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KC-Mitteilungen · 1925-04-15 · Heft 4 (15.4.1925) · p. [Seite]

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1925
Issue
Heft 4 (15.4.1925)
Date
1925-04-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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K.C.-Mitteilungen Mitteilungsblatt der im Kartell - Convent der Verbindungen deuticker Studenten Bezug nur gemeinsam mir den K. <£.« I lOdllCtieil GIQIIIDSIIS Blättern. Bezugspreis halljLhrlich I ... », nereinigten Korporahonen, _lag und das K. L.» Büro._| -- Anzeigen-Annahme durch den Verlag und das Ti. L »Büro. Preis l,— Ul. für die einfach gespaltene Zeile nach Rudolf Stoffe Zeilenmeffer Nr. 15. «Die Verbindungen tm A.L. flehen auf dem Boden deutfchoaterlSndischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur» und Lechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und Imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. — Der K. <£• lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Judenftage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrrbungen innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im K. <£. keine Stellung, soweit dies nicht durch Abs. 1 und 2 bedingt ist." 1925. BERLIK, den 15, April Nr. 4. 23. ordentlicher K.C.-Tag Der 23. ordentliche K.C.-Tag findet am 26. Juli in Bonn statt. Gemäß § 23 der K.C.- Satzung fordern wir die antragsberechtigten Verbände hiermit auf, Anträge bis zum 18. Mai an das K. C.-Büro einzureichen. Das genaue Programm der Tagung und des Sportfestes wird noch bekanntgegeben. Zimmeranmeldungen find zweckmäßig schon jetzt an eine l. K. V. Rheno-Silesia, Bonn, Rhenofilesenhaus, M-ck-nheimer Str. 28, zu richten. $ct Geschäftsführende Ausschuß des K. C. iCDBtDl flfeademilcfte und allgem, Dachricfitsn |D»B<DI Die hebräische Universität in Jerusalem. Am 1. April ist in Jerusalem die hebräische Univerfität eröffnet worden, eine Rumpfuniversität mit vorläufig zwei Fakultäten, einer naturwissenschaftlichen und einem judaistischen Institut. Eine Darstellung der Einweihungsfeierlichkeiten erscheint an dieser Stelle überflüsfig, zumal diese durch alle jüdischen Blätter und sogar durch die Tagespresse bekannt geworden sind. Wichtiger aber als diese Aeußerlichkeiten, und manches hierbei gefallen« falsche und richtige Wort, ist die Würdigung des Creigniffes selbst. Die Errichtung einer Universität in einem Lande ist meist der Endpunkt emer Entwicklung, ein Zeichen, daß nun der Tag gekommen ist, wo neben die Arbeit mit Hacke und Spaten, die Arbeit des Geistes treten kann, erwachsen aus der durch die Handarbeit geschaffenen Welt. Eine Gründung dieser Art ist die neue Bildungsstätte nicht. Sie ist in konsequenter Umkehrung der inneren Gedankenwelt des Zionismus die Pflanzstätte westlicher Kultur in neuem Land, innerlich aus anderer Gedankenwelt entstanden, ebenso wie die Straßen der Kolonien umaewandelte, aber nicht verwandelte westliche Stilarten ausdrücken. Als einer solchen Pflanzstätte erwachsen dem neuen Institut gewaltige Aufgaben. Erforschung der Grundlagen des Judentums und der Weltrcligionen überhaupt kann nirgends 'bester getrieben werden, als hier an der Geburtsstätte dieser Gedanken. — Auch die naturwissenschaftliche Abteilung hat große Aufgaben an undurchforschtem Platze zu erfüllen. Welche Erfolge aber erzielt werden, das wird von dem Geist abhängen. in dem gearbeitet wird. Universi. täten können gedacht sein als Geburtsstätten nationalen Geistes, so wie Fichte die Universität Berlin erstrebte und leitete, sie können erstehen alsvölkerverbindendeStelfett, als Beweise der Lehre von der übernationalen Macht der Wissenschaft. Die Universität Jerusalem wird zu dieser zweiten Gruppe gehören, oder sie wird verkümmern. Jüdisch-nationale Treibhaus-Kultur zu wecken und zu pflegen, kann ihre Aufgabe nicht sein und auch nicht ihr Ziel, dagegen spricht ihre Entwicklungsgeschichte und der Umstand, daß sie eben der Sproß westlicher Kultur und nicht dem Land entwachsen ist. Sie muß allen Studenten ihre Pforten öffnen, gleichgiltig woher und wohin ihr Weg sie führt. Ihre Katheder müssen den Großen aller Kulturen und aller Sprachen zur Verfügung stehen. Hält sie dieses Ziel nicht im Auge, so muß sie eine kleine Landesuniversität neben vielen anderen werden, wie etwa die Bildungsstätten Süd-Amerikas, dann wird sie im Parteikampf und im Streit zwischen Arabern und Iuden aufgehen. Ist sie sich ihrer Aufgabe aber bewußt, so kann sie über ihre religionswisfenschaftlichen Forschungsgebiete hinaus und durch diese die Welt von der Einheit der Entstehung der Menschheit überzeugen, sie von dem Unsinn religiöser Kämpfe befreien. Darum begrüßen wir sie in der Cr- Wartung, daß sie dazu beitrage, daß in messianischem Sinne das Wort wahr werde: Cs geht die Lehre von Zion aus und das Wort Gottes von Jerusalem. Nicht dem Geiste einer Partei, nicht der Welt des Nationalismus und des Rassenwahns, sondern dem Geist der Menschheit muß sie dienen. Hoffen wir, daß sie allen Bemühungen des Zionismus zum Trotz diesem Ziele zustreben und es erreichen wird.

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