KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 7 (15.8.1924)
- Date
- 1924-08-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Du sollst! Rede beim Festkommers anläßlich des K. C.-Tags 1924 .in Würzdurg. Von vr. S. Arias/,Lamburg (Fr.-Gh., Lans., Sax.). . . Beim Anblick der farbigen Mützen und blitzenden Schläger wird uns klar, daß der Kampf, den wir führen,, weniger eine Angelegenheit des kühlen Verstandes oder der^ Vernunft, als vielmehr eine des Herzens, der fühlenden Seele ist. Der große Aeberfchwang des Gefühls, mit dem es den Gedanken des „Vaterlands" ergriff und Vortrieb, ist es, der dem deutschen Burschenstudententum den Ruf von der Führerschaft. des Volkes auch gerade im tieferen Sinne dieses Wortes gebracht hat. — Der Gedanke vom „deutschen Vaterland" ist in diesem Sinne kaum 100 Jahre alt. Damals sang zweifelnd und fragend Arndt das Lied vom „Vaterland des Deutschen". Damals waren es die „Tyrannen", die Dynastien, die das deutsche Volk nicht einig werden lasten konnten. Heute ist ein neuer Tyrann in dem zerstörenden Begriff der „Raste" und des „Stammes" entstanden, der das deutsche Volk auseinander reißt und nicht einig werden läßt. * And der Zweifel, ob er ein deutsches Vaterland habe, ist das eigentliche Leid, die seelische Qual gerade des jüdischen jungen Deutschen, des jüdischen Studenten. Seine innere Stimme aber sagt ihm, daß der Zweifel, der von außen in ihn hineingetragen wird. Nicht wahr sein kann. Als vor 100 Jahren der Gedanke von „des Deutschen Vaterland" erwachte, stand der jüdische Mensch zum ersten Male in gleichem Rechte neben dem ringenden deutschen Bruder. Der Gedanke -vom „Vaterland" eines Fichte ist erfüllt von dem Geist des Mannes, der die ganze Geistesgeschichte Deutschlands bis auf den heutigen Tag entscheidend bestimmte, Kants! And die Quintessenz seiner Gedankenwelt ist in dem rücksichtslosen „Du sollst" seines sittlichen Imperativs enthalten. Der jüdische Mensch vernimmt bei diesem Gedanken das Echo seines Jahrtausende alten Schatzes. Ist doch dieses „Du sollst" zum ersten Mal unter den Glaubenssystemen des Altertums von jüdischen Lippen erklungen. And der große jüdische Deutsche Hermann Cohen baut auf ihm den Gedanken von der inneren Verwandtschaft zwischen uralt jüdischem uird bestem deutschen Geiste auf. Das „Du sollst stellt sich als ewige Forderung vor den Menschen, das „Du sollst" greift hinein in die Zukunft und verweist den Menschen in seine Zukunft. Der rastlose Geist und das unstillbare Drängen wird so zum Stigma des jüdischen wie des „faustischen" Menschen. So wird -das Deutsche vom jüdischen Menschen mit offener Seele erfaßt und — mag diese Tatsache beklagt oder begrüßt werden — das Ererbte tritt zurück gegen das nahe Lebendige. And in ihrer Mehrzahl sind die jüdischen Deutschen durch das 19. Jahrhundert jüdische Gefäße, erfüllt und durchdrungen von deutschem Geiste, geworden. Die Verwobenheit mit deutschem Geist hat den jüdischen Deutschen in das deutsche Schicksal hineinverwurzelt, und dessen Grundgedanke, der ewig in die Zukunft weist, verweist auch die Erfüllung seines Schicksals in die Zukunft. Dies Bewußtsein wird von überschwenglichem Gefühl ergriffen und wird in uns zum großen starken Glauben. Wo diese tiefe innere Gewißheit erwacht ist, schmerzt der Lärm von außen nicht mehr, denn der so bewußte jüdische Mensch ist in seinem Inneren gefestigt, sein Deutschtum ist ihm unumstößlich und kann ihm von keinem lärmenden Buben geraubt werden! . Wie wird diese mächtige Freiheit des Bewußtseins gestützt durch den ewig jungen Spruch Fichtes, den dieser der deutschen Ration, und insbesondere seinen deutschen Studenten zurief: „Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben, An deines Volkes Auferstehn. Laß diesen Glauben dir nicht rauben. Trotz all und allem was geschehn! And handeln sollst du so, als hinge Von dir und deinem Tun allein Das Schicksal ab der deutschen Dinge, And die Verantwortung war' dein!" Verantwortung! Hüben und drüben! Wir, insbesondere ihr Jüngeren, mögt euch bewußt werden, daß ihr in jeder eurer Handlungen verantwortlich seid, wir älteren euch mit unserer Erkenntnis zu festigen und die Qual des Zweifels zu nehmen. Wir alle, dieses Bewußtsein stürmisch vorauszutragen in dem großen edlen Schwung der Jugend, als Führer unserer Gemeinschaft; — Drüben, daß dort endlich einmal das Gefühl für die Schmach erwache, daß man den Mitmenschen hemmungslos und ohne jede Prüfung verleumdet, beschimpft und entwertet. Mehr Verantwortung in Denken und Verhalten gegenüber dem vermeintlichen Gegners Wird es so im Sinne Fichtes auf beiden Seiten, dann ist der Weg freigemacht für eine bessere und glücklichere Zukunft, an die wir glauben wollen! Dann gibt es keine zweifelnde Frage mehr: „Was ist des Deutschen Vaterland?" Sondern die jubelnde Antwort lautet: „Das ganze Deutschland muß es sein!" ' Neuordnung der K.G.-Karter und des Versandes der K.C-Klotter. Im Laufe der Zeit hat sich die Notwendigkeit ergeben, die K.C.-Kartei völlig neu aufzuüauen und auch den Versand der K.C.-Blätter nur noch an diejenigen Kbr. Kbr. zu bewirken, die uns neu aufgegeben werden. Wir fügen daher der heutigen Nummer der K.C.-Mitteilungen eine Personalkarte bei, mit der Bitte, diese genau ausgefüllt dem zuständigen A. H. V. oder der Verbindung zuzusenden. Die pünktliche Rücksendung liegt im eigensten Interesse der Kbr. Kbr., da wir die K.C.-Blätter nur noch an diejenigen versenden können, deren Personalkarte wir zurückerhalten haben. Um jedoch den wiederholt zutage getretenen Klagen, daß einzelne nicht in den Besitz der Blätter gelangt sind, abzuhelfen, bitten wir, die beigefügte zweite Karte erforderlichenfalls einem Kbr weiterzugeben, der bisher die K.C.-Blätter nicht^rhalten hat. Mehrbänderleute haben die Karte nur einem Verbände zuzusenden, die anderen jedoch daraus hinzuweisen, an wen Absendung erfolgt ist. Den Verbindungen und Altherrenverbänden stellen wir weitere Exemplare der Personalkarten zur Verfügung mit dem gleichzeitigen Ersuchen, bei Neuaufnahmen umgehend ausgefüllte Personalkarten dem K.C.-Büro zugehen zu lassen. Ferner bitten wir die Verbände, die gesammelten Karten nebst einem Verzeichnis sämtlicher Mitglieder uns spätestens bis zum 16. Oktober ausgefüllt zugehen zu. lassen. Soweit die genaue