Unsere Tribüne
- Journal
- Unsere Tribüne
- Volume
- 2 (1925)
- Issue
- 13 (06.11.1925)
- Date
- 1925-11-06
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 4 Unsere Tribüne Nr. 13 werden. -Die Sprache muß durch kulturelle Güter, durch dem Arbeiter nahestehende Werte, vermittelt werden. Die Heranbildung von Arbeiter-Lehrern ist für unsere gesamte Tätigkeit in Palästina und .im Auslande von großer Wichtigkeit. Jedes Jahr wird eine Schar von ausgebildeten Lehrern nach allen Orten des Landes und der Diaspora ziehen, die für die erneuerte hebräische iKultur der jüdischen Arbeiter Palästinas tätig scin\verden. Diese Schar wird als Emissäre der palästinensischen Arbeiterbewegung aktiv in Palästina selbst und im Gallith wirken. Wir nehmen an, daß ein Jahr der Ausbildung für die meisten Schüler genügen wird. Wir werden bestrebt sein, im Institut eine Athmosphäre der wissenschaftlichen SelbstbiJdung durch Seminare und Bibliotheken 7.u schaffen. Das soll als Grundstein zur Ausgestaltung eines wissenschaftlichen Zentrums im Emek gewertet .werden. Ab. Kahan in Palästina. Der Redakteur des „Vorwärts", der größten jüdischen Tageszeitung Amerikas, weilte einige "Wochen in Palästina. Er ist von der jüdischen Arbeiterschaft des Landes herzlich empfangen Worden, Heine ersten Nachrichten, aus Palästina., die mit ehrlicher Begeisterung von den höchsten Leistungen der jüdischen Arbeiterschaft im Lande handeln, hal.eu in Amerika, großtui Eindruck gemacht'. Ali. K u Ii a n. hat bis jetzt nicht zu den Palilstinafrciunden gezählt. Eine Krise im Gdud Haawodah. Die letzte Ivonfeitenz des' „G&uid" hat eine innere Kri.ve dos Gdud, insbesondere bezüglich seiner politischen Orientierung, aufs Tapett gebracht. Es wird befürchtet, daß diese Krise auch auf die Wirtschaft des .,Cid.ud" rück wirken soll. Wir werden darüber noch ausführlich berichten. Gemeinde. I. Delegiertentag der Vereinigung für soziale jüdische Tätigkeit. t, Am Sonntag, den 25. Oktober, vormittags., famd im jüdischen Voneiuöhaiis, XV,, Berklotzgasse, der erste Delegiertentag der „Vereinigung" statt. Hiezu waren die Delegierten aller Wiener (Ortsgruppen uiiull eire große Zahl geladener Gäste, erschienen. Der Ernst der* Jter:itii;ngen d'es Delegiertentages wurde von den Gästen, clie sieh, aus den Eez-irlvß.veita'auien.smänner'n der ,, Y^reinigiung" zusammensetzten, voll empfunden. Mit großer Aufmeifcs:unkeifc wurdcu die Referate verfolgt und diskutiert. Dr. Bertold Harzig eröffnete den Delegierten tag und verlas die vom vorbciraitenclen Ausschuß entwu. rfene Geschäftsordnung, die einstimmig amg«e!niommeö\ wurde. Sodann referierte er über die Aufgaben dar „Vereinigring", deren Ziel es sei, die breiten Schichten der werktätigen jüdischen Bevölkerung aar ^Selbsthilfe zusanime;u»vifusseu. Der ./Vereinigung" komme die größte Bedeutung für die Zukunft der Juden in Wien zu. Unter dem Beifall der Versammlung dankte er dem bisherigen Vorsitzenden der Vereinigung, Arnold Pick, für die geleistete Arbeit. Nach Uebeu'ijrüfung der Delegiertenimandafe folgten die weitern Referate. Dr. Edwin Bader sprach über die Demokratisierung clor Jüdischen, Gemeinde und der andern jüdischen Institutionen Wims, Dr. Rudolf Glan« über soziale Arbeit, Erziehnngsweseil und Volksbildivngsairbeib unter der jüdischen Bevölkerung Wiens, Gustav Moritz ül:er die Lehre der jüngstau Knillisgaiiieiiulewa.l11eu. Eine Reihe von Berichten mußte veivch'ol en werden. Xacli. eingehender Generaldebatte wurden Exekutive und Kontrolle d;>r „'Vereinigung" gewählt.. In der ersteren wurde R. A. Dr. Bertold 'Marzig, in der letzteren R. A. Dr. Fritz Spitzer zu Vorsitzenden) gewählt. Der bisherige Vorsitzende Ai-nrild Piek wurde a,ls Mitglied der Exekutive wiedergewählt. Die ernste, ihre Aufgaben erschöpfende Tagung hat. der kommenden Arbeit die Wege geebnet. jSTumneh:r beginnt in allen Bezirken eine erhöhte Tätigkeit. Die neue Lei innewird alles daransetzen, die Juden Wie'us in 'der ,,'Vere i nigung" z u sa m menzu f a s sen. Was geht mit Herrn Rabb. Meiersohn vor? Vor einigen Wochen hat e=> in der Le'jpi udstadt verlautet, daß Herr Rabbiner Meier sehn vom Dienste suspendiert wurde. Es sollten dann alle Hebel La Bewegung gesetzt, worden sein, um die Suspondierung irückgängig zu machen und den Rabbiner zu pensionieren. Zurzeit sollen zwiscIkm dein Herrn Rabbinei" und dem Kulrusvorstande Verhaindliiugni bezüglich de.