Unsere Tribüne
- Journal
- Unsere Tribüne
- Volume
- 3 (1926)
- Issue
- 5 (31.03.1926)
- Date
- 1926-03-31
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Jj-fsp---"" Seite 4 Unsere Tribüne Nr. 5 (Fortsetzung vton Seit« 2.) führen sollen, was wir begonnen haben, oder ob wir neues beginnen sollen, ohne die Möglichkeit zu haben, es zu vollenden. Was nützt es, wenn unsere Siedler zwischen Himmel und Erde schweben? Wir müssen unseren Freunden und unseren Feinden, dem ganzen jüdischen Volke beweisen, daß wir Siedlungspunkte schaffen, die sich durch eigene Kraft erhalten. Und wir können das nicht tun, wenn wir das karge Budget auf eine mechanische und künstliche Weise zugleich auf das Bestehende und das Neue ver-. teilen. Eine solche Chalukah (Einteilung) der Kolonisation bedeutet nichts anderes als eine Kolonisation der „Chalukah". Ich möchte mich aber nicht in eine theoretische Diskussion einlassen. Eine solche Diskussion ist für mich gefährlich, denn die neuen Siedler werden in mir ihren Gegner sehen. Ihnen aber brauche ich nicht zu erzählen, daß die Tatsache, daß es mir beschieden war, an der Spitze des Departements zu einer Zeit zu stehen, in der keine neue Kolonisation stattfindet, mir die Ruhe raubt. Ich habe Angst vor der Unfruchtbarkeit, als Folge des Mangels an neuer und erneuernder Kolonisation, aber — der Kongreß, hat das Budget beschränkt. Wir haben 270.000 Pfund erhalten. Davon haben wir 15.000 Pfund als Rückzahlung einer Anleihe und 15.000 Pfund zur Deckung der Vorausgaben für 1924/25 ausgegeben, so daß in unseren Händen nur 240.000 Pfund geblieben sind. Um nicht eine Wiederholung dessen zuzulassen, was sich in den Jahren 1922/23 und 1923/24 ereignet hatte, nämlich, daß das Budget zur Deckung der läufenden Ausgaben, und nicht zum Baue von Sieddungen verwendet wurde, war ich gezwungen Geld zu leihen, um Baumaterialien zu verschaffen und um'die Bewässerungsarbeiten fortzuführen (der Kongreß hat zwar einen Betrag für Bewässerungsarbeiten •bestimmt, doch hat man tatsächlich die hiefür bestimmten 20.000 Pfund für die Kolonisierung des; Mittelstandes reserviert). Die Zionistische Exekutive hat dieser Anleihe nur unter der Bedingung zugestimmt, daß man die gegenwärtige Leistungsfähigkeit des K. H. in Betracht zieht, und daß man ihn von tallen nicht bevorrechteten Budgetposten entbindet, solange seine finanzielle Lage nicht geklärt ist. Ein solcher Posten ist auch die neue Kolonisation. \Das war aber nicht der einzige Grund für die Verschie- Ijun'g der Absiedlung: Es mangelte an den notwendigen Vorbereitungen, um nur die Entwässerung des "iKischon und die Einrichtung der Wasserversorgung durch den N. F. zu nennen. Es1 'besteht in dem Dewirtschaftliche Departement, welches derrt Kongreß gegenüber die Verantwortung trägt. Ich bin sicher, daß die Genossen mich in der Verwirklichung der drei Losungen, die ich mir erwählt habe, unterstützen werden. Diese Losungen sind: Leitung, Wirtschaftlichkeit, System. Es sind die Grundlagen für ein bescheidenes, proletarisches Programm. Neue Massenarreste von Zionisten in Sowjetrussland Das Verbanclsbüro teilt mit, daJ3 laut streben aus Sowjetrußland eingetroffenen Nachrichten, dort neuerlich jJIa-ssenverhaftungen stattgefunden, haben. Am 11. März ist in Moskau die l'o-kale Gruppe des legalisierten Hechaluz mit dem Zentralkomitee des Hechaluz an der Spitze, verhaftet worden, und zwar die CJenteseaa. S. doldberg, S. Jewserichin, J. Altschüler und J. Sirntoowsky. An Stelle des abwesenden Dan Pines wurde dessen Frau verhaftet. Majx glaubt, daß dies der Beginn der Liquidation des legalem Hechaluz ist, die die Jewsektia schon sto lange fordert,- Es soll hinzugefügt werden, daß es sich hier nicht um Gegner der Sowjetmacht handelt, die Genossen des Hechaluz anerkennen die Sowjetdiktatur, sie werdiejn nun" dank den Intrigen der Jewsektia verfolgt. . , Weltkonferenz des Hechaluz. Vom 21. bis 27. März tagte in