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Unsere Tribüne · 1925-07-01 · 9 (01.07.1925) · p. Seite 4

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Journal
Unsere Tribüne
Volume
2 (1925)
Issue
9 (01.07.1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Unsere Tribflne Mf. $ Wieser Ernennung, offiziell verständigt. Wer von der I4anda'tarmacht bei einem so wichtigen. Schritt 60 grundlich ignoriert wird, darf sich gewiß auf seinen politischen Einfluß nicht viel einbilden. Richtig hat sich ein Genosse aus Palästina (Ben- Ourion im „Kuntress") u. a. über diesen Fall geäußert: „Die Führer der zionistischen Organisation, die ihre politische Ohnmacht beschönigen und den Leuten einreden wollen, daß in politischer Hinsicht alles in Ordnung sei, töten das Interesse und .die Fähigkeit der zionistischen Bewegung für die politische Tätigkeit ab' und schwächen dadurch ihre innere Macht. Die Tatsache der Ernennung des' neuen Oberkommissäiis sollte allen die tatsächliche Lage veiv -anschaulichen. Die zionistische Organisation muß jetzt «Jire politische Schwäche anerkennen, um nach einem .Wege, der zu ihrer Erstarkung führen' sollte, suchen zu können." Ein mißglücktes Manöver der Jüdisch- Nationalen. Die Herren Jüdischnationalen bangen vor dem nächsten Strafgericht der jüdischen Bevölkerung Vor zwei .Jahren noch haben sie so geschickt manövriert, daß 25.000 jüdische Wählcrstimmen in den Papierkorb geworfen wurden, nunmehr haben sie allen Anlaß, den Zorn der mißleiteten Wähler zu fürchten. So sucht denn diese mißratene, verriltadacne, in Verfall begriffene Partei nach künstlicher "Wiederherstellung einer Popularität und eines Ehrenbürgertums in der jüdischen Oeffentlichkeit. ipa haben sie einen jüdischen Lehrer bei einer Aeußerimg in einer Wählervei-sammlung gepackt und wollen ihm daraus einen Strick drehen. Sie, die allen ihren Wablgiegnern pauschalier die Ehre abgeschnitten haben, für die die gegnerische Liste „vom ersten bis zum letzten eine moralisch minderwertige Gesellschaft" war, um mit Stricker zu reden, die jenes infame, anonyme Plugblatt den Kultuswälilern ins Haus schickten, in deinen sie ihre Gegner als Bolschewiken mit „geradezu hakenjkrouzledschen Methoden" denunzierten, werden auf einmal zu den Ehrenhütern der •« jüdischen, fTemeinde, Aber die Herren Judischnationalen machen wieder ein- •wial ihre Rechnung ohne die jüdische Bevölkerung. Ihr schäbiges Manöver wird durchschaut, der Ansehlag gegen die GJewerkscliaft der Augestellten der Kvüt\isgemeinde abgewehrt werden und die Herren Jüjdischna.tiohalen der unabwendbaren Verachtung der arbeitenden jüdischen Bevölkerung preisgegeben werden, die es satt hat, diesen Violkaverführei'n noch einmal aufzusitzen. ■mwwwi■■■■■■■■»■■■■■«»■■■«■■■■■■■■■■■■■■■w »■■■■■•■■ara Abonnenten für „Unsere Tribüne" werben, heißt Mit Mampfer für unsere - Bewegung gewinnen. Bus dem arbeitenden Palästina. Die dritte Generalversammlung der Arbeiter-Bank. Gegen Ende Mai fand in Tel Awiw die dritte ordentliche '.Generalversammlung der Arbeiterbank statt. Aus dem' Berichte des Sekretärs ist zu ersehen, daß das Geschäftsjahr 1924 als gutes bezeichnet werden kann. 11.000 Pfund sind im Laufe des Jahres, für den Verkauf von Aktien eingegangen. Der größte Teil stammt aus Europa und ist dank der Tätigkeit des Komitees für das arbeitende Palästina eingebracht worden. Die zionistische Organisation hat ihrerseits ebenfalls den Betrag von 11.000 Pfund beigetragen. Im Hinblick auf die Eingänge ist die Annahme berechtigt, daß noch im Laufe des Jahres 1925 das gesamte Darlehen der zionistischen Organisation in das Stammkapital der Arbeiterbank in der Form von