- Höhe der Pension, gepflogen werden. .Herr Me!ersv>h.u wird sicherlich in seinen Ansprüchen 'nicht bescheiden sein und die Herren vom Vorstände werden mit ihm keine leichte Arbeit haben. Aber warum sollte die jüdische Bevölkerung nicht erfuhren dürfen, was die Kultusgemeinde veranlaßt hat, ihrei Seelsorger so streng zu maßregeln .' Wenn Herr IhibbLner M( in?ohn sich gegen die Gemeinde und die jüdische Bovölkrrkung arg vergangen hat, welches liuteresf-e hat der Kultusvorstund, diese Vergehen_ geheim zu halten? Durch das Geheimhalten wird ja der Vorstand für die Tu.! i <l&< Herrn Meiers'ohln mitverantwortlich. Oder i.si das al'es Tratsch? Daun müßte die Gemeinde den Rsibbiror MeUrsehn gegen diese Tratschereien schützen. * Die Herren vom Kult Unverstände spülen ja wissen, daß Schweigen nicht immer Gold ist. . . . Wie die Kultusgemeinde Subventionen an Chaluzim verteilt. Tiotz aller Beteuerungen der "Herren, vom Präsidium des Kit 11usvorsta:inies, waten wir uns stets davül er klar, daß auf die Arbeiterfreundlichkeit dieser Herren nicht viel zn geben ist. Aber, daß auch die Chaluzim so rasch dei* Gunst der Leitung der K. G. verlustig werden, haben wir doch nicht vermutet. Und dennoch ist dem sie. Nach, einem Heferate unsc;es Genossen Dr. Glanz wurde eine Subvention a,n die Chaluzarganisation bewilligt. Die Herren Zionisten baten sich nicht getraut, dagegen zu stimmen. a"ber um ihre Feindlichkeife zur Schau zu tragen (in dieser Beziehung v_e\'.ü!nt den Vizepräsidenten, Herrn Dr. Löwcnherz,der erste I'.eis), tey/Avn sie durch, daß di.- Ausfolgung der Subvention an die Chaluziorganisation einem besenderen Kommissär, dem ,B.i,' pMii'ektinr Herrn Epler übertragen werde. Die Zionisten a.ennen. sr.nst die Chaluzim ilire ■Schoßkinder, wenn min aber ihre Tätigkeit zw unterstützen sich entschließt, geht e3 nicht ohne Demütigungen. Mau läßt sie von einem Kommissär überwachen. Außer der Unterstützung pn die Chaluzorganisation gibt auch die K. G. Beiseunterstützungen an einzelne Chaluzim. Auch hier unterscheidet die K. G. zwischen solchen, die von bürgerlichen und solchen die von proletarischen Fetteten gefördert weiden. Mit dem letzten Transporte ist unter einer größeren Zahl von Chaluzim eine geschlossene Gruppe ..Borochow" von 11 Genossen |naeh Palästina, abgereist. Während alle Chaluzim zu je SO Schilling an Rekseuutterstützung erhhalten, haben unsere Genossen blos nur je 20 Schilling erhalten. Wir haben gegen d.io-e nngoipcht© Verteilung scbhriftlicb eivergisehen Protest cinige'.egt,. Das Präsidium hat hierauf unsere Vertreter eingeladen, um diesen Fall aufzuklären. Das 'Resultat: die Herren waren nicht richtig deformiert. . . . Sonst läßt man den Chaluz strenge überwachen 'und kontrollieren, aber ein:1 telephonische Anfrage beim Palästina-Amte Tiber die Vermögens Verhältnisse der zu uritlc:fsbüt>:enden Chaluzim (,11 - Pal. Amt ist die einzige zuständige T'aliörcle). kann man sich nicht leisten. .Es glaube, wer will, daß es ein Zufall ist. daß gerade unsere Genossen benachteiligt wurden, wir sind überzeugt, daß es mit der Objektivität und Arbeüe--- freiindlichkeit des Herrn Dr. Löwe il ei z zusa.in,menhängt---- Bus unserer Organisation. Ordentliche Generalversammlung. Am 6. Oktober fand im Vortragssaale des Arbeiterheimes „Borochow" die ordentliche Generalversammlung der Wiener Poale-Zkm-Organisation statt. Den Tätigkeitsbericht hat Gen. Singer erstattet. Der Referent wies nach, daß das Organisationskomitee in der abgelaufenen Berichtsperiiodie sich nicht bloß auf die .innere Tätigkeit beschränkt hat, sondern stets bemüht war, in alle wichtigen Fragen im jüdischen Leben einzugreifen. Am Erfolge bei den Ku.ltuswa.hlen haben wir einen bedeutenden