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Unsere Tribüne · 1926-06-25 · 8 (25.06.1926) · p. Seite 4

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Journal
Unsere Tribüne
Volume
3 (1926)
Issue
8 (25.06.1926)
Date
1926-06-25
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Unsere TribOne Nr. 8 stundentajg,. Urlaubsgesete, Betriebsrat«, Mieterschutz, JugeödachutÄ hat. Soll das nun einmal eroberte erhalten werden können, sollen die Bmmgeiischiafteja der Revtoluti'on 1918 mr eine Vorstufe für den Umbau der kapitalistischen Gesellgehaft sein, so ist es unbedingt notwendig, die kommende Generation für den Sozialismus' zu gewinnen. Es ist sowohl im In.teres'S© der Äeltere n wie der Jüngere n, die Jugend, die arbeitende uaid ausgebeutete Jugend, zur Erkenntnis ihrer Klassen läge zu bringen. Auch die arbeitende jüdische Jugend, als Teil des internationalen Proletariats, muß endlich erkennen, wo ihr Platz ist, muß endlich bedenken, daß ihr die „Lasten der Unterdrücker nicht geziemen", sie muß sich endlich aufraffen und ihre Klasse erkennen. Die arbeitende judische Jugend hat' besonders viele Feinde zu bekämpfen. Sie muß den Klerikalismus, in einer jahirtaüsend alten Sklaverei großgezogen, überwinden. Sie hat aber außerdem ein falsch verstandenes Ideal, den Zionismus, auf seinen richtigen Geüialt zurück* zuführen. Im gemeinsamen Kampfe mit der Klasse, der sie angehört, Schulter an Schulter mit dem internationalen Proletariat wird die jüdische Jugend siegen. Nur der Sieg des inter nati onalen Proletariats wird der Sieg der arbeitenden Jugend, auch' der jüdischen, sein. Darum arbeitende jüdische Jugend erwach e I Samu Halpem. Aus der Bewegung der jUd, Arbeiterjugend — Das Verban&siburea-u Poale-Zion (vereinigt mit dem z. s. Verband) hat die Initiative ergriffen, um alle ihm nahete teilenden Jugecodorgamsationen in einer Gemeinschaft Kusammeta/Aifassen, die ihm Vertretung' in der Sozialistischen Jugend-Internationale erlialten soll. Bis jetzt sind bei der S. J. I. die jüd. soz. Jugendverbände aus Palästina, Polen, (Rumänien und Lettland angemeldet worden. — Sonntag, dem 6. Juni d. J., ist in Warschau die Vereinigung der „Jüdischen Sozialistischen Arbeiter-Jugend" mit der „Zionistisch-Sozial isti6che.n Jugend" zustandegelfoinmein. Die erste stand unter dem Einflüsse der Poale-Zion, die zweite war den Zionistea-Siozialisten (Zeug Ziion), die seit einem Jahre mit den Poale-Zion in einem Weltverbande vereinigt sind, angeschlossen. rln Palästina gab es bis vor kurzem bloß eine Org. Hato-wed" („Arbeitende Jugend"), die der AUgem. Arb.-Organdsation (Histadrufc Hapoalim) angeschlossen war. In der letzten Zeit ist auf Initiative der „Achduth Haawoda" eine ausgesprochene sozialistische Organisation unter dem Namen „Bachruth Soaialistit" (Sozialistische Jugend) gdschaffen worden. ' Der englische Imperialismus hat mit der Ausbeutung Palästinas bereits begonnen. Wir haben uns gewiß nie der Illusion hingegeben, als ob der englische Imperialismus' oder der eines anderen (Landes selbstlos' die Verwaltung eines fremdem Landes übernimmt, aber es hieß, daß zumindest in den erstem Jahren der wirtschaftlichen Entwicklung des1 Landes Investitionen seitens der Mandatarmacht gemacht werden, um Möglichkeiten der Ausbeutung für einen späteren Zeitpunkt zu schaffen. Da gab man sich der Hoffnung hin, daß wenigstens in den ersten Jahren der Aufbau des Landes durch das mächtige England finanziell gefördert werden wird. Daß das in Palästina nicht der Fall ist, daß dort die englische Verwaltung nur Gewinne einzuheimsen versucht, ohne beträchtliche Investitionen au machen, beweisen die Ausführungen Heinrich Margulies (Jüd. Rundschau, Nr. 32), die wir hier auszugsweise wiedergeben. Nach einer ausführlichen