Danzig die Weltkonferenz der Organisation des Hechaluz. Dear Kionfere|nB wohnten \ion Palästina Ben-Gurjoin und Arlaa&orow! bei. Wir werden über die Konferenz n'oeh ausführlich berichten. Die Wiedereröffnung des jüdischen Lehrlingsheimes. Am Sonntag wurde das jüdische Lehrlingsheim in der Grünen Torgasse wieder eröffnet. Der Verein „Zukunft" 'wurde .mit dem Vereine zur Fördeanmg des , jüdischein Gewerbes fusioniert —: an sich öchion eint© sdhjri.symjpathiscbjä Erscheinung — der;,J'oint", die Bniej-Brith und die Kultusgem'einde haben mitgetan und sio wurde die Eröffnung und Erweiterung des Heimes ermöglicht. Das Heim ist bescheiden, aber zweckmäßig eingerichtet. Es ist dort Kaum für . 70 Lehrlinge. Auffallend ist nur, daß unter den Bildern kein einziges an das Leben und Wirken des Arbeiters erinnert.' : . Die Reden, die a.m! Sonntag, den 28. März, anläßlich der feierlichen Eröffnung gehabtem wurden, standem nicht auf deir Höhe. Eine Qual geradezu waren die eingepaukten Ansprachen, die die Zöglinge gehaltein habein. Das ist unpädagogisch und unzeitgemäß. Sehr angenehm von den sonstigen Reden hat die kurze Ansprache des Herrn Dr. Kahn, des Vertreters des „Joint", abgestochen. Im Gegensatz zu Dr. Ohajes..hob er die große Bedeutung Förderung der TXmschichtuing der Juden und energisch; partement keine Tendenz, die neue Ansiedlungj bis wies er es zurück, daß die Zöglinge und ihre Erzieher 1927 zu verschieben. Sollte sich aber die finanzielle. Lage nicht bessern, werden wir vor die Frage gestellt werden, ob wir die Last neuer Verpflichtungen auf uns nehmen können. Die Methode des fait accompli durch eine systemlose Besitzergreifung der Böden wird hier sicher nicht helfen. Sie wird nur die altenr Anklagen wegen Mangel an Disziplin und das Oeredeüber faits accomplis usw. wiederbeleben und die Auseinandersetzung über die neue Kolonisation auf eine ganz andere Ebene verschieben. Zum Schluß — noch einige Worte ,über das Ver- Zhältnis zwischen dem Merkas (Arbeiter-Zentrale) und dem Departement Die Genossen, die um die Rechte des landwirtschaftlichen' Merkas besorgt sind und eine Abgrenzung der beiderseitigen Kompetenzen fordern, fiaben recht. Gerade die Tatsache, daß an der Spitze cldsl Departements ein Mitglied der Partei steht, erheischt eine genaue Beobachtung der Grenzen, damit eine übermäßige Verwischung der Grenzen nicht als fcrezedent gedeutet werden kann zu einer Zeit, in welcher nicht ein Genosse die Leitung des Deparije-< mentsi innehat. Ich werde jetzt nicht über die Verträge sprechen. Ich will1 nur sagen, daß bei ihrer Unterzeichnung das gegenseitige Verhältnis des Merkas und des Departements genau umschrieben werden muß. Die Zionistische Exekutive hat ihre Zustimmung gegeben zum Abschlüsse eines besonderen Vertrages mit „iMir'y <äef 'die Rechte und Pflichten bezüglich de$> yerk£prsj mit den Siedlungen festlegt. Gleichzeitig muft.iman verstehen, daß ein Genosse, der an der. Spitze .eines Departements der Zionistischen Organisation steht, nicht bloß ein Schofar sein kann, der die Stimme der Siedler wiedertönen läßt. Auch der landwirtschaftliche Merkas muß sichnicht nur für die Person des Siedlers, sondern auch für den Betrieb als solchen verantwortlich fühlen; nicht nur für den Siedler, sondern auch für die Interessen der Kolonisation. Dasselbe gilt noch mehr für das land- Jioint" Wohltäter sehen sollen. Diese knappen Worfc^ sollten sich die Leiter des Heimes merken. Diese - Institution verdient zweifellos1 die Unterstützung der gesaimten jüdischen Bevölkerung. Jüdisches Theater. Freie jüdische Volksbühne. Der Verein „Freie jüdische "Volksbühne", der auf eine glorreiche Vergangenheit hinweisen kann, hat in Vorgerückter Jahreszeit seine Tätigkeit wielder aufgenommen. M'ontag, den 15. März, wurde die erste MitgliedeaVorstellung, „Der Landsmann", von Sek. Asch, veranstaltet. Das' Stück wird nicht zum ersten Male für di© Mitglieder aufgeführt, 4'och. hat