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Unsere Tribüne · 1925-06-05 · 8 (05.06.1925) · page 1

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Journal
Unsere Tribüne
Volume
2 (1925)
Issue
8 (05.06.1925)
Date
1925-06-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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V. b. b. Organ der jüdischen sozialdemokratischen Arbeiterorganisation Poale Zion, Wien * Erscheint zweimal monatlich Redaktion und Administration: Wien, IL, Blumauergasse l/II Postscheckkonto Nr. 38.042 Bezugspreis: vierteljähr.. 12.000 K halbjähr. .. 24 000 „ Einzelne Nummer 2000 Kronen Nr. 8. Wien, 5, Juni 1925. 2. Jahrgang. Helfet den jüdischen Arbeitern im Kampfe gegen ihre Klassengegner! Wenn nicht alle' Anzeichen trügen, wird sich der* •vierzehnte Zionistenkongreß zu einer Kampftagung gestalten. Seitens der bürgerlichen Zionisten der meisten Länder, wird ein mächtiger Vorstoß gegen die .Arbeiterschaft auf der ganzen Linie geplant. Der Natjionialfonds soll nicht mehr, wie bis jetzt, den mit- .tellosen Chaluzim, sondern auch den einwandernden Kleinbürgern Boden zuweisen. Wohl wird noch angenommen, daß die Angesiedelten selbst den Boden bestellen müssen, aber es ist klar, daß ntan sich bei ~ diesen kleinbürgerlichen Elementen<nicht daran wird -halten können. Der Kieren-Hajessod soll noch mehr •als es bis jetzt der Fall1 war', den Besitzenden beisprin- ,gen, das Budget für die Arbeitersiedlung soll eingeschränkt werden. Die Arbeiterabteilüngen in den Pa- Jästinaämtern sollen aufgelassen werden. Für die Eingeweihten bildet dieser sogenannte ■neut Kurs keine Ueberraschung. Der Orientierung auf . >die jüdische Plutokrätie in der Frage 'der im' Mandate ' vör^esehehen';,jtidischen^Agentü'r'' mußte ein arbeiterfeindlicher Kurs folgen. Auf dem vierzehnten Kongresse wird dieser Zusammenhang besonders deutlich .zum Vorschejne gelangen. Alle der Afbeiterschaftfeindeichen Kräfte werden sich zusammenschließen. Es gilt deshalb für alle Freunde der jüdischen' -Arbeiterschaft, für alle diejenigen, die die Gesundung; der jüdischen Massen in ihrer Rückkehr zur produktiven Arbeit erblicken, denen die Lösung1 der Judenfrage in erster Reihe das Errichten einer Heimstätte iür die jüdische Arbeit in Palästina bedeutet, daß sie zur energischen Abwehr des Angriffes' der engherzigen kapitalistischen Gruppen rüsten. Die jüdische Arbeiterschaft in Palästina steht kampfbereit da. .Sie-wird aber nur dann den Kampf „ siegreich beste- .hen können, wenn.ihr1 alle Gleichgesinnten solidarische Hilfe leisten werden. \ Von der Zahl1 der verkauften Schku- .lirn hängt es ab, wiestark die Vertretung der Arbeiterschaft auf dem vierzehnten Zionistenkongreß sein und von, ^el'r ehern Erf ol'gdhr Kampf gegen das j'iidisdhe ^Kapital begleitet sein wird. Die bürgerlichen Parteien haben die Möglichkeit, .