Unsere Tribüne
- Journal
- Unsere Tribüne
- Volume
- 3 (1926)
- Issue
- 7 (20.05.1926)
- Date
- 1926-05-20
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Unsere Tribfine Nr. ist der „Buth-Hanoar" sozialistisch? .Ans Kfeisien dfef jtididoheto Jugend erhalten wir folgend« Jt^krift: >' Der „Brith Ilairoor" in Wien setzt sich aus dem •^tlfctoeleth. L&wan" und dem },lla^b.©mer Hazai" zusammen, rührende Mitglieder diesen: beidein JugeiiQgruppen, behaupten ttfti ihren Organisationeai, daß sie sk>zialistiscJi sind. Nun tekt der „Brith Hanoar" in der „Wiener Morgenzeitung" Wm 10. Mai einen Aufruf veröffentlicht, in welchem von Sfcfcialismus nichts zu finden ist. Es wird nur allgemein vkm Arbeit, Gemeinschaft, sozialen Verpflichtungen gesprochen, dem Worte Sozialismus geht man aus dem Wege. Biese Methode halte ich für verfehlt- und einer Jugendbewegung nicht würdig. Die Jiigentölichen sollten zu solch wichtigen Problemen eineeindeutige Stellung haben. Die Gewerkschafts-Kampagne in Amerika. Der Leiter der Palästina-Kampagne deff1 jüdischen Ofewerlcscliaften in Amerika, Max Pine, teilt mit, daß bisher 44' bar und Zeichnungen auf die Quote von 250.000 Dollar böreits 100.000 Dollar aufgebracht wtoirden Bind. Sammelaktion für die jüdische Jugendfürsorge. 'Fürsorge für verwaiste, verlas&erie', kranke und gefähr- -dete jüdische Kinder ist die Aufgabe der vor zwei Jahren ron der „Zentralstelle für jüdische soziale FürsOTge" in Wien, I., Seitenstettengasse 2, errichteten „Jüdischen Jugendfürsorge". In planmäßigem Zusammenwirken mit den ihr angeschlossenen Vereinen hat sie seit ihrem Be*- staaide reiche und fruchtbringende Arbeit geleistet. Mehr als 15 Milliarden Kronen wurden im Jahre 1925 für jüdische Jugendfürsorge verausgabt, viel Jammer und Elend wurde gelindert, aber die Zahl der scbutzbedürftigen jüdischen Kinder in Wien ist erschreckend groß, die Not wäclist Yton Tag zu Tag, die jüdischen Kinder- und Jugendheime «dnd in schwerer Bedrängtnisi und die nötigen Mittel können a$ohi aufgebracht werden, wenn nicht die Allgemeinheit •iier helfend eingreift. Mit Bewilligung des Magistrates der Bundeshauptstadt Wien -veranstaltet daher die „Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge" im Laufe dieses Monates, beginnend am 13. Mai, eine Sammelaktion unter der Wiener ' jüdischen Bevölkerung, deren Ertragnis den Institutionen der jüdischen Jugendfürsorge zugute kommen ttoll. Zu diesem Zwecke wurden in sämtlichen Bezirken Koniito s gebildet, wnd die Spenden werden durch legitimierte Saminl' r mittels S^injplb^geß eingesammelt werden. Bei der bekannten Opferwilligkeit der Wiener Juden is^ zu erwartenj daß jwche Mittel dem dringenden Hilfswerke zufließen werden. Bewerbung um die Aufnahme in die israel. Versorgungsanstalt, IX., Seegasse 9. Ansuchen im die Aufnahme in die israelitische Ver- *orgungsanstalt sind in der Anstalt selbst (IX., Seegasse 9) 5TO überreichen. Ans unserer Organisation. 20 Jähre Poale-Zionlsmus. sind e« 20 Jahre geworden, daß in Poltawa die Grün'dungskonferena der Fonle-Ztan Rußland« stattgerWden hat. Aus'diesem Anlasse wird dte nächste Nummer vünseTa Tribüne" der Geschichte und Entwicklung unserer Bewe*- gung gewidmet sein; Alle alten Genossen und Freunde werden ersucht, für die nächste Nummer, die gegen Ende Mai erscheint, Erinnerungen und'Erlebnisse aus den früheren Jahren unserer Bewegung einzusenden. Für die cr,ste Woche des Monats Juni wird eine Jubiläumsfeier geplant. Unsere l.