Prioritäts-Aktien übergehen wird und hiemit wird das Recht der zionistischen Organisation auf einen Direktor in der Bank erlöschen. In der Debatte wies Genosse Remes auf die Popularität der Arbeiterbank im Auslände hin und empfahl, ehestens eine größere Werbeaktion für sie zu unternehmen. Er äußerte auch den Wunsch, daß die Arbeiterbank das einzige finanzielle Institut der Arbeiterbewegung des Landes, für welches im Auslände geworben werden soll, werde. Genosse Arloserow besprach die Notwendigkeit der Vergrößerung des Kapitals der Arbeiterbank. Er meinte, die „Jüdische Nationalbank", die sich überzeugen konnte, daß das Darlehen, das sie der A. B. gewährt hat, gute Früchte gebracht und daß das1 Unternehmen sich viel besser, entwickelt, als man erwartet hat,' müßte der Arbeiterbank dazu verhelfen. Dias sollte man auch bei der erst gegründeten Investement Company zu erreichen versuchen. Vom Reingewinne der Bank sind 500 Pfund für verschiedene Institutionen der Allg. Jüd. Arb. Org. und 87 Pfund dem Nationalfonds1 zugewiesen worden. Der Antrag des Genossen Friedland auf Zahlung einer Dividende an die Aktienbesitzer ist abgelehnt worden. Die bisherige Verwaltung ist wiedergewählt worden. Die Forderungen der jüdischen Arbeiterschaft für die landwirtschaftliche Ansfedlung im nächsten Jahre. Seitens der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas werden für die landwirtschaftliche Absiedlung im nächsten Jahre folgende Forderungen aufge^:::llt: Die Ansiedlung von 1000 Arbeitern. 50.000 Dunam Boden des National-Fonds für die neue Ansiedlung. 250.000 Pfunfcl vom Budget des Keren Hajessod für die landwirtschaftliche Ansiedlung. Die Arbeiterschaft Palästinas' fordert die gesamte jüdische Arbeiterschaft auf, für diese Forderungen in den Kampf zu treten. Die Tätigkeit unserer Genossen in Amerika für das arbeitende Palästina. Palästina-Arbeite r-Fonds. Am 1. Ma\ begann-' <due Partei eine intensive Aktion für das arbeitende Palästina. Die Aktion wurde durch eine große Versammlung am 22. April eingeleitet. Als Redner traten unter anderen Gen. Dr. Oskar Kohn aus Berlin, die Arbeiterführer Max Pein und Schiplakof, die Genossen Hemiin und B. Locker auf. Der Blumentag am 1. Mai brachte ungefähr 6000 Dollars ein. Die Aktion wird bis Ende Juni fortgesetzt. D^e Parole lautet: 25.000 Dollars für die Arbeiterheime in Palästina. ■ ' ■ \ i . '< Bücheraktion. Auf Initiative unseres Zentralkomitees ist eine Konferenz, aller zionistisch-sozialistischen- Parteien zum Zwecke der Durchführung einer Büchersammlung für die Kultusanstalten der jüdischen Arbeitersachft Palästinas. Sonntag, den 14. MaList die Aktion durch ein' großes Meeting eingeleitet worden. Bis jetzt sind bereits! Verpflichtungen auf 3000 Bände gezeichnet worden. Die Aktion rief in jüdischen Arbeiterkreisen großes Interesse hervor und man darf ein gutfes Resultat erwarten. F r a u e n gr u p p e n f ü r Pa 1 ä s■ ti n a. Im Sinne eines Beschlusses unserer 14. Konferenz sind bis jetzt einige Frauenklubs, die der jüdischen Arbeiterfrau an der Ansiedlung in Palästina helfen soll, gegründet worden. Diese Gruppen haben jetzt eine Aktion für die Sammlung von 5000 Dollars für die Gründung einer vierten Mädchensiedlung in der Nähe von Jerusalem eingeleitet. Außer den erwähnten Aktionen wird eine systematische Tätigkeit für die Arbeiterbank geführt. Im Laufe der letzten drei Monate sind für Aktien 4000 Dollars nach Palästina geschickt worden. Letztens sind zur Leitung des P. A. F. einige Brutmaschinen und sonstige Maschinen für Geflügelzucht und für Selchereien geschickt worden. Die Palästinaaktion der Partei hat in den Kreisen der jüdischen Arbeiterschaft im Lande große Begeistern ng hervorgerufen. Das Komitee für das arbeitende Palästina in Wien. 