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KC-Mitteilungen · 1924-02-15 · Heft 1 (15.2.1924) · p. Seite 4

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1924
Issue
Heft 1 (15.2.1924)
Date
1924-02-15
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 redjtifliuifl braucht nicht mehr imdiflewlcfen zu werden. Sie erfahrt keine Ablehnung. Nicht von der Leiuu-g des H. d. A, nicht von der „Slndentenvertretrmg". nicht vom Rektor oder der katholischen Studentenschaft. Sollte uns das nicht zu denken geben? Sollte nns das nicht veranlassen, beit Kampf anszngeben. uns am Sludentenlcbeu zu erfreuen und im übrigen uns zit sagen, das;, wer bis beute nicht überzeugt ist, nicht hören will, daß infolgedessen unser Prinzip besiegt ist? Sicherlich gibt cS viele, die diese Einsicht vertreten und mehr als einmal ist uns von Außenstehenden das gelehrt worden. Und doch ist es falsch. Würden wir diese Folgerung auö den Zeitereignissen ziehen, so hätten die recht, die in immer wachsendem Ansturm unsere Front derarmt Haberl, sie könnten uns mit Befriedung aus der letzten Eerschanznng verdrängen und Hutten gesiegt. Gewiß ist eS zwecklos, in eilte Versammlung, wie sie die oben geschilderten Münchener Versannillungen waren, mit allgemeinen Redensarten hincillzugehen. Aber unsere Kampftätigkeit im geistigen Sinne wird damit keine stie-nere, sondern eine gröbere. Die Kleinarbeit, sie ist bei uns jahrzehntelang überhaupt nicht und in den letzten Jahren viel zu wenig beachtet worden. Um aber dieser gewachsen zu sein, bedarf es einer weit besseren Schuiung für den einzelnen als zur früheren Zeit. Darum sind diese Vorgänge für uns nicht das Signa! für den Rückzug sondern hu Gegenteil das Zeichen, daß eine neue Phase des Kampfes begiunl, die uns eerüstet finden mus; und hoffentlich auch siuden wird, gerüstet mit deil Waffen, die unserer Gegner würdig sind in Wort und Tun So setzten die Vorgänge in München die Entwicklung fort, die seit jetzt drei Jahren audauern, die mit der berühmt gewordenen „Zalückhaltring" der Tnni rschast Markomalmo-Albertia in Frciburg im Jahre 1920 begann und die über München, Müusler, Halle usw. dahin führte, das; man in München die Schmähung der jüdischen Stlideutcn als eine Selbstverständlichkeit betrachtete, das; man in Frankfurt die Türen zur P a u l s k i rch e versperrte, in der eine Gedenkst icr für gefallene Studenten vorbereitet war. (vgl/heutiae Verbandsnachrichten). Ein Treppenwitz der Weltgeschichte ist es, dast der H d.A. in Frankfurt religiöse Gründe vorschob, um unsere Verbindung von der Teilnahme an der Feier sernmhalren, derselbe Hochschnlring, bei dem eS möglich war, das; weite Te-le die katholische Kirche ans das schärfste vernngUmpften. Genügt das iumler noch nicht, unl der katholischen Sludeutcusch lft zn beweisen. worum es gehl? Wie weit ist die.deutsche Akademikerlchast gekommen, das; es möglich ist, das;, wie cs in Frankfurt der Fall war, die Akademiterschafr sich schämt, offen die gewaltsame Ausschließung der Juden zu b'kemien und sich hinter die bui-huile Volksmenge verschanzt, die ohne „fremden Einfluß" den Juden die Teilnahme zu verwehren suchte. Traurige Zeiten der Zeti! Ein trauriger Rückblick ans das Jahr W2.;. Uneinig stehen die deutschen Akademiker da. In ihrer Mehrheit