Unsere Tribüne
- Journal
- Unsere Tribüne
- Volume
- 2 (1925)
- Issue
- 15 (28.12.1925)
- Date
- 1925-12-28
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Unsere Tribüne Nr. 15 Welt verband die Vereinigung wirksamer und vollständiger zu gestalten. .Crcnossen! Die Pflicht ruft Euch! Tretet ein. in die Kampfreihen unserer Weltbewegung! Helfet die unbesiegbare Armee des jüdischen Sozialismus schaffen, die die breitoste erfolgreichste Aktivität auf allen Fronten unseres Lobens entfalten soll. Laßt uns mit vereinten Kräften, Hand in Hand mit. der organisierten Arbeiterklasse der ganzen Welt unseren Klassenkampf für den Sozialismus, gegen kapitalistische Ausbeutung, gegen die nationale Unterdrückung, für die Tirneuening des jüdischen. Lebens durch produktive Arbeit in allen Ländern, für die national© Aubomiomie und Gleichberechtigung, für die freie Entwicklung der jüdischen Massenkultur, für die Krönte unserer Bestrebungen, clas sozialistische Palästina. Bureau des Weltverbandes jüdischer sozialistischer Arbeiter Poale-Zion (vereinigt mit dem) Z. S. Verband). Bus Sern arbeitenden Palästina. Resultate der Wahlen in die städtischen Arbeiterräte, Im' „Dawar" findein wir über das Wahlresultat nachstellende Zahlen, die am besten dm großen Sieg1 der „Aohduth-Haawodaih" vemnsohaulichen. Jaffa~Tel-twiw: Achduth-Haawodah 20 Mandate, Hapoel Hazair 5, Poale-Ziiön (linke) 4r, Gdud Haawodah 1, Bäckerarbeiter 1. Insgesamt haben 4150 Wähler abgestimmt (voriges Jahr nur 1900), die Walübeteiligulng betrug 70 Prozent. Jerusalem1: Es wurden 1276 Stimmen abgegeben' (im Vorjahr 1011), das-sind 75 Prozent aller Wahlberechtigten. Auf je 41 Stimmen entfiel ein Mandat. Die Stimmen und Mandate bei den heurigen' und vorjährigen Wahlen verteilen sich folgendermaßen: 1925!024 Stimm«n Mandate Stimmjen Maatfate Achduth-Haawodah 823' 20 " 419 13' Linke Pbale-Zioh 65' 2 92 3 Gdud Awodah 87 2 132 4 Happel Hazair 86 2 Beamtenverbahd 65 2 231 7 Schamlossim-Verein 52 1 Baale Mischpachöth ■ 81 1 Steinarbeiter 55 1 32 1 Fraktion 49 2 32 1 Ungültige Stirnrnen 12 12 Von dein zwei Beojmtenmanid.abetn, erhielt eines die Achduth-Haawodah *(in summa 21), das zweite Beamtenmandat sowie das Mandat der Diener und Baale Mischpachioth erhielt der Hapo&l-Haaair (insgesamt 5 Mandate). Wälzend die Zahl der Wähler nur um] 20 Prozent anstieg, hat sdch die Stimmeinzahl der Achduth-Haawodah nahezu verdoppelt. Ihr© Mandat zahl stieg von 18 auf 21. Har>pel-!Iazair und die ihm hahestehenjdien Organisationen' erhielten fast dieselbe Stimnietaanzahl wie im Vorjahr. Trotzdem fiel das eine der Beambönina!n|cla.be der Achduth- Haawodah zu, so daß faktisch der Hapwl-Hazair Stimmen und 2 Mandate verliert. Die linke Boale-Zion verlor ein Drittel ilixer Stimmen und eines ihrer drei Mandate, trotzdem1 die ausgeschlossene' Fraktion die Parole ausgab, für sie zu stimmen. ' Auch der Gdud, der wieder, mit einer besonderen1 Liste auftrat, verlor Stimmen und Mandate. Haifa. An der Abstimmung beteiligten; sich 1390 von 1700 Wäldern (im 'Vorjahr 820)., Auf 44 Stimmen entfiel ein Mandat (im Vorjahr auf 27 Stimmen). 