KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 3 (15.3.1925)
- Date
- 1925-03-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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K.C.-Mitteilungen (Difteilungsblaff der im Kartell - Gonnent der Verbindungen deuiidier Studenten I Bezug nur gemeinsam mit den K. £.« I I Blättern. Bezugspreis halljährlich I | 2,50 Mark zuzügl. 0,60 M. pottgebnf)r. 1 I Abonnementsdestellungen durch den ver- I |_ laa und das A L.«Büro. | jüdiidien Glaubens vereinigten Korporationen. I Anzeigen-Annahme durch den Verlag und I das A.L -Büro. Preis I,—M. für dir I einfach gespaltene Zeile nach Rudolf |Masse Zeilenmeffer Nr. 15. „Die Verbindungen im A. L. stehen auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Aampf gegen den Antisemitismus ln der deutschen Studentenschaft und di« Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. — ver A. L. lehnt die Bestrebungen zurLösung der deutschen Judenfrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebongen innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im KC keine Stellung, soweit dies nicht durch Abs. L und 2 bedingt ist." 1925. BERhffl, den 15. (Därz Nr. 3. 3ni}Clit: 2. Schulungskurs S. 19. — Der Oberste Ehrenrat S. 20. — Akademische und allgem. Nachrichten S. 21. — Verbandsnachrichten S. 23. — Wohnungsänderungen und Personalnachrichten S. 26. Der Zweite Schulungskurs für Fuchsmajore. Vom 28.. Februar bis 2. März fand in Berlin der zweite vom GA. veranstaltete Schulungskursus für Fuchsmajore statt, an dem die Vertteter fast sämtlicher Verbindungen, die Attivitas und Jnaktivitas der Berlinier Verbindungen sowie zahlreiche andere Kartellbrüder teilnahmen. Die einleitende Veranstaltung am Sonnabend Abend stand unter dem Eindruck des an diesem Tage so plötzlich erfolgten Ablebens des Reichspräsidenten. Mit Rücksicht hierauf fiel der ursprünglich geplante Kommers aus; statt dessen würdigte Kbr. Holländer in einem kurzen Nachruf die Persönlichkeit des Heimgegangenen Staatsoberhaupts, deffen Gerechttgkeitssinn und llnparteilichkeit wir auch als deutsche Juden in dankbarer Trauer gedenken. Das Hauptthema des Abends bildete die Stellung des K.C. zum Verband nationaldeutscher Juden, eine Frage, die in unserm Verband in letzter Zeit oft mit Leidenschaft, aber nicht immer mit dem gleichen Maße von Sachkenntnis erörtert worden ist. Der leidenschaftslose, eine Fülle von Material bietende Vortrag des Herrn Kbr. Holländer diente dazu, die Kenntnis der für die Beurteilung des Problems wesentlichen Tatsachen zu vermitteln und zu verttefen. Der Vortragende zeigte die historischen und psychologischen Bedingtheiten auf, aus denen einerseits der K.C., andererseits der Verband nationaldeutscher Juden erwachsen ist, und mahnte dazu, diese Bewegung nicht nach herausgegriffenen Aeußerungen einzelner Führer, aber auch nicht nur nach dem Wortlaut der geschriebenen Statuten, sondern nach ihrem inneren Wesen zu beurteilen. — Eine ausführliche Wiedergabe dieses und der andern bei der Tagung gehaltenen Vorträge soll in einem späteren Hefte erfolgen. Herr Professor Dr. Clbogen, der'am Sonntag Vormittag über das Thema „Vom Schutzjuden zum Staatsbürger" sprach, verstand es, eine Fülle geschichtlicher und wirtschaftlicher Tatsachen aus den Jichrhunderten vor der Emanzipation in anregendster Weise vor den Hörem vorüberziehm zu lassen und in Beziehung zur Gegenwart und unfern Gegenwartsaufgaben zu setzen, llnsem zukünftigen Fuchsmasoren wurde dabei nicht nur ein reichhaltiges Material geboten, sondem sie werdm auch aus der Art, in der der Vortragende den gewaltigen Stoff in knapper und doch packender Form meistette, für die Technik ihres Unterrichts reichen Gewinn ziehen können. „Sport und Hygiene in der studentischenVerbindung^war das Thema, über das am Nachmittag Herr Aniversitäts-, Turn- und Sportlehrer Dr. Hirn referierte. Wer etwa geglaubt hatte, dieser Vorttag werde infolge der Wahl des Gegenstandes im Gegensatz zu den andern wissenschaftlichen Referaten stehen, sah sich aufs Angenehmste enttäuscht. Von hoher Warte aus beleuchtete der Vortragende die Entstehung und Geschichte der einzelnen Sportarten und Sportsysteme bei den verschiedenen Völkem und gab dann eine Reihe wertvoller Anregungen für die praktische Durchführung des Sports im Rahmen der akttven Verbindung. Einen besonders nachhattigen Eindruck werden wohl alle Teilnehmer von dem Vortrag des Herrn Dr. Alfred Wiener mitgenommen haben, der im Anschluß hieran über den „Zionismus in Palästina" sprach. Der Vortragende, der selbst eine Reihe von Jahren in Palästina gelebt hat, wußte nicht nur, die zionistischen Leistungen aus eigener Sachkunde kritisch zu würdigen, insbesondere in die von zionisttscher Seite ausgemachten Stattstiken, von denen so mancher sich nur allzuleicht blenden läßt, hineinzuleuchten, sondem er war auch in der Lage, aus eigener Anschauung eine Reihe bedeutsamer, bisher der großen Oeffentlichkeit unbekannter Tatsachen mitzuteilen. Zum Schluß des Abends hielt Kbr. Dr. Stern als Vorsitzender eine Ansprache, in der er anläßlich des an diesem Tage stattfindenden allgemeinen Trauertages der Gefallenen gedachte und insbesondere unfern im Weltkrieg dahingegangenen Kartellbrüdern herzliche Worte des Gedenkens nachrief. Am Montag abend sprach Kbr. Dr. Braun über „Technik und Systematik des Tendenz - unterrichts". Aus der Fülle reicher Erfahrungen, die er selbst als Fuchsmajor gesammelt hatte, gab er eine Reihe wertvoller Fingerzeige für die praktische Handhabung der Fuchsenstunde. Den Abschluß der Tagung bildete eine allgemeine Aussprache über die durch dm Kursus aufgeworfenen Probleme; dabei berichteten die Vertteter sämtlicher Verbindungen über den Stand ihrer Korporation und äußerten sich über die auf der Tagung gewonnenen Eindrücke. Zum Schluß dankte Kbr. Dr. Stern, der die Veranstaltungm am Sonntag und Montag geleitet hatte, im Aufträge des GA. den Vertretern für ihr Crscheinen, den Verbindungen Sprevia und Vineta für ihre Gastfrmndschaft. Cr betonte, daß der Erfolg der Schulungswoche davon abhängig sei, wie die einzelnen Verbindungen für die Verwertung der hier den Verttettm gegebenen Anregungen sorgten. Hierfür sagte er den Fuchsmajorm die Unterstützung des GA. zu.