scheu sie ihr Ideal im Bürgerkrieg, in der Ablehnung der Universitas. Einzelne zielbewußte Schreier verstehen es, ruhige besonnene Elemente mit sich zn reißen, den alten festen Kern der deunchen Korporationen einseitig zir politisieren und sich umertan zu machen. Ein neuer Kulturkampf lebt auf, dem die Studentenschaft machtlos gegenüber steht, weil die. die sich gegen diese Art Kulturkampf stellen müßten, nicht derl Mut haben, sich gegen die zu stellen, die ihn in Szene setzen, aus A ngst, man könnte ihnen ihr Nationalgefühl bestreiten. So leben wir in einer Zeit, in der einer den anderen beobachtend, jeder ängstlich bemüht ist, sich keine Blöße zu geben, beileibe nicht anzustoßen, um ja n o ch nationaler, noch völkischer, noch deuischbewußler zn sein als der andere. Fort mit der Aengstlichkeit: Deutscher sein heißt selbstbewußt, überzeugung-treu sein, heißt nickt ängstlich nach Rücksichten frag.» nud da-um. rückt endlich ab, Ihr deutschen Studenten iu. Eurer Mehrheit von denen, die Euch zum Vorspann machen süc eine konstruierte Welt, die doch nicht Wittl'chkeit ist. Aber auch wir müssen aaS diesen E-eigu-ssen die Folgerung ziehen. Uns fordern die Ereignisse auf, erst recht wer-er zu kämpfen nicht nur, weil wir glauben, nicht für unsere eigene Sache sondern für die Allgemeinheit zu arbeiten, »nenn wir inner Werk vollenden, sondern auch, weil das Recht Recht bleiben muß und wir jene Konsequenz nicht ziehen können, weil sie eine Konsequenz der Verzweiflung, der Weltslucht ist, durch Ablebr voll der deutschen Kultur, durch Ausrichtung von Mauern um uns, auch uns um Jahrhunderte znrückzuwersen, so wie eS die anderen erstreben. ES ist unser eigenes staatliches Dasein, aber vor allen Dingen auch unser eigenes menschliches und kulturelles, das sine Leute zn zertrümmern versuchen und darum handeln wir als Männer der deutschen Kulurr aber auch als Nachkömmlinge derer, die süc ihre Ueberzcugung in den Tod gegangen sind nach den». Wort von Fehle, wenn wir unser,» Kampf fonsetzen und an Deutjchlanos Zukunft glauben trotz altem, was geschehen. Dabei siud wir überzeugt, daß nufere Handlungsweise auch der zweiten Forderung des F-ckteworres genüqt, besser als die derer, die es alltäglich im Mundo führen. s s s Verbandsnachrichten s s s (Die „Derbandsnachrichten^ für die nächste Nummer sind einzurelchsn bis spätestens 3. März.) Spve»,ia. Serliu. Wir cröffnetett das W S. am 16. Oktober 1923 mit einer Aktivilas von 26 'Staun. Die tmcriuü|ü|d)tn Chargrnwablcn ergaben: x Erich Fischer «Bau.) F. W. n. a.. xx Julius Hirsch (Bav.) n. i., xx> Werner Rosenberg. Bei den definitiven Chargenwahlen wurden die interimistischen beüarigt. Im Laufe des Semesters wurde umchargiert: An Stelle von Werner Rosenberg, der wegen ArbeiMbcrtastung im C. B. seine Charge nicht voll ausfüllen konnte, wurde a. B. Heinz Roscnthal iRH.-Pal.» zum **x gewählt. F. M. f C. i. a. B. Arndt (Sprev. >»h..lÄuest.). F. M. f. T. Kur: Braun (Spcev. A. H.). Im Laufe des Srmeaers trat i. a. B. Arndt von seiner Charge zurück; an seine Stelle trat i. a. B. Krebs (S-l., Rh.-Pat., i-prev.). In die Verbindung neu ausgenommen wurden die Herren stud. ,'ur. Baron, Kervansky, MargulieS, stud. pharm. Hermann und stud. inerc. Braun.

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