Unsere Tribüne
- Journal
- Unsere Tribüne
- Volume
- 3 (1926)
- Issue
- 13-14 (November 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Unsere Tribüne Nr. I3~t4 Und innerhalb der sozialistischen Öruppe immer als störend lBffipfunden wird, da, wie wir gesehen haben, eine inners Berechtigung und Notwendigkeit hierfür fehlt. Wenn auch die Partei im Augenblick noch nicht unbedingt damit rechnen kann, der älteren J. J. W. B. er, Bieder Jugendbewegung entwachsen sind, sich ohne weiteres für sich aktivieren zu können, so scheint doch dies im Bereiche des Möglichen zu liegen. Vor allen Dingen könnte öies mit fast absoluter Sicherheit erreicht werden, dadurch, Saß die Partei-Chawerim das ihrige dazu tun, um überall Öie Jugendgruppen des J. J. W. B. zu stützen, mit ihm in persönlichen Kontakt kommen, ihnen Kurse, Vorträge usw. halten, überhaupt in jeder Weise Fühlung suchen. Dies dürfte ein gangbarer Weg sein, um zu einer erneuten lebung der Partei zu kommen und diese im Leben des Öeutschen Judentums viel stärker und organischer zu verwurzeln, als dies bisher der Fall gewesen ist. Diese Ausführungen erheben weder einen Anspruch auf yollständigkeit, noch auf Berührung sämtlicher die Partei hierüber interessierender Fragen; sie sollen nur dazu dienen, Öie Jugend- und ^achwuchsfrage im Rahmen der Partei ernsthaft und mit Sachkenntnis zu erörtern. Notwendig ist Öabei, daß man sich immer fernhält von dogmatischen Begriffen und sich hütet Verhältnisse anderer Lande3- Organisationen unserer Partei (etwa der polnischen) schematisch auf die ganz andersartigen Verhältnisse in Deutschland zu übertragen. Die öfters in der Partei in letzter Zeit geäußerte Auffassung, daß unsere Ideologie an Boden gewinne und neue Menschen erfasse, entspricht tatsächlich fler Wirklichkeit und es gebietet ein geschicktes und kluges [Vorgehen, die bei der Jugend sich bietenden Chancen (auszunutzen. J Aus der jüdischen Gemeinde Die Vorberatungen für das kommende Budget, üas"diesmal in den einzelnen Kommissionen d.urchiberaten wird, sind bereits im Gange. Die Budget- Sitzungen sind für die zweite Dezemberhälfte zu erwarten. Unsere Mandatare haben neuerlich die dringliche Erledigung ihrer mm seit 2 Jahren nicht behandelten (Anträge gefordert und die Mehrheiteparteien wissen lassen1, daß ohne Behandlung unseres Wahlrechtsanträges an eine Zusammenarbeit in cler Gemeinde!gkr "nicht zu denken sei. Gleichzeitig wurden alle übrigen Anträge hervorgehoben und betont, daß eine Ordnungsmäßige Behandlung aller in festgesetzter [Reihenfolge gewährleistet werden müsse. : Diese Forderungen müssen zu einem Zeitpunkt .entschieden sein;, wo die Budgetberatung noch nicht •begönnen hat. " Die Herrschenden haben nun noch einmal das SSC^ort. Sie können sich keinen Täuschungen hingeben, Öaß dem Verlangen der jüdischen Bevölkerung^dies-!mal eine offene Antwort wird erteilt werden müssen. ÖDie Wahlrechtsfrage wir.d erörtert werden müssen. Die Juden Wiens, werden aus den kommenden Ereignissen erkennen, wie ihre Interessen in der jü- 'äischeff Gemeinde behandelt werden. haus soll in Bälde auch die erste gesellschaftliche" Veranstaltung der Vereinigung stattfinden. Am 9. November 1. J. tagte die Exekutive mit dem erweiterten Hat. Aus allen Bezirken wai*en die Mitglieder erschienen. Referent Dr. Bader berichtete in erschöpfender Weise über die Vorgänge ia der jüdischen Gemeinde und die .Stellung unserer Mandatare. An der daranschließenden Debatte lieteiligten sich Mitglieder der Exekutive und des erweiterten Kates aus allen Bezirken. Es wurden ferner die Orangisationsfragen der Vereinigung beraten, die Berichte der Bezirksorganisationen entgegengenommen, die Werbetätigkeit in der Oeffentlichkeit besprochen und die Aufklärung der jüdischen Bevölkerung Wiens über die Wahlrechtsforderung als das wichtigste Ziel uuserer Propaganda^ arbeit hervorgehoben. Die Durchführung einer Reihe von Versammlungen in den einzelnen Bezirken wurde gleichzeitig beschlossen. JT *- Aus unserer Organisation ~W. 2 W. * Vereinigung für soziale jüdische Tätigkeit. •Mitte September tagte die von der Exekutive, {eingesetzte .Sonderkömmission für die Aufstellung .eines