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Unsere Tribüne · 1926-03-17 · 4 (17.03.1926) · p. Seite 4

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Journal
Unsere Tribüne
Volume
3 (1926)
Issue
4 (17.03.1926)
Date
1926-03-17
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Unsere Tribüne Nr. 4 Einige Worte an die jüdische Jugend. Der gewaltige Prozeß im jüdischen Leban, die Rückkehr unserer Brüder zur Mutter Natur und' zur prodüktiven Arbeit überhaupt, hat natürlich eine mächtige Wirkung auf die jüdische Jugend ausgeübt. Die Idee' der Arbeit ist zum leitenden Gedanken, der jüdischen Jugend geworden. Mit der Idee cter Arbeit ist auch der sozialistisch© Oedanke in die Reihen der Jugietad eingcdrangefn. Es gibt kaum eine Organisation der jüdischen Jugend., die nicht von sozialistischen G-edatokeaagängexi orfaßt wäre. Das ist in erster Reih© der Einfluß der wunderbaren jüdischen Arbeiterschaft in Palästina. Wir jüdischen Sozialisten, stellen dies© Erscheinung mit Befriedigungfest. Eines nur finden wir der jüdischem Jugend nicht würdig. Es wird mit dem Gedanken des Sozialismus gespielt, im besten Eall wird übenden Sozialismus! diskutiert, aber es wird nichts miternommen., um mit den Trägern des Sozialismus —die Arbeiterschaft — in einen nahen Kontakt zu treten. Das sozialistisch© Wort ohne die sozialistisch© Tat ist kein geeignetes Erziehung.stmittel. Die jüdische Jiigend muß ihr Leben von Grund aus umwandeln, wenn sie befähigt sein soll, die Idee der Arbeit innerhalb unseres Volkes zu/m Siege zu fuhren. Diese Umlwandlung /kaum aber nur dann in die Tat umgesetzt werden, wenn di© jüdisch© Jugehdi nicht nur zum smialistischen Deniken, sondeirfn auch zur sozialistischen Tat erzogen wird, wenn sie sich schon jetzt als Teil der jüdischen A'ifbeitersjbhaft fühlt und sich der sozialistischen Bewegung anschließt. Das Bekenntnis zum1 Sozialismus zu! einem Lippenbekenntnis zu reduzieren, ist ein©, verfehlte Erzivhuivgsaiwnethjode und der jüdischen Jugend nicht würdig. Unser Vorschlag :■ Die sozialistisch, denkende jüdische Jugend soll sich in einen Verband jüdischsozialistischer Jugend zusammenschließen. Wir Wollen hoffen, daß die jüdische Jugend mit dem Sozialismus es ernst meint. Dir© Antwort auf unserej.i Vorschlag müßte dann eine einmütige Zustimmung sein. Die Entscheidung liegt bei dea* jüdischen Jugend. M. Singer. An alle arbeitenden Juden! ' Palästina macht gegenwärtig eine schwere wirtschaftliche Krise durch. Die jüdischen Arbeiter haben darunter aml meisten zu leiden. Die tapferen jüdischen Arbeiter sind voller' Zuversicht, sie sind überzeugt, daß die Krise in absehbarer Zeit überwunden werden wird. Aber inzwischen haben sie unter diesen schlechten Verhältnissen viel zu leiden. Die jüdischen Arbeiter in Palästina lehnen unproduktive . -Unterstützung ab, in vorbildlicher Solidarität gibt jeder beschäftigte Arbeiter seinem' arbeitslosen Kollegen einen Teil seines kärglichen Lohnes. Dies© - Solidarität verpflichtet auch uns1, arbeitende Juden,- den jüdischen Arbeitern in Palästina gegenüber unsere Solidarität zu bekunden und nach Kräften den Solidaritätsfonds, der zur Gänze für die jüdische Arbeiterschaft in Palästina bestimmt ist, zu unterstützen. (Fortsetzung Von Seit© 4.) Der „Doar Hajom" will aus sicherei' Quelle erfahren haben, daß Delfiner sein© Seidelnfabrik in Tel Awiw unter Leitung eines bewährten Eachmanines aus Wien in Bälde wieder zu eröffnen gedenkt.; Di©. Stadtverwaltung von Tel Awiw hat beschlossen, der Fabrik von Delfiner Steuerfreiheit bis zum Jahre 1930 zu gewähren, unter der Bedingung, daß die Fabrik binnen kurzeTn wieder ihren Bebrieb aufnimmt. * Im Jahre 1925 sind nach Palästina eingewandert 33.801, ausgewandert aus Palästina 21,41 Juden. Die reine Zunahme der jüdischen 'Bevölkerung durch die Einwanderung