Besprechung des Palästina- Budgets für die Verwaltungsjahre 1921/22—-1925/26 gelangt der Autor zu folgendem Schlüsse: Dank der durch die Immigration entstandenen günstigen finanziellen Situation, dank dem Systeme der Ilegierung, sich allen öffentlichen Lasten schrittweise zu entziehen, sobald dieselben als freiwillige Lasten von den Juden selbst getragen wurden, hat die Regierung folgendes erreicht: Pfund Sterling a) einen verfügbaren Einnalimieübcirschuß per dh III. 1928 von v 470.604 b) ein© freiwillige ftückaahiung auf Vorkriegsschulden per 1924/2Ö in Höhe von 68.896 Vorkriegaschulden i. J. 1925/26 in Höhe schätzungsweise 150.000 c) Auszahlung der Jaffa^erusalenvEisenbahn mit zirka 350.000 1,039.500 wetchcr Betrag sich durch den noch unbekannten Einnahmeüberschuß pro 1925/26 auf rund 1,500.000 Pfund erhöht haben dürfte I Diesen anderthalb Millionen Pfund, welche die Itägierung aus den 'Einnahmen herausziehein konnte, steh«» fast genau als Leistungen des* Koren Hajessod für staatliche Ausgaben gegenüber: Pfund Sterling für Iniiensiedlung 647.389 für Edukation 393.938 für Immigration 247.220 für Health 171.584 für Publik Works 159.923 1.620.056 (Diese Ausgaben sind nur ein Bruchteil der gesamtem Investitionen seitens jüdischer Investiti'cmsgeseillschaften.) Ist es erlaubt, jetzt eine Bilanz der zionistischen Finanzpolitik zu ziehen? Das Geld, das der Keren Hajessod auf der einen Seite ins Land gebracht hat, hat die Regierung auf der anderen Seite aus den' Bevölkerung für ihre eigenen Zwecke herausgezogen. Sie hat es» teils benutzt, um den englischen Besitzern ottomanisclier Voiikriegsanleihe ein Geschenk zu machen, teils zum Ankauf von Eisenbahnen, teils ist efe noch verfügbar. Sobald die Regierung die Ziffern der Einnahmen veröffentlicht, werden wir für diese ein© gleiche Analyse unternehmen. Und wenn es dort gelingt, deutlich nachzuweisen, in welchem Maße die Einkünftesteigerung aus jüdischen Quellen kemmt, so werden wir genügend Material haben, um unseren Rechtsanspruch auf einen Teil der {^'gesammelten Schätze in den Staatskassen verteidigen und nachweisen zu können. Schon jptzt aber ergibt sich klar: der größte Fehler, den wir begangen haben, bestand darin, den Mandatvertrag hinzunehmen, ohne gleichzeitig den Abschluß finaoiziellwirtschaftlicher Verträge mit der Mandatsregierung auf der Grundlage gegenseitiger Leistungen zu erwirken. Man muß versuchen, diesen Fehler rückgängig zu machen. Auf die Dauer geht es nicht an, der Staatskasse Schätze aus unserem eigenen armen Kassen zuzuführen, ohne auch nur zu geringem Bruchteil davon profitieren zu können. Die Forderung, daß. ein Teil der durch uns ermöglichten Ueberschüssei wieder der jüdischen Siedlung zugeführt werden, sei es durch Aufnahme eines Postens für Inmensiedlung in das Budget, sei es in Form der Zinszahlung für eine zu schaffende jüdische Siedlungsanleihe, diese Forderung ei-gibt sich zwingend aus der Analyse. Es ist eine politische Forderung, die von den wirtschaftlichen Verhältnissen abgeleitet wird1. Es ist höchste Zeit, sie in das nächste Arbeitsprogramm aufzunehmen. Wentn man erwägt, daß bei all den angeführten Resultaten die .große Einwanderung von 35.000 Seelen im Jahre 1925/26 sich noch gar1 nicht einmal hat auswirken können, so ist gar nicht zu übersehen, mit was für phantastischen Ziffern wir es in weiterem fünf oder zehn Jahren zu tun haben werden. Bus 9er Weltbewegung. Rumänien. Bei den Wahlen ins rumänische Parlament hat unsere Bruderpartei die Kandidaten der intclrnationabn sozialistischen Föderation unterstützt. In Ozertnjowitk ist es) zu einer Verständigung mit der sozialdeinokratischein Partei bezüglich der Wahlaktion geklommen. Unsere Genossen haben in Aufrufen am die arbeitende jüdische Bevölkerung, in