Arbeitsplanes für.die Bezirksgruppen. Es wurde sein solcher ausgearbeitet, der in der Sitzung der Exekutive vom 7. Oktober mit wenigen Abänderungen angenommen wurde. Die^ Exekutive bestimmte außerdem ihre verantwortlichen Organisationsleiter für die einzelnen Bezirke Die zwei ersten Werbeversammlungen im heurigen Herbst haben bereits stattgefunden. Am 19. .Oktober sprach Gen. Dr. Glanz in Fünfhaus $ber die 'Aufgaben 'der jüdischen Gemeinde, am 21. fand 'in iHernals eine Ortsgruppenversammlung statt, in der Dr. Herzig, I<arl Pick und Dr. Glanz .referierten. Für Sie nächsten Wochen sind weitere Versammlungen in änderen Bezirken' in Aussicht genommen. In Fünf- PICK Von den Poal&Zion in Qeutsdilanö w. :m Mainz: "Wir haben Erfolge erzielt: unsere Borochow- Gedenkfeier, an der Ohawerah Dr. Margarethe Goldmann- Frankfurt a. M. das Referat über „Borochöw und sein Programm" hielt, war gut besucht. Auch ein Diskussionsabend, an dem ein Sozialist über Zionismus und Sozialismus referierte, fand statt. Die Zuhörer wurden mit unseren Gedanken und mit unserem System für den Aufbau .Palästinas vertraut. "Wir leisten jetzt selbständige Parteiarbeit und sind in allen Kommissionen, wie National-Fonds, Keren-Hajessod, Schekel usw. vertreten. Um unsere Ideen zwischen den jüd. Angestellten, die in der S. P. D. und in den freien Gewerkschaften organisiert sind, zu propagieren, veranstalteten wir einen - öffentlichen Vortragdes Ohawers Carl Cohen, .Frankkfuxt a. M. über die Probleme des Poale-Zionismus. Der Vortrag hinterließ einen starken Eindruck. — Wir hoffen in nächster Zeit eine wesentlich verstärkte Gruppe zu bilden. gez. B. Mittelmann. Hamborn a. Eh. Die technischen Arbeiten für die Wahlen des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden des gesamten Rheinlands am 1. 'Februar 1925 wurden der Hamborner Ortsgruppe übertragen. Em' den Wahlkampf einschließlich der nach Berlin abgeführten Gelder brachten wir Mk. 1000.—• ■ auf. In Hamborn stimmten 25 Prozent aller abgegebenen Stimmen für unsere Liste. Zwecks Konstituierung der Ortsgruppe referierte Chawer Neustadt nach den Wahlen bei uns und die Arbeit wurde aufgenommen. Im März veranstaltetenwir zu Gunsten des P. A. E. einen' Ball mit gleichzeitiger Häusersammlung, die mit gutem' Erfolg durchgeführt wurde und Mk. -100.— für den P. A. E. ergab. Im Mai eröffneten wir ein eigenes Vereinslokal mit einer reichhaltigen Jüdischen Bibliothek, in der auch täglich jüdische und deutsche Zeitungen aufliegen. Im Juni fand ein Ausflug nach Köln statt, an dem 50 Chawerim und Ohaweroth teilnahmen. Im Juli wurden 50 P. Z. Schekelim verkauft. Im Dezember wurde ein Borochow- Abend, an dem Chawer L. Schächter referierte, veranstaltet. Unser Verwaltungsmitglied Chawer Cliräpot,' der als Kunstmaler bekannt ist, gab uns ein Borochow-Bild, das! kunstvoll hergestellt wurde, zum Geschenk. Im selben Monat referierte Chawer Felix Eechenbach mit großem Erfolg bei uns. Später veranstalteten wir mehrere Abende, an denen die Chawerim Neustadt, Schächter, Lubinski, Dr. Neuberger und Dr. Ball referierten. In Hamborn sind wir die einzig maßgebende jüdische Arbeiterpartei. In unserem eigenen Heim, das jeden Abend geöffnet ist und gut besucht wird, haben unsere Chawerim Und alle jüdisch-sozial. Interessierten das Recht, unsere Bibliothek und Presse zu benutzen. Jeden Samstag Abend werden Vorlesungen mit anschließenden Diskussionen gehalten, Die . Beziehungen -zur S. P. D. isind gut. An jüdischen Gemeindeangelegenheiten nehmen wir regen Anteil. — Einige unserer Chawerim sind nach Palästina übersiedelt und wir stehen in regem Briefwechsel mit ihnen. Wir setzen unsere Arbeit fort und helfen so zur weiteren Entwicklung der Poale-Zion-Idee. J. Gerler. „Verwirklichung". Unter diesem Titel erschien das erste einer Reihe von Sammelbüchern in jiddischer Sprache, die die Leitung des „Palästina-Arbeiter-Eonds" in Tel-Aviv angekündigt hat. Das Heft ist reich an aufklärendem und ziffernmäßigem Material. Wir werdeu auf die einzelnen Arbeiten noch zurückkommen. NÄHMASCHINEN mit kostenlosem Stickunterricht FAHRRÄDER 1926 Auch gegen Teilzahlung!! Reparaturannahme aller Systeme! IX., Liechtersteinstr. 