beträgt also 31.660 Seelen. * Wir haben bereits in der vorigen Nummer mitgeteilt, daß die Entfernung der Juden aus der oberen Polizei güoße Unzufriedenheit unter den Juden! hervorgerufen hat. Die jüdische Repräsentanz, der Waad Leumi, hat in dieser Angelegenheit bereits Schritt© bei der Regierung untetrnfammen. Im englischen Unterhaus hat Genosse Wedgwood diesbezüglich eine Anfrage an den Kolonialministea* Amery gerichtet. In der Beantwortung' erklärte der Kolonialmiuifiter, daß die Frage noch studiert wird. Unsere englischen Genossen stehen; dem' arbeitendeln Palästina tapfer zur Seite. * Zu den Beschlüssen der Konferenz der landwirtschaftlichen Arbeiter wollen wir noch nachtragen, daß beschlossen wurde, einen selbständigen' Kolcnnmtioinsfondf der Arbeiterschaft zu schaffen. Die Eingänge des Solidaritätsfonds werden ungesäumt und ohne jede Abzüge nach Palästina überwiesen! Wer rasch gibt, gibt doppelt! Verein der Freunde des arbeitenden Palästina. Der Gerechtigkeitssinn des jüdischen Hochschulausschusses. Der jüdische Hochschulausschuß hatte nichts besseres zu tun, als einen Eäuimungsprozeß gegen Studenten, die in den Baracken in Grinzing "wohnen, anzustrengen. Abgesehen von der Rücksichtslosigkeit eines solchen Schrittes, ist es geradezu unverantwortlich von einer öffentlichen Institution, einen Prozeß zu führen, der von vorneherein vollkommen aussichtslos! war und nur horrelnde Kosten verschlingt. Wir werden die Kommandeure des Hochschnlausschusses für diese Leistung vor der jüdischen Oeffentlichkeit zur Verantwortung ziehen. Die „Wiener Morgenzeitung", die Wahrheits- und G-erechtigkeitsliebende, hat sich natürlich für die Kämpen (des Hochschulaussfc'hnsses mutig eingesetzt.1 Von den Genossen in den Baracken erhalten wir folgende Zuschrift: Die „Wiener Morgenzeitung" beimüht sich vergebens, die in der „Arbeiter-Zeitung" voim' 11. März erschienene Notiz „Zionistische Unduldsamkeit" zu entkräftigeh, indem sie von 12 Fällen 3 herausnimmt, die — nebstbei bemerkt — unrichtig sind und zu'beweisen sucht, daß die Räumungsklage nicht aus politischen, s(otnder!n aus Zwe'ckfmäJ3,igkeitsgründen erfolgte. Die „Mongenzeitung" hat es unterlassen, anzugeben, daß von den 12 Mietern, gegen welche die Räulmungsklage eingebracht wurde, 6 bereits in der Baracke gewohnt haben, bevlor der' zionistisch© Hochschulausschuß das Eigeintitmisrejcht an derselben erworben hat und weit davon entfernt sind, auf ihr W'olrnrecht zu verzichten, um den Intentionen des zionistischen Hochschulausschusses, ein Heim1 'für zionistische Studenten zu gründen, Rechnung zu tragen. Daß die Räumungsklage ein Politikum war, beweist auch, die Tatsache, daß der zionistische Hochschulaussichuß gegen Niehifcsozialisten, die im Berufe stehen und keine Studsn.tein sind, mit der Räumungsklage* nicht vorgegangen ist, sich aber ©rfreichte, inskribierte sozialistische Studenten obdachlos .malchen zu wollen. Die Räumungsklage war das Resultat einer 'dreijährigen Hetze der zionistischen Studenten gegen\ die Sozialisten. Dank der Unterstützung des. Verbandes sozialistischer Studenten und der Poale-Zion, die eine entsprechende Anzahl von Verteidigern zur Vea-fügung gestellt haben, ist der leichtfertige Angriff auf sozialistische Studenten tapfer abgewehrt worden. Abonnenten für „Unsere Tribüne" werben, beißt Mitkämpfer für unsere Bewegung gewinnen. Der rasende Dr. Plaschkes. Wir haben schon -oft darauf hingewiesen, daß die Freude des Herrn Dr. Plaschkes an "seinem1 Berufe so weit geht, daß er sich nioht damit begnügen kanfn, als Rechtsanwalt vor den Richtern zu stehen, sondern geradezu Prozesse mit politischen Gegnern provoziert, um auch als Kläger oder Angeklagter vor Gericht erscheinen zu können. In einem dieser zahlreichen Prozesse, mit dem sich das Bezirksgericht Leopoldstadt vorige Woche zu beschäftigen