• durch ihre Geldmittel die Zahl ihrer verkauften Schkunirri höher als die tatsächlichen Sehekelzahler anzugeben, die Arbeiterschaft hat diese Möglichkeit nicht. Unsere Anstrengungen müssen deshalb intensiver sein, wenn sie greifbare Erfolge aufweisen sollen. Deshalb lautet die Parole: „Zeichnet selbst rund werbet für den rföten Schekel'! und werbet Zeichner für den roten Sehe-' lke\\ Der vierzehnte Zionistenkongreß wird in Wien lagen, wir werden unmittelbare Zeugen des heftigen Kampfes der jüdischen Arbeiterschaft gegen ihre Klassengegner im Zionistmus sein, es ist deshalb unsere Ehrenpflicht, unseren heroischen Arbeiter brüdern den Beweis* zu erbringen, daß wir ihren heidischen Kampf, ihre wunderbaren Leistungen in Palästina zu schätzen verstehen. Wir müssen uns unserer palästinensischen Brüder würdig erweisen. Jeder Fre und der jüdischen Arbeit und der jüdischen Arbeiterschaft, jeder Freund des sozialen Progresses kn Zionismus, ... .zeichne den roten Poal'e-Ziön-Schekell Der Weltverband Poale Zion in der Sozialistischen Arbeiter- Internationale. # Den 9. und •10. Mai tagte in Paris die Exekutive der Sozialistischen Arbeiter-Internationale. Unser Weltverband war durch Genosse Jahrblum vertreten. Die Beratungen der Exekutive galten fast ausschließlich' den Vorbereitungen des nächsten internationalen Kongresses, der am 22. August d. J. in Marsaille eröffnet werden soll. ' , ' . » Bei Besprechung der für den Kongreß vorzuschlagenden Tagesordnung, ergriff Gen. Jahrblüm das Wort zu längeren Ausführungen. Wir wollen hier einiges aus seiner Rede wiedergeben. Ich stimme dem. Vorschläge Renaudells zu, die Punkte „Kriegsgefahr, Imperialismus und Kolonialpo- Htik" und''„Der" Kämpf $er 'Arbeiterschaft in. den' Ländern der Reaktion" unter einem' Punkte: „Die internationale sozialistische Friedenspolitik" zusammenzujfjassen. \ i. Außerdem' ist es unbedingt notwendig auf die Tagesordnung des Kongresses die Frage der nationalen Minderheiten zu setzen. Diese Frage ist eine brennende für alle kleine Nationen, insbesondere aber, für die Juden. Bis jetzt wurde dieses Problem von' den Regierungen, zumeisit nicht im Interesse der.Minderheiten, behandelt. <( Es ist notwendig, daß die sozialistischen Parteien: der Mehrheitsvölker in dieser Frage eine klare Stellung, in Uebereinstimmung mit den Prinzipien der sozialistischen Internationale, einnehmen. Ich glaube, daü tinter der Leitung cler Internationale ein, beide Teile befriedigender, Ausweg gefunden werden könnte. Ich" bin überzeugt, daß sich ,die polnische sozialistische Partei iä(n einer Konferenz, die das Bureau der Internationale einberufen würde und an .welcher die Arbeiterparteien der nationalen Minderheiten teilnehmen sollen, beteiligen wird. •Gemeinsam werden wir diese Frage zu lösen versuchen. Wir haben bereits vor Jahren nach' Polen eine internationale Kommission unter Leitung von Renaudeli und Tom Shaw entsendet. DaS Resultat war nicht besonders günstig, weit der Zeitpunkt hiefür nicht geeignet war. Jetzt wäre' es wohl, um: vieles' leichter,, ein positives Resultat zu erreichen. Moralischen Erfolg hatte die 'Komimission' auch damals gezeitigt. Wae -immer es 'sei, die Internationale darf nicht gleichgültig #er Frage der internationalen Minderheiten gegenübertreten, sie muß ihre prinzipielle Stellung präzisieren und die Parteien beeinflussen, daß sie an die Lösung dieser Frage, im Sinne der1 Beschlüsse der Internationale, ehestens herantreten. Eine zweite Frage erachte ifch für wichtig, auf die. Tagesordnung des Kongresses zu setzen. Das ist das für alle Länder wichtige Emigrationsproblem. Diese Frage ist eine eminent wichtige und die Gewerkschaften, geschäftigen sich mit ihr überall. Die Sozialistische Internationale muß . zu diesem Probleme » Stellung nehmen, und den sozialistischen Parteien' der interessierten Länder Richtlinien geben. Ich schlage also vor, daß auf die' Tagesordnung des Kongresses die Annahme einer prinzipiellen* Entschließung der Internationale bezüglich der'Rechte der nationalen Minderheiten gesetzt werde und daß unter der Leitung der Internationale gesonderte .Konferenzen der internajionalen Nationalitäten abgehalten werden, um in den verschiedenen Ländern an die praktische Lösung dieser Frage heranzutreten. Als weiterer Punkt soll in die Tagesordnung des Kongresses* aufgenommen werden: Das Emigrationsproblein und , die Arbeiterschaft." * Die Anträge des Genossen JahrbTum sind dem Bureau zugewiesen worden. Von" der Behandlung des Er igrationspro'blems mußte Abstand genommen werden, weil vorher Beratungen mit den amerikanischen Genossen gepflogen werden müssen. Bezüglich der, 1 nationalen Minderheiten ist ein Vermittlungsvorschlag des Genossen Abramowitsch angenommen, der besagt, daß eine Kommission von drei Mitgliedern gewählt werde, die sich mit dieser Frage beschäftigen und in Verhandlungen mit den interessierten Nationalitäten eintreten soll, um* eine Lösung anzubahnen1. Es ist auch beschlossen worden, dem' Kongresse , vorzulegen, daß die Stimmen des Weltverbandes auf drei erhöht werden; dadurch wird der Verband das Recht auf einen Sizt in der Exekutive, erwerben. Der zweite Kongreß der jiddischen weltlichen Schulen in Polen. •Vom 19, bis 22. April tagte, in Warschau der ÄVveifca . Kongreß der jiddischen weltlichen Schulen. Diese Tagung war äußerst imposant und bewies die bedeutende Erstarkuhg 1 der Schulorganisation in der polnischen Bepublik. , Wir wollen hier zunächst die wichtigsten Resolutionen wiedergeben: ., * Die Resolutionen des jüdischen Schulkongresses in Polen. Di© Resolution über die politisch-rechtliche Lage des jiddisch-weltlichen Schulwesens sb&llt fest, daß der faktische Zustand die vollständige administrative Willkür- * lichkeit bedeutet, sie verurteilt scharf das Schulgesetaproje-kt des „Kolo", dessen Grundlagen eine Verleugnung der jüdischen Nation darstellen und dessen -Vielsprachigkeib einen Verrat gegen die jüdischen Massen beinhaltet. Sie erhebt wieder die Forderung nachöffentlich-rechtlicher1 Anerekennung desi 'jiddischen weltlichen Schulwesens, das ■ vom Staat erhalten und im Rahmen der allgemeinen Schulgesetee von den beteiligten Bevö|kerungsscluchten selbst geleitet werden soll. Sie protestiert gegen die Verhandlungen der Orthodoxie mit der . Regierung über eine Schulemit polnischer Unterrichtssprache.. 1 * ' Für den roten Schekel. Genossen und Genossinnen! Der Monat Juni ist für die Durchführung unserer Aktion für den roten Schekel1 bestimmt worden. Die Wichtigkeit einer starken Arbeiter Vertretung auf dem XIV. Zionistenkongresse werdet ihr wohl zu 'würdigen wissen. Stellet euch uns zur Werbearbeit zur Verfügung! Keiner '4arf sich der Mitarbeit entziehen! Jeder nehme einen Block und werbe in seinem 'Bekanntenkreise. .; . Werbematerial und Schekelbüchel sind allabendlich im Sekretariate zu haben. Für die Schekelkommissjon P. Sordkin. frOyahrssNeubeiten 'ÄiSBSS Brüder Schiff mann II,, Taborstraße 48 Telephon +7» i. 79, En gro« ' En detail*

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