Sonderausgaben der „Arbeiter-Zeitung" in jiddischer und deutscher Sprache und in gemeinsame^ Versammlungen mit der sozialdem'okratischen Partei die Politik ,der bürgerlichen Zionisten und Nationaljudem, die um ein Mandat in eine1 Koalition mit der faschistischen Avares'cu-Regierung eingegangen sind, scharf bekämpft. Palästina-Rundschau. D a s J u b i 1 ärn m d e s „Da w a r". — Die Wirtschaftskrise, im Abnehmen. — Die Aktion beim Völ-; ' ikqrbund in Genf. Der „Dawar", die Tageszeitung der jüdisclien Arbeiterschaft Palästinas, hat in aller Stille den ersten Jahrgang übei^chritten. Vor einem Jahre, als' der „Dawar" zu erscheinen begann, wurden A^rschiefdeme Zweifel geäußert. Die einen meinten, die jüd. Arbeiterschaft ist noch nicht so weit, daß sie einer Tageszeitung bedürfen und imstande sein1 soll, sie zu erlialten), Die andejiien waren einer Tageszeitung überhaupt abgeneigt. Zweifler von Beruf meinten, daß der Versuch, eino Tagesizeitung der gesamten jüdischen Arbeiterschaft, aller ' Richtungen und Gruppierungen des Landes, sei nicht gut möglich. Das erste Jahr hat genügt, um alle diese Zweifler und Nörgler zum Verstummen zu bringen. Der „Dawar" ist heutzutage nicht bloß Kampfinsfcrument oder Sprachrohr aller Richtungen der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas, er ist eine der vorzüglichsten Zeitungen des AVeltproletadates überhaupt. Als Förderer der Kultur hat er sich vorzüglich bewährt. Der „Dawar" hat im Laufe eines Jahres 5000 Bände ernster Literatur unter den Arbeitern verbraitet. Er hat den Kontakt zwischen Golus und iörea Israel' fast klaglos1 hergestellt. Vor einem Jahre war es noch höchst ungewiß, \>b diese Zeitung imstande sein wird, ihre Existenz zu berechtigen und zu sichern, heutzutage .würde sie keiner ihrer Leser entbehren können. Das ist wohl das schönste Lob für die kleine Schar opferfreudiger GenJossen, die ein Jahr hindurch tapfer gearbeitet und trotz schwerer Kriaen dio Arbeit unverdrossen fortsetze».. Möge es ihnen und uns gegönnt sein, an dem Waclislan der jüdischen Arbeiterschaft im Lande und' an der Etotlwicklung seines vorzüglichen Spracliirlahres sich aailch künftighin erfreuen zu dürfen. * Es sind bereits Anzeichen der Milderung der Krise vorhanden. Das 'Steigen der* Eingänge des Keren-Hajess'od, das Einfließen anderer Gelder ermöglichen das Einleiten größerer öffentlicher Arbeiten und das .Erteilen von Hypothekarkrediten. Auch die Regierung bewies in der letzten Zeit — durch dio Erleichterung der Einfuhrzölle — ihren AVillen, der Krise zu steuern. Hoffentlich wird es jetzt wieder vorwärts gehen. * Wir können der jüdischen Arbeiterschaft, die, trotz der schweren Kriso, eine unvergleichliche politische Aktivität entfaltet, unser Lob und unsere Bewunderung nicht versagen. Aber, wenn die jüd. Arbeiter allen Ernstes daran glauben, daß der Völkerbund ihren Beschwerden Gehör schenken und die Mißstände beseitigen wird, werden sie wahrscheinlich eine arge Enttäuschung erleben. Der Völkerbund ist noch langte nicht die Institution, die berufen sein soll, Ungerechtigkeiten zu beseitigen und die Kleinen in Schutz zu nehmen. Gewiß muß man sich gegen zugefügtes Unrecht weinen, es ist auch begreiflich und politisch klug, wenn man dem Herrschaften in Genf die Tatsachen schildern, will, wie sie in Wirklichkeit sind, aber man darf sich nicht der Hoffnung hingeben, als ob wir vom diesem Vörkerbund wirkliche« Abhilfe erwarten können. Das darf man. nicht, denn sonst jgojgt Katzemjammer und Enttäuschung. Amerika, Das Komitee der GewerkÄch&.fts'-Üampagnc für das arbeitende Palästina hat die Zeit vom 15. Mai bis IS. . Juni als Abschlußmonat der Aktion festgesetzt. Bis jetzt sind bereits nahezu 50.000 Dollars nach Palastina 1 überwiesen worden. Das Endresultat dürfte sich