hatte, leistete sich Herr Dr. Plaschkes ein 'Stückerl, das nur als besinnungslose Raserei bezeichnet werden kann. Hei-r Dr. Plaschkes lehnt© nämlich einen Vergleich mit der Begründung, daß er mit Dr. Oskar Trebitsch jun., weil etr konfessionslos, ist, nicht verhapideln will, ab. Diese Unduldsamkeit ist wirklich unerhört und wäre Dr. Plaschkes nicht längst als lächerliche Figur von allen politisch denkenden Menschen erkannt Worden, müßte jeder freiheitliche Jude diesen Geist der Inquisition öffentlich brandmarken, um auch nur 'den Scheiln einer Identifizierung zu zerstören. Aber wer nimmt denn noch heute den Herrn Dr. * P. ernst? 'Neugierig wäi-en wir bloß, was dieser rasende Jüdischnationale z. B. sagen würde, wenin die nichtjüdischen. Fußballer mit dem Hakoahner Eisenhofer nicht spielen wollten, weil er Christ war und zum Judentum übergegangen ist. Er würde sicherlich toben gegen den schwarzen und roten Antisemitismus. Denkt vielleicht' Herr Dr. P., daß einem jüdischen Chauvinisten gestattet ist, was man bei den Hakenkreuzlern verurteilt? Aber was nützen Vernunftgründe gegen einen Rasenden? Wir wollen ihn laufen lassen, er wird schon von selber fallen. Genosse ßrawer Vizepräsident des Reichsvereines. In der letzten Generalversammlung des Reichsvereines der Bankangestellten Oesterreichs ist das Mitglied unserer Organisationsleitung Bernhard Brawer zum1 Vizepräsidenten des Reichs Vereines gewählt worden. Monatsprogramm. Dienstag, den 23. März, 8 Uhr abends Fortsetzung des Kurses des' Gen. Singer: J. L. Peretz. Donnerstag, den 25. März, 8 Uhr abends: Aussprach© über Sowjetrußland und das Palobleml der sozialistischen Internationale. Arbeiter und Angestellte versichern ausschließlich bei der Gemeinde Wien isdie hnk Feuer- und EinbruchversicherungffirWohnungen — Unfall- und Haftpflichtversicherung - Glasbruchversicherung — Lebensversicherung ohne ärztl. Untersuchung bis zu 4000 Schilling oder in jeder ge- * wünschten Währung Direktion: Wien, I., Tuchlauben 8 Telephon 67-5-40 Serie Wien, I., Schulerstraße 18, Tel. 73-2-41 liefert gegen TEILZAHLUNG Schuhe, Anzüge, Kleider, Mäntel, Damen-Modellhüte, Wäsche, 8ämtl. Weißwaren, ferner Stoffe," Seide usw. Fabriksniederlage in Herren- und Damen- Modestoffen S. Meister Wien, I., Salzgries Nr. 7. Telephon Nr. 69-402 NÄHMASCHINEN mit kostenlosem Stickunterricht FAHRRÄDER 1926 auf TEILZAHLUNG Knopfpressen und Zugehör, Sport- und Touristenartikel IX., bieditensteinstraße 27 m & mm VI., tiumpendorferstF. 67 \\M I t K HJ., Wicöncp HauptstP. 8 ■ Tel. 16-5-64 u. 16-5-65 Reparaturannahme WICHTIG FÜR JEDERMANN! Sorget vor für euch und eure Angehörigen, um beim Ableben eines eurer Teuren der Pflicht und Sorgen)' enthoben zu sein,' für ein würdiges und moderne® Leichenbegängnis aufzukommen. Um sich alle diese finanziellen Sorgen zu ersparen, müßt ihr sofort die Mitgliedschaft erwerben im! VOLKS¬ FEUER - BESTATTUNGS - VEREIN IN OESTERREICH WIEN, VII., MARIAHiLFERSTR AHE 8811 Das Inkasso wird .regelmäßig von unseren Vereinsorganen besorgt. Kein Wirtshausbesuch und längeres Warten notwendig. Die Gefahr des Verlustes der Mitgliedschaft durch Vergessen der Einzahlung der Monatsbeiträge fällt durch diese Maßnahme weg. KEINE KARENZZEIT! (WARTEZEIT) Schon nach Erlag des ersten Monatsbeitrages! und bei jeder Todesart ist der Verein veirpflichbet, die kostenlose Einäscherung durchzuführen. KEINE ZAHLUNG AUF UEBENSOAUER! KLEINE MONATSBEITRÄCEI Die Beitragsleistung des Mitgliedes1 ist auf eine von ihm selbst zu bestimmende Zeitdauer beschränkt, dagegen besteht die Mitgliedschaft auf Lebensdauer. Eigentümer, Verleger, Herausgebe und verantwortlicher Redakteur: Dr. Rud. Glanz, R,.A.-Anwärter, Wien, XVIII., Wedmarerstr. 19/10. — Druck: „Adria", Wien, II., Taborstr. 52b.,

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