-Mai-Feier. Am Aufmärsche der Arbeiterschaft haben wir als geschlossene Gruppe teilgenommen. In unserem Zuge mochte sich die Jugend besonders bemerkbar. Es waren Chawerim aus dem „Tchelefch Lnwan" ..Hasehorner Hazair" und „Chaluz". Unsere Gruppe erregte überall Aufsehen und wurde freundlich begrüßt. > Am Abend fand im dichtbesetzten Saale der „Jüdischen Bühne" unsere Mai-Feier statt. Nach dem Vorträge de|r „Internationale" am Klavier, hielt Gen. Singer die Festrede. Der Redner schilderte die Lage der Arbeiterschaft und insbesondere der jüdischen Arbeiter; in dein, verschiefdenen Ländern und wies nach, daß sich die kapitalistische Weltordnung immer mehr und mehr in Gegensätze verstrickt, und daß nur der Sozialismus den Weg ins' Freie für alle arbeitenden Menschen bahnen kann. Gen. Singer gedachte der Opfer des 1. Mai in Jaffa, im Jahre 1921 mid rief die jüdischen Arbeiter z.uv aktiven Tätigkeit für den Poale-Zionismus. Frau Graf-Wein traub und Herr Jung wir th sangen Arbeiterlieder, die mit großem Beifall aufgenommen wurden» Nach der Pause sprach der wunderbare Schauspieler Reißmann einen Momoliog, der ihm aber1 leider keinem Möglichkeit bot, sein großes Können zu entfalten. Die Aufführung des Sketsch: „Zwei Sehwieger" hatte einen einhelligen Heiterkeitseirfolg. Alle mitwirkenden Schauspieler — die Frauen : Weinberg, Waldberg; die HeoTeta: Jungwirth, Bell, Waldberg und Scharr — haben sich ihrer Aufgabe gut entledigt. Die Frau Glücksmann aber war dejl Clou des Abends. Die urwüchsige Ge&talt, diei sie schuf, ihr nicht zu bändigender Humor, waren vollendete Kunst, Mein tiefen Beileid epreeÖe ich' den Gebrüder Tartaköwer, detr Frau Dr; Hirschhorn und Chawer Arjeh' Taxtakoweranläßlich des Hinscheidens Nathan Tartakowers^aus. Mögen sie in "der Tätigkeit für den Palästinaaufbau Trost finden. Mendel Singer. der <über andere herrschen wollte. Das Streben nach einem autonomen Leben für beide Nationen ist tief eingewurzelt im ganzen jüdischen Jischuw. Die jüdische Truppe wird nicht zum Angriff gegen irgend jemand dienen, sondern nur sram Selbstschutz und zur Vermeidung von Blutvergießen. ..Wenn wir heute nicht die jüdische Truppe verlangen, eo tnjeht, weil sie eine Gefahr für den Frieden des Landes bedeuten würde, sondern weil es unter den gegenwärtigen politischen Bedingungen unmöglich ist, eine rein jüdische Truppe aufzustellen, trotzdem, nur die Juden des Schutzete bedürfen. Der Ausweg liegt, also nur in einer gemischten Truppe. Unsere Forderung ist die Aufrechterhaltung des- «ielben Verhältnisses, das für die Elitepolizei festgesetzt würde, für alle Truppen des Landes1. Ein Mitglied des Waad Leumi berichtete, daß eine solche.Verpflichtung ausdrücklich von Herbert Samuel und Deeds dem Waad Leumi gegeben worden ist. Auf dieses Prinzip können wir nicht verzichten. . *• In Palästina macht man sich große Hoffnungen auf die Delegation, die der Waad L'umi (Jüdischer Nationalr Bat) zum ersten Male zur nächsten Tagung des Völkerbundes nach Genf entsenden wird. Ein Genosse im „Dawar" äußert sich darüber wie folgt: Durch die Gesandtschaft wird zum ersten Mal der Jischuw vor einer internationalen Tribüne erscheinen. Als historisches Symbol bedeutet das Auftreten der Gesandtr schaft vielleicht nicht weniger als das Auftreten der Vertreter die Zionistischen Organisation auf der Konferenz in Versailles. Die Gesandtschaft darf die Bedeutung dieses Momentes nicht verkleinern. Sie steht vor zwei Arten von Problemen, Sie muß stärker und klarer als die Zionistische ^Exekutive die Empfindungen des Jischuw gegenüber der englischen Verwaltung ausdrücken. Selbstverständlich darf sie nicht die Dinge verschweigen, für die das Land detr englischen Kegierung Danlk schuldet. Aber auch die Erbitterung, die sich im jüdischen Jischuw angesammelt hat, muß zum Ausdruck kommen, der 