Beilage der K.C.-Blätter vom 1. Juni 1913 5. Braun: „Der Tendenzttitterricht"— K.C.-Blätter Heft 4 — 6 April — Juni 1923 Seite 14 6. Braun : „Systematik und Technik des Tendenzunterrichts in den K.C.-Verbindungen" — K.C.- Blätter Heft 2 April — Juni 1925 Seite 18 7. Protokoll des Diskussionsabends der zweiten Schulungswoche am 2. März 1925 — Rundschreiben des G.A. vom 28. April 1925 (beim K.C.-Büro erhältlich). Mehrere dieser Aufsätze eitthalten eilten vollkommen ausgearbeiteten Lehrplan des Fuchsenunterrichts; am gründlichsten durchgearbeitet ist der von Kbr. Holländer aufgestellte Plan, der auch die kleinsten Einzelheiten wie z. B. die „Geschäftsordnung für den Zeugwart" nicht vergißt. Diese Abhandlungen werden auch heute noch dem Fuchsmajor eine wertvolle Hilfe seilt können; allerdings darf er das, was dort niedergelegt ist, nicht kritiklos hinnehmen, sondern muß es den heutigen veränderten Verhältniflen anpassen. '»Auch wettn einmal der geplante Leitfaden für den Fnchsenunterricht erschienett sein wird, wird der Fuchsmajor dadttrch noch nicht der Aufgabe enthoben seilt, den Plan seines Anterrichtes selbständig aufzustellen, denn dieser Leitfaden wird sich im Wesentlichen darattf beschräitken müssen, Material und Anleitung zum Finden des Materials zu bieten; die Auswahl des Materials mttß aber durch den Ftlchsmajor selbständig erfolgen. Für diese Auswahl lassen sich wohl Minimalforderungen aufstellen, aber kein starres allgemeingültiges

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