Anteil. In der Presse und in .Versammlungen sind wir .den Angriffen der bürgerlichen Zioni.sten auf die «Sozialdemokratie entgegengetreten. Wir haben der Organisation bei den anderen politischen Parteien Achtung verschafft. „.Für das arbeitende Palästina haben wir nach Kräften gewirkt. In den nächsten Monaten werden wir Gelegenheit und Möglichkeit haben, auf diesem Gebiete eine, intensive Tätigkeit zu entfalten. Für die nächste Tätigkeit hat Genosse Singer folgende Richtlinien entworfen: a) Engere Fühlung nahm j mit den Gruppen, die uns nahestehen, insbesondere mit den verschiedenen jugendgruppen. b) Die Errichtung einer Stelle für Propaganda und Verbreitung jiddischer Bücher und der Presse unserer Bruderparteien, c) In ,,Unsere Tribüne" den Vorgängen in der Weltbewegung und in der jüdischen Arbeiterschaft der anderen Länder mehr Aufmerksamkeit widmen, d) Die Veranstaltung literarischer Vorträge soll laut einem System durchgeführt werden. Schließlich wurden, nach eingehender Debatte, folgende Beschlüsse einstimmig angenommen: 1. Allen Mitgliedern wird der Beitritt zum „Vereine der Freunde des arbeitenden Palästina" zur Pflicht gemacht. 2. Dan Genossen ist der Beitritt zur „Vereinigung für soziale jüdische Tätigkeit" wärmstens zu empfehlen. 3. Die Tätigkeit der Kultusgemeinde soll mit großer Aufmerksamkeit verfolgt werden. 4. In den jüdischen Jugendgruppen soll eine rege Au f kl ä r ungsarb ei t dur chgef üb r t wer de n. 5. In den Institutionen, clie mit der Palästinawanderung und dem arbeitenden Palästina zusammenhängen, sollen unsere Vertreter eine größere Intensität entfalten; insbesondere sollen wir uns bemühen, Kwuzoih aus unseren Genossen, die nach Palästina jj-ehen, zu bilden. 6. Der Organisationsbeitrag wird um 20 Prozent erhöht. An Stelle der bisherigen Abgabe für den P. A. F. wird, ein entsprechender Teil des Monatsbeitrages für Schekel und .Verbandssteuer entfallen. Nach der Wahl eines neuen Organisati jaskomitees wurde die Generalversammlung geschlossen. Die konstituierende Sitzung des Organ'tsationskomitees hat die Arbeit auf verschiedene Referate verteilt. Als Geschäftstag ist Dienstag festgesetzt worden. Dienstag von 7—9 Uhr abends sind alle Referenten im Sekretariate zu sprechen. Die Kulturkommission hat bereits ihre Tätigkeit aufgenommen. Wie alljährlich, werden auch heuer Abendkurse für jüdische Arbeiter und Angestellte veranstaltet. Der Zuspruch ist in diesem Jahre besonders stark. Am 2. November beginnt der Unterricht. Die A r b e i t e r b i b 1 i o t h e k „Borocho w" wird Dienstag, den 3. November, neu geordnet und komplettiert, den Lesern wiederum zur Verfügung stehen. »Ergänzt durch Neuerscheinungen bietet dieselbe infolge der Auslese der Werke der jiddischen Literatur und der besonders günstigen Abonnementsbedingungen den jüdischen Arbeitern und Angestellten eine gute Möglichkeit geistiger Bildung. Vorträge und Veranstaltungen. Samstag, 7. November, Bericht über die VII. Weltkonferenz wnd die Lage in der Weltbewegung. Referenten Gen. Dr. Glanz und Dr. Sokal. — Samstag, den 15. November, Gedächtnisfeier für Gen. Leo Chazanowitsch. — .Samstag, den 22. November, Monatsversammlung. Thema: Revue über aj allgemeine sozialistische Bewegung, bl über die Lage in der jüdischen Arbeiterbewegung iund c) Palästinafragen. Sämtliche Veranstaltungen beginnen um 7 Uhr 30 Min. abends. Die Genossen werden ersucht, zahlreich zu ersclhcinc.n. Gäste willkommen! T h e a t e r k arte n a b g a b c erfolgt heuer nur an die Mitglieder der sozialdemokratischen Kunststelle-. Genosse Horowitz nimm fürt unsere Mitglieder jeden Dienstag die Anmeldungen entgegen. — F —! Wien, I., Schulerstraße 18, Tel. 73-2-41 S ■ " liefert gegen TEILZAHLUNG Schuhe, ' l Anzüge, Kleider, Mäntel, Damen-Modellhüte, * Wäsche, sämtl. Weißwaren, ferner Stolfe, Seide usw. * NAHMASCHINEN FAHRRÄDER 1925 Knopfpressen und Zugehör SPORT: und TOURISTENHRTIKE& IX., Liechtensteinstraße 27 Te, KliH m) lish6i VI., Gumpendorferstraße 67 B-.-.-i,,«,-..,!,-. 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