es auch diesmal die "Wirkung nicht verfehlt. Man hat der Aufführung angemerkt, daß nicht genügend geprobt wurde. Doch waren die meisten Rollen gut besetzt. Herr Streng sollte mit seinen Mitteln, etwas sparsamejr umgehen, dann wäre die Wirkung größer. Dasselbe gilt für Herrn Nachbar. Ausgezeichnet wieimmer war Herr Sigall. Hervorzuheben wären moch Frau Dreiblatt und Frau Weißberg. Aber auch die übrigen Schauspieler waren. recht brav. i ' ■ Es soll hier festgestellt werden, daß sowohl die „Wiener Morgenzeitung", als auch die „Jüdische Miorgen-, post" (die übrigens inzwischen eingegapgen. ist), die doch über jedes Schundstück spaltenlange Berichte veröffentlichen, diese Vorstellung auch nicht mit einem ednzigetn Wort erwähnt haben. Schreiben sie wirklich nur dann Itezensionen, w-enqi sie Inserate von den Theatern bekomin^n? NÄHMASCHINEN II I T II mit kostenlosem Stickunterricht mW I Wk FAHRRÄDER 1926 Aue!I gegen Teilzahlung!! Reparaturannahme aller Systeme! IX., Uechtensteinstr. 2?, IV., Wiedner Hauptstr. 8 Telephon 16-5.08, 57-10© Schreibmaschinen, Knopfpressen .und Zwgehör. Sport- und Tourlstenartikel Motiatsprogramm. lov April sr Fortsetzung' der Aussprache über Sowjeferaßland und das .Problem der Internationale. ' 25). April: Palästina-Revue. Am 8. und 22. April Sitzungen. - Zusammenkunft jeden Donnerstag. j WICHTIG FÜR JEDERMANN! Sorget Vor für euch und eure Angehörigen, um beim Ableben eines eurer Teuren der Pflicht und Sorgenenthoben 'zu sein, für ein würdiges und modernes. Leichenbegängnis aufzukommen. Um sich alle diese finanziellen Sorgen zu ersparen, müßt ihr sofort die Mitgliedschaft erwerben im VOLKS¬ FEUER - BESTATTUNGS - VEREIN IN OESTERREICH WIEN, VII., MARIAHILFERSTRAIIE 88A Das Inkasso wird regelmäßig Von unseren Vereinsorganen besorgt. Kein Wirtshausbesuch und längeres Warten notwendig. Die Gefahr des Verlustes der Mit-, gliedschaft durch Vergessen der Einzahlung der Monatsbeiträge fällt durch diese Maßnahme weg.. KEINE KARENZZEIT I (WARTEZEIT) Schon nach Erlag des ersten Mtanatsbeitrages' und hei jeder Todesart ist der Verein veirpflichtet, die kosten-, lose Einäscherung durchzuführen. KEINE ZAHLUNG AUF LEBENSDAUER! KLEINE MONATSBEITRÜGEI Die Beitragsleistung des Mitgliedes1 ist auf ein© von ihm selbst zu bestimmende Zeitdauer beschränkt, dagegen besteht die Mitgliedschaft auf Lebensdauer. Israel. Kultusgemeinde Wien. S. Z. 222 ex 1926. Stellenausschreibung Bei der israel. Kultusgelmeinde Wien gelangen in nächster Zeit zwei Ko n z e pt s beam'ten s t eil e)n zur Besetzung. Die Stellen sind mit dem Befuge der VIII. Eangsklasse, 2. Gehaltsstufe, des Gehaltsscheimaa für die Angestellten der israel. Kultusgemieinde (derzeit S 195— p. m;.) verbunden. Nach zweijähriger zufriedenstellender Dienstleistung erfolgt die Definitivieruhg mit dem systemisierten Ansprüche auf weitere Vorrückungen. In Betracht kommen nur solche Bewerber1, welche' das 35. Lebensjahr nicht überschritten haben, die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen, sich, mit dem erlangten Doktorgrade der Reclitswissenschafteto! an einer inländischen Universität und einer mindestens einjährigen Praxiä in einem' juridischen Benrufe! ausweisen können-, der Stenographie kundig sind und in den Angelegeinheiten der jüdischem Beligionsgesfellschaft auf .Grund ihrer Erziehung und Lebetnsführung verständnisvolle Betätigung erwarten, lassien. Bewerbungsgesuchie sind mit den Nachweisen der israelitischen Glaubenszugehörigkeit, sowie der österreichischen Staatsbürgerschaft, einem Sittenzeugriislset, einem amtsärztlichen Zeugnisse über die physische/ Eignung und den Nachweisen über Studiengang und, bisheirge Tätigkeit bis längstens; 15. April 1926 in der Amtsdirektion der israel. Kultusgemeinde, Wien, I., ' Seitenstettengasse 1, zu überredchejn. Wien, 22. März 1926. Der Vorstand der israel. Kultus gemeinde Wien. 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