27, IV., Wiedner Hauptstr. 8 Telephon 16-5-64, 16-5-65, 57-109 Schreibmaschinen, Knopfpressen und Zugehör. Sport- und Touristenartikel Fabriksniederlage in Herren- und Damen- Modestoffen $. Meister Wien, I«, Salzgries Nr. 7. Telephon Nr. 69-402 Die Generalversammlung unserer Organisation. Am Dienstag, den 23. November fand die ordentliche Genoralversammlung der Wiener Poale-Zion-Orgn.nisatioii statt- Den Vorsitz führte (4en. Weichselbaum, als Schriftführer fungierte Gen. Itottenstreich. Gen. Singer erstattete den Tätigkeitsbericht. Er wies nach, daß es lins im vergangenen Berichtsjahr gelungen! ist, unsere alten Positionen zu erhalten, trotz der geringer» Unterstützung, die wir von der Mitgliedschaft erhalten haben. Den Kontakt mit den Kreisen, die uns nahestehen, haben wir aufrecht erhalten. Es ist uns sogar gelungen, einen wichtigen Schritt vorwärts zu machen: die Gründung eines Verbandes jüdisch-sozialistischer Arbeiterjugend zu verwirklichen. Diese Gründung kann ein Segen für unsere Bewegung werden, wenn unsere führenden Genossen es verstehen werden, die Bedeutung der Jugendorganisation richtig einzuschätzen. Mit scharfen Worten tadelte Gen. Singer die Untätigkeit unserer Berufsintelligenz und forderte den Ausschluß derjenigen, die ideologisch mit uns nicht übereinstimmen und ihre Pflicht dar Organisation gegenüber nicht erfüllen. Den Kassabericht erstattete Gen. Goldstaub. Aus dem Berichte ist zu ersehen, daß die finanzielle Lage der Organisation nicht ungünstig ist und daß Grundlagen, für eine gedeihliche Tätigkeit gegeben sind. Gen. Dr. Rudolf Glanz sprach über die „Notwendigkeit und Möglichkeit poaleziouistischer Tätigkeit in Wien". Er wies nach, daß es uns bereits gelungen ist, eine ansehnliche Peripherie um unsere Organisation zu schaffen und daß es bloß von unserer Aktivität abhängt, um die Gleichgesinnten organisatorisch zu erfassen. Nach einem- Referat des Gen. Singer über die Lage; in der Weltbewegung, wurden die Neuwahlen vorgenommen- In vorgerückter Stunde wurde die gutbesuchte Generalversammlung geschlossen. Achtung Genossen! A b e n d k u r s e. Die Abendkurse wurden bereits eröffnet. Der Kurs über jüdische Geschichte und Literatur findet jeden Freitag abends statt. Leiter ist Gen. Singer.. Anmeldungen werden noch entgegengenommen. Der Kurs: Hebräische Sprache findet jeden Dienstag.; statt. Leiter ist Gen. Landes aus Palästiua. Teilnehmer; können nur noch kurze Zeit und in beschränkter Zahlaufgenommen werden. ' , Weitere Kurse werden demnächst eröffnet werden. •;. Borochow-Gedenkabend. In der zweiten Hälfte des Monats Dezember wird ein. von unserer Organisation, gemeinsam mit dem Verbandes der jüdisch-sozialistischen Arbeiterjugend, veranstalteter Ge-. denkabend anläßlioh dee Sterbetages Ber Borochows statt-'- finden. Der Gedenkabend soll eine Veranstaltung größeren»': Stils werden. Die Genossen werden aufgefordert, sich den;; Veranstaltern zur Verfügung zu stellen. 6enossen, zahlet den SMeif WICHTIG FÜR JEDERMANN! Sorget vor für euch und eure Angehörigen, um beim Ableben eines eurer Teuren der Pflicht und Sorgen enthoben zu sein, für ein würdiges und modernes gj Leichenbegängnis aufzukommen. Um sich alle diese finanziellen Sorgen zu ersparen, müßt ihr sofort die Mitgliedschaft erwerben im VOLICS- FEUER - BESTATTUNGS - VEREIN SM OESTERREICH WI€N, VII., MARIAHILFERSTRASSE 88A Das Inkasso wird regelmäßig von unseren Vereinsorganen besorgt. Kein Wirtshausbesuch und längeres Warten notwendig. Die Gefahr des Verlustes der Mitgliedschaft durch Vergessen der Einzahlung der Monatsbeiträge fällt durch diese Maßnahme weg. KEINE KARENZZEIT! (WARTEZEIT) Schon nach Erlag des ersten Monatsbeitrages' und bei jeder Todesart ist der Verein verpflichtet, die kostenlose Einäscherung durchzuführen. KEINE ZAHLUNG AUF LEBENSOAUER! KLEINE MONATSBEITRÄGE! Die Beitragsleistung des Mitgliedes ist auf eine von ihm selbstzu bestimmende Zeitdauer beschränkt, dagegen besteht die .Mitgliedschaft auf Lebensdauer. Sa«entümer, Verleger; Herausgeber und verantwortlicher Bedakteur: Dr. Rud. Glanz, R.-A.-Anwärter, Wien, XVIII., Weimarerstr. 19/10. — Druck: „Adria", Wien, II., Taborstr. 52b.