auf 100—125.000 Do], lars belaufen. Unter den schwierige|n Bedingungen, unter denen die Aktion durchgeführt wurde, darf es wohl als bedeutender Erfolg bezeichnet werden. Von Wichtigkeit ist es, daß diesmal Vorbereitungen für eine permanente Werbe- und Sammelaktion getroffen werden. Von den Mitgliedern der Delegation der palästinensischen Arbeiter haben Ben-Zwi und Baratz Amerika bereits verlassen, Remes und Harzlfeld bleiben noch einige Zeit in den Vereinigten Staaten im Interesse der Campagno und noch anderer Aufgaben. Tel-Aviv. Imposant und würdig hat die Arbeiterschaft in Tel- Aviv das 20jährige Jubiläum unserer Bewegung gefeiert. Sonntag, den 16. Mai, veranstaltete die Ortsgruppe Tel- Aviv unserer Bruderpartei eine feierliche Akademie unter freiem Himmel. 3000 Arbeiter waren! erschienen. Auch von der Umgebung kamen Genossen, um am der Feier teilzunehmen. Reden wurden gehaltem von den Genlossen: Koltun, Kaplansky und Rubaschow, Ihre Ausführungen wurden von begeistertem Beifall begleitet. Der literarischmusikalische Teil hat bis gegen "Mitternacht gedauert. Auch in anderen Ortsgruppen des Landes werden Jubiläumsfeierlichkeiten vorbereitet. Gedächtnisfeier. Samstag, dem 8. Mai, fand im Festsaale. des „Alten! Rathauses" eine Gedächtnisfeier für die Gefallenen von) Tel-Chaj und von Jaffa (1. Mai 1921) statt. Der große Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Nach dorn KlavieiJvortrage von Chopins „Trauermarsch" sprachen HerrPo-j Professor Kellner und Gen. Singer über die Opfe'r, ihre Ideale und den Sinn ihres Todes. Die Feier hatte einen würdigen Vejrlauf. Die Jubiläumsnummer »Unsere Tribüne0 verschoben. Das Erscheinen der Festnummer;,Unsere Tribüne", die dem 20 jährigen Jubiläum unserer Bewegung gewidmet scjin soll, ist auf einein (späteren Zeitpunkt verschoben worden. Gratulationen. Ich gratuliere meinem Bruder Salomkm zu seiner, Ver mählung mit Frl. Frieda Achtentuch. Sachler Rardaoh. Dem Frl. Andermann und Herrn Hermann Rothenstreich, gratuliere ich zu ihren Vermählungen. Herzliche Gratulation dem Gen'ossen Salomen Bardacli zu seiner Vermählung mit Frl. Achtuch. . Mendel Singer. Fabriksniederlage in Herren- und Damen- Modestoffen y/ Se Meister Wien, I., Salzgries Nr. 7. Telephon Nr. 69-402 PICK NÄHMASCHINEN mit kostenlosem Stickunterricht FAHRRÄDER 1926 Auch gegen Teilzahlung!! Reparaturannahme aller Systeme! IX., Liechtensteinstr. 27, IV., Wiedner Hauptstr. 8 Telephon 16-5-64, 16-5.65,57-109 Schreibmaschinen, Knopfpressen und Zugehör. Sport- und Touristenartikel WICHTIG FÜR JEDERMANN! Sorget vor für euch und eure Angehörigen, um beim Ableben eines eurer Teuren der Pflicht und Sorgen enthoben zu sein, für ein würdiges und modernes Leichenbegängnis aufzukommen. Um sich alle diese finanziellen Soi-gen zu ersparen, müßt ihr sofort die Mitgliedschaft' erwerben im VOLKS¬ FEUER - BESTATTUNGS- VEREIN IN OESTERREICH WIEN, VII., MARIAHILFERSTRAIiE 88A Das Inkasso wird regelmäßig von unseren Vereins- Organen besorgt. Kein Wirtshausbesuch und längeres Warten notwendig. Die Gefahr des Verlustes der Mitgliedschaft durch Vergessen der Einzahlung der Monatsbeiträge fällt durch diese Maßnahme weg. KEINE KARENZZEIT! (WARTEZEIT) Schon nach Erlag des ersten Monatsbeitrages' und bei jeder Todesart ist der Verein verpflichtet, die kostenlose Einäscherung durchzuführen. KEINE ZAHLUNG AUF LEBENSDAUER! KLEINE MONATSBEITRÄGE! Die Beitragsleistung des Mitgliedes ist auf eine von ihm selbst zu bestimmende Zeitdauer beschränkt, dagegen besteht die Mitgliedschaft auf Lebensdauer, Eu$entü»er, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr.Rud, Glanz, R.-A.-Anwärter, Wien,XVIII., WeimarerMr. 19/10. —■ Druck; „Adria", Wien, IL, Taböratr. 62b.

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