'Es wurde neuerlich ein Versuch untemommeai, das Konüteo i'ür das arbeitende Palästina in Wien, zu reaktivieren. In der letzten ijora.tung der Vertreter aller Arbeite rgruppen wurde der Vorschlagder Wiener Poale-Zion bezüglich, der Gründung eines Vereines der freunde des arbeitenden Palästina einstimmig zum Bescliliisao erhoben.. Ueber die Form der Beteiligung der Arbeite.rgTiippierun.geui an dem neu zu gründenden Vereine soll noch verhandelt werden. In cteu nächste» Wochen wird das Komitee kvre Vortragszyklen rea-anstaletn. Der erste Zykltifs: „Arbeit« problemo auf dem XIV. Zioni&tenJcongreß" umfaßt zvre Vorträge, und zwar 1. Fragen der EmTO^d-ea-ung und Kolo nistation, 2. Politisch© und Organisationsfragen. Der zweit! Zyklus: „Probleme der jüdischen Arbeiterschaft in Pa. hxstina," umfaßt folgende drei Vorträge: 1. Kotemisati:ras. formen; 2. Klassenkampf und konstruktive Tätigkeit; 3. Die Frage der Vereinigung der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina. Alle Gruppierungen sollen die Möglichkeit haben, ihren Standpunkt z\\m Ausdruck zu bringen. Als einleitender Vortrag soll ein Referat über die gegenwärtige Lage in Palästina von Dr. Ch. Tartakower gehalten werden. Unsere Genossen und Freunde werden bereits jetzt auf diese Veranstaltungen aufmerksam gemacht. Tagungen von Arbeitsgruppierungen in Wien. Außer der Konferenz des Weltverbandes Poal'e- Zion werden im Monate August in. Wien folgende Konferenzen stattfinden: Die dritte Weltkonferenz;der sozialistischen Zeirej- Zion gegen 14. August. Die Weltkonferenz der zionistischen Arbeitsgruppen „Hitachdut" in der ersten Hälfte desselben Monats. Einige Tage vor dem Zionistenkongresse werden die Arbeitergruppierungen in der zionistischen Bewegung über ihr gemeinsames Vorgehen auf dem Kongresse eine Beratung abhalten. Nach dem Zionismen kongresse soll die Konferenz, der >Arbeiterparteien für das arbeitende Palästina tagen. Es steht noch nicht fest, ob auch die Weltkonferenz des Heehaluz in .Wien stattfinden wird. Die Abreise des Genossen Andermann nach Palästina. Genosse Leib Andermann, der im letzten' Jahre die wichtigsten Funktionen in der Administration unserer Organisation versehen hat, ist am1 16. Juni nach Palästina abgereist. Gen. Andermann; hat in der Leitung unserer Organisation außerordentliches geleistet, er trug viel zur Erstarkung der Organisation bei. . Am Bahnhofe erschien eine große Zahl von Genossinnen und Genossen, um sich von Genossen Andermann zu verabschieden. Es tat wohl weh, diesen fleißigen Mitarbeiter, den guten Freund zu verlieren,, aber die meisten dachten sich: es gibt ein Wiedersehen in Palästina. Zur Geburt seines ersten Sohnes gratulieren dem Gen. M.Singer und Frau: Gen. U. Schorr-Tischler und Frau, Gen. N, Weichselbaum und Frau. Unserem Ausschußmitgliede Gen. B, Brawer unrJ Frau gratulieren zur Geburt einer Tochter: Gen. Dr. S. Sokal und Frau, Gen. Ch. Salitry, Gen. N. Weichselbaum und Frau, Gen. M. Singer und Frau. Ein Hits bxc wünscht dem Gen. Brawer und Frau zur Geburt einer Tochter DER AUSSCHUSS. „Oer Neue Weg." Monatsschrift der jüdischen sozialdemokratischen Arbeiterorganisation Poale Zion in Deutschland. Jede Nummer 2—3 Druckbogen stark. Abonnement für sechs Monate, einschließlich'Porto M2*50^ einzelne Nummer Pf. 40. Redaktion und Administration: „Der Neue Weg", Berlin N 24. Auguststraße 17. NÄHMASCHINEN FAHRRÄDER 1925 Kostenloser Unterricht im Sticken und Stopfen! — Lager von Knopfpressen und Zugehör! — Reparatur-Annahme! 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