3fangel an Unterstützung, die wir brauchen, und für welche eine Verpflichtung im Mandat besteht. Aber es gibt eine-andere wichtigere Seite. Mit Beschwerden aliein werden wir keinen Eindruck auf die englische Regierung machen, solange» wir nur 150.000 Menschen sind, und nur 4 Prozent des Bodens1 haben. Den Weg der Beschwerden sind auch die Syretf und die palästinensischen Araber gegangen, unid ohne Erfolg. Für die Eroberung von Genf muß ein umfassendes Bild unserer Betwegung gegeben werden. Man muß aus ihren ewigen Quellen schöpfen, die Schaffenskraft, die in unserer Bewegung enthalten ist, muß zum klaren Ausdruck kommen. Ueber alles, was hier geschieht, muß in Genf berichtet werden. Ueb-e/r die Bedeutung unserer Schöpfung für die Entwicklung des Landes, über die Opfer und die Schwierigkeiten und den unerschütterlicluen Willen, über alles, was das' jüdische Volk im Galuth durchmacht, damit die unerschütterliche Grundlage unserer Bewegung klar wird^ die mit vollem Namen Zwang heißt. In Genf muß der Geist des Friedens gegenüber dem andern Volk klar werden, deir den Jischuw beherrscht. Wenn der Waad Leumi beweisen kann, daß der Zionismus nicht ein Ideal von ein paar Phantasten ist, das durch eine der mächtigen' Nationen zeitweilig verwirklicht worden ist, weil diese ihn im interaationalen Spiel brauchte), sondern daß er die Bewegung eines mächtigen Volkes ist, durch welche eines der dringendsten intetrnationalen Probleme gelöst werden kann, dann hat er seine Arbeit getan. Die Eroberung von Genf wird stärker auf England wirken als der Zank mit ihm. Die Eroberimg von Genf eröffnet Aussichten für diplomatische und finanzielle internationale Hilfe. * Der erste Mai wurde im Lande sehr würdig und imposant gefeiert. In den Städten und Siedlungen fandein Massenmeetings und künstlerische Veranstaltungen statt. In Tel- Aviv nahmen an der Maifeier gegen 8000 Arbeiter teil. : * Am 28. April fand in Tel-Aviv die ordentliche Generalversammlung der Arbeiter-Bank statt. Der Reingewinn beträgt 5300 Pfund. Zum ersten Male wurde den Aktionären 5 Prozent Dividende bewilligt. Dem Reservefonds' wurden 1500 Pfund, der Hjstadrutu 500 Pfund, für Bauten und produktive Arbeitslosenfürsorge B00 Pfund, für den Natianal- Fonds 100 Pfund überwiesen. — Die ausgeschiedenen Leitrmgsmitglieder B. Katzenelsohn und A. Berlin wurden wiedergewählt. Arbeiter und Angestellte versichern ausschließlich bei der Gemeinde Wies Feuer- und EinbruchversicherungfürWohnungen - Unfall- und Haftpflichtversicherung - Glasbruchversicherung — Lebensversicherung ohne ärztl, Untersuchung bis zu 4000 Schilling oder in jeder gewünschten Währung Direktion: Wien, I., Tuchlauben 8 Telephon 67-5-40 Serie Fabriksniederlage in Herren- und Damen- Modestoffen S. Meister Wien, I., Salzgries Nr. 7. Telephon Nr. 69-402 DCf«imTiedes Arbeiters (1111111 I ist es, für die Verbreitung Arbeiterzeitung zu sorgen. Verlanget in eueren Betrieben die Einführung des Betriebsabonnements Verlanget auch in allen Lokalen, wo ihr verkehrt, die ARBEITER-ZEITUNG Bestellungen sind an die Verwaltung zu richten: Wien, V., Rechte Wienzelle 97 PICH NÄHMASCHINEN mit kostenlosem Stickunterricht FAHRRÄDER 1926 Auch gegen Teilzahlung!! ■■■■■■ Reparaturannahme aller Systeme! 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KLEIN6 MONATSBEITRÜCiEl Die Beitragsleistung des Mitgliedes ist aufeine von ihm selbst zu bestimmende Zeitdauer beschränkt, dagegen besteht die Mitgliedschaft auf Lebensdauer. Eigentümer, Verleger, Herausgeber lud verantwortlicher Redakteur: Dr. Rud. Glanz, R.-A.-Anwarter, Wien, XVIII., Weimarerstr. 19/10. —Druck: „Adria", Wien, II,, Taborstr. 53 b.