1925 1924 SUmmen Mandate Stimmen Mandate Achduth-Haawodah 776:,! "■ 18 338 13" Hapoel Hazair 275 G 140 5 Eisenbahher 108 2 78 3 Poale-Zion (linke) 92 ' 2 ' ■ 107 4 Professionelle Liste' — — 72 2 Gdud Awodah 40 1 57 2 Hadaszah — — 14 1 Fraktion — — , 86 3 Ungültig waren 22 Stimmen. Die Anzahl der Wähler ist in Haifa uim 65 Prozent gestiegen, Achduth-Awodah hat 130 Prozent an 'Stimmen und 5 Mandate gefwotnjnen, Hapoel Hazair gewann 97 Prozent Stimmen und 1 Mandat, linke Poale-Zion, die im Vorjahr mit: den Holzarbeitern vereinigt waren, verloren 15 Prozent Stimmen ,und zwei ihrer Mandate, trotz der Beihilfe der Fraktion, Tiberias. 172 von 250 Wählern stimmten ab. Achduth Haawodah erhielt 117 Stimmen und 8 Mandate, Hapoel- Hazair 53 Stimmen und 3 Mandate, 2 Stimmen waren ungültig. ' Komplizierter ist die Zusammenstellung des Arbeiterrares der beim Bau der neuen Stadt.Afuleh im Emek beschäftigten Arbeiter. Auch hier erhielt Achduth-Haawodah die größte Mandatzahl; 10. Ihr , am' näohsten kommt aber hier nicht der Hapoel -Hazair, der nur 5 Mandate errang, sondern die „List© der Kibuzimi", mit 9 Mandaten. Es erhielten feiner: Linke Poale-Zion 2, Unparteiische 2, Charoschiet Haemek 2, Irgun Jesreel 1, Kibuz Brenner 1, insgesamt 31 Mandate. Ein Teil der verschiedenen gewählten Parteilesen wird sich noch dieser oder jener Partei anschließen. Bestimmtes darüber steht noch nicht fest. Jüdische Hilfe für syrische Flüchtlinge. Die Hadassah und die palästinensische Kupath Ch'olim (Arbeiterkrankenkasse), die in Metullah und Kfar Gileadi ärztliche Beamte und eine medizinische Station unterhalten, haben ihre Beamten angewiesen, den syrischen Flüchtlingen in dieser Gegend, soweit erforderlich, ärztliche Hilfe zu leisten. Arbeitergesetzgebung in Palästina Der Entwurf eines Arbeitsgesetzes in Palästina, und dem mittleren Osten ist laut einer Ita-Mcldung soeben fertiggestellt worden. High Commissioner Lord Planier hat den Entwurf dem Oolonial Office zwecks Sanktionierung übermittelt. Für den Palästin i-Arbeiterfonds. 250.000 D o 11 ar- Akt iön in Amerika. Im Anschlüsse an die 5 Millioii]enrJ>ollar-Aktion für den Palästina-Aufbau haben die Poalezi'on Amerikas eine Aktion von 250.000 Dollar für den Palästinia,-Arbeiter-Fonds eingeleitet. Die jüdischen Gewerkschaften mit Max Pim an der Spitze haben sich der Aktion angeschlossen. Die Aktion in Frankreich. Die Poale-Zion in Frankreich haben eine Aktion für den P. A. F. eingeleitet.. Den' Aufruf für diese Aktion' haben u. a- Leon Blum!, Renaudell und Paul Gede gezeichnet1. , Die Aktion in Palästin'a. In der .Chanuka-Woche, die Tage der Gründung der Histaduith wurde im ganzen Lande eine großangelegte» Aktion für den P. A. F. durchgeführt.' Ueberall wurden' Versammlungen und Feiste veranstaltet. Es wird auch ein ansehnliches! finanzielles Erträgnis erwartet. Zwei Jubjlare. D r. Ch. Shy t'lowski und Sc halo-mi Asch Zwei bedeutende Persönlichkeiten feiern jetzt ihre Jubiläen: Chaim Shytlowski und Schalom Asch. Shytlowski ist einer der ersten Vorkämpfer und Theoretiker des jüdischen Sozialismus, Asch ist nicht nur der größte Repra> sentaint der jiddischen Literatur der Gegenwart, sondern einer der aktivsteh Männler im! Kampfe um unsere nationale! und soziale Befreiung. 0 Wir werden in einer 'fder nächsten Nummern die Leistungen dieser beiden großen PeraönÜchkeitein zu würdigen versuchen. Bus Oer Weltbewegung. Litauen. Auf einer Vorbereiteinden Sitzung des Z. K. wur.!:- d. r Bericht der Litauischen Delegation an' die 3. Weltfeouferenz des Z. S. Weltverbandes zur Kenntnis geniommen und einstimmig die yeie<rnigungsbeschlüsse angenommen. Der Name der Part''ei in Litauen bleibt unverändert. Die Partei veranstaltete eine Reihe großer Ve|rsammlungeh im ganzen Lande, in denen über .die Vereinigung und über den 14. Zionistenkongreß berichtet wurde. Die Kulturkommission des Z. K. geht daran, kurze Referate über aktuell sozialistische und zionistische Fragen zu veranstalten, und zwar in allen Städten. Das erste „Zur Vereinigung der Z. S. mit Poate-Zion" wurde bereits abgehalten. In der nächsten •'Zeit folgen „Geschifcht© und Entwicklung der Institutionen der palästinensischen Arbeiterschaft" und „Ideologische und programmatische Grundlagen ' des zionistischen Sozialismus". Eine Konferenz der litauischen Partei ist am IT. Dezember zusammengetreten. Auf der Konferenz sämtlichen.- jüdischer Volksbanken , (Kreditkooperativen) Litauens bildeten unsere Parbeige- / nosisen eine "große Fraktion von 22 Mitgliedern. Die Fraktion/ hatte auf der Konferenz eine führende Stellung inne. Unsere Genossen wurden sowohl in den Rat, als auch in die Ver/ waltung des Verbandes der Volksbanken gewählt. / -- / Lettland. j Die Dwinaker Partei hat zwei große Erfolge zu verzeichnen: Bei den Stadtrats wählen wurde ein Genosse/gewählt und bei dein Wahlen in das Prof. Büro (der einBeitlichien Gewerkschaft, der alle Arbeiter , und Angestellte außer den Eisehbahipjern und Staatsbeamten angehören), erlangte unsere Partei die absolute Stimmenmehrheit/ und damit 4 von dein 7 Sitzen' in der Verwaltung und zw«i von den 4 Sitzen in der Revisionjskidmmission. (Die rest/Iichen Mandate erhielt der Bund.) Auf der Oktober berat uni; konstituierte sich das Sekretariat des zionistisch-soziali'Stisfchen Jugend Verbandes in Lettland. Das Sekretariat wird die Arbeit der verschiedenen Z. S. Jugenjdverbänlde vereinheitlichen und die Organisieirungstätigkeit weiterfuhren. Die Dwinsker Z. S. Organisation! gibt ein Jiektographiertes Journal „Jugendwort" heraus, In allen größeren Städten Lettlands, Riga, Dwinsk, Libau hat die Z. S. Partei Brenner-Klubs gegründet, die von Arbeitern und Jugendlichen stark besucht werden. Durch die Initiative unserer Partei wurde endlich ein zentrales Komitee für das arbeitende Palästina,in Lettland gegründet, dessen erste Aufgabe 'die Schaffungvon Verewigungen für das arbeitende Palästina ist. Oertliche Komitees wurden in Dwinsk und Libau geschaffen.^ An den Dwinsker Feierlichkeiten zu TShren 'der Opfer der Revolution vom Jahre 1905 nahm auch imkere Partei Anteil. Amerika. Sukkoth hat im ganzen Land die Sammlung für den P. A. F. eingesetzt. Die ersteh größeren Summen wurden bereits hereingebracht. Das Z. K. hat beschlossen, in den Wintermonaben eine große Kampagne für die palästinensische Arbeiterschaft durchzuführen. In diesem; Zweck s'oll ein breiteres Arbeitei'komitee gebildet wejrden, dem alle Kreise angehören sollen, die bei der ersten Ge)werkschaft's- Kampagne mitgewirkt haben. Zur Kampagne »oll eine spezielle Palästinadelegatiön einti^effen. Das Z. K. hofft für die palästinensischen Arbeiterinlstitutiönen 250.000 Dollar aufzubringen. Nach, der Rückkehr von Weltkonferenz und Zionismen kongrel.) hat der Generalsekretär der Partei Chawer Hemlro eine Tournee über einen großen Teil Amerika« und Kanadas unternommen. Er referierte in einer Reihe von Städten über beide Weltkongresse, gründete neue Vereinigungen und-'hercitete die Winterarbeit vor. In New-York, 'Chicago. Philadelphia, Detroit. Pittsburg. Clcvelaud, Montreal, Toronto und einer Reihe anderer Städte entstanden innerhalb der Partei „Frauenklubs" für Mädohengruppcn, die sich als ihre Hauptaufgabe die Beschaffung von Mitteln für die Kwuzothbewegung in der palästinensischen Arbeiterschaft setzen. Die Frauenklubs haben für diesen Zweck bereits mehr als 3000 Dollars aufgebracht. In letzter Zeit wurden durch die Partei, gemeinsam mit dem nationalen Arbeiter verband in New-York, 6 neue Volksschulen gegründet, in Detroit, Torento und Cleveland. Insgesamt gibt es jetzt über 50 Schulen mit mehr als 5000 Schülern. Die Poale-Zion Jugendorganisation, die vor kurzem eine ergebnisreiche Konferenz abhielt, hat eine Reihe neuer Vereinigungen gegründet. Das Z. K. beschloß, eine Hilfsaktion für die Chawerim in Rußland durchzuführen. Außerdem führt die Partei eine Aktion zur Gewinnung von 1000 Abonnenten für den „Dawar"* Bus Oer Wiener jüOisdien Gemeint Abermals ein Budget-Provisorium. In den* letzten Plenarsitzung des Kultusvorstandes* wurde lein Budgetptfovisiorium für die Gemeinde bis März bewilligt. Voriges Jahr hatten die Herren die Ausrede auf die Kmstituiei-ung des neuen Vorstandes, die die Fertigstellung des Voranschlages verzögert hat. Heuer haben sie diese (.Ausrede nicht' und sind dennoch nicht fertig geworden, ]&it der Tüchtigkeit des Herrn Amtsdirektors Fuchsgelb jcheint es doch nicht ganz zu stimmen. Oder ist es gar auf die Verstimmung zwischen den' Zionisten und der TJnior zurückzuführen? Wozu der lange „Brojges"? Dia beidÄ Kompagnons passen doch so gut zusammen. . . y Die ruhmreiche Tätigkeit der Unterrichtsj kommission. j; In der Uhtemchtskommission der Kultusgemeinde lieg«! Gesuche nicht weniger als neun Monate und harren vergeblich ihrer Erledigung. Die Kommission kann sich auf keinen Fall aufraffen, um diesen Rückstand aufzuarJ beiten. So schaut die Tätigkeit der K. G. aus. j ' Vorsitzender der Uintentichtskommissiion ist der Union- \ Fülirer Dr. Ticho. / ' Israelitische Kultusgemeinde Wien. Im Interesse eines geregelten Dicmstgangeis' und mit /Rücksicht auf die Anforde-rulngen des interanen Dienstbe- /triebes sieht sich das Präsidiuim der Israelitischen Kultus- ■ gemeinde vera|nlaßt, zu verlautbaren', daß Empfänge von Deputationen -und "Einzelpersonen durch das Präsidium der Kultusgemeinde — 'dringende rund unaaifschiebbare Fälle ausgenommen. — nur an den Tagen Montag bis einschließlich Donnerstag jeder Woche zwischen halb 1 und halb 2 Uhr mittags und Sonntag von 11 bis 12 Uhr mittags stattfinden können. Um unnützes Warten zu vermeiden, wolle die beabsichtigte Vorspräche von Deputationen einen Tag vorher bei der Amtsdirektion der Kultusgemeind© angemeldet werden. Arbeiter und Angestellte l versichern ausschließlich bei der * Feuer- und Einbruch- « versicherungfürWoh- ), nungen — Unfall- und Haftpf licht versichen rung^« Glasbruchver- * Sicherung— Lebensn Versicherung ohne J,( ärztl, Untersuchung bis zu 4000 Schilling ,f oder in jeder gewünschten Währung Direktion- Wien, I., Tuchlauben 8 Tel. 67-2-72,67-401,69-0-63 Eigentümer, Verleger, Herausgeber tund verantwortlicher Redakteur: Dr. Rudolf Glanz, Rechtsanwalt, Wien, XVIII., Weimarerstr. 19/10. —Druck: „Adria